HAWA Vampyr

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Vampyr
Der Vampyr im Deutschen Museum (München)
Typ: Segelflugzeug
Entwurfsland: Deutsches ReichDeutsches Reich Deutsches Reich
Hersteller: HAWA
Erstflug: 1921

HAWA H 1 „Vampyr“ war ein deutsches Segelflugzeug. Es wurde von Arthur Martens, Fritz Hentzen und Walter Blume – allesamt ehemalige Weltkriegspiloten und zu der Zeit Studenten des Flugtechnischen Instituts der Hochschule Hannover – im Rahmen der neugegründeten Akaflieg Hannover konstruiert und von der Hannoverschen Waggonfabrik unter der Leitung von Hermann Dorner gebaut. Der Entwurf stammt von Georg Madelung.[1] Der Vampyr gilt als der Urahn der modernen Segelflugzeuge.

Nutzung[Bearbeiten]

1921 nahm er erstmals beim II. Rhön-Wettbewerb auf der Wasserkuppe teil. Arthur Martens legte bei einem Flug 3580 Meter in 5 Minuten und 33 Sekunden zurück.

Ein Jahr später wurde Vampyr beim gleichen Wettbewerb mit verändertem Tragwerk eingesetzt und stellte am 18. August 1922 mit einer Stunde und 6 Minuten Flugzeit, 8,9 km Flugstrecke und 108 m Überhöhung drei neue Weltrekorde auf und vollzog damit den Übergang vom Gleit- zum Segelflug. Einen Tag später erhöhte Friedrich Hentzen die Flugzeit mit dem Vampyr auf 2 Stunden 10 Minuten, am 21. August sogar auf 3 Stunden 10 Minuten bei 350 m Überhöhung.

Eine von Arthur Martens verfeinerte Weiterentwicklung war der Strolch, der von ihm beim IV. Rhön-Wettbewerb 1923 geflogen wurde.

Der Vampyr wurde im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt und lag im Keller des Deutschen Museums. Cordes, ein ehemaliger Direktor der Drägerwerke, übernahm die Initiative zur Restauration des Flugzeuges. Der Rumpf wurde im Deutschen Museum restauriert, die Tragfläche, von der nur noch der Holm sowie Beschläge und Fragmente der Rippen vorhanden waren, in der Landesverbands-Werkstatt des DAeC SH in Rendsburg Schachtholm. Die Tragfläche wurde dem Deutschen Museum anlässlich des Deutschen Luftfahrertags 1966 wieder übergeben.

Technische Daten[Bearbeiten]

Nachbau im Deutschen Segelflugmuseum
Briefmarke 1979
Kenngröße Daten
Besatzung 1
Länge 5,54 m
Spannweite 12,6 m
Flügelfläche 16,0 m²
Flügelstreckung 10,8
Tragflächenbelastung 13,1 kg/m²
Tragflächenprofil Gö 482
Gleitzahl 16
Geringstes Sinken 0,77 m/s bei ? km/h
Nutzlast ca. 80 kg
Leergewicht ca. 130 kg
Startgewicht 210 kg

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Peter F. Selinger: Segelflugzeug-Geschichten. Die Gleit- und Segelflugzeuge des Deutschen Segelflugmuseums mit Modellflug auf der Wasserkuppe. Stiftung Deutsches Segelflugmuseum Wasserkuppe mit Modellflug, Gersfeld/Rhön 2004, ISBN 3-00-011649-4.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Frank-Dieter Lemke, Rolf Jacob: Die akademischen Fliegergruppen in Deutschland bis 1945. Teil 2, in: Flieger Revue Extra Nr. 32, 2011, S. 60.

Weblinks[Bearbeiten]