Hafenlohr

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Hafenlohr
Hafenlohr
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Hafenlohr hervorgehoben
Koordinaten: 49° 52′ N, 9° 36′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Main-Spessart
Verwaltungs­gemeinschaft: Marktheidenfeld
Höhe: 170 m ü. NHN
Fläche: 11,33 km2
Einwohner: 1866 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 165 Einwohner je km2
Postleitzahl: 97840
Vorwahl: 09391
Kfz-Kennzeichen: MSP
Gemeindeschlüssel: 09 6 77 135
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile[2]
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstr. 29
97840 Hafenlohr
Webpräsenz: www.hafenlohr.de
Bürgermeister: Thorsten Schwab (CSU)
Lage der Gemeinde Hafenlohr im Landkreis Main-Spessart
HessenBaden-WürttembergWürzburgLandkreis AschaffenburgLandkreis MiltenbergLandkreis Bad KissingenLandkreis KitzingenLandkreis WürzburgForst LohrerstraßeRechtenbachEsselbachRuppertshüttener ForstRuppertshüttener ForstPartensteiner ForstPartensteiner ForstLangenprozeltener ForstHerrnwaldHaurainHafenlohrFürstlich Löwensteinscher ParkFrammersbacher ForstFrammersbacher ForstFrammersbacher ForstForst AuraForst AuraGemeindefreies Gebiet BurgjoßGemeindefreies Gebiet BurgjoßSchollbrunnBischbrunnThüngenPartensteinMittelsinnHaslochNeuhütten (Unterfranken)RechtenbachRechtenbachHafenlohrHafenlohrLohr am MainLohr am MainZellingenWiesthalUrspringenRothenfelsRoden (Unterfranken)RieneckRetzstadtObersinnObersinnObersinnNeustadt am MainNeuendorf (Unterfranken)MarktheidenfeldTriefensteinKreuzwertheimKarsbachKarlstadtKarbach (Unterfranken)HimmelstadtGräfendorfGössenheimGemünden am MainFrammersbachFrammersbachFellenEußenheimErlenbach bei MarktheidenfeldBirkenfeld (Unterfranken)Aura im SinngrundAura im SinngrundArnstein (Unterfranken)BurgsinnSteinfeld (Unterfranken)Landkreis SchweinfurtKarte
Über dieses Bild
Kirche St. Jakobus der Ältere in Hafenlohr

Hafenlohr ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Main-Spessart und ein Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Marktheidenfeld.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hafenlohr liegt in der Region Würzburg, etwa 3 km nördlich von Marktheidenfeld. Der topographisch höchste Punkt der Gemeinde befindet sich mit 319 m ü. NN (Lage) nördlich vom Forsthaus Fürstenbrücke, der niedrigste liegt im Main auf 142 m ü. NN (Lage).

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hafenlohr gliedert sich in die zwei Ortsteile[2] Hafenlohr und Windheim mit insgesamt acht Siedlungen:[3]

Daneben gibt es die nicht amtlich benannten Einöden Breitfurt und Fürstenbrücke[5].

Gewässer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hafenlohr mündet in Hafenlohr in den Main.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Forst Lohrerstraße
(Gemeindefreies Gebiet)
Stadt
Rothenfels
Fürstlich Löwensteinscher Park
(Gemeindefreies Gebiet)
Nachbargemeinden
Gemeinde
Esselbach
Stadt
Marktheidenfeld

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ihren Namen hat die Gemeinde Hafenlohr vom gleichnamigen Fluss Hafenlohr[6], der dem Main im Gemeindegebiet zufließt.

Frühere Schreibweisen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frühere Schreibweisen des Ortes aus diversen historischen Karten und Urkunden:[6]

  • 1324 Lare
  • 1348 Niederlohre
  • 1354 Niedern Löhr
  • 1376 Hefnerlor
  • 1470 Nydernlore
  • 1494 Heffnerlore
  • 1505 Hafnerlore
  • 1516 Haffenlor
  • 1800 Hafenlohr

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Teil des Oberamtes Rothenfels des Hochstiftes Würzburg fiel Hafenlohr bei der Säkularisation an die Grafen Löwenstein-Wertheim. Beide gehörten ab 1500 zum Fränkischen Reichskreis. Durch die Mediatisierung 1806 kam es an das Fürstentum Aschaffenburg, mit welchem es 1814 an das Königreich Bayern fiel. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

Verwaltungsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1862 wurde das Bezirksamt Marktheidenfeld gebildet, auf dessen Verwaltungsgebiet Hafenlohr lag. 1939 wurde wie überall im Deutschen Reich die Bezeichnung Landkreis eingeführt. Hafenlohr war dann eine der 47 Gemeinden im Landkreis Marktheidenfeld. Mit der Auflösung des Landkreises Marktheidenfeld kam Hafenlohr am 1. Juli 1972 in den neu gebildeten Landkreis Mittelmain, der zehn Monate später seinen endgültigen Namen Landkreis Main-Spessart erhielt.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Januar 1974 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Windheim eingegliedert.[7]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1961: 1634 Einwohner, davon in Windheim 467[7]
  • 1970: 1804 Einwohner, davon in Windheim 467[7]
  • 1987: 1721 Einwohner
  • 1991: 1782 Einwohner
  • 1995: 1850 Einwohner
  • 2000: 1877 Einwohner
  • 2005: 1833 Einwohner
  • 2006: 1817 Einwohner
  • 2007: 1796 Einwohner
  • 2008: 1788 Einwohner
  • 2009: 1867 Einwohner
  • 2010: 1841 Einwohner
  • 2011: 1880 Einwohner
  • 2012: 1888 Einwohner
  • 2013: 1867 Einwohner
  • 2014: 1849 Einwohner
  • 2015: 1860 Einwohner

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hafenlohr ist katholisch geprägt. Zum Dekanat Lohr (Bistum Würzburg)[8] gehören die Pfarrei St. Jakobus der Ältere[9] im Hauptort der Gemeinde und die Kuratie St. Cyriakus[10] in Windheim.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister ist Thorsten Schwab (CSU).

Steuereinnahmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 952.000 Euro, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) umgerechnet 126.000 Euro.

Im Jahr 2008 betrugen die Steuereinnahmen rund 1,45 Millionen. Euro, darin enthalten waren 415.000 Euro Gewerbesteuer. Der Gesamthaushalt der Gemeinde Hafenlohr beträgt etwa 3,5 Millionen. Euro jährlich.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen wurde am 30. Januar 1957 genehmigt.

Blasonierung: „In Rot ein goldener Henkeltopf über einem durchgehenden silbernen Wellenbalken.“

Der Henkeltopf steht redend für den Ortsnamen, der sich zum einen von dem gleichnamigen Spessartflüsschen ableitet, das hier in den Main mündet, zum anderen von der seit spätestens Anfang des 15. Jahrhunderts betriebenen Hafnerei. Dieses Gewerbe brachte dem Ort einen wirtschaftlichen Aufschwung. Die Farben weisen auf die einstigen Herrschaftsinhaber hin. Die Farben Rot und Gold erinnern an die Grafen von Rieneck, die seit der Mitte des 12. Jahrhunderts im Gemeindegebiet belegt sind. Nach dem Aussterben der Linie Rieneck-Rothenfels 1333 fiel das Lehen an das Hochstift Würzburg. Darauf beziehen sich die Farben Silber und Rot.

Das Wappen wurde von Friedrich Merzbacher gestaltet.

Kapelle bei Einsiedel

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 260 und im Bereich Handel und Verkehr keine sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 37 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 687. Im verarbeitenden Gewerbe gab es 17 Betriebe, im Bauhauptgewerbe keine Betriebe.

Industrie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Paidi Möbel GmbH, die Kindermöbel herstellt, hat ihren Sitz in Hafenlohr.

Landwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1999 bestanden 15 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 103 ha, davon waren 47 ha Ackerfläche und 55 ha Dauergrünfläche.

Verkehr und Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Deutschland selten: Mittellinie auf dem Fahrrad- und Wirtschaftsweg von Hafenlohr zur Mainbrücke

Der Ort Hafenlohr liegt an der Mündung des bei Wanderern und Radtouristen beliebten Hafenlohrtals ins Maintal.

Wenige hundert Meter südlich des Kernortes verbindet die Brücke der Kreisstraße MSP 45 die Staatsstraßen 2315 und das Haferlohrtal am rechten Mainufer mit der Staatsstraße 2299 und dem Main-Radweg auf dem linken Ufer.

Bildung und Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 2010):

  • Kindergärten: 50 Kindergartenplätze und 12 Kinderkrippenplätze
  • Grundschule: eine mit sechs Lehrern und 115 Schülern

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Technisches Hilfswerk Ortsverband Marktheidenfeld
  • Freiwillige Feuerwehren Hafenlohr und Windheim

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Hafenlohr wurden geboren:

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 4. Januar 2018 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. a b Verwaltungsgemeinschaft Marktheidenfeld: Geschichte. 2014 (online [abgerufen am 5. Mai 2014]).
  3. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111119/195834&attr=OBJ&val=1724
  4. Verwaltungsgemeinschaft Marktheidenfeld: Entwicklung der Einwohnerzahlen seit 1981. 2014 (online [abgerufen am 5. Mai 2014]).
  5. http://www.aghafenlohrtal.de/info/dashafenlohrtal/gemeinden.htm
  6. a b Wolf-Armin von Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen. Herkunft und Bedeutung. Oberfranken, Mittelfranken, Unterfranken. C. H. Beck, München 2009, ISBN 978-3-406-59131-0, S. 93 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  7. a b c Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 762.
  8. Bistum Würzburg: Alle Dekanate. 2014 (online [abgerufen am 5. Mai 2014]).
  9. Marktheidenfeld – St. Josef, Bräutigam der Muttergottes: Pfarrgemeinde Hafenlohr. 2014 (online [abgerufen am 5. Mai 2014]).
  10. Marktheidenfeld – St. Josef, Bräutigam der Muttergottes: Pfarrgemeinde Windheim. 2014 (online [abgerufen am 25. Juni 2014]).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hafenlohr – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien