Höhr-Grenzhausen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Höhr-Grenzhausen
Höhr-Grenzhausen
Deutschlandkarte, Position der Stadt Höhr-Grenzhausen hervorgehoben
50.4357.6711111111111250Koordinaten: 50° 26′ N, 7° 40′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Westerwaldkreis
Verbandsgemeinde: Höhr-Grenzhausen
Höhe: 250 m ü. NHN
Fläche: 15,89 km²
Einwohner: 9250 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 582 Einwohner je km²
Postleitzahl: 56203
Vorwahl: 02624
Kfz-Kennzeichen: WW
Gemeindeschlüssel: 07 1 43 032
Stadtgliederung: 3 Stadtteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Rathausstraße 48
Höhr-Grenzhausen
Webpräsenz: www.hoehr-grenzhausen.de
Stadtbürgermeister: Michael Thiesen
Lage der Stadt Höhr-Grenzhausen im Westerwaldkreis
Karte

Höhr-Grenzhausen ist eine Stadt im Westerwaldkreis in Rheinland-Pfalz. Sie ist ein Mittelpunkt der keramischen Industrie im Kannenbäckerland mit Fachhochschule für Keramik oder Schule für Keramische Gestaltung, daher auch der Beiname „Kannenbäckerstadt“.

Die Stadt gehört der gleichnamigen Verbandsgemeinde an, die ihren Verwaltungssitz in der Stadt hat. Höhr-Grenzhausen ist ein staatlich anerkannter Fremdenverkehrsort und gemäß Landesplanung als Mittelzentrum ausgewiesen.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Die heutige Stadt Höhr-Grenzhausen wurde am 1. April 1936 aus den vorher eigenständigen Gemeinden Höhr, Grenzhausen und Grenzau gebildet. Gleichzeitig wurde diese neue Gemeinde zur Stadt erhoben.

Statistik zur Einwohnerentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Höhr-Grenzhausen bezogen auf das heutige Stadtgebiet; die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[2]

Jahr Einwohner
1815 1.902
1835 2.523
1871 3.213
1905 5.537
1939 5.936
Jahr Einwohner
1950 7.026
1961 8.402
1970 8.430
1987 8.199
2005 9.790

Politik[Bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten]

Der Stadtrat in Höhr-Grenzhausen besteht aus 24 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Stadtbürgermeister als Vorsitzenden.

Sitzverteilung im gewählten Stadtrat:

Wahl  SPD   CDU   FDP  Grüne  FWG  Gesamt
2009 6 8 1 2 7 24 Sitze
2004 5 10 1 2 6 24 Sitze

Wappen[Bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung lautet: „Das Wappen zeigt in Silber drei blaue Frankfurter Kannen“.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Höhr-Grenzhausen unterhält Städtepartnerschaften mit der italienischen Stadt Laigueglia/Riviera (seit 1972) und der französischen Stadt Semur-en-Auxois/Burgund (seit 1987).

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Museen[Bearbeiten]

In der Stadt befinden sich das Keramikmuseum Westerwald und ein Museum für Stadtgeschichte.

Bauwerke[Bearbeiten]

Sport[Bearbeiten]

Im Stadtteil Grenzau von Höhr-Grenzhausen ist der Tischtennis-Bundesligist TTC Zugbrücke Grenzau zu Hause, ebenso befindet sich hier der rheinland-pfälzische Olympiastützpunkt Tischtennis.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Der größte Arbeitgeber in Höhr-Grenzhausen ist die Firma Steuler-KCH mit ca. 600 Mitarbeitern am Standort Höhr-Grenzhausen (ca. 2000 weltweit). Steuler produziert insbesondere Spezialkeramiken für den Einsatz in Industrie und Anlagenbau. Neben Steuler sind noch ungefähr 20 kleinere Keramikbetriebe, meist in Familienhand, in Höhr-Grenzhausen ansässig, die sich überwiegend auf künstlerische Keramik spezialisiert haben. Einmal im Jahr (Juni) findet in Höhr-Grenzhausen einer der größten Keramikmärkte in Deutschland statt.

Der Verband der Feuerfest-Industrie e. V. wird von Bonn in einen Neubau nahe der Fachhochschule in Höhr-Grenzhausen ziehen.[3]

Weiterhin sind in Höhr-Grenzhausen die RASTAL GmbH & Co. KG (500 Beschäftigte in Höhr-Grenzhausen) und die SAHM GmbH + Co. KG (ca. 250 Mitarbeiter im Stammwerk in Höhr-Grenzhausen) ansässig. Beide Unternehmen sind als Hersteller dekorierter Trinkgefäße, vor allem Biergläser, tätig.

Außerdem ist in Höhr-Grenzhausen das Softwareunternehmen IBS mit 175 Mitarbeitern am Standort ansässig. Weiterhin im Stadtteil Höhr ansässig ist der Verlag Linus Wittich. Er gibt in ganz Rheinland-Pfalz sowie Deutschland Amts- und Mitteilungsblätter heraus. In der Verlagsgruppe sind etwa 900 Mitarbeiter beschäftigt.

Tourismus[Bearbeiten]

Höhr-Grenzhausen verfügt über zwei große Vier-Sterne-Superior Hotels, die es zusammen mit weiteren Privatzimmern und Ferienwohnungen auf über 110.000 Übernachtungen im Jahr bringen. Die meisten Touristen besuchen Höhr-Grenzhausen wegen der Keramikbetriebe, des Keramikmuseums oder der zahlreichen Wander-/Rad- und Nordic-Walking-Wege in der Umgebung.[4]

Radwanderwege[Bearbeiten]

Durch Höhr-Grenzhausen führt der Deutsche Limes-Radweg. Dieser folgt dem Obergermanisch-Raetischen Limes über 818 km von Bad Hönningen am Rhein nach Regensburg an der Donau.

Bildung[Bearbeiten]

Hochschulen[Bearbeiten]

In Höhr-Grenzhausen befindet sich ein Campus der Hochschule Koblenz, der sich speziell auf die Fachbereiche Künstlerische Keramik sowie Werkstofftechnik Glas und Keramik spezialisiert hat und zukünftige Bachelors bzw. Masters of Engineering ausbildet.[5][6]

Schulen[Bearbeiten]

Höhr-Grenzhausen verfügt mit der Goethe-Schule über eine Grundschule. Des Weiteren finden sich ein Schulzentrum, das die Ernst-Barlach-Realschule plus und das Gymnasium im Kannenbäckerland beherbergt. Ebenfalls vorhanden ist mit der Schillerschule eine Förderschule für Lernbehinderte.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

  • Friedrich Held (1801-1878) – Amtmann und Landtagsabgeordneter
  • Hermann Geisen (1899–1943), Kommunist, Spanienkämpfer und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus[7]
  • Hermann Hoffmann (1922–2010), Designer und Landwirt
  • Wendelin Stahl (1922-2000), Keramiker
  • Paul Zimmerling (1927–2006), Künstler (Keramik)
  • Karlheinz Zöller (1928–2005), Flötist
  • Manfred Reimann (* 1928), Politiker (SPD)
  • Heiner Balzar (* 1937), Keramiker
  • Klaus Budewig (* 1941), Präsident des Sächsischen Verfassungsgerichtshofs
  • Vera Vehring (* 1944), Künstlerin (Keramik)
  • Anke Maggauer-Kirsche (* 1948), deutsche Lyrikerin und Aphoristikerin
  • Ulrich Mäurer (* 1951), Jurist und Politiker (SPD)
  • Klaus Norbert Steuler , bis Januar 2011 leitete Klaus Norbert Steuler 23 Jahre die Steuler Industriewerke als Geschäftsführer
  • Georg Steuler , gründete 1908 das Familienunternehmen Steuler Industriewerke. Er erfand weltweit den ersten säurebeständigen Glaskitt. Im Jahr 1910 begann Steuler mit der Produktion von säurefesten und feuerfesten Steinqualitäten in Höhr-Grenzhausen, wo der Hauptsitz der Firma noch heute ist.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Fries, Heribert: Kurrimurri : Erinnerungen an die Kannenbäcker in Höhr-Grenzhausen. Stadt Höhr-Grenzhausen, Höhr-Grenzhausen 1993, ISBN 3-9801311-3-0.
  • Fries, Heribert: Alt- Höhr- Grenzhausen, Hrsg.: Stadt Höhr-Grenzhausen, Höhr-Grenzhausen 1986
  • Baumann, Werner und Mischler-Hoffmann, Angelika: "Euler", Hrsg.: Stadt Höhr-Grenzhausen, 1983
  • Mischler-Hoffmann, Angelika: "Die Fachsprache der Euler im Kannenbäckerland" Staatsexamensarbeit Johannes-Gutenberg-Universität, Mainz 1979

Bilder[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Höhr-Grenzhausen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Mitteilung der Immobilien-Zeitung. Abgerufen am 12. April 2013.
  4. Buergerinfo der Stadt Höhr-Grenzhausen (PDF; 1,7 MB)
  5. Homepage des WesterwaldCampus der FH Koblenz
  6. Bildungs- und Forschungszentrum Keramik e.V.
  7. http://mahnmal-koblenz.de/index.php/dauerausstellung/personenverzeichnis/237--hermann-geisen-.html