HMS Inflexible (1881)

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Übersicht
Bauwerft

Portsmouth Dockyard

Kiellegung 24. Februar 1874
Stapellauf 27. April 1876
Indienststellung 5. Juli 1881
Verbleib 1903 abgewrackt
Technische Daten
Verdrängung

Standard: 10.300 ts
Maximal: 11.880 ts

Länge

Lpp:[A 1] 97,54 m
Lü.a.: 104,85 m

Breite

22,86 m

Tiefgang

7,77 m

Besatzung

440–470 Mann

Antrieb
Geschwindigkeit

14,75 Knoten (27 km/h)

Reichweite

„eine Atlantiküberquerung“

Bewaffnung
  • 4 × 16-inch (406 mm) Vorderlader, in 2 Türmen
  • 6 × 20-Pfünder-Hinterlader
    (1885 ersetzt durch 4-in-Hinterlader, diese 1897 ersetzt durch 4,7-in-Schnellladekanonen)
  • 17 × Revolverkanonen
  • 4 × 14-in (356 mm) Torpedorohre
    (zwei Unterwasserrohre im Bug, zwei Überwasserrohre)

Die HMS Inflexible war ein gepanzertes Turmschiff, in dem die Hauptbewaffnung in der Schiffsmitte in zwei diagonal versetzten Türmen aufgestellt war.

Konstruktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

HMS Inflexible im Jahr 1896

Trotz der immer noch vorhandenen Segeltakelage (1885 entfernt) befanden sich viele Neuerungen in der Schiffskonstruktion. Ihre Panzerung und Bewaffnung war die bisher stärkste in der Royal Navy. Sie war das erste Schiff, das voll elektrifiziert war und Unterwassertorpedorohre hatte. Das Schiff war in wasserdichte Abteilungen unterteilt und sollte schwimmfähig bleiben, selbst wenn die ungepanzerten Enden geflutet waren.

Bewaffnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Artillerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geschützturm der HMS Inflexible
Geschützturm Querschnitt (Ladeposition)

Die Hauptbewaffnung bestand aus vier gezogenen Vorderladerkanonen, die ein Kaliber von 406 mm aufwiesen. Jede Kanone wog 81 t. Die Diagonalaufstellung erlaubte mit allen vier Kanonen, Breitseiten zu schießen. Hierfür waren in den Schiffsaufbauten spezielle Durchbrüche vorgesehen. Die schmal gehaltenen Schiffsaufbauten ließen im Gefecht theoretisch auch das Schießen beider Türme entlang der Längsseite zu. In der Praxis wurde dies aber vermieden, weil durch den Luftdruck des Abschusses immer die Gefahr bestand, lose Teile – wie etwa die Boote – zu beschädigen.

Zum Laden mussten die Kanonen stets zu einer Ladevorrichtung außerhalb des Turms gedreht werden, die sich unter dem Oberdeck befand. Für die bei Vorderladern benötigten langen Ansetzer zum Festrammen der Munition war innerhalb des Turms kein Platz. Das Rohrende wurde gesenkt und von dort neu geladen (siehe Bild links). Die Kadenz lag bei einem Schuss alle zwei Minuten (das Anfahren zur Ladeposition nicht mitgerechnet). Das hydraulische Schwenkwerk benötigte für eine Turmdrehung ca. eine Minute.

Rammvorrichtung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Schiff war mit einem Rammsporn am Bug unterhalb der Wasserlinie ausgerüstet. Seit der Versenkung der Re d’Italia durch die Ferdinand Max in der Seeschlacht von Lissa 1866 erlebte diese Kampftaktik eine Renaissance.

Panzerschutz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Inflexible verfügte über eine stark gepanzerte zentrale Zitadelle, in der sich die Antriebsanlage und die Munitionskammern befanden und auf der die beiden Türme aufgestellt waren. Das Vorschiff und Achterschiff waren durch ein Panzerdeck und eine starke Unterteilung geschützt.[1]

Die Seitenpanzerung der Zitadelle war 1,20 m hoch und bestand aus mehreren Schichten Eisen und Teakholz (so. Sandwichpanzerung): Außen lag in der Wasserlinie eine 30,5 cm dicke Eisenplatte. Dahinter befand sich eine 28 cm dicke Teakholzarmierung, die auch die Querspanten enthielt. Es folgte eine weitere 30,5 cm starke Eisenplatte und dann die 15,2 cm starke Längsspanten mit einer Teakholzfüllung. Nach innen abgeschlossen wurde das System von zwei 15,9 mm starken Platten. Insgesamt war die Panzerung etwas über 1 m stark und wog fast 5,4 t pro Quadratmeter. Oberhalb der Wasserlinie war die innere Panzerplatte 20,3 cm stark, unterhalb 10,2 cm.[A 2] Die Teakholzplatten waren jeweils entsprechend dicker, so dass die Gesamtdicke erhalten blieb. Warum die Panzerung aus zwei Platten bestand, ist unklar. Es wurden schon 1877 55,9 cm starke Panzerplatten ehrgestellt, und es war bereits bekannt, dass eine massive Platte widerstandsfähiger war als zwei dünnere Platten mit gleicher Gesamtdicke.[1]

Das gewölbte Panzerdeck im Vor- und Achterschiff bestand aus 7,6 cm Schmiedeeisen und lag ca. 2 m unter der Wasserlinie. Das Deck darüber war in zahlreiche Lagerräume aufgeteilt, deren Ladung mit Kohle und Vorräten die Menge und damit die Auswirkung von eindringendem Wasser begrenzt hätte. Außerdem befanden sich an den Schiffsseiten korkgefüllte Tanks mit einer Höhe und Tiefe von jeweils 1,2 m, an die sich 61 cm tiefer [Kofferdamm (Schiffbau)|Kofferdamms] anschlossen, die wergegefüllte Leinwand enthielten. Eine sorgfältige, zeitgenössische Studie der britischen Marine kam zu dem Schluss, dass das Schiff mit völlig wassergefüllten Enden [A 3] zwar kampfunfähig, aber überlebensfähig wäre. Mittlerweile ist klar, dass in einem solchen extremen Zustand die Wasserdichtigkeit der gepanzerten Zitadelle fraglich wäre. In jedem Fall bot das System einen guten Schutz[1]

Die Türme waren hatten ebenfalls eine Sandwichpanzerung: eine Außenschicht aus 25,4 cm Compoundpanzerung, gefolgt von 45,7 cm Teak und 17,8 cm Schmiedeeisen.[1]

Antrieb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Obwohl sie mit einer 6.183 kW starken Dreizylinder-Compound-Expansionsmaschine ausgerüstet war, besaß die Inflexible eine Rahtakelung mit 1.700 m² Segelfläche. Im Jahr 1885 wurde die Besegelung entfernt, das Schiff erhielt zwei Gefechstmasten.[1]

Einsätze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sie nahm 1882 an der Bombardierung von Alexandria während des Urabi-Aufstandes (Urabi-Bewegung) teil.

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Lpp = Länge zwischen den Perpendikeln oder Länge zwischen den Loten: Abstand zwischen der Achse des Ruderschaftes und der Hinterkante des Vorstevens in der Konstruktionswasserlinie.
  2. Die "krummen" metrischen Angaben ergeben sich aus der Umrechnung aus dem angloamerikanisches Maßsystem: Die Dicken entsprechen 12, 6, 4 bzw. 5/8 Zoll (Einheit), die Fläschendichte 1100 lbs pro Quadratfuß.
  3. Völlig wassergefüllt bedeutet, dass die Ladung komplett herausgespült wäre. Die Quelle macht nicht deutlich, ob nur die Räume über dem Panzerdeck oder auch die darunter liegenden als überflutet angenommen wurden.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e David K. Brown: Warrior to Dreadnought. Warship Design and Development 1860-1905. Seaforth Publishing, Pen & Sword Books Ltd, Barnsley 2014 (Nachdruck der Auflage von 2010), Erstausgabe Chatham Publishing 1997, ISBN 978-1-84832-086-4, S. 63-66.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: HMS Inflexible (ship, 1876) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien