Hadern

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Hadern
Landeshauptstadt München
Koordinaten: 48° 6′ 38″ N, 11° 27′ 55″ O
Fläche: 9,22 km²
Einwohner: 50.567 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 5.482 Einwohner/km²
Postleitzahl: 80689, 81375, 81377
Vorwahl: 089
Karte
Lage des Stadtbezirks 20 Hadern in München
St. Canisius in Hadern

Hadern ist der Stadtbezirk 20 der bayerischen Landeshauptstadt München.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Haderns Grenzen verlaufen ungefähr entlang der Forst-Kasten-Allee im Süden, der Fürstenrieder Straße im Osten, der Senftenauerstraße im Norden sowie der Stadtgrenze im Westen. Der größte Friedhof der Stadt, der rund 170 Hektar umfassende Waldfriedhof, nimmt knapp ein Fünftel der gut 922 Hektar messenden Bezirksfläche ein.

Der Bezirk grenzt (aufgezählt im Uhrzeigersinn) an die Stadtbezirke Pasing-Obermenzing und Laim im Norden, Sendling-Westpark im Osten und Thalkirchen-Obersendling-Forstenried-Fürstenried-Solln im Süden sowie die Gemeinden Neuried im Südwesten und Planegg und Gräfelfing im Westen (alle im Landkreis München).

Unterteilung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Stadtbezirk Hadern ist in drei Bezirksteile unterteilt: Blumenau nördlich der Lindauer Autobahn (Ammerseestraße), Neuhadern zwischen Autobahn und Würmtalstraße und Großhadern südlich der Würmtalstraße. Im Bezirksteil Blumenau liegen die Quartiere Blumenau und Kleinhadern, im Bezirksteil Neuhadern die Quartiere Neuhadern und Kurparksiedlung, und der Bezirksteil Großhadern enthält auch noch den Waldfriedhof.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Groß- und Kleinhadern auf einer Karte von 1856

Hadern war ursprünglich ein Bauerndorf und wurde erstmals im 11. Jahrhundert unter dem Namen Haderun erwähnt. Großhadern gehörte zum Kloster Benediktbeuern, Kleinhadern zum Kloster Schäftlarn. Zwischen 1409 und 1425 wurde das Dorfgericht Hadern zusammen mit weiteren Dorfgerichten (Martinsried, Poschetsried, Neuried und Gräfelfing) mit der Burg Planegg vereinigt. [2] Da die Ortschaft Großhadern bei der Gemeindebildung im Jahr 1818 zu klein war, um eine eigene Gemeinde zu bilden, kam das landgerichtsunmittelbare Kleinhadern hinzu. [3] Die Gemeinde Großhadern einschließlich der Ortschaft Kleinhadern wurde 1938 zu München eingemeindet. Die Strukturen der ehemaligen bäuerlichen Siedlung sind in Großhadern um den alten Dorfkern noch deutlich auszumachen. In weiten Teilen Haderns bestimmt lockere Einfamilienhausbebauung das städtebauliche Bild. Auf den früher landwirtschaftlich genutzten Flächen wurden nach dem Zweiten Weltkrieg bis in die 1980er Jahre Großwohnanlagen wie die Blumenau oder die Komplexe an der Senftenauerstraße und in Neuhadern mit einem hohen Anteil an Sozialwohnungen gebaut.

Südlich des Klinikums Großhadern entstanden in den letzten Jahren neue Wohnbauten.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die A96 durchschneidet das Stadtviertel

Seit der Verlängerung der U-Bahnlinie 6 zum Klinikum (1993) ist der Bezirk mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erschlossen. Stationen der U 6 in Hadern sind Klinikum Großhadern, Großhadern, Haderner Stern und Holzapfelkreuth. Die Linie 18 der Straßenbahn München endet am Gondrellplatz. Buslinien der Münchner Verkehrsgesellschaft verbinden Hadern mit den benachbarten Stadtbezirken und den angrenzenden Gemeinden Planegg, Gräfelfing und Martinsried.

Das Straßenverkehrsnetz wird durch die Bundesautobahn 96 dominiert, die Hadern durchteilt und zwei Ausfahrten (Ausfahrt 37: Großhadern / Blumenau und Ausfahrt 38: Laim) in Hadern bietet. Weitere Achsen in Ost-West-Richtung sind die Guardinistraße und die Würmtal- / Waldfriedhofstraße. Im Südosten begrenzt die Bundesautobahn 95 den Stadtbezirk. In Nord-Süd-Richtung trennt die Fürstenrieder Straße Hadern von Laim bzw. Sendling-Westpark ab. Die Waldwiesen- / Sauerbruchstraße verbinden das Klinikum und die A 96.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der größte Arbeitgeber Haderns ist die Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU). Neben den Einrichtungen der LMU (vor allem dem Klinikum) und denen des Augustinums finden sich in Hadern vornehmlich kleinere Betriebe. Haderner Bräu, die erste Bio-Brauerei Münchens ist in der Großhaderner Straße angesiedelt.

Haderner Bräu

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Klinikum Großhadern der Ludwig-Maximilians-Universität München ist der größte Krankenhauskomplex Münchens. 1994 wurde das Genzentrum der LMU in Betrieb genommen, 1999 wurde die gesamte chemisch-pharmazeutische Fakultät nach Hadern umgesiedelt. 2004 wurde mit der Aufnahme des Vorlesungs- und Forschungsbetriebs im Department Biologie II des Biozentrums der HighTech CampusLMU zwischen Großhadern und Martinsried weiter ausgebaut. Hier sollen mittel- und langfristig zusätzlich die gesamte biologische Fakultät und weitere naturwissenschaftliche Fakultäten und Institute zusammengeführt werden.

Bettenhaus des Klinikums Großhadern

Mit dem Kinderzentrum des Bezirks Oberbayern und angeschlossener Montessorischule sowie dem Altenwohnstift Augustinum und der Klinik Augustinum München (früher Stiftsklinik Augustinum) sind weitere soziale Einrichtungen im Stadtteil beheimatet.

Bevölkerungsstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die soziale Zusammensetzung der Bevölkerung ist geprägt von jüngeren, meist qualifizierten Erwerbstätigen sowie älteren Menschen vor allem in den älteren Sozialbauten und Einfamilienhausquartieren. Der Ausländeranteil in Hadern liegt unter dem Durchschnitt der Stadt.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bezirksausschusswahl 2014
(Stimmen in Prozent)[4]
 %
50
40
30
20
10
0
47,4 %
32,7 %
16,5 %
3,4 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2008[4]
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
+5,0 %p
-4,3 %p
+3,8 %p
-4,5 %p

Der Bezirksausschuss von Hadern wurde zuletzt am 16. März 2014 gewählt. Die Sitzverteilung lautet wie folgt: CSU 11, SPD 7, Grüne 4 und FDP 1.[4] Von den 35.411 stimmberechtigten Einwohnern Haderns haben 15.715 von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht, womit die Wahlbeteiligung bei 44,4 Prozent lag.

Bildung und Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Hadern finden sich folgende Schulen:

  • Grundschule am Hedernfeld
  • Grund- und Hauptschule Blumenauer Straße
  • Grundschule Senftenauer Straße
  • Grundschule Großhaderner Straße
  • Grund- und Mittelschule Guardinistraße
  • Grundschule Canisiusplatz
  • Lukasschule (private Grundschule, Realschule und Gymnasium)
  • Derksen-Gymnasium (privates Gymnasium)

Religiöses Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Folgende Kirchen befinden sich in Hadern:

  • Pfarrei Erscheinung des Herren, Blumenauer Straße (römisch-katholisch)
  • Pfarrei Fronleichnam, Senftenauerstraße (römisch-katholisch)
  • Pfarrei St. Ignatius, Guardinistraße (römisch-katholisch)
  • Pfarrei St. Canisius, Canisiusplatz (römisch-katholisch), zu der auch die alte Kirche St. Peter (Großhadern) gehört
  • Simeonsgemeinde, Stiftsbogen, Pfarramt: Veilchenstraße (evangelisch-lutherisch)
  • Reformations-Gedächtnis-Kirche, Ebernburgstraße (evangelisch-lutherisch)
  • Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde, Großhaderner Straße

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Hadern gibt es zwei Bezirkssportanlagen (eine am Wolkerweg, eine in der Ludwig-Hunger-Straße am Hedernfeld).

Folgende Sportvereine sind in Hadern angesiedelt:

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Statistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


(Stand jeweils am 31. Dezember, Einwohner mit Hauptwohnsitz)

Jahr Einwohner davon Ausländer Einwohner
je km²
2000 41.689 7.526 (18,1 %) 4.524
2001 41.858 7.614 (18,2 %) 4.542
2002 42.563 8.051 (18,9 %) 4.618
2003 42.823 8.364 (19,5 %) 4.642
2004 43.396 8.683 (20,0 %) 4.704
2005 43.981 9.024 (20,5 %) 4.768
2006 44.993 9.218 (20,5 %) 4.878
2007 46.059 9.744 (21,2 %) 4.993
2008 46.385 9.947 (21,4 %) 5.029
2009 46.490 9.973 (21,5 %) 5.040
2010 46.851 10.076 (21,5 %) 5.079
2011 47.459 10.419 (22,0 %) 5.145
2012 47.949 10.914 (22,8 %) 5.198
2013 48.945 11.715 (23,9 %) 5.306
2014 49.874 12.587 (25,2 %) 5.407
2015 50.257 13.198 (26,3 %) 5.449
2016 50.567 13.796 (27,3 %) 5.482

Quelle mit weiteren Daten[8]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Susanne Herleth-Krentz,: Hadern – Zeitreise ins alte München. Volk Verlag, München 2014, ISBN 978-3-86222-155-4.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Taschenbuch 2016 (PDF; 1,92 MB). Statistisches Amt der Landeshauptstadt München. Abgerufen am 21. August 2017.
  2. Dieter Albrecht: Das Landgericht Starnberg. München 1951 (Historischen Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 3), S. 22
  3. Dieter Albrecht: Das Landgericht Starnberg. München 1951 (Historischen Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 3), S. 39
  4. a b c Wahl des Bezirksausschusses – Stadtbezirk 20 – Hadern. Landeshauptstadt München. Abgerufen am 15. Juni 2014.
  5. Heiglhoftheater
  6. Website des Geschichtsvereins Hadern
  7. Webseite des Vereins FTM Blumenau. Abgerufen: 2016-11-02.
  8. Archiv Stadtteilinformationen. Landeshauptstadt München. Abgerufen am 20. Juli 2017.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hadern – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien