Höfe (Dreihausen)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Höfe
Das "Steinhaus" - eine von mehreren Ruinen

Das "Steinhaus" - eine von mehreren Ruinen

Entstehungszeit: 8. oder 9. Jh.
Burgentyp: Höhenburg, Spornlage
Ständische Stellung: vermutlich königlich: (Karolinger- bis Salierzeit)
Ort: Ebsdorfergrund
Geographische Lage 50° 42′ 51,8″ N, 8° 51′ 14,4″ OKoordinaten: 50° 42′ 51,8″ N, 8° 51′ 14,4″ O
Höfe (Dreihausen) (Hessen)
Höfe (Dreihausen)
Die Burgkapelle, eine Rundkirche

Höfe heißen die Reste einer Spornburganlage südlich von Dreihausen, einem Ortsteil der Gemeinde Ebsdorfergrund im Landkreis Marburg-Biedenkopf in Hessen.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Reste der größeren Befestigungsanlage befinden sich etwa 1,5 km südlich vom Ortsteil Dreihausen und westlich des Ortsteils Roßberg an einem ehemals wichtigen Übergang zwischen dem Ebsdorfer Grund und dem Lahntal auf einem von Westen nach Osten leicht abfallenden Hochplateau.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf einer Fläche von etwa zwei Hektar erstreckt sich die Anlage, bestehend aus einer Unter- (1,25 ha) und einer Oberburg (0,75 ha). Die Gesamtanlage ist von einer Ringmauer umgeben. Nach Norden und Osten wird sie durch steil abfallende Hänge begrenzt. In Richtung Westen und Süden war sie durch einen vorgelagerten Graben geschützt. Der ursprüngliche Zugang erfolgte durch ein Tor in der nördlichen Ringmauer. Durch die Unterburg war die Oberburg zu betreten.

In der Oberburg fand man Reste mehrerer Gebäude. Darunter sind ein steinernes Hauses von 9,8 auf 4,8 m sowie eine Rundkirche mit einem Durchmesser etwa sechs Metern und einer Nordapsis. Aufwändige Bemalung und der Fund eines kleinen Stückes Porphyr sowie grünem Marmor aus Lakonien lassen darauf schließen, dass es sich bei den Bewohnern um einen kleinen privilegierten Personenkreis gehandelt haben muss.

Durch geophysikalische Messungen wurde eine Bebauung des Plateaus außerhalb des Ringwalls nachgewiesen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Burg Höfe wurde wahrscheinlich bereits während der Karolinger-Herrschaft im 8./9. Jahrhundert erbaut. Mehrere Keramikfunde deuten eine Besiedlung der Burg in dieser Zeit an. Ob es sich um eine Königspfalz handelte, ist unklar.

Um Ebsdorf blieb königlicher Besitz erhalten. Hierzu gehörte vermutlich die Burg Höfe. Möglicherweise steht sie im Zusammenhang mit drei belegten Aufenthalten von König Heinrich IV in Ebsdorf (1054, 1057, 1066).

Die Burg zerfiel weitestgehend. Durch die Anlage eines Holzabfuhr-Weges wurde die Unterburg teilweise zerstört.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Michael Losse: Die Lahn Burgen und Schlösser. Imhof Verlag, Petersberg 2007, ISBN 978-3-86568-070-9.
  • Rolf Gensen: Die Höfe bei Dreihausen. Führungsblatt zu der frühmittelalterlichen Befestigung südlich von Ebsdorfergrund-Dreihausen, Kreis Marburg-Biedenkopf. Wiesbaden 1995, ISBN 3-89822-121-0 (Archäologische Denkmäler in Hessen 121).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Höfe (Dreihausen) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien