Haferflocken

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Haferflocken sind ein Grundnahrungsmittel, das aus Saat-Hafer hergestellt wird. Sie enthalten einen hohen Anteil an Kohlenhydraten (≈70 %), Eiweiß (≈15 %), einen hohen Gehalt an ungesättigten Fettsäuren, an löslichen Ballaststoffen (≈10 g/100 g),[1] an Glucanen, wie zum Beispiel dem Schleimstoff Lichenin, Vitamin B1, B6 und E, Zink, Eisen und Calcium. Das im Hafer enthaltene Beta-Glucan kann den Cholesterinspiegel senken und hat positive Auswirkungen auf den Blutzuckerspiegel.[2][3]

Haferflocken
Flockierstuhl

Herstellung[Bearbeiten]

Nach der Reinigung des Rohgetreides werden die Haferkörner mehrere Stunden lang zunächst in Dampf, dann mit trockener Hitze (Darre) behandelt. Bei dieser Behandlung bildet sich das typische nussartige Aroma der späteren Haferflocken. Durch die Hitze werden auch fettspaltende Stoffe (Enzyme) deaktiviert, die sonst später bei der Lagerung einen ranzigen, bitteren Geschmack verursachen würden. Die Spelzen lockern sich im Trocknungsverfahren und können in einem Trommelschäler oder Fliehkraftschäler (früher: zwischen Mahlsteinen in einem Gerbgang) leicht abgetrennt werden. Nach dem Schälvorgang werden die nun geschälten Haferkörner maschinell auf einem „Paddy-Tischausleser“ ausgelesen. Die geschälten Haferkörner gehen auf einen „Grützeschneider“, in welchem sie zerkleinert werden. Ihre endgültige Form erhalten die Flocken auf einem „Flockierstuhl“, in dem die Haferkerne unter großem Druck zwischen zwei Glattwalzen plattgedrückt werden.

Arten[Bearbeiten]

  • Kernige Flocken oder Großblatt-Flocken: Aus ganzen Haferkernen hergestellt, am bissigsten, quellen beim Einweichen und Aufkochen am langsamsten auf
  • Zarte Flocken oder Kleinblatt-Flocken: Aus Hafergrütze (kleingeschnittenen Haferkernen) gewalzt, quellen schneller auf
  • Sofort lösliche Schmelzflocken[4]: Werden aus Hafermehl gewalzt. Sie sind ein für Säuglingsernährung und Diät hergestelltes Lebensmittel zur Zubereitung von Flaschen- und Breimahlzeiten. Schmelzflocken lösen sich beim Einrühren in Flüssigkeit sofort auf und sind ohne Kauen trinkbar. Für Säuglinge sind sie nach Herstellerangaben erst ab dem 5. Lebensmonat geeignet und werden als Schonkost für Kranke angeboten.

Verwendung[Bearbeiten]

  • Haferflocken dienen als Grundlage von Müslis. Sie sind im Lebensmitteleinzelhandel fertig erhältlich, können aber auch mit einem Flocker selber erzeugt werden.
  • Weicht man Haferflocken (eventuell mit Trockenfrüchten) einige Stunden oder über Nacht in Wasser oder Apfelsaft ein, erhält man eine sättigende Mahlzeit, die man auch noch mit frischem Obst und gegebenenfalls etwas Zucker verfeinern kann.
  • Haferflockenbrei (auch Haferbrei genannt) erhält man durch Kochen von Haferflocken in Milch, Hafermilch oder Sojamilch, der in Deutschland meist leicht gesüßt verzehrt wird. In Skandinavien ist auch mit Wasser gekochter, gesalzener oder leicht gezuckerter Haferflockenbrei (Havregrøt, Haferbrei) üblich.
  • Haferflocken werden gern als gesunder Kalorienlieferant im Bodybuilding verwendet.
  • Für viele Allergiker und Betroffene von Zöliakie sowie chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, Reizdarmsyndrom, Kurzdarmsyndrom) ist nur Gliadin, nicht aber zugleich auch Glutenin unverträglich. Die in dieser Weise Betroffenen müssen deshalb zwar die klassischen Getreide (Weizen, Triticale, Roggen und ihre botanischen Vorläufer) meiden, können aber bedingt Haferflocken und sonstige daraus hergestellte Haferprodukte essen. Es muss in diesem Fall nicht nur sichergestellt sein, dass der Hafer beim lebensmitteltechnologischen Behandlungsprozess nicht mit Weizen usw. verunreinigt wurde, sondern nur speziell gereinigter Hafer kann den Grenzwert von 20ppm unterschreiten[5].
  • Die Haferflockensuppe ist auch ein traditionelles Hausmittel, beispielsweise bei Magen-Darm-Erkrankungen.
  • Haferschleim, d.h. aus Haferflocken gekochter, abgeseihter Schleim, spielte in der Vergangenheit als Babynahrung und Krankenkost eine Rolle. Er wird bei Verdauungsbeschwerden und zur Kräftigung empfohlen.

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Haferflocke – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Deutsches Ernährungs- und Informationsnetz, abgerufen am 6. September 2012
  2. "Zu viel Cholesterin?", Meldung beim Apothekenportal
  3. Beta-Glucan im Hafer; Vortragskurzfassung beim Verband der Diätassistenten - Deutscher Bundesverband e.V. (VDD) (PDF; 11 kB)
  4. Schmelzflocken sind eine eingetragene Markeder Peter Kölln KGaA
  5. Annette Immel-Sehr: Ein bisschen Gluten ist schon zu viel in Pharmazeutische Zeitung, abgerufen am 24. Juni 2014