Haag (Morbach)

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Haag
Verbandsfreie Gemeinde Morbach
Wappen der ehemaligen Gemeinde Haag
Koordinaten: 49° 48′ 38″ N, 7° 1′ 59″ O
Höhe: 460 m ü. NHN
Fläche: 10,01 km²
Einwohner: 535 (30. Jun. 2005)
Bevölkerungsdichte: 53 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1974
Postleitzahl: 54497
Vorwahl: 06533
Haag (Rheinland-Pfalz)
Haag

Lage von Haag in Rheinland-Pfalz

Ortsteil Haag
Ortsteil Haag

Haag ist ein Ortsteil der Einheitsgemeinde Morbach im Landkreis Bernkastel-Wittlich in Rheinland-Pfalz.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort Haag liegt auf 460 m ü. NHN. Der tiefste Punkt mit 270 m ü. NHN liegt auf dem Brühl und der höchste Punkt von 605,8 m ü. NHN befindet sich an der Einmündung des Gornhausener Weges an der Römerstraße.

Kommunalpolitisch gehört der Ortsbezirk Haag seit dem 31. Dezember 1974 zur verbandsfreien Gemeinde Morbach, dem Landkreis Bernkastel-Wittlich, dem Regierungsbezirk Trier (bis 1999) und dem Land Rheinland-Pfalz.[1]

Haag liegt an der Kreisstraße 80, die von Morbach nach Horath führt, inmitten der Mittelgebirgslandschaft des Hunsrücks.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die keltischen Hügelgräber sind die ältesten Überbleibsel aus vergangenen Tagen. Die Kelten besiedelten die Gegend in der Bronze- und Eisenzeit (ca. 500–300 v. Chr.). Ende des Jahres 1935 wurde auf dem „Sangkopf“ ein Grabhügel von 32 Metern Durchmesser vom Landesmuseum untersucht.

Nachdem die Römer das Gebiet erobert hatten, nutzten sie die von den Kelten gebauten Wege als Aufmarsch- und Nachschubstraßen ihrer Legionen. Bis heute sind aus dieser Zeit noch die beiden Römerstraßen, die unweit am Ort vorbeiführen, erhalten. Eine Straße führt von Trier über Neumagen nach Bingen und Mainz. Die zweite Römerstraße hat ihren Verlauf von Trier über Fell, Breit, Berglicht und stößt dann oberhalb von Elzerath auf die erste Römerstraße. Nach Eroberung durch die Römer fand eine Vermischung der keltischen und römischen Kultur statt.

In der Zeit 270–460 n. Chr. nahm der Ansturm der Franken auf das Gebiet immer mehr zu, bis dann um ca. 460 n. Chr. die Franken die Gegend in ihrem Besitz hatten. Es ist anzunehmen, dass auch um diese Zeit der Ansiedlung des heutigen Ortes Haag begonnen hat.

Die erste urkundliche Erwähnung ist vom 16. Mai 1396 mit dem damaligen Ortsnamen „off der hagen“. Erste Umschreibungen des Ortes gibt es aber bereits aus dem Jahre 1315 im Weisbuch des Kurfürsten Balduin von Trier. Der Ortsname erfährt im Laufe der Geschichte weiter Veränderungen: im Jahr 1398 „uff die hage“, 1470 „haghen“, 1509 „uff der hagen“, 1556 „of der hagen“, 1641 „Hag“, 1655 „auf der Haagen“, 1656 „Haagh“, 1777 „auf der Haag“ und seit dem Jahr 1798 „Haag“.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen der ehemaligen Gemeinde zeigt einen silbernen Zweig auf grünem Untergrund. Der Zweig eines Hagedornblattes soll einen Hinweis auf den vermutlichen Ursprung des Ortsnamens geben. Das rote Balkenkreuz im silbernen Schildhaupt weist auf die Zugehörigkeit zum Kurstaat Trier hin. Der Entwurf des Wappens stammt vom Unkeler Bürgermeister a. D. Josef Decku.

Gegenwart[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort hat sich im Laufe der Zeit von einem typischen ländlichen Dorf mit Landwirtschaft, Viehzucht und Ackerbau zu einem schmucken Wohndorf gewandelt, das trotz fehlender Einkaufsläden und Arbeitsplätze steigende Einwohnerzahlen aufweist. Ein reges Vereinsleben und etliche Veranstaltungen in der ortseigenen Mehrzweckhalle und auf dem im Jahre 2007 neu errichteten „Festplatz am Backes“ runden das Dorfleben hier ab.

Im Jahre 1996 feierte der Ort das 600-jährige Bestehen. 2005 bestand der Sportverein Haag seit 50 Jahren.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Matthias Martini (1794–1868), von 1847 bis 1868 Generalvikar des Bistums Trier

Nachbarorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gornhausen Merscheid
Horath Windrose klein.svg Rapperath
Merschbach Hunolstein Weiperath

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Josef Schemer: Chronik Haag. Werden und Wachsen eines Hunsrückortes. Johnen, Bernkastel-Kues 1985, 251 Seiten.
  • Josef Schemer, Edwin Petry: Haag: off der hagen. 2008, 490 Seiten.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Haag – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Amtliches Gemeindeverzeichnis (= Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz [Hrsg.]: Statistische Bände. Band 407). Bad Ems Februar 2016, S. 172 (PDF; 2,8 MB).