Hörspielpreis der Kriegsblinden

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Verleihung des Hörspielpreises der Kriegsblinden an Richard Hey, 1965
Verleihung des Hörspielspreises der Kriegsblinden an Ror Wolf (Mitte), 1988

Der Hörspielpreis der Kriegsblinden (oder auch einfach Kriegsblindenpreis) ist die bedeutendste Auszeichnung für Autoren deutschsprachiger Hörspiele. Begründet wurde dieser Hörspielpreis 1950 vom Bund der Kriegsblinden Deutschlands e.V. (BKD) und ihrem Schriftleiter Friedrich Wilhelm Hymmen. Seit 1994 wird er von der Filmstiftung Nordrhein-Westfalen mitgetragen.

Statuten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Hörspielpreis der Kriegsblinden wird jährlich „für ein von einem deutschsprachigen Sender konzipiertes und produziertes Original-Hörspiel verliehen, das in herausragender Weise die Möglichkeiten der Kunstform realisiert und erweitert.“ Unter den Begriff Original-Hörspiel fällt nicht die bloße Bearbeitung, außer ein Autor arbeitet seinen eigenen Stoff für das andere Medium um oder auf. Das Hörspiel muss im vorausgegangenen Jahr erstmals ausgestrahlt worden sein. Der Preis wird dem Autor bzw. den Autoren zuerkannt.

Für den Hörspielpreis der Kriegsblinden darf jede öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt zwei Hörspiele einreichen. Seit 2006 sind auch die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten Österreichs und der Schweiz dabei. Auch die Jurymitglieder können Hörspiele vorschlagen.

Seit 2012 wird nicht mehr nur ein Preisträger gekürt, sondern im Vorfeld der eigentlichen Preisverleihung werden drei Nominierungen ausgesprochen.

Jury[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Zusammensetzung der Jury hat sich im Laufe der Jahre mehrmals geändert. Nach den derzeit gültigen Statuten[1] besteht sie aus sieben Kritikern/Kulturschaffenden, die von der Film- und Medienstiftung NRW berufen werden; sieben Kriegsblinden, die vom Bund der Kriegsblinden berufen werden und der/dem Juryvorsitzenden. Langjähriger Vorsitzender der Jury war der Initiator des Preises Friedrich Wilhelm Hymnen. Zurzeit ist es die Schriftstellerin Anna Dünnebier. Die Jurysitzung findet im jährlichen Wechsel in einer der beteiligten Rundfunkanstalten statt.

Preis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der undotierte Ehrenpreis bestand aus einer von einem kriegsblinden Künstler je individuell gestalteten Plastik. Im Jahr 2002 legte die Jury zur Vergabe des Preises fest, dass die Hand mit Lorbeer von Dario Malkowski allen künftigen Preisträgern als Anerkennung verliehen wird. Traditionell nehmen alle beteiligten Rundfunkanstalten das ausgezeichnete Hörspiel ins Programm, wodurch der Autor von den Wiederholungshonoraren profitiert.

Bis zum Jahr 2000 wurde der Hörspielpreis im Bonner Plenarsaal des Bundesrates verliehen. Dann in unregelmäßigen Wechsel im Berliner Bundesrat, im Gästehaus der Bundesregierung auf dem Petersberg, in der Kölner Wolkenburg, im Kleinen Sendesaal des Westdeutschen Rundfunks (WDR) oder beim Deutschlandfunk (DLF) in Köln statt.

Preisträger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Angegeben ist das Jahr, in dem der Preis verliehen wurde. Die Hörspiele wurden in der Regel im Jahr vor der Preisvergabe produziert und urgesendet.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bund der Kriegsblinden Deutschland (Hrsg.): Hörspielpreis der Kriegsblinden. Reden der Preisträger seit 1952. In: Der Kriegsblinde. Zeitschrift für Verständnis und Verständigung. 3. bis 58. Jahrgang, Marburg, 1952–2007[4]
  • HörWelten. 50 Jahre Hörspielpreis der Kriegsblinden. Aufbau-Verlag, Berlin 2001, ISBN 3-351-02515-7. (Daraus online verfügbar: Christian Hörburger und Hans-Ulrich Wagner: „Hören hat seinen Preis. Eine Chronik der Preisträger“, S. 89–190.)
  • „Kunst für die Ohren“ 60 Jahre Hörspielpreis der Kriegsblinden[5]
  • Frank Olbert: 60 Jahre Hörspielpreis der Kriegsblinden 96-minütiges Radiofeature, SWR 2011.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hörspielpreis der Kriegsblinden – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.kriegsblindenbund.de/cms/hoerspielpreis-der-kriegsblinden.html#statut
  2. WDR/ORF-Hörspiel „Hate Radio“ mit dem Hörspielpreis der Kriegsblinden geehrt. WDR, Presseabteilung, 17. Juni 2014, abgerufen am 18. Juni 2014.
  3. Hörspielpreis der Kriegsblinden an Sibylle Berg, abgerufen 4. Mai 2016
  4. Reden der Preisträger seit 1952 Online-Version
  5. Der Juror Frank Olbert im Gespräch, Deutschlandfunk