HD+

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HD PLUS GmbH

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Rechtsform Gesellschaft mit beschränkter Haftung
Sitz Unterföhring
Leitung Georges Agnes, Timo Schneckenburger (jeweils Geschäftsführer)
Branche Satellitenfernsehen
Website www.hd-plus.de

HD+ ist ein kostenpflichtiges zusätzliches Programm-Angebot in (höher auflösender) HD Qualität über die Satellit-Digitalplattform der HD PLUS GmbH, ein Tochterunternehmen des Satellitenbetreibers SES S.A. Neben allen frei empfangbaren HD-Angeboten können über HD+ 24 private TV-Sender in HD-Qualität sowie zwei UHD-Sender in einem zusätzlichen Paket empfangen werden (Stand: Juli 2020). HD+ erweitert die Grundverschlüsselung von in HD aufgelösten Fernsehprogrammen zu einer Digitalen Rechteverwaltung. Kosten für Fernsehsendungen können dabei nach unterschiedlichen Modellen mit dem Benutzer abgerechnet werden. Um HD+ nutzen zu können, benötigen Nutzer, die ihr Programm über Satellit empfangen, ein HD-fähiges TV-Gerät, sowie einen HD+ Receiver, ein HD+ Modul, einen HD+ TVkey oder ein Sky-Abonnement mit HD+. Seit dem Frühjahr 2019 ist HD+ direkt in Fernseher der Marken Panasonic und Samsung integriert und seit Sommer 2020 in Vestel-Markengeräten und ist damit ohne zusätzliche weitere Hardware nutzbar.

Bestandteil von HD+ ist die sogenannte Komfort-Funktion, die in den entsprechenden TV-Geräten der Hersteller Samsung, Panasonic und Vestel verfügbar ist.[1] Sie ermöglicht, ausgewählte Sendungen per Neustart von Anfang an zu sehen. Zudem haben Nutzer Zugriff auf Mediatheken mehrerer Privatsender und können einen interaktiven TV-Guide mit individueller Suche nutzen, ohne dass dadurch Zusatzkosten entstehen.[2] Die Komfort-Funktion löste das Smart-TV-Angebot HD+ RePlay ab, das Ende 2012 gestartet war und es ermöglicht hatte, Inhalte der Mediatheken mehrerer Privatsender über einen Sat-Receiver mit Internetanschluss für den Zeitraum von einer Woche nach der Ausstrahlung in TV-Sendequalität anzusehen.[3]

Projektpartner und Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

altes HD+-Logo (bis 2013)

Seit dem 1. November 2009 werden auf dieser Plattform HDTV-Versionen von RTL und VOX gesendet. Die HD-Sender von SAT.1, ProSieben und Kabel Eins waren am 31. Januar 2010 hinzugekommen.[4] Seit dem 1. November 2010 gehört der HD-Sender von Sport1 dazu. Am 1. Dezember 2010 gingen jeweils HD-Versionen von RTL II und sixx über HD+ auf Sendung. Am 1. Juni 2011 folgten Comedy Central und nickelodeon. Während Comedy Central HD heute 24 Stunden verfügbar ist, wurde nickelodeon HD im März 2019 aus dem Senderportfolio entfernt. Am 1. Juli 2011 wurde die HD Variante von N24 dazugeschaltet.[5] Am 18. Oktober 2011 wurde die Kennung von Tele 5 HD aufgeschaltet, der Sender startete seine Ausstrahlung in HD einen Tag später am 19. Oktober 2011.[6] Zum 1. Mai 2012 starteten Super RTL HD und DMAX HD.[7][8] Am 17. Dezember 2012 wurde der Musiksender Deluxe Music HD aufgeschaltet.[9] Am 17. Januar 2014 wurde der ab dato frei empfangbare Disney Channel ebenfalls als HD-Version im HD+-Angebot aufgenommen.[10] Am 1. April 2014 ging vorzeitig n-tv HD, sowie am 4. April TLC HD auf Sendung. Am 16. April 2014 wurden mit ProSieben MAXX HD und RTL NITRO HD weitere Sender der Plattform hinzugefügt.[11] Seit 2. September 2014 ist MTV HD bei HD+ empfangbar.[12] Am 1. Januar 2015 folgte der Sender SAT.1 Gold HD.[13] Am 4. Oktober 2016 kam der Actionsender Insight TV hinzu.[14] Seit dem 1. Dezember 2016 strahlt als 23. Sender bei HD+ Eurosport 1 HD sein Programm über diese Plattform aus. Am 1. März 2019 endete die Verbreitung vom inzwischen zu „Nick/MTV+ HD“ umbenannten nickelodeon, welches zwischenzeitlich begann, sich mit einer um eine Stunde zeitversetzten Version von MTV den Sendeplatz zu teilen. Stattdessen kehrte nunmehr das mittlerweile 24-stündige Comedy Central zurück zur HD-Verbreitung über Satellit.[15] Am 17. Januar 2020 ist Kabel eins Doku HD als 24. Sender bei HD+ auf Sendung gegangen[16]. Darüber hinaus sind zwei UHD-Sender über HD+ verfügbar: Am 4. September 2015 startete der Sender UHD1 by HD+ mit Inhalten in Ultra-HD-Qualität[17]. Zudem hat RTL am 28. April 2018 einen eigenen UHD-Kanal an den Start gebracht, der exklusiv über HD+ verbreitet wird. Über RTL UHD sind ausgewählte Programmhighlights wie beispielsweise die Serie „Gute Zeiten, Schlechte Zeiten“ in UHD-Qualität zu sehen[18].

Seit Start der HD Plattform wird der Anteil an Sendungen, die in nativem HD ausgestrahlt werden, nach und nach ausgebaut. Wurden anfangs noch fast ausschließlich US-Filme und US-Serien in HD ausgestrahlt, werden mittlerweile auch die meisten Eigenproduktionen in HD produziert und gesendet. Auch die großen Sportübertragungen werden heute fast ausschließlich in nativem HD ausgestrahlt. Mai 2013 strahlte RTL HD bereits mehr als 90 Prozent seines Programms in nativem HD aus.[19] Die ProSiebenSat1 Media AG strahlte „bis auf wenige Ausnahmen, die gesamte PrimeTime von SAT.1 HD, ProSieben HD, Kabel Eins HD und Sixx HD in nativem HD aus.“[20]

Im Kaufpreis eines HD+-Satellitenreceivers, HD+ Moduls oder bei einem TV mit integriertem HD+ ist die Möglichkeit enthalten, die ersten sechs Monate gebührenfrei HD+ zu empfangen (früher 12 Monate). Anfangs kostete eine PrePaid-HD+-Verlängerung 50 Euro, ab dem 6. Mai 2014 60 Euro und seit dem 15. Februar 2017 70 Euro. Zudem führte HD+ im Mai 2014 auch ein Abo-Modell ein. In diesem Abo-Modell, welches monatlich kündbar ist, zahlt der Kunde aktuell 5,75 Euro bzw. ab März 2021 6 Euro im Monat. Es wird für die HD+-Karten der Verschlüsselungsstandard Nagravision sowie für Sky-Receiver der Verschlüsselungsstandard Videoguard verwendet.[21]

Mitbewerber[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 28. März 2018 startete der Mitbewerber Freenet TV über Astra Satellit.[22] Neben dem DVB-T2 HD Angebot wird über DVB-S2 die Sender wie bei HD+ in 1080i und H.264 ausgestrahlt. Wegen Erfolglosigkeit wird die Vermarktung von Freenet TV HD via Satellit ab 5. Februar 2020 eingestellt und zum 31. Dezember 2020 abgeschaltet.[23]

Beschränkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sender können bei HD+ Aufnahmen reglementieren oder ganz unterbinden. Sie können für jede einzelne Sendung (Stand: 2010)[24]

  • die Aufnahme gänzlich unterbinden,
  • die Wiedergabe von TV-Aufnahmen zeitlich begrenzen (zwischen sechs Stunden und 61 Tagen)
  • zeitversetztes Fernsehen gänzlich unterbinden oder begrenzen (zum Beispiel nur bis 90 Minuten nach Sendungsende)
  • TV-Aufnahmen unter Einsatz des individuellen Schlüssels des DVB-Recorders an das jeweilige Gerät binden, die dann nicht von anderen Geräten wiedergegeben werden können. Auch das Aufzeichnen auf einer externen Festplatte kann verhindert werden.
  • das Vorspulen (z. B. zur Unterdrückung der Werbung) gänzlich unterbinden.
  • festlegen, ob und in welcher Auflösung (evtl. Downscaling auf SDTV) die Videoausgabe über den analogen Ausgang (z. B. SCART) erfolgen soll und ob diese mit einem Kopierschutz (Macrovision) versehen wird, wie etwa bei HDTV-Sendungen.

Von den genannten Restriktionen nutzen einige HD+-Sender zurzeit lediglich die Möglichkeit, das Vorspulen während der Wiedergabe zu unterbinden. Seit dem 16. April 2014 ist es jedoch möglich, bei SAT.1 HD, ProSieben HD, Kabel eins HD, sixx HD und ProSieben MAXX HD per HD+ Receiver oder CI+ Modul aufgezeichnete Sendungen mit bis zu achtfacher Geschwindigkeit vorzuspulen. Bei anderen Sendern sind keine Aufzeichnungen über das CI+ Modul möglich, jedoch steht eine 90-minütige Timeshift-Funktion zur Verfügung. Über Sky sind grundsätzlich keine Aufnahme möglich.[25]

Am 5. Februar 2013 vermeldete das Medienmagazin DWDL.de, dass HD+ nach mehr als drei Jahren nun mehr als eine Million zahlende Kunden hat.[26] Nach Angaben der HD PLUS GmbH hatte HD+ zum 30. September 2013 2,68 Millionen Nutzer, davon 1,28 Millionen zahlende Kunden.[27] Ende 2015 betrug die Zahl der HD+-Kunden etwa 2,94 Mio., wovon etwa 1,84 Mio. Kunden mit kostenpflichtigem Abonnement waren.[28] Nach eigenen Angaben lagen die Nutzerzahlen von HD+ 2017 bei ca. 2,1 Mio. Kunden. Zusätzlich zu den zahlenden Kunden befanden sich rund 850.000 Haushalte in der kostenlosen HD+-Testphase. Gegenüber dem Vorjahr konnte HD+ damit ein Wachstum von 45 Prozent erzielen[29].

Mit Beginn der Bundesliga-Saison 2017/2018 bot HD+ zusätzlich zum HD+ Sender-Paket das Eurosport-Paket an, das den Pay-TV-Sender Eurosport 2 HD Xtra sowie den Zugang zum Streaming-Dienst Eurosport Player beinhaltete. Eurosport 2 HD Xtra zeigte pro Saison 45 Spiele der Bundesliga live, darunter alle Freitags- und Montagspartien sowie die Sonntagsspiele der Bundesliga um 13:30 Uhr[30]. Zum 30. Juni 2020 stellte HD+ die Vermarktung des Eurosport-Pakets ein. Bis zum Ende der Saison 2020/2021 können jedoch Bestandskunden mit dem Eurosport-Paket die entsprechenden Spiele auf Eurosport 2 HD Xtra sehen.

Technik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Voraussetzung für den Empfang ist ein HD+-Receiver (HDTV-Receiver, oder UHD-TV-Receiver, der um die geforderten Eigenschaften erweitert wurde) oder ein HD+-Modul, das über die entsprechende Konsortium CI-Plus-Schnittstelle in einem TV-Gerät oder einem Receiver wirkt, oder ein TV-Gerät Modelljahr 2019 von Panasonic, Samsung oder Vestel-Markengeräte ab Modelljahr 2020, in denen HD+ direkt integriert ist. Diese Geräte entschlüsseln die mit dem Verschlüsselungsverfahren Nagravision verschlüsselten Fernsehsignale. Unverschlüsselte HDTV-Sender nach DVB-S- und DVB-S2-Standard bleiben empfangbar.[31] Ein Empfang der Programme des Pay-TV-Anbieters Sky Deutschland ist in einem HD+-Receiver mit einem Sky-CI-Plus-Modul nur möglich, wenn der HD+-Receiver über einen CI-Plus-Steckplatz verfügt.[32] Einige HD+-Receiver boten mittels CI-Schnittstelle und einem geeigneten AlphaCrypt-CAM (Modul) diese Möglichkeit.[33] Seit Juni 2011 ist der Empfang von HD+ auch mit Sky-Receivern möglich.[34] Für die Sky-Receiver werden die Fernsehsignale zusätzlich in Videoguard verschlüsselt. Für die über die HD+-Plattform gesendeten HDTV-Sender werden dann die erweiterten Eigenschaften benötigt, die nicht Umfang der DVB-Norm sind. Eine vollständige Unterstützung von HD+ ist nach aktuellem Stand nur mit speziellen HD+-tauglichen Receivern möglich. Diese müssen entweder direkt für HD+ freigegeben sein, oder über eine CI+-Schnittstelle verfügen, in die dann die neuen Module zum Einsetzen der HD+-Smartcard gesetzt werden können. Zum Zeitpunkt der Markteinführung von HD+ (2009) war eine Reihe von Free-to-Air HDTV-Receivern im Markt, die HD+ nicht entschlüsselten. Diese wurden im Allgemeinen mit CI-Schnittstelle ausgestattet. Einige Receiver-Hersteller stellten ein Firmware-Update bereit, mit dem Receiver nachgerüstet werden konnten.[35] Darunter Hersteller wie Humax, TechniSat und Vantage. Zusätzlich zum Firmware-Update konnten Kunden CI-CAMs (Module), die Legacy-Module genannt werden, erwerben. Später wurde auf der HD+-Webseite eine Liste der per CI-CAMs nachrüstbaren Empfangsgeräte veröffentlicht.[36] Diese Updates und besonderen Module liefern dann unter anderem die verschärften Kopierschutzmechanismen nach, die die Sender und/oder Rechteinhaber für eine Ausstrahlung von HDTV-Sendungen fordern. Eine Aufnahme von HD+-Sendern ist nur mit einigen auf diese Weise nachgerüsteten Receivern möglich.[37]

Empfangsparameter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diese 24 Sender sind derzeit über die HD+-Plattform über Astra 19,2 Grad Ost empfangbar.

Sender Frequenz (MHz) Polarisation Symbolrate FEC Modulation Service ID PCR PID Video PID Audio PID Logo
Comedy Central HD 10773 horizontal 22000 3/4 8PSK (DVB-S2) 21107 511 511 515 Comedy Central HD Logo 2018.svg
Deluxe Music HD 10803 horizontal 22000 3/4 8PSK (DVB-S2) 5503 1023 1023 1027 DeluxeMusicHD.svg
Disney Channel HD 10803 horizontal 22000 3/4 8PSK (DVB-S2) 5500 255 255 259 Disney Channel 2014 HD.png
DMAX HD 12574 horizontal 22000 2/3 8PSK (DVB-S2) 5402 767 767 771 DMAX HD.svg
Eurosport 1 HD 11111 horizontal 22000 2/3 8PSK (DVB-S2) 12502 767 767 771 Eurosport HD since 2015.svg
INSIGHT TV HD 11229 vertikal 22000 2/3 8PSK (DVB-S2) 5010 255 255 257 INsight TV HD.jpg
Kabel eins HD 11464 horizontal 22000 2/3 8PSK (DVB-S2) 61302 767 767 771 Kabel eins HD Logo 2015.svg
Kabel eins Doku HD 11464 horizontal 22000 2/3 8PSK (DVB-S2) 61305 1535 1535 1539 Kabel eins Doku HD 2016.png
MTV HD 10964 vertikal 22000 2/3 8PSK (DVB-S2) 10103 1023 1023 1027 MTV HD Logo 2013.svg
n-tv HD 10832 horizontal 22000 2/3 8PSK (DVB-S2) 61204 1279 1279 1280 N-tv-HD-September.svg
NITRO HD 11082 horizontal 22000 3/4 8PSK (DVB-S2) 11951 500 500 510 Nitro Logo-HD.svg
ProSieben HD 11464 horizontal 22000 2/3 8PSK (DVB-S2) 61301 511 511 515 ProSieben HD Logo 2015.svg
ProSieben Maxx HD 11464 horizontal 22000 2/3 8PSK (DVB-S2) 61304 1279 1279 1283 ProSieben MAXX HD Logo.svg
RTL HD 10832 horizontal 22000 2/3 8PSK (DVB-S2) 61200 255 255 259 RTL HD 2014.svg
RTL II HD 10832 horizontal 22000 2/3 8PSK (DVB-S2) 61205 1535 1535 1539 RTL2HDLogo.svg
Sat.1 HD 11464 horizontal 22000 2/3 8PSK (DVB-S2) 61300 255 255 259 Sat. 1 HD Logo transparent.png
Sat.1 Gold HD 11111 horizontal 22000 2/3 8PSK (DVB-S2) 12500 255 255 259 Sat.1 Gold HD Logo 2019.png
sixx HD 11464 horizontal 22000 2/3 8PSK (DVB-S2) 61303 1023 1023 1027 SixxHD.svg
Sport1 HD 10803 horizontal 22000 3/4 8PSK (DVB-S2) 5505 1535 1535 1539 Logo Sport1HD 2013.svg
SUPER RTL HD 11082 horizontal 22000 3/4 8PSK (DVB-S2) 11930 300 300 310 SUPER RTL HD-2019.svg
Tele 5 HD 12574 horizontal 22000 2/3 8PSK (DVB-S2) 5401 511 511 515 TELE 5 HD Germany Logo 2017.png
TLC HD 10964 horizontal 22000 2/3 8PSK (DVB-S2) 10100 255 255 259 TLC-HD-Logo 2019.svg
VOX HD 10832 horizontal 22000 2/3 8PSK (DVB-S2) 61201 511 511 515 VOX HD Germany Logo 2013.svg
WELT HD 10773 horizontal 22000 3/4 8PSK (DVB-S2) 21108 767 767 771 Welt-HD TV.svg

UHD[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sender Frequenz (MHz) Polarisation Symbolrate FEC Modulation Service ID PCR PID Video PID Audio PID Logo
RTL UHD 11391 horizontal 22000 5/6 QPSK (DVB-S) 12410 2815 2815 2816
UHD1 by Astra / HD+ 10995 horizontal 22000 5/6 8PSK (DVB-S2) 2 101 101 102

Zusatzpakete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trend Sports, Eurosport 2 HD Xtra und der Eurosport Player können zum HD+ Senderpaket hinzugebucht werden.

Sender Frequenz (MHz) Polarisation Symbolrate FEC Modulation Service ID PCR PID Video PID Audio PID Logo
Edgesport 11656 vertikal 22000 2/3 8PSK (DVB-S2) 4503 1023 1023 1024
Eurosport 2 HD Xtra 11111 horizontal 22000 2/3 8PSK (DVB-S2) 12503 1023 1023 1027 Eurosport 2 HD XTRA Logo 2017.png
Sport1+ HD 11656 vertikal 22000 2/3 8PSK (DVB-S2) 4501 511 511 512 Logo Sport1+HD 2013.svg
Sportdigital Fussball HD 11656 vertikal 22000 2/3 8PSK (DVB-S2) 4500 255 255 256 Sport-Digital hd.svg
Waidwerk HD 11656 vertikal 22000 2/3 8PSK (DVB-S2) 4504 1279 1279 1280

Empfang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

HD+ ist zwischenzeitlich über mehrere Wege zu empfangen. HD+-Receiver sind im Fachhandel erhältlich und bereits mit einer HD+-Karte ausgestattet. Für Neukunden ist zudem das HD+-Sender-Paket inklusive, mit dem die 24 HD-Sender sowie, sofern es sich um ein UHD-TV-Geräte handelt, 2 UHD-Sender empfangen werden können. Neben den Receivern gibt es die Möglichkeit, TV-Geräte, die einen CI-Slot besitzen, mit einem HD+-Modul nachzurüsten. Das HD+-Modul kann direkt über den Webshop für einmalig 79 Euro bezogen werden. Auch hier ist für Neukunden ein 6-monatiges HD+-Sender-Paket inklusive. Dieselben Konditionen gelten für den HD+-TVkey, der mit aktuellen UHD- und QLED-TVs des Herstellers Samsung kompatibel ist. Seit dem Frühjahr 2019 ist HD+ direkt in Fernseher von Panasonic und Samsung und seit 2020 in Vestel-Markengeräte integriert und mit diesen TVs ohne zusätzliche Hardware nutzbar. Seit 1. Juni 2011 ist ein Empfang über den Pay-TV-Anbieter Sky Deutschland zusätzlich möglich. HD+ wird dabei auf der vorhandenen Sky-Smartcard (NDS-Verschlüsselung) freigeschaltet.[38] Seit September 2011 ist HD+ auch über MagentaTV Sat der Telekom Deutschland empfangbar. Durch eine Vereinbarung mit dem Fachverband Rundfunk- und Breitbandkommunikation (FRK) ist HD+ darüber hinaus auch in einigen kleinen und mittelständischen Kabelnetzen zu empfangen.[39]

HD+ Smart TV, HD+ RePlay, HD+ Komfort-Funktion und HbbTV OppApp [Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Logo des HD+-Angebots „Smart TV“
altes Logo des HD+-Angebots „Smart TV“ (bis 2013)

HD+ Smart TV war ein Angebot der HD PLUS GmbH in Zusammenarbeit mit verschiedensten Kooperationspartnern wie zum Beispiel der Tageszeitung Bild, dem Sportmagazin Kicker oder der Programmzeitschrift TV Movie. Seit November 2013 waren über 100 Apps über HD+ Smart TV verfügbar[40]. Um die jeweiligen Apps auf dem Fernseher benutzen zu können, benötigte der Receiver Internetzugang via WLAN oder Kabel. Seit 2019 bietet HD+ die Komfort-Funktion an, die in zahlreichen TV-Geräten der Hersteller Samsung, Panasonic und in Vestel-Markengeräten integriert ist und die es ermöglicht, ausgewählte Sendungen per Neustart von Anfang an zu sehen. Zudem haben Nutzer hierüber Zugriff auf Mediatheken mehrerer Privatsender und können einen interaktiven TV-Guide mit individueller Suche nutzen, ohne dass dadurch Zusatzkosten entstehen[41]. Die Komfort-Funktion löste das Smart-TV-Angebot HD+ RePlay ab, das Ende 2012 gestartet war[42]. Als erster Hersteller unterstützt Panasonic in ausgewählten Geräten ab Modelljahr 2019 die HbbTV Operator App für HD+. Mit der App kann der Nutzer alle Vorteile von HD+ sowie der HD+ Komfort-Funktion ohne zusätzliche Hardware nutzen. In der App enthalten sind alle gängigen freien HD-Sender sowie die im HD+ Sender-Paket enthaltenen 24 privaten HD- und zwei UHD-Sender. Nach der Installation ist die HbbTV OpApp ohne Registrierung für sechs Monate kostenlos nutzbar. Erst danach fallen die üblichen Kosten für eine HD+ Verlängerung oder das HD+ Abo an.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die HD Plus GmbH erhielt von der Computerzeitschrift Chip die Negativauszeichnung „Bremse des Jahres 2010“.[43]

Im Mai 2010 führte das Bundeskartellamt eine Razzia bei der RTL Group und ProSiebenSat.1 durch wegen Verdachts der unerlaubten Absprache und Bildung eines Kartells bei der Verschlüsselung von Digitalprogrammen.[44] Damals regte sich auch von Seiten der Industrie zunehmend Kritik an HD+.[45]

Wie am 15. Mai 2011 bekannt wurde, führte das Bundeskartellamt im Februar 2011 erneut eine Razzia bei den Unternehmen RTL Group und ProSiebenSat.1 durch. Es ging dabei erneut um den Verdacht der unerlaubten Absprache und Bildung eines Kartells bei der Verschlüsselung von Digitalprogrammen, in diesem Fall bezogen auf die Verschlüsselung von Programmen in SD-Qualität. Von den Nachermittlungen betroffen sind zudem auch eventuelle Absprachen über Kopierschutzsignale und Anti-Werbeblocker.[46]

Ein kritisch über die Kundenseite von HD+ und CI+ berichtendes, professionell gemachtes Video wurde durch die HD-Plus GmbH auf YouTube aufgrund einer nicht näher genannten Urheberrechtsverletzung gelöscht. Der genaue Urheber des Videos ist nicht bekannt, aber nach der Löschung des Videos wurden von anderen YouTube-Usern Kopien des Videos als Gegenreaktion erneut hochgeladen, und es wurde eine Gegendarstellung des Videoerstellers veröffentlicht.[47] Im Dezember 2010 teilte RTL-Chefin Anke Schäferkordt mit, dass das normale SD-Fernsehen der RTL-Gruppe mit den gleichen Restriktionen wie HD+ eingeschränkt werden soll. Somit könnten Zuschauer z. B. die Werbung bei aufgenommenen Sendungen und Filmen nicht mehr überspringen.[48]

In der Satvision, Heft 1/2011, wurde das HD-Angebot der HD+-Plattform (RTL, Sat.1, ProSieben, Vox usw.) und das des Pay-TV-Anbieters Sky überprüft. HD+ wurde dabei bewertet, dass es „noch ein weiter Weg“ bis zur echten HD-Ausstrahlung sei.[49]

Die Kritikpunkte im Einzelnen waren zunächst:

  • Kunden werden noch enger an einen Pay-TV-Anbieter gebunden, da es nicht möglich ist, unterschiedliche Verschlüsselungen anzuwenden (Twin- oder Multi-CAM). Damit ein Kunde z. B. abwechselnd Arena und Sky oder ORF, SF und SkyAT empfangen kann, müsste er jedes Mal das CAM wechseln.
  • Die Nutzung von DVB-Receivern wird gegenüber dem CI-1.0-Standard durch ein Konsortium erheblich eingeschränkt (s. o.). Bereits 2010 war in vielen der neuen TV-Geräten und DVB-S-Receivern eine CI+-Schnittstelle eingebaut.[50]
  • Mit dem Empfang von HD+ entstehen zusätzliche Kosten: ein HD+-Modul inkl. Karte kostet 79 Euro. Zudem musste 2010 ein neuer CI+-fähiger Receiver gekauft werden, wenn ein Receiver-Hersteller für einen vorhandenen Receiver keine geeignete Software-Aktualisierung (und CI Legacy-Modul für 99 Euro) anbot. Viele neue Fernsehgeräte werden heute mit CI+-Schnittstelle und Sat-Tuner angeboten. Es gelten weiterhin die genannten technischen Einschränkungen.
  • Multituner-Lösungen, die den parallelen Empfang von mehr als einer Sendung ermöglichen (z. B. Aufnehmen und Fernsehen gleichzeitig, Bild-im-Bild), verloren ihre Funktionalität, da nur eine Sendung entschlüsselt wird.
  • Multiroom-Lösungen, in dem (a) ein zentraler Receiver im Haus das dekodierte TV-Signal oder (b) ein „TV-Server“ TV-Aufnahmen über z. B. ein Netzwerk mehreren Empfängern im Haus zur Verfügung stellt, sind nicht möglich.

Mittlerweile sind TV-Recorder (z. B. linuxbasierte Receiver und HTPC) auf dem Markt, mit denen HD+-Sender empfangen und verarbeitet werden können. Die Dreambox ist in der Lage, mittels einer HD+-Karte und entsprechendem Softcam die Sender zu entschlüsseln und ohne die o. g. Einschränkungen zu nutzen sowie unverschlüsselte HD-Aufzeichnungen zu ermöglichen. Andere Receiver können mit alternativen CAMs ein ähnliches Ergebnis erzielen.

Die Zeitschrift VIDEO hingegen zeichnete HD+ 2018 als Testsieger mit dem Testurteil "sehr gut" aus[51].

Im Jahr 2019 wurde die HbbTV Operator App von der HbbTV-Association, einer weltweiten Initiative zur Förderung offener Standards für die Verbreitung interaktiver TV-Dienste über Rundfunk- und Breitbandnetze für Smart-TVs und Set-Top-Boxen, mit dem HbbTV-Award ausgezeichnet. Gewürdigt wurden die App in der Kategorie „Best use of HbbTV Operator applications“ für ihre herausragende Leistung[52].

Für die direkte Integration von HD+ in Fernsehgeräte durch eine HbbTV Operator App und die HD+ Komfort-Funktion wurde HD+ von Fachmagazinen ausgezeichnet. Das Testurteil „sehr gut“ erhielt HD+ von audiovision (Ausgabe 6/2019), Digital-Fernsehen (Ausgabe 8/2019), Satvision (Ausgabe 6/2019) und video (7/2019). Mit „Spitzenklasse“ urteilte av-magazin.de (Ausgabe 8/2019), das Sat-Magazin (Ausgabe 3/2019) zeichnete die Integration von HD+ als „Innovation“ aus.

Österreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Pendant zu HD+ in Österreich ist HD Austria[53].

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wikinews: Kategorie: HD+ – in den Nachrichten

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. INFOSAT Verlag & Werbe GmbH: Vestel integriert HD+ direkt in UHD-TVs. 23. Juli 2020, abgerufen am 13. August 2020.
  2. heise online: HD+: Erster Fernseher mit integriertem Zugang zur Sat-TV-Plattform. Abgerufen am 13. August 2020.
  3. SATVISION: HD+ RePlay wird eingestellt. Abgerufen am 13. August 2020.
  4. Schärfer als die Realität. prosieben.de. Archiviert vom Original am 19. Mai 2010. Abgerufen am 20. Mai 2010.
  5. Digitalfernsehen.de: „N24 HD: Start am 1. Juli – Astra-Frequenz steht fest“
  6. Tele 5 macht HD Dutzend komplett
  7. SUPER RTL sendet ab 1. Mai in HD (Memento vom 20. Dezember 2013 im Internet Archive) RTL-Pressemeldung, aufgerufen am 6. April 2012
  8. Männerkanal Dmax ab 1. Mai hochauflösend über HD-Plus-Plattform,aufgerufen am 30. April 2012
  9. DWDL.de: Vorerst nur bei HD+: Deluxe Music bald auch in HD, aufgerufen am 13. Dezember 2012
  10. Digitalfernsehen.de: Disney Channel HD startet am 17. Januar via HD Plus, aufgerufen am 20. Dezember 2013
  11. HD+ Pressebereich: „HD+ steigert Kundenbasis um 49 Prozent und erweitert 2014 das Angebot“, aufgerufen am 7. Februar 2014
  12. digitalfernsehen.de: MTV HD wechselt im September zu HD Plus, aufgerufen am 11. August 2014
  13. Digitalfernsehen.de: „Sat.1 Gold HD startet über Astra“, aufgerufen am 8. November 2014
  14. Infosat.de „Deutsche Version „Insight TV“ startet bei HD+ – Abenteuer, Action- und Extremsport ab 4. Oktober“, aufgerufen am 3. Oktober 2016
  15. Comedy Central HD ab sofort bei HD+, Diveo und Freenet über Satellit, aufgerufen am 5. März 2019
  16. Kabel Eins Doku HD zeigt Sendungen in Ultra HD & HDR. 15. Januar 2020, abgerufen am 13. August 2020 (deutsch).
  17. Tim Kaufmann: UHD1: Ultra-HD-Sender gratis über Astra empfangen - PC Magazin. Abgerufen am 13. August 2020.
  18. DWDL de GmbH: RTL startet RTL UHD - zum Start mit Formel 1 und DSDS. Abgerufen am 13. August 2020 (englisch).
  19. TV Movie; Ausgabe vom 10. Mai 2013
  20. Digital Fernsehen, Ausgabe 11/2012, Seite 88–90.
  21. HD+: RTL HD und Vox HD auf Astra. hdtv-pro.de. Archiviert vom Original am 1. Juli 2010. Abgerufen am 20. Mai 2010.
  22. Freenet TV ab heute via Satellit. (digitalfernsehen.de [abgerufen am 18. April 2018]).
  23. Wegen Erfolglosigkeit: Freenet TV HD via Satellit wird abgeschaltet. (digitalfernsehen.de [abgerufen am 8. September 2020]).
  24. Pit Klein: Verbraucherschützer wettern weiter gegen „HD+“ von SES Astra & Co. – „HD+“ weiter in der Schusslinie. In: satundkabel.de, 28. August 2009, abgerufen am 20. Mai 2010.
  25. Neuer TV-Service hat sich etabliert: 769.000 Haushalte schauen Privatsender in HD über HD+. Pressemeldung der HD Plus GmbH vom 2. Mai 2011 auf presseportal.de.
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