HK MP7

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HK MP7
H&K MP7.jpg
Allgemeine Information
Zivile Bezeichnung: Maschinenpistole 7
Militärische Bezeichnung: MP7
Einsatzland: siehe Verwendung
Entwickler/Hersteller: Heckler & Koch
Herstellerland: Deutschland
Produktionszeit: seit 2001
Modellvarianten: MP7A1, MP7A2
Waffenkategorie: Personal Defence Weapon
Ausstattung
Gesamtlänge: 415/638 mm
Gesamthöhe: 170 mm
Gesamtbreite: 51 mm
Gewicht: (ungeladen) 1,9 kg
Lauflänge: 180 mm
Technische Daten
Kaliber: 4,6 × 30 mm
Mögliche Magazinfüllungen: 20, 30 oder 40[1] Patronen
Kadenz: 950 Schuss/min
Feuerarten: Einzelfeuer, Dauerfeuer
Anzahl Züge: 6
Drall: rechts
Visier: Offene Visierung
Montagesystem: Picatinny-Schiene
Verschluss: Drehkopfverschluss
Ladeprinzip: Gasdrucklader
Listen zum Thema

Die HK MP7 ist eine Maschinenpistole, die von dem deutschen Unternehmen Heckler & Koch entwickelt wurde.

Anforderungsprofil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der MP7 sollen Truppenteile ausgestattet werden, die im Regelfall in keine infanteristischen Kampfhandlungen verwickelt werden. Dies sind beispielsweise Truppenteile wie die Versorger, Sanitäter, (Luft-) Fahrzeugbesatzungen oder Artilleristen. Entscheidend für die Entwicklung dieser Waffe war die Erkenntnis, dass insbesondere bei einem asymmetrischen Konflikt auch rückwärtige Truppen in Hinterhalte geraten und damit in Nahbereichsgefechte verwickelt werden können. Diese Truppenteile benötigen dann aufgrund der weitverbreiteten Nutzung militärischer Schutzwesten zwar die Durchschlagskraft eines Sturmgewehres, nicht aber dessen vergleichsweise große Reichweite. Für diesen Einsatzfall wurde für die Bundeswehr eine Waffe gefordert, die die Durchschlagskraft eines Sturmgewehres mit der Kompaktheit und geringen Masse einer Maschinenpistole vereint. Auf diese Anforderung hin wurde die MP7 entwickelt. Sie erfüllt die Anforderungen des NATO PANEL V an eine „Persönliche Verteidigungswaffe“ (PDW, Personal Defence Weapon).

Technik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

MP7 der Bundeswehr mit Zeiss Z-Point-Rotpunktvisier und Laserlichtmodul

Die MP7 vereint die Vorteile mehrerer Waffentypen. Das Gewicht und die Handhabung einer normalen Maschinenpistole verbindet sie mit der Kadenz und Durchschlagskraft eines Sturmgewehrs. Erreicht wird dies durch eine neue Kleinkaliber-Patrone im Kaliber 4,6 × 30 mm, die hohe Durchschlagskraft bei geringem Rückstoß gewährleisten soll. Die mit der MP7 verschossene Munition durchdringt den CRISAT-Schutz (1,6 mm Titan kombiniert mit 20 Schichten Kevlar) auf 200 Meter Entfernung und übertrifft damit die NATO-Anforderung um das Vierfache. Die Waffe ist mit 42 Zentimetern Länge (Schulterstütze nicht ausgezogen) und dem durch die Verwendung von Kunststoffen geringen Gewicht auch für das einhändige Feuern und bedingt auch für verdecktes Tragen geeignet.

Für die MP7 wurden drei verschiedene Magazingrößen entwickelt: ein Magazin mit 20, eines mit 30 und eines mit 40 Patronen. Die Kadenz der Waffe liegt bei etwa 950 Schuss pro Minute. Es werden auch halbautomatische Modelle angeboten. Der an der Waffe hinten zentral angebrachte Spannhebel ermöglicht auch Linkshändern die Bedienung. Außerdem verfügt diese Waffe über eine ausziehbare Schulterstütze und kann vielseitig bestückt werden, beispielsweise mit einem Zielfernrohr, einem Reflexvisier, einem Schalldämpfer oder einem Tactical Light.

Die Version A2 unterscheidet sich von der A1 durch einen Handschutz, der mit drei Picatinny-Schienen (MIL-STD-1913) zur Zubehörmontage ausgestattet ist.

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: MP7 – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. MP7A1 – Kal. 4,6 mm × 30 – Technische Daten. In: heckler-koch.com. Heckler & Koch, 2016, abgerufen am 12. Juni 2016.
  2. Chris Thomson: Armour-piercing bullets ordered for WA prisons. In: watoday.com.au. Fairfax Media, 7. September 2009, abgerufen am 12. Juni 2016 (englisch).
  3. Maschinenpistole MP7. In: deutschesheer.de. Bundesministerium der Verteidigung, abgerufen am 12. Juni 2016.
  4. Tom Brady: Quick-change armed gardai hit the streets. In: independent.ie. Independent Newspapers Limited, 4. September 2008, abgerufen am 12. Juni 2016 (englisch).
  5. a b Richard D. Jones Jane’s Infantry Weapons 2009/2010. Jane’s Information Group; 35 edition, 27. Januar 2009. ISBN 978-0-7106-2869-5.
  6. HK MP7A1. In: gunslot.com. 13. Dezember 2007, abgerufen am 12. Juni 2016 (englisch).
  7. Leif Inge Skagemo: En liten røver med trøkk i. In: mil.no. Norwegische Streitkräfte, 5. Juni 2007, archiviert vom Original am 14. März 2009, abgerufen am 12. Juni 2016 (norwegisch).
  8. Jim Weiss, Mickey Davis: Cobra: Austria’s Special Police Commandos. In: bmi.gv.at. Law and Order, Juli 2009, abgerufen am 12. Juni 2016 (PDF; 1,5 MB, englisch).
  9. Heckler - Koch HK MP7A1 submachine gun / personal defense weapon (PDW) (Germany). In: world.guns.ru. 2016, abgerufen am 12. Juni 2016 (englisch).
  10. MOD Police – Armed Security & Counter-terrorism. In: mod.uk. Ministry of Defence, archiviert vom Original am 29. November 2010, abgerufen am 1. November 2011 (englisch).
  11. Nicholas Schmidle: Getting Bin Laden – What happened that night in Abbottabad. In: The New Yorker. Condé Nast Digital, 8. August 2011, abgerufen am 9. September 2011 (englisch).
  12. Bilder des Santa Clara County Sheriff’s Office nach einer Schießerei in Cupertino. In: mercurynews.com. Abgerufen am 12. Februar 2012 (englisch).