Hafen Haifa

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Hafen Haifa
Daten
UN/LOCODE ILHFA
Eigentümer Israelisches Kabinett
Betreiber Behörde für Seemannschaft und Häfen (רשות הספנות והנמלים)
Eröffnung 12. Jhd. / 1933
Hafentyp Güter- (Container, Chemie) und Passagierhafen
Passagiere 211.756 (2009)[1]
Umgeschlagene Güter 29,5 Mio. Tonnen (2018)[2]
Container (TEU) 1.464.000 (2018)[2]
Webseite haifaport.co.il
Geografische Informationen
Ort Haifa
Bezirk Bezirk Haifa
Staat Israel
Die Bucht von Haifa mit dem Hafenareal
Die Bucht von Haifa mit dem Hafenareal
Koordinaten 32° 49′ 59″ N, 35° 0′ 14″ OKoordinaten: 32° 49′ 59″ N, 35° 0′ 14″ O
Hafen Haifa (Israel Nord)
Hafen Haifa
Lage Hafen Haifa

Der Hafen Haifa (hebräisch: נמל חיפה) ist ein natürlicher Tiefwasserhafen in der israelischen Stadt Haifa, der ganzjährig von Passagier- und Frachtschiffen angefahren wird. Er ist der größte internationale Seehafen Israels vor den Häfen in Aschdod und Eilat und einer der Häfen mit dem höchsten Güterschlag im östlichen Mittelmeer. Der Hafen ist in unterschiedliche Nutzungsbereiche aufgeteilt. Neben einem militärischen Teil gibt es Terminals für verschiedene Ladungsarten sowie einen Passagierhafen. Betreiber des Hafens ist die staatliche Hafenbetreibergesellschaft Haifa Port. An den Hafen angegliedert sind mehrere produzierende Industrieunternehmen.

Lage und Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis ins 19. Jahrhundert war der Hafen Akkon der wichtigste Handelshafen dieses Küstenabschnitts

Der Hafen liegt in der langgezogenen Bucht von Haifa. Geschichtlich ist der Hafen stark mit der Lage in der Bucht verbunden: außer an der Karmelküste bei Dor und weiter nördlich bei Achsiv konnte die Schifffahrt keine natürlichen Häfen nutzen.

Als die Kreuzfahrer um 1100 Haifa einnahmen, erlebte der Hafen der Stadt eine Blüte. Über Haifa führte der wichtigste Seeweg nach Tiberias, die Hauptstadt Galiläas. Unter der Regentschaft der Mamluken geriet der Hafen in Vergessenheit, während der nahe gelegene Hafen Akkon der wichtigste Umschlagsort in diesem Küstenabschnitt wurde und über Jahrhunderte blieb.

Der Einzugsbereich der Bucht von Haifa war lange dünn besiedelt, weil ausgedehnte Sümpfe eine wirtschaftliche Nutzung und die Besiedlung stark erschwerten. Das Gebiet galt als Rückzugsraum für Freibeuter.

Der Hafen von Akko versandete zunehmend und für Schiffe mit größerem Tiefgang war es ab dem beginnenden 20. Jahrhundert nicht mehr möglich, den Hafen nördlich von Haifa anzulaufen. Theodor Herzl, der Begründer des politischen Zionismus, beschrieb 1902 in seinem Roman Altneuland die künftige Stadt Haifa und ihren Hafen.

Zwanzig Jahre später wurde 1922 auf Betreiben der Engländer in Haifa der Hafen ausgebaut. Er war vor allem als Marinehafen für die englischen Truppen gedacht und wurde mit einem Hafenbecken angelegt, das durch zwei Wellenbrecher geschützt und vertieft wurde. Am 31. Oktober 1933 wurde er offiziell von Arthur Wauchope, dem damaligen britischen Hochkommissar für Palästina, eingeweiht. Der Hafen war eine wichtige Bedingung für die florierende Entwicklung der Stadt Haifa. 1936 hatte Haifa bereits 100.000 Einwohner und der Hafen entwickelte sich zum wichtigsten Anlandungsort für tausende von Immigranten nach dem Zweiten Weltkrieg.[3]

Von 1936 bis 1939 wurde eine Erdölraffinerie mit Ölverschiffungshafen gebaut, gespeist von einer Rohölleitung aus dem Nordirak.

Direkte Auswirkungen hatte der Zweite Weltkrieg auf den Hafen im Jahr 1940, als auf Rhodos stationierte italienische Flugzeuge am 15. und 24. Juli sowie am 21. September Haifa bombardierten. Ihre Ziele waren neben dem Hafen die großen Erdölraffinerien. Bei den Angriffen kamen am 24. Juli 50 und am 21. September 39 Menschen ums Leben.[4]

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In dem Seehafen können Schiffe mit über 500 Meter Länge abgefertigt werden; die Einfahrt ist bis zu 12,2 Meter tief, an den Verladepiers sind bis zu 15,8 Meter und den Ölterminals bis zu 10 Meter Wassertiefe vorhanden. Verladekrane mit bis zu 100 Tonnen Kapazität werden vorgehalten. Der Hafen verfügt über einen Hafenlotsen- und Schlepperdienst.[5]

Die staatliche Projektentwicklungs- und Durchführungsgesellschaft Israel Ports Development & Assets Company Ltd. (IPC) ist für die wirtschaftliche Weiterentwicklung und die Verwaltung aller drei israelischen Seehäfen verantwortlich. 2010 stellte die IPC ein weiteres Containerterminal mit dem Namen „Carmel“ für 100 Millionen Schekel fertig. Dessen Krane können Postpanamax-Schiffe abfertigen. Es erfüllt die Voraussetzungen für die automatische Erkennung von Fahrzeugen und Fahrern.[6]

Wirtschaftliche Daten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Güterverkehr nimmt der Containerumschlag mit 60 Prozent den größten Anteil ein, gefolgt von 17 Prozent Öl und 11 Prozent Getreide. Flüssige Chemikalien, andere Waren und Schüttgut machen den Rest aus (Stand 2018).[2]

Hafenbereiche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Passagierschiffahrt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Passagierterminal können mehrere Passagierschiffe gleichzeitig abgefertigt werden. Das Terminal verfügt über eine Reihe von Geschäften und Einrichtungen für Reisende, beispielsweise Duty-free-Shops und eine Außenstelle des israelischen Innenministeriums.[7]

Marinebasis Haifa[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Marinebasis Haifa (בסיס חיפה), abgekürzt Ba"Ch, im nordwestlichen Teil des Hafens ist der Hauptstützpunkt der israelischen Marine. Hier befindet sich die Marineakademie sowie die Basis der israelischen Unterwassereinsatzeinheiten (Kampfschwimmer). In Haifa sind unter anderem die Flugkörperschnellboot-Flottille, die U-Boot-Flottille und die U-Boot-Schule sowie Teile der Patrouillenboot-Flottille und eine Unterwassereinsatzeinheit stationiert. Ein Teil der U-Boote ist mit nuklearen Waffen bestückt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Hafen von Haifa – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Passenger Traffic (englisch), haifaport.co.il, abgerufen am 9. Juli 2017
  2. a b c Our Story. haifaport.co.il, abgerufen am 10. November 2020.
  3. Geschichte des Hafens von Haifa auf seiner Website (englisch), abgerufen am 9. Juli 2017.
  4. Jörg Armbruster: Willkommen im Gelobten Land?: Deutschstämmige Juden in Israel. Hrsg.: Hoffmann und Campe. 2016, ISBN 3-455-85177-0 (google.de).
  5. SeaRates LP: Port of Haifa (Israel): Information and Characteristics. Abgerufen am 9. Juli 2017 (englisch).
  6. Port Development – Hacarmel Project. Abgerufen am 9. Juli 2017.
  7. Informationen über das Terminal auf der Website des Hafens (englisch), abgerufen am 9. Juli 2017.