HafenCity Universität Hamburg

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HafenCity Universität Hamburg
Universität für Baukunst und Metropolenentwicklung
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Gründung 1. Januar 2006
Trägerschaft Behörde für Wissenschaft und Forschung der Freien und Hansestadt Hamburg
Ort Hamburg
Bundesland HamburgHamburg Hamburg
Land DeutschlandDeutschland Deutschland
Präsident Walter Pelka
Studierende 2.471 WS 2015/16[1]
Website www.hcu-hamburg.de

Die HafenCity Universität HamburgUniversität für Baukunst und Metropolenentwicklung (HCU)[2] – ist eine staatliche, planungsorientierte Universität. Die HCU vereint alle Aspekte des Bauens und der Stadtentwicklung in Gestaltung und Entwurf, Ingenieur- und Naturwissenschaften sowie Geistes- und Sozialwissenschaften.

Der Name dieser seit 2006 bestehenden Hochschule bezieht sich auf den Standort des Universitätsgebäudes im Hamburger Stadtteil HafenCity, der zurzeit größten innerstädtischen Baustelle Europas, und stellt damit auch Bezug zu ihrem thematischen Wirkungsfeld her. Die Studiengänge, die seit Gründung der Hochschule noch auf unterschiedliche Standorte in den Stadtteilen Uhlenhorst (Mundsburg) und Winterhude (City Nord) verteilt waren, haben zum 1. April 2014 das neue Gebäude an der Überseeallee bezogen.

Studium[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bachelor School der HCU Hamburg bietet fünf Studiengänge an:

und die Master School umfasst folgende Studiengänge:

  • Architektur
  • Bauingenieurwesen / Civil Engineering
  • Geomatik
  • Resource Efficiency in Architecture and Planning
  • Stadtplanung
  • Urban Design

Das Bachelor-/Master-Studiensystem trägt an der HafenCity Universität dazu bei, anwendungs- und forschungsorientierte Schwerpunkte zu etablieren. Die Hochschule führt die bisherigen grundständigen Studienangebote Architektur, Bauingenieurwesen, Geomatik und Stadtplanung weiter und entwickelt darüber hinaus vor allem interdisziplinäre Lehrangebote für Bachelor- und Master-Studien. Eine wesentliche Querschnittsfunktion übernimmt das Studium fundamentale (sog. "Q studies"). Dort wird transdisziplinär gearbeitet und die Studierenden erwerben Fähigkeiten jenseits der klassischen Fachdisziplinen. Seit dem Wintersemester 2006/2007 starten alle Studienanfänger im Bachelor-Studium.

Pro Jahr beginnen an der HafenCity Universität rund 375 Bachelor- und 200 Master-Studienanfänger. Damit sind an der Hochschule insgesamt rund 1500 Studierende in Regelstudienzeit immatrikuliert. Von den Studierenden ist pro Semester ein Semesterbeitrag (305 Euro inkl. Semesterticket im Wintersemester 2015/16) zu entrichten.

Gründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach den Worten des ehemaligen Hamburger Wissenschaftssenators Jörg Dräger solle die Bauhochschule internationale Strahlkraft für die Wissenschafts- und Hochschulmetropole Hamburg entwickeln. Sie gehört zu den „Leuchtturmprojekten“ der Stadtentwicklungspolitik des Hamburger Senats.

Der Hamburger Senat hat den Gesetzentwurf zur Gründung der HafenCity Universität am 9. August 2005 beschlossen, der dann an die Bürgerschaft zur Beratung zugeleitet wurde.

Die neue Hochschule wurde zum 1. Januar 2006 als Universität in der Rechtsform einer Körperschaft des öffentlichen Rechts errichtet. Die neue Hochschule vereint Einrichtungen aus drei unterschiedlichen Hochschultypen (Technische Universität Hamburg-Harburg, Hochschule für bildende Künste Hamburg und Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg).

In der HafenCity Universität (HCU) wurden die Architektur-Studiengänge der Hochschule für bildende Künste (HfbK) und der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) sowie die Studiengänge Bauingenieurwesen und Geomatik der HAW und der Studiengang Stadtplanung der Technischen Universität Hamburg-Harburg (TUHH) zusammengefasst.

Das Ziel der Gründung war es, Forschung und Lehre für die Entwicklung der gebauten Umwelt an einem Standort anzubieten und die notwendigen Fachgebiete unter ihrem Dach zu vereinen – von der Vermessung zur Gestaltung von Gebäuden und Freiräumen, von der materiellen zur sozialen und politischen Infrastruktur. Dieses sollte in einem neuen Gebäude in der namensgebenden HafenCity an der Norderelbe erfolgen.

Während der Gründungsphase, die bis 30. September 2008 andauerte, sollte die HafenCity Universität eine interdisziplinäre Studiengangsstruktur und eine durch die Hochschule selbst bestimmte Leitungs- und Organisationsstruktur entwickeln.

Die HafenCity Universität sollte sich in der Gründungsphase in die vier Departments Architektur, Bauingenieurwesen, Geomatik und Stadtplanung gliedern. Am 1. Oktober 2008 wurden die Departments aufgelöst. Die HCU gliedert sich seitdem in drei so genannte Schools: Bachelor School, Master School und Research School.

Neues Gebäude an der Elbe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gebäude der HafenCity Universität von der Promenade

Das neue Gebäude der HCU in der HafenCity sollte ursprünglich im Jahr 2009 gegenüber dem ebenfalls geplanten Science Center am Ufer der Norderelbe zwischen Magdeburger Hafen und Baakenhafen fertiggestellt werden.

Das rund 4000 m² große Grundstück hat zwei öffentlich zugängliche Wasserfronten, wobei der Versmannkai von einer großzügigen Uferpromenade gesäumt wird. Unmittelbar östlich des Universitätsgeländes befindet sich die gleichnamige Haltestelle HafenCity Universität der U-Bahn-Linie U4. Das fünfgeschossige Gebäude der HCU bietet etwa 24.000 m² oberirdische Geschossfläche, wovon 14.000 m² als Hauptnutzfläche ausgewiesen sind.[3] Für den Entwurf des Gebäudes wurde im Januar 2006 von der Behörde für Wissenschaft und Forschung (Bauherrin) ein internationaler Realisierungswettbewerb ausgelobt, der im Februar 2007 entschieden wurde. In der ersten Runde des zweistufigen Wettbewerbs wurden 90 Büros ausgewählt, von denen anschließend zehn in die zweite Runde kamen. Die Kriterien besonderer Energieeffizienz und Nachhaltigkeit, die von der Bauherrin in den Vordergrund des Wettbewerbs gestellt wurden, konnten von keinem der vorgelegten Entwürfe in hinreichenden Maße erfüllt werden. Die Jury unterstrich ihre mangelnde Zufriedenheit durch den bewussten Verzicht auf die Vergabe eines ersten Preises. Stattdessen wurden lediglich ein zweiter und dritter Platz sowie ein Ankauf vergeben. Der zweite bzw. beste prämierte Entwurf stammt vom Dresdner Büro CODE UNIQUE Architekten der Architekten Martin Boden-Peroche und Volker Giezek. Die Jury begründete ihr Urteil damit, dass der Entwurf durch seine Anordnung der Baukörper die Öffentlichkeit anziehe und so eine öffentliche Universität schaffe. Auch die Ausrichtung der studentischen Arbeitsräume zur Wasserseite hin wurde gelobt. Der dritte Platz ging an das Architektur- und Stadtbaubüro Trojan & Trojan aus Darmstadt. Den Ankauf erhielt das Hamburger Architektenbüro Jan Strömer Partner GBR.[4] Die Realisierungskosten für den zwischenzeitlich überarbeiteten Entwurf werden auf rund. 65 Mio. Euro geschätzt. Zusammen mit den Kosten für das Grundstück im Magdeburger Hafen von 19,5 Mio. Euro beliefen sich die 2009 kalkulierten Kosten somit auf über 85 Mio. Euro.[5] Das Gebäude wurde bereits vor seiner Fertigstellung mit dem Umweltzeichen HafenCity in Gold vorzertifiziert,[6] im August 2016 wurde das Gebäude mit dem Gold-Standard ausgezeichnet.[7]

Der Senat beabsichtigte zunächst, das Universitätsgebäude in einem Modell öffentlich-privater Partnerschaft zu bauen und zu betreiben. Demnach wäre der Bau durch einen privaten Investor erbracht worden und die Universität hätte das Gebäude für eine bestimmte Zeit gemietet. Nachdem sich im regulären Ausschreibungszeitraum, der Ende 2008 endete, kein aus Sicht des Senats attraktiver Investor für die Aufgabe beworben hatte, hat der Senat das Gebäude selbst finanziert. Im September 2010 wurde mit einem Lehrbetrieb nicht vor 2013 im Neubau gerechnet.[8] Nachdem der Senat den temporären Baustopp aufhob, konnte im Dezember 2010 die erste Bohrpfahlsetzung erfolgen, so dass mit dem Bau planmäßig im Frühjahr 2011 begonnen wurde.[9] Im April 2013 wurde ein Umzug in das neue Gebäude zum Jahresende 2013 angekündigt.[10] Nachdem es zu weiteren Verzögerungen beim Bau kam, fand der Umzug im Februar und März 2014 statt. Der Hochschulbetrieb im neuen Gebäude wurde offiziell am 1. April 2014 aufgenommen.

Kontroversen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im April 2018 erlangte die HafenCity Universität größere mediale Aufmerksamkeit durch hochschulinterne und statusübergreifende Kontroversen; ausschlaggebend für die Eskalation der Debatte war die schon zuvor umstrittene Wiederwahl der amtierenden Kanzlerin Stephanie Egerland[11], die auf Vorschlag des amtierenden Präsidenten Walter Pelka offenbar gegen den Willen von mindestens 23 Professorinnen und Professoren[12] und 450 protestierender Studierenden[13] durch den Hochschulrat der HCU vollzogen wurde. Die Kritik der sich äußernden Hochschulmitglieder, darunter Studierende, wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Professorinnen und Professoren, richtet sich dabei gegen eine ihrer Meinung nach intransparente, restriktive und autoritäre Hochschulführung, die seitens Egerland und Pelka vertreten werde. Dieser Kritik verschuf man sich auf einer hochschulöffentlichen Vollversammlung am 25. April 2018 Gehör und forderte gleichzeitig den Rücktritt sowohl Stephanie Egerlands als auch Walter Pelkas unter dem Zuspruch hunderter anwesender Hochschulmitglieder aller Statusgruppen.[14] In der Folge wurde die Petition „Für einen transparenten Neuanfang“[15] gestartet, die weiterhin die Rücktritte Egerlands und Pelkas zur Umsetzung der darin geäußerten Ziele voraussetzt. Weiterhin wurde der Kontakt zur zuständigen Hamburger Behörde diesbezüglich intensiviert und auch dort der Kritik und Ernsthaftigkeit der Rücktrittsforderungen Ausdruck verliehen.[16]

Ein konkreter Abwahlantrag gegen Walter Pelka ist im Hochschulsenat der HafenCity Universität kurz darauf an einer fehlenden Stimme knapp gescheitert.[17] Laut Medienberichten sei eine Dreiviertel-Mehrheit für die erfolgreiche Abwahl notwendig gewesen, die mit acht von elf Stimmen nicht erreicht werden konnte. Dieses Ergebnis sei aber aus Sicht der Senatsmitglieder „ein deutliches Zeichen für den nötigen Neuanfang“.

Bekannte Dozenten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: HafenCity Universität Hamburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt: Studierendenzahlen Studierende und Studienanfänger/-innen nach Hochschularten, Ländern und Hochschulen, WS 2015/16, S. 71 (abgerufen am 27. September 2016)
  2. Gesetz über die HafenCity Universität Hamburg (Memento des Originals vom 27. September 2013 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.buergerschaft-hh.de, Bürgerschaft der Freien und Hansestadt Hamburg, 14. Dezember 2005
  3. Zahlen und Fakten zum Richtfest. HCU, 18. September 2012, abgerufen am 26. April 2013 (PDF; 1,9 MB).
  4. Architektenwettbewerb entschieden@1@2Vorlage:Toter Link/www.hcu-hamburg.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., Pressestelle des Senats der HCU
  5. Axel Dürheimer: Hafencity-Universität wird teurer. DETAIL - Zeitschrift für Architektur + Baudetail, 22. März 2009, abgerufen am 26. April 2013.
  6. HafenCity - Elbtorquartier - Projekt 54: HafenCity Universität, Überseeallee 12. HafenCity Hamburg GmbH, abgerufen am 26. April 2013.
  7. Der HCU-Neubau erhält die Zertifizierung Gold-Standard der HafenCity. HafenCity Hamburg GmbH, abgerufen am 5. Januar 2017.
  8. Florian Hanauer: Neuer Präsident der Hafencity-Uni kämpft mit Kostensteigerungen, Die Welt, 8. September 2010, abgerufen am 26. April 2013
  9. Pressemitteilung HCU: Baubeginn für Neubau der HafenCity Universität Hamburg (PDF; 21 kB), 13. Dezember 2010, abgerufen am 17. Februar 2011
  10. Sonja Smalian: Förderverein soll Geld an die Hafenkante spülen. Immobilien Zeitung Verlagsgesellschaft mbH, 4. April 2013, abgerufen am 26. April 2013.
  11. Protestierende fordern Rücktritt der HCU-Kanzlerin, FINK.Hamburg, 26. April 2018.
  12. HafenCity-Uni: 23 Professoren gegen Präsidenten, Hamburger Abendblatt, 3. Mai 2018.
  13. Kundgebung gegen das eigene Uni-Präsidium, Hamburger Abendblatt, 26. April 2018.
  14. Scharfe Geschütze gegen Uni-Kanzlerin, Die Welt, 27. April 2018.
  15. Petition auf openPetition.de vom 25. April 2018.
  16. Erneut Protest gegen Uni-Präsidium, Hamburger Abendblatt, 30. April 2018.
  17. HafenCity Uni: Abwahl des Präsidenten gescheitert, Hamburger Morgenpost, 2. Mai 2018.

Koordinaten: 53° 32′ 25,1″ N, 10° 0′ 17,3″ O