Hürbel am Rangen

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Hürbel am Rangen
Markt Lehrberg
Koordinaten: 49° 20′ 0″ N, 10° 29′ 21″ O
Höhe: 422 m ü. NHN
Einwohner: 31 (31. Dez. 2008)[1]
Postleitzahl: 91611
Vorwahl: 09820
Hürbel am Rangen (2015)
Hürbel am Rangen, in Richtung Lehrberg gesehen (2015)

Hürbel am Rangen (amtlich: Hürbel a.Rangen; umgangssprachlich: Hiʴwl[2]) ist ein Ortsteil des Marktes Lehrberg im Landkreis Ansbach in Mittelfranken.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Weiler entspringt der Quellgraben, der ein rechter Zufluss des Hürbeler Bachs ist, der wiederum ein rechter Zufluss der Fränkischen Rezat ist. Im Norden liegt das Pfannenfeld, im Südwesten liegt der Hürbelrangen mit der Kreuzeiche.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste namentliche Erwähnung, die sich eindeutig auf diesen Ort bezieht, erfolgte 1342 als „Hurbel“. Der Ortsname leitet sich vom althochdeutschen Wort „horwilin“ ab, einem Diminutiv von „horo, horwes“ (= Sumpf, Schmutz, Kot).[4]

Im Salbuch des Fürstentums Ansbach von 1684 werden für Hürbel acht Mannschaften verzeichnet: Alle Anwesen (sechs Halbhöfe, zwei Güter) hatten das Hofkastenamt Ansbach als Grundherrn. Das Hochgericht und die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte das brandenburg-ansbachische Hofkastenamt Ansbach aus. Vier Halbhöfe waren infolge des Dreißigjährigen Krieges noch verödet.[5]

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Hürbel elf Haushalte. Das Hochgericht und die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte weiterhin das Hofkastenamt Ansbach aus. Alle Anwesen hatten das Hofkastenamt Ansbach als Grundherrn.[6]

1800 gab es im Ort zehn Haushalte, die alle dem Oberamt Ansbach untertan waren.[7]

Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Hürbel dem 1809 gebildeten Steuerdistrikt Neunkirchen bei Leutershausen zugeordnet. Mit der Neubildung des Steuerdistrikts Neuses bei Ansbach am 23. Juni 1810 erfolgte der Wechsel dorthin. Es gehörte auch der 1811 gegründeten Ruralgemeinde Neuses bei Ansbach an.[8] Im Zuge des Zweiten Gemeindeedikts (1818) wurde Hürbel nach Lehrberg umgemeindet. Am 16. August 1840 wurde die Bildung der Ruralgemeinde Zailach genehmigt, zu der auch Hürbel gehörte.[9] Im Zuge der Gebietsreform wurde diese am 1. Januar 1972 nach Lehrberg eingemeindet.

Bau- und Naturdenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Steinkreuz: Sühnekreuz, mittelalterlich, Sandstein; 1,5 Kilometer südlich des Ortes auf den Kreuzwasen
  • Kreuzeiche, über 500 Jahre alt, südwestlich des Ortes im Stadtgebiet Ansbachs. Der Brusthöhenumfang beträgt 6,45 m (2015).[10]

Siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Lehrberg#Hürbel am Rangen

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 001818 001840 001861 001871 001885 001900 001925 001950 001961 001970 001987 002008
Einwohner 60 41 62 54 59 71 64 103 51 43 30 31
Häuser[11] 10 7 9 11 9 9 9 9
Quelle [12] [13] [14] [15] [16] [17] [18] [19] [20] [21] [22] [1]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort ist seit der Reformation protestantisch. Die Einwohner evangelisch-lutherischer Konfession sind nach St. Margaretha (Lehrberg) gepfarrt, die Einwohner römisch-katholischer Konfession nach St. Ludwig (Ansbach).

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Zailach, Schmalenbach und zur Bundesstraße 13 bei Lehrberg.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hürbel am Rangen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b www.lehrberg.de (Memento vom 8. April 2014 im Internet Archive) (4 Dez. 2012 15:28:30 UTC) auf archive.is Die Einwohnerzahl sämtlicher Ortsteile entspricht annähernd dem Einwohnerstand der Gesamtgemeinde für den 31. 12. 2008. Die Differenz von 8 Einwohnern erklärt sich durch die Nichtauflistung der selbstständigen Ortsteile Dauers-, Fritz-, See- und Walkmühle.
  2. E. Fechter, S. 102.
  3. Hürbel am Rangen im BayernAtlas
  4. E. Fechter, S. 102. Eine ähnlich abwertende Bezeichnung gibt es in dem Ortsnamen Suddersdorf.
  5. Staatsarchiv Nürnberg, Ansbacher Salbuch 127, 1284. Zitiert nach M. Jehle, Bd. 2, S. 685.
  6. M. Jehle, Bd. 2, S. 871.
  7. J. K. Bundschuh, Bd. 2, Sp. 772.
  8. Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Ansbach 1808–17. Zitiert nach M. Jehle, Bd. 2, S. 961.
  9. M. Jehle, Bd. 2, S. 949.
  10. Eintrag im Verzeichnis Monumentaler Eichen. Abgerufen am 10. Januar 2017
  11. Es werden nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840, 1852 als Häuser, 1871 bis 1987 als Wohngebäude.
  12. Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann mehrerer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, S. 44 (Digitalisat).
  13. Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Selbstverlag, Ansbach 1846, S. 47 (Digitalisat).
  14. Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, Sp. 987, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  15. kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. München 1877, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen von 1871), Sp. 1152, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  16. Karl von Rasp: Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. Hrsg.: K. Bayer. Statistisches Bureau. München 1888, Abschnitt III, Sp. 1094 (Digitalisat).
  17. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1158 (Digitalisat).
  18. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1194 (Digitalisat).
  19. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, Abschnitt II, Sp. 1032 (Digitalisat).
  20. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, Abschnitt II, Sp. 760 (Digitalisat).
  21. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, S. 170 (Digitalisat).
  22. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, S. 328 (Digitalisat).