Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin

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Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin
Logo
Gründung 1994
Trägerschaft staatlich
Ort Berlin
Bundesland Berlin
Land Deutschland
Präsident Klaus Semlinger
Studenten 13.355 WS 2014/15[1]
Mitarbeiter etwa 530 (2012)
davon Professoren etwa 270 (2012)
Jahresetat Staatlich: 52 Mio. €[1]

Extern: 9,3 Mio. €[1]

Netzwerke HAWtech
Website www.htw-berlin.de

Die Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin (HTW Berlin) ist mit über 13.000 Studierenden und über 500 Mitarbeitern die größte staatliche Hochschule für angewandte Wissenschaften Berlins und Ostdeutschlands. Es existieren etwa 70 Studienangebote in den Bereichen Technik, Informatik, Wirtschaft, Kultur und Gestaltung.[2]

Zu den Forschungskooperationspartnern der HTW Berlin gehören folgende An-Institute und weitere der Hochschule angegliederte Forschungsinstitute: Berliner Institut für Bankunternehmensführung, Forschungsinstitut für Deutsches und Europäisches Immobilien- und Genossenschaftsrecht, GFaI – Gesellschaft zur Förderung angewandter Informatik e. V., Medien-Institut Berlin e. V. (MIB) sowie itw – Institut für Aus- und Weiterbildung Berlin gGmbH.

Die HTW Berlin verteilt sich auf zwei Standorte: den Campus Treskowallee in Berlin-Karlshorst und den Campus Wilhelminenhof in Berlin-Oberschöneweide.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fachschule für Dekomponieren, Komponieren und Musterzeichnen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Fachschule für Dekomponieren, Komponieren und Musterzeichnen wurde 1874 gegründet. Deren Räumlichkeiten befanden sich seit Anfang des 20. Jahrhunderts in Berlin-Friedrichshain am Warschauer Platz, wo die Studiengänge Bekleidungsgestaltung und Bekleidungstechnik unterrichtet wurden. Die Fachschule wurde später zur Textil- und Modeschule der Stadt Berlin, dann Ingenieurschule für Bekleidungstechnik und ab 1990 ein Teil der Ingenieurhochschule Berlin. 1994 wurde der gesamte Bereich Bekleidungstechnik in die FHTW übernommen. Heute umfasst der Fachbereich Gestaltung der HTW Berlin neben Modedesign mehrere Gestaltungs- und Kulturstudiengänge, beispielsweise Kommunikations-, Industrie- oder Gamedesign. Seit Sommer 2006 befindet sich der Fachbereich im Stadtteil Oberschöneweide auf dem Campus Wilhelminenhof, in sanierten und umgebauten Hallen des ehemaligen Kabelwerks Oberspree der AEG.

Ingenieurhochschule Berlin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 1948 ins Leben gerufene Ingenieurschule für Maschinenbau, Elektrotechnik und Bauwesen, später Ingenieurschule für Maschinenbau und Elektrotechnik wurde in einer früheren Gemeindeschule in der Victoriastadt in Berlin-Lichtenberg eingerichtet. Die HTW nutzte später (bis 2009) deren Gebäude in der Marktstraße 9-12, s.u.: Standorte. 1988 erfolgte ein Zusammenschluss mit der Ingenieurhochschule Berlin. Heute umfasst der Fachbereich Energie und Information der HTW Berlin neben Elektrotechnik mehrere Informations- und Technikstudiengänge, beispielsweise Computer Engineering (Technische Informatik), Nachrichtentechnik oder Angewandte Automation. Seit Sommer 2009 befindet sich der Fachbereich im Stadtteil Oberschöneweide auf dem Campus Wilhelminenhof, in sanierten und umgebauten Gebäuden und Neubauten an der Stelle des ehemaligen Kabelwerks Oberspree der AEG.

Hochschule für Ökonomie (HfÖ)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 4. Oktober 1950 wurde im Gebäude des früheren Kant-Gymnasiums an der Treskowallee in Berlin-Karlshorst die Hochschule für Planökonomie eröffnet, die 1954 in Hochschule für Ökonomie (HfÖ) umbenannt wurde und 1972 den Zusatznamen Bruno Leuschner erhielt.

Die 1913–1914 errichteten Gebäude wurden 1919–1920 erweitert und 1950 umgebaut. Sie stehen zusammen mit dem 1955 im hinteren Areal errichteten Auditorium maximum unter Denkmalschutz. Zum 1. Oktober 1991 wurde die HfÖ aufgelöst und der größte Teil der Mitarbeiter und Professoren entlassen. An ihrer Stelle wurde die Fachhochschule für Technik und Wirtschaft gegründet. Heute sind keine Professoren der ehemaligen HfÖ mehr im Dienst der HTW Berlin.

Fachhochschule für Technik und Wirtschaft (FHTW) seit 1990[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Altes Logo vor der Umbenennung

Am 1. Oktober 1991 gingen die Ingenieurhochschule Berlin und die HfÖ in der Fachhochschule für Technik und Wirtschaft in Gründung (FHTW Berlin) samt allen Liegenschaften in Berlin auf. Hierin liegt der Grund für die in der Stadt verteilt liegenden Campi der Hochschule. Das Gründungsteam waren Gründungsrektor Jürgen Tippe, Prorektor Rainer Knigge und Dieter Markusch. 1993 entschied sich Jürgen Tippe, die FHTW zu verlassen, und der vorherige Prorektor Rainer Knigge wurde 1994 zum Präsidenten der FHTW Berlin gewählt. Am 1. April 1994 wurde die Fachhochschule für Technik und Wirtschaft Berlin (FHTW) rechtlich selbstständig. Die Fachhochschule der Deutschen Telekom Berlin wurde 1996 in die FHTW Berlin integriert. Im gleichen Jahr warf der AStA dem damaligen Präsidenten der FHTW Berlin, Rainer Knigge, illegale Geschäfte vor, mit denen sich letztlich auch das Abgeordnetenhaus von Berlin auseinandersetzte.[4]

Am 3. Juli 1998 wurde Helmut Schmidt zum Präsidenten der FHTW Berlin gewählt. Zur Wahl trat auch der bereits zuvor amtierende Präsident Rainer Knigge an, der jedoch nicht wiedergewählt wurde, was wahrscheinlich an der wenige Tage vor der Wahl veröffentlichten Dokumentation zum Fall Knigge lag. Diese beschäftigte sich mit den schon 1996 geäußerten Vorwürfen im Detail und war von ehemaligen und aktiven Mitgliedern des AStA der FHTW Berlin im Auftrag des StuPa der FHTW Berlin erstellt worden.[5]

Am 1. Oktober 2002 folgte als Präsident Herbert Grüner, weil Helmut Schmidt als Oberbürgermeister nach Brandenburg an der Havel gewechselt war.[6] 2004 feierte die FHTW Berlin ihr zehnjähriges Bestehen mit einem Zehnsprung, bei dem an zehn Tagen jeweils um 10 Uhr unterschiedliche Veranstaltungen innerhalb der Hochschule stattfanden.

Im Jahre 2006 wurde Michael Heine Präsident der FHTW Berlin. Während seiner Präsidentschaft wurde zum 1. April 2009 die Fachhochschule für Technik und Wirtschaft Berlin in Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin (HTW Berlin) umbenannt.[7]

Seit 1. Oktober 2014 amtiert als Präsident der Volkswirt Klaus Semlinger, der zuvor seit 2002 Vizepräsident für Lehre war.

Standorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hochschule für Technik und Wirtschaft unterhält seit 2010 nur noch zwei Standorte:

Bis Sommer 2009 verteilte sich die HTW Berlin (damals noch FHTW) auf fünf Standorte in Berlin. Seit Oktober 2009 sind die Standorte in Berlin-Lichtenberg (Allee der Kosmonauten 20–22), in Blankenburg (Blankenburger Pflasterweg 102) und Rummelsburg (Marktstraße 9) geschlossen. Im Rahmen des Umzuges wurde schon zuvor der Campus der Gestalter am Warschauer Platz (Rummelsburg) geschlossen und auf den Campus Wilhelminenhof in Oberschöneweide verlegt. Das Baudenkmalsensemble in der Marktstraße ging in das Eigentum des Deutschen Jugendherbergswerks über, das bis zum Jahr 2016 aus dem Komplex „die größte Jugendherberge Berlins“ entwickelt.

Fachbereiche und Studiengänge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hochschule für Technik und Wirtschaft besitzt fünf Fachbereiche mit folgenden Untergliederungen:

Ingenieurwissenschaften — Energie und Information (Fachbereich 1)
Ingenieurwissenschaften — Technik und Leben (Fachbereich 2)
Wirtschafts- und Rechtswissenschaften (Fachbereich 3)
  • Arbeits- und Personalmanagement (APM)
  • Betriebswirtschaftslehre (BWL)
  • Finance, Accounting, Corporate Law, Taxation (FACT)
  • Immobilienwirtschaft (IW)
  • International and Development Economics (MIDE)
  • Industrial Sales and Innovation Management (MISIM)
  • International Business (IB)
  • Nonprofit-Management und Public Governance (MaNGO)
  • Public und Nonprofit-Management (PuMa)
  • Wirtschaftsrecht (WR)
  • Wirtschaft und Politik (BWP)
Informatik, Kommunikation und Wirtschaft (Fachbereich 4)
Gestaltung und Kultur (Fachbereich 5)

Fernstudium und Weiterbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Berufsbegleitende Bachelor-Studiengänge
  • Berufsbegleitende Master-Studiengänge
    • Entwicklungs- und Simulationsmethoden im Maschinenbau (ESiM)
    • General Management
    • Real Estate Management
  • Postgraduale Vollzeit-Studiengänge
    • Business Administration and Engineering (MBA&E)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c HTW Berlin: Hochschulprofi, abgerufen am 22. Januar 2016
  2. htw-berlin.de Liste der Studiengänge an der HTW Berlin
  3. Standorte und Lagepläne
  4. Hochschulpräsident weiter unter Druck. In: Berliner Zeitung, 9. Mai 1996
  5. Der Streit um den Präsidenten Knigge. In: Berliner Zeitung, 2. Juli 1998
  6. Der künftige Kurs der Fachhochschule für Technik und Wirtschaft (FHTW) in Berlin.
  7. Geschichte. Website der HTW Berlin, abgerufen am 5. Dezember 2013

Koordinaten: 52° 29′ 32″ N, 13° 31′ 35″ O