Höllentalferner
| Höllentalferner | ||
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Höllentalferner vom Jubiläumsgrat (2005) | ||
| Lage | Bayern, Deutschland | |
| Gebirge | Wettersteingebirge | |
| Typ | Kargletscher, Lawinenkesselgletscher | |
| Länge | 1 km | |
| Fläche | 0,128 km² (2025)[1] | |
| Exposition | Nordost | |
| Höhenbereich | 2549 m – 2207 m (2018)[2] | |
| Neigung | ⌀ 25° (47 %) | |
| Breite | ⌀ 0,7 km | |
| Eisdicke | ⌀ 10,4 m; max. 33 m (2018)[2] | |
| Eisvolumen | 1,7 Millionen m³ (2018)[2] | |
| Koordinaten | 47° 25′ 36″ N, 10° 59′ 51″ O | |
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| Entwässerung | Hammersbach → Loisach → Isar | |
Der Höllentalferner ist ein Gletscher am Nordosthang der Zugspitze auf dem Gebiet der bayerischen Gemeinde Grainau. Als Kargletscher bedeckt er den oberen Teil des Höllentales und befindet sich vor Sonneneinstrahlung gut geschützt im Höllentalkar, einem Felskessel zwischen den Riffelwandspitzen und dem Jubiläumsgrat im westlichen Wettersteingebirge.
Beschreibung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Als einziger deutscher Gletscher weist der Höllentalferner sowohl ein muldenförmiges Nährgebiet als auch eine Gletscherzunge auf. Er wird als Lawinenkesselgletscher vor allem durch Lawinen gespeist. Aufgrund der Eisbewegung sind Gletscherspalten vorhanden.[3]
Der Höllentalferner bedeckte im Jahr 2025 eine Fläche von knapp 13 Hektar. Damit ist er, vor dem Nördlichen Schneeferner, der größte Gletscher Deutschlands.[1] Er ist etwa einen Kilometer lang und bis zu 700 Meter breit. Das Eisvolumen wurde im Jahr 2018 zu 1,74 Mio. m³ bestimmt. Die mittlere Eisdicke betrug 10,4 m bei einer maximalen Mächtigkeit von 33 m. Der Höllentalferner büßte in den 2010er Jahren mehr als die Hälfte seines Volumens ein, für das Jahr 2009 wurde seine Volumen noch auf 4,87 Mio. m³ geschätzt.[2] Moränenwälle im Vorfeld weisen auf frühere Hochstandsphasen hin. Seine neuzeitliche Maximalausdehnung erreichte der Gletscher mit 47 ha um 1820. Weitere Hochstandsphasen waren danach um 1850, 1920 und 1965–1980.[3]
Trotz seiner relativ niedrigen Lage von nur 2549 m bis hinunter auf 2207 m ist der Gletscher nicht in dem gleichen Maß in seinem Bestand gefährdet wie die anderen deutschen Gletscher, da er durch seine schattige Lage in einem tief eingeschnittenen Kessel sowie durch die Speisung mit Lawinenschnee vor den Folgen Klimaerwärmung besser geschützt ist.[2][3]
Alpinismus
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Bei der Besteigung der Zugspitze durch das Höllental muss der Höllentalferner überwunden werden. Bereits der Zugang vom Tal führt über eine als Klettersteig ausgebaute Steilwand. Auf dem Gletscher besteht je nach Jahreszeit die Gefahr des Einbrechens oder Abrutschens in die Gletscherspalten. Zudem stellt die Randkluft beim Übergang vom Gletscher zum direkt anschließenden oberen Klettersteig eine, auch durch Steinschlag gefährdete, Schlüsselstelle dar.[4]
Mehrere Folgen der TV-Dokuserie In höchster Not – Bergretter im Einsatz befassen sich mit Rettungseinsätzen am Höllentalferner infolge von Spaltenstürzen, Unwetter und mangelhafter Ausrüstung.
Bildergalerie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Höllentalferner bei hoher Schneelage (2024)
- Bergsteiger auf dem Höllentalferner. Blick von Nordosten
- Oberes Ende des Höllentalferners mit Randkluft
- Bergsteiger über der Randkluft des Höllentalferners
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 Neue Vermessung zeigt beschleunigten Gletscherschwund. Pressemitteilung 07/2026. Bayerische Akademie der Wissenschaftem, 19. März 2026, abgerufen am 19. März 2026.
- 1 2 3 4 5 Christoph Mayer, Wilfried Hagg, Markus Weber, Astrid Lambrecht: Zukunft ohne Eis – Zweiter Bayerischer Gletscherbericht: Klimawandel in den Alpen. Hrsg.: Bayerische Akademie der Wissenschaften, Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz. April 2021 (bayern.de).
- 1 2 3 bayerische-gletscher.de: Höllentalferner. Abgerufen am 7. Juni 2025
- ↑ Gefahren am Gletscher: Warum Spaltenstürze zunehmen. In: BR24. 14. Mai 2026, abgerufen am 7. Juni 2026.

