Habitus (Biologie)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Habitus einer Magerwiesen-Margerite

Habitus (von lateinisch habere ‚haben‘ bzw. ‚an sich tragen‘) bezeichnet in der Biologie die äußere Erscheinung eines Organismus, d. h. die Gesamtheit aller wesentlichen und typischen sichtbaren Eigenarten eines Tieres, einer Pflanze oder eines Pilzes sowie ihrer Relationen und Körperproportionen. Diese Merkmale ermöglichen oft eine Bestimmung der Familien-, Gattungs- oder Artzugehörigkeit eines Lebewesens ohne Verwendung eines detaillierten Bestimmungsschlüssels („Bestimmung nach Habitus“).

Als Beispiel mag die Margerite dienen, deren Zugehörigkeit zur Familie der Korbblütler (Asteraceae) durch die typischen Merkmale der vielen, im runden Blütenstand zusammengefassten, von Zungenblüten umkränzten Röhrenblüten sichtbar wird.

Der Habitus kann innerhalb einer Art variieren (Dimorphismus) oder sich nach Geschlecht unterscheiden (Sexualdimorphismus) oder sich bei einem Individuum nach den Jahreszeiten (Saisondimorphismus), während seines Lebenszyklus, entsprechend Umgebungsbedingungen (temperaturabhängige Geschlechtsdetermination) oder infolge Erkrankungen oder Ernährungszustand (Fettleibigkeit, Hungerstoffwechsel)[1] ändern. Änderungen des Habitus werden öfters durch epigenetische Veränderungen initiiert.[1][2][3]

Auch beobachtbares typisches habituelles Verhalten kann als Habitus bezeichnet werden.[4] Erlerntes Verhalten kann Habituation genannt werden.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Megan Warin, Vivienne Moore, Michael Davies, Stanley Ulijaszek: Epigenetics and obesity: The reproduction of habitus through intracellular and social environments. In: Body & Society, Band 22, Nr. 4, 2016, S. 53–78 (PDF).
  2. Frank Lyko, Sylvain Foret, Robert Kucharski, Stephan Wolf, Cassandra Falckenhayn, Ryszard Maleszka: The honey bee epigenomes: Differential methylation of brain DNA in queens and workers. In: PLoS Biology, Band 8, November 2010, Artikel e1000506, doi:10.1371/journal.pbio.1000506 (PDF).
  3. Joshua C. Combs, Micah J. Hill, Alan H. Decherney: Polycystic ovarian syndrome genetics and epigenetics. In: Clinical Obstetrics and Gynecology, Band 64, Nr. 1, 2021, S. 20–25 (PDF).
  4. https://www.gesundheit.de/lexika/medizin-lexikon/habitus – Medizin-Lexikon Roche