Habitzheim

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Habitzheim
Gemeinde Otzberg
Wappen der früheren Gemeinde Habitzheim
Koordinaten: 49° 51′ 0″ N, 8° 52′ 55″ O
Höhe: 157 m ü. NHN
Einwohner: 1435 (31. Dez. 2016)[1]
Eingemeindung: 31. Dezember 1971
Postleitzahl: 64853
Vorwahl: 06162
Karte
Lage von Habitzheim in Otzberg

Habitzheim (im lokalen Dialekt: Hoazem)[2] ist einer von sechs Ortsteilen der Gemeinde Otzberg im hessischen Landkreis Darmstadt-Dieburg, die sich am 31. Dezember 1971 als bis dahin selbständige Gemeinden zur neuen Gemeinde Otzberg zusammengeschlossen haben. Mit seinen circa 1500 Einwohnern ist Habitzheim der zweitgrößte Ortsteil der Gemeinde.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Habitzheim wurde erstmals 1262 als Habuchisheim urkundlich erwähnt.

Suffia b. n. mater Donei .... Graslac et Erimannus fratribus in Mohsbach quondam agrum in Habuchisheim obligans ita ejus memoria apud frares per .... haberetur[3]

Der Ort änderte seinen Namen im Laufe der Zeit, wobei auch um 1339 der heute noch im Dialekt gebräuchliche Name Hoazem entstand. Bereits 1323 besaß die Reichsabtei Fulda eine Wasserburg im Ort, die als Vorwerk zur Veste Otzberg gehörte.

Mehrere Adelsgeschlechter waren im Mittelalter Lehensnehmer der Fuldaer Äbte. Dazu zählten neben den Bickenbachern, die heute ausgestorben sind, auch die Grafen von Erbach und die Grafen von Wertheim sowie der Pfälzer Kurfürst.

Ab 1561 gehörte der Ort zum Besitz der späteren Grafen bzw. Fürsten von Löwenstein-Wertheim-Rochefort. Die ehemalige Wasserburg Habitzheim, welche heute als Hofgut[4] genutzt wird, befindet sich noch in ihrem Besitz (seit 2014 Johanna Freifrau Heereman, geb. Prinzessin zu Löwenstein[5]). Zu dieser Herrschaft gehörten neben Habitzheim selbst die Orte Spachbrücken, Zeilhard, Groß-Zimmern und Georgenhausen (dieser nur von 1482 bis vor 1618). 1806 fiel die Landeshoheit der kleinen Herrschaft Habitzheim im Zuge der Bildung des Rheinbunds und der Mediatisierung der Fürsten von Löwenstein-Wertheim an das Großherzogtum Hessen. In der Folge war die Herrschaft Habitzheim eine hessische Standesherrschaft, zu der neben dem Marktflecken Habitzheim sieben Dörfer gehörten.[6] Bis 1822 gehört Habitzheim dann verwaltungsmäßig zum standesherrlichen Amt Habitzheim. Bis heute wechselte dann die übergeordnete Verwaltungseinheit mehrfach:[7]

Die zuständige Gerichtsbarkeit war:[7]

Am 31. Dezember 1971 wurde Habitzheim in die neue Gemeinde Otzberg eingegliedert.[8]

Ortsname und Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den historischen Dokumenten ist der Ort im Laufe der Jahrhunderte unter wechselnden Ortsnamen belegt:[7]

Habuthisheim (1262) Habelsheim (1371) Habetzheim (1427)
Habothsheym (1321) Habolczheim; Habolßheim (1373) Heytzheym (1442)
Haboltsheim (1322) Habiczheim (1384) Hatzen (1454)
Hatzhem (1339) Habotsheim (1390) Hatsheim (1458)
Habelsheym (1347) Haboltsheim (1392) Hatzhem (1472)
Habechseym (1355) Habczheim (1395) Haytßheym (1482)
Habetsheim (1360) Habeczheim (1396) Haytzem (1507)
Habitzheim (1361, 1398, 1419, 1516) Habezheim (1412) Habeltzheim (1510)
Haboltzheim (1365) Hatzheim (1418, 1422) Habitzheimb (1549)


Belegte Einwohnerzahlen sind:[7]
  • 1633: 0208 Einwohner
  • 1829: 1029 Einwohner
  • 1939: 0963 Einwohner
  • 1961: 1173 Einwohner
  • 1970: 1335 Einwohner
Habitzheim: Einwohnerzahlen von 1834 bis 1967
Jahr     Einwohner
1834
  
1.064
1840
  
1.109
1846
  
1.067
1852
  
1.035
1858
  
1.017
1864
  
986
1871
  
974
1875
  
975
1885
  
954
1895
  
952
1905
  
930
1910
  
943
1925
  
968
1939
  
963
1946
  
1.314
1950
  
1.296
1956
  
1.194
1961
  
1.173
1967
  
1.216
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Habitzheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Einwohnerzahlen im Internetauftritt der Gemeinde Otzberg
  2. Darmstädter Echo, Dienstag, 15. September 2015, S. 24
  3. Urkunde aus dem Jahr 1262 (HStAD Bestand A 1 Nr. 86/1). In: Archivinformationssystem Hessen (Arcinsys Hessen).
  4. Geschichte des Hofguts Habitzheim, abgerufen am 6. Februar
  5. Hofgut Habitzheim - Über uns abgerufen 8. Januar 2017
  6. Johann Andreas Demian: Beschreibung oder Statistik und Topographie des Großherzogthums Hessen, Le Roux, 1825, S. 81 (Google Books)
  7. a b c d „Habitzheim, Landkreis Darmstadt-Dieburg“. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). Hessisches Landesamt für geschichtliche Landeskunde (HLGL), Stand: 7. Januar 2013, abgerufen am 27. April 2013.
  8. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 355.
  9. Die Ortschaften Burg und Dorf Habitzheim, Zeilhard, Spachbrücken und Groß-Zimmern waren Teil der Herrschaft (gelb umrandet). Der ausgeklammerte Ort Georgenhausen war wohl nur von ca. 1482 bis etwa 1611 bei den Löwensteinern. Der rote Pfeil zeigt die Lage der ehemaligen Wasserburg Habitzheim an, von der aus wohl dieses Gebiet kontrolliert wurde.
    Anmerkung: Ab ca. 1618 waren die Herren von Wallbrunn das weltliche und geistliche Oberhaupt von Georgenhausen. 1649, nach dem Dreißigjährigen Krieg, waren die von Walbrunn so verschuldet, dass sie Georgenhausen an den Kamptz zu Godow verkauften. Von ihm erbten 1671 die von Haxthausen Hofgut und Macht in Georgenhausen. 1806 kam der Ort wie auch die Herrschaft Habitzheim dann an das Großherzogtum Hessen. Mehr zu den Herrschaftsverhältnissen der verschiedenen Orte unter dem Eintrag der Stadt Reinheim, zu dem heute die Ortsteile Georgenhausen, Spachbrücken und Zeilhard gehören. Groß-Zimmern ist heute eine eigenständige Großgemeinde. Habitzheim ist heute Teil von Otzberg
  10. Darmstädter Echo, Donnerstag, 10. September 2015, S. 22