Hüttenrauch

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Hüttenrauch (in Dialekten auch Hüttrach, Hittrach, Hidri etc. genannt) ist ein Fachausdruck sowohl für bei der Verhüttung von Metallen, etwa im Hochofenbetrieb, entstehende Stäube, die in Flugstaubkammern abgesondert werden können, als auch für gasförmige Anteile (Abgase), die sich erst bei Abkühlung als Stäube niederschlagen. Durch spezifische Nasswäsche können sie neutralisiert oder separiert werden. Historisch bezeichnete man als Hüttenrauch insbesondere das Arsenik (Arsenoxid).

Arsenik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den giftigen, zumindest aber schädlichen Abgasen zählte man schon immer die arsenhaltigen. Historisch bezeichnet man als „Hüttenrauch“ (im Mittelalter auch lateinisch tutia und mittelhochdeutsch tuttiān genannt[1]) ausschließlich das in langen, abkühlenden und auf diese Weise den Niederschlag begünstigenden Kanälen als weißes Pulver gewonnene Arsenik oder Arsentrioxid (As2O3). Es ist unverändert von Bedeutung als Ausgangsmaterial verschiedener Arsenverbindungen sowie zur Reindarstellung des Halbmetalls Arsen.

Primärbleierzeuger befassen sich mit der Optimierung der Arsen-Fällung in ihren Abwasserbehandlungsanlagen.[2]

Andere Luftschadstoffe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Blei- und Silberhütte Braubach mit den markanten drei Schornsteinen

Zu den schädlichen Abgasen zählen ferner die Stickoxide, leicht an der gelblich-rötlichen Fahne über der Schornsteinkante zu erkennen, weiter das giftige Schwefeldioxid, das mit Luftfeuchtigkeit nach der Formel

zu schwefliger Säure reagiert.

Sonstige Verwendungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Den Arsenikessern gilt Arsenik als Suchtmittel, sie nutzen dabei nach ihrer Ansicht auch Vorteile, die ihm von der Medizin lange Zeit als Roborans zugesprochen wurden. Bekannter wurde es bei der Schädlingsbekämpfung (Küchenschaben), insbesondere aber als Mäusegift.

Literatur und Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Jürgen Martin: Die ‚Ulmer Wundarznei‘. Einleitung – Text – Glossar zu einem Denkmal deutscher Fachprosa des 15. Jahrhunderts. Königshausen & Neumann, Würzburg 1991 (= Würzburger medizinhistorische Forschungen. Band 52), ISBN 3-88479-801-4 (zugleich Medizinische Dissertation Würzburg 1990), S. 181.
  2. Petra Nadine Kleinen, Urban Meurer, Tom Majewski: Klärung der Fällungsbedingungen von Arsen … und Optimierung der Arsenfällung in der Abwasserbehandlungsanlage einer Primärbleihütte. In: Erzmetall, 62/2009, No. 5, S. 310, im GDMB-Medienverlag, ISSN 1613-2394.