Hadar

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Hadar im nördlichen Ostafrika

Hadar (in der Afar-Sprache Ahdi d'ar, wörtlich: „Vertrag des Flusses“) ist eine Landschaft im nördlichen Ostafrika am Fluss Awash im äthiopischen Afar-Dreieck, die durch unwirtliche „Badlands“ gekennzeichnet ist. Das hügelige, durch Erosionserscheinungen geprägte Gelände besteht überwiegend aus verschiedenen Lockergesteinen, namentlich Sand, Schluff und vulkanische Asche.

An den zum Awash und zu anderen Tieflagen steil abfallenden Hängen wurden zahlreiche Fossilien entdeckt. Das absolute Alter der Fossilien lässt sich recht genau bestimmen, da es in dieser Region in erdgeschichtlicher Vergangenheit häufig zu Vulkanausbrüchen gekommen ist und die dabei entstandenen Aschelagen als Zeitmarker genutzt werden können. Beispielsweise lassen sich die Aschelagen am Fundort des 1974 von Donald Johanson entdeckten Vormenschenfossils „Lucy“ (3,2 mya), auf ein Alter von 3,4 mya, 3,22 mya und 3,18 mya datieren, dementsprechend haben die dazwischen eingebetteten Fossilien ein Alter, das zwischen dem der Aschelagen liegt.

In der Nähe von Hadar wurden zahlreiche weitere Hominiden-Fossilien gefunden, unter anderem das Fossil Ardi (ein weiblicher Ardipithecus ramidus, 4,4 mya) sowie an der Fundstelle Dikika das besonders gut erhaltene Fossil DIK 1-1 (ein sehr gut erhaltener jugendlicher, weiblicher Australopithecus afarensis, 3,3 mya), ferner die ältesten bisher entdeckten Steinwerkzeuge. Das Gebiet gilt daher als eine der Geburtsstätten der Menschheit.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jon Kalb: Adventures in the Bone Trade. The Race to Discover Human Ancestors in Ethiopis's Afar Depression. Copernicus Books, New York 2001, ISBN 0-387-98742-8

Quelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]