Hagen am Teutoburger Wald

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Hagen am Teutoburger Wald
Hagen am Teutoburger Wald
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Hagen am Teutoburger Wald hervorgehoben
Koordinaten: 52° 12′ N, 7° 59′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Osnabrück
Höhe: 110 m ü. NHN
Fläche: 34,5 km2
Einwohner: 13.475 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 391 Einwohner je km2
Postleitzahl: 49170
Vorwahlen: 05401, 05405
Kfz-Kennzeichen: OS
Gemeindeschlüssel: 03 4 59 020
Gemeindegliederung: 6 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schulstr. 7
49170 Hagen a. T. W.
Webpräsenz: www.hagen-atw.de
Bürgermeister: Peter Gausmann (parteilos)
Lage der Gemeinde Hagen am Teutoburger Wald im Landkreis Osnabrück
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Über dieses Bild

Hagen am Teutoburger Wald ist eine Gemeinde im Südwesten des Landkreises Osnabrück in Niedersachsen.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hagen liegt im westlichen Teutoburger Wald in einem Talkessel, der von allen Seiten durch Wälder geschützt ist. Die Natur prägt noch immer große Teile Hagens.

Mitten durch den Hagener Talkessel fließt der Goldbach mit zahlreichen kleinen Nebenbächen, die zur Entwässerung des Talkessels beitragen.

Am Silberberg, an dem im 18. Jahrhundert silberhaltiges Erz abgebaut wurde, wächst das Galmei-Hellerkraut. Es steht auf der Roten Liste gefährdeter Arten. Der Silberberg ist seit 1937 Naturschutzgebiet; 36,6 Hektar davon sind nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie geschützt.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde grenzt im Norden an Hasbergen und im Osten an Georgsmarienhütte sowie Bad Iburg. Die anderen Nachbargemeinden gehören zum nordrhein-westfälischen Tecklenburger Land (Kreis Steinfurt): im Süden Lienen und Lengerich sowie im Westen Tecklenburg.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindeteile sind:

  • Altenhagen
  • Gellenbeck
  • Hagen (früher: Beckerode)
  • Mentrup
  • Natrup-Hagen
  • Sudenfeld

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hagen wurde 1097 das erste Mal in einer Urkunde des Adeligen Ruothward an den Bischof Wido von Osnabrück erwähnt. In dieser Urkunde wird von der „parrochia Hagen“ (Pfarrei Hagen) gesprochen. Dies deutet darauf hin, dass schon deutlich vor der urkundlichen Erwähnung 1097 eine Gemeinde Hagen mit kirchlichen Strukturen existiert hat, welche mit den heutigen Grenzen Hagens deckungsgleich ist. In der Urkunde überträgt der Osnabrücker Grundbesitzer und Adeliger Ruothward dem Osnabrücker Bischof Wido zwei Bauernhöfe in der Pfarrei Hagen und einen in der Pfarrei Bramsche, welche im nördlichen Teil des Osnabrücker Landes liegt.

Bereits am 8. Dezember 852 wurde ein Bauernhof aus dem Hagener Ortsteil Mentrup in einer Übertragung von König Ludwig der Deutsche an das neugegründete Stift Herford namentlich erwähnt. Auch die Bauerschaft Beckerode, welche später einen Ortsteil Hagens bildet, wurde bereits zwischen 1082 und 1096 im Zuge des Einnahmeregisters des Benediktinerinnenklosters Herzebrock erwähnt. Unklar bleibt hierbei die genaue Datierung des Einnahmeregisters und um welchen Hof aus der Bauerschaft Beckerode es sich genau handelt.

Am 12. April 1723 brannte fast der gesamte Ortskern Hagens nieder. Durch eine Unachtsamkeit des Küstersohnes geriet dessen Kotten in Brand. Durch die fachwerkliche Bauweise der Gebäude, die strohbedeckten Dächer und die dichte Bebauung in der Hagener Dorfstraße konnte sich das Feuer sehr schnell von Haus zu Haus ausbreiten und zerstörte neben elf Wohnungen, zwei Backhäusern und zwei Ställen auch das Pastorat, die Schule und das hölzerne Kirchturmdach inklusive der zwei Glocken. Das Kirchenschiff blieb dank des Ziegeldaches weitestgehend unbeschädigt, jedoch deuten noch heute rote Spuren im kirchlichen Mauerwerk auf den Brand hin. Auf Grund fehlender finanzieller Mittel waren erst 1736 alle sichtbaren Brandschäden behoben.

Ein weiterer, vom Ausmaß vergleichbarer Brand ereignete sich am 17. August 1892, als ein junger Bursche in der Scheune des Gibbenhofes ein Streichholz ins Stroh fallen ließ. Der Gibbenhof wurde bereits 1402 erstmals erwähnt. Die Hagener Feuerspritze, welche schnell herbeigeholt wurde, versagte ihren Dienst, weshalb eine Eimerkette vom Dorfbrunnen bis zum Gibbenhof hergestellt wurde. Als im bereits völlig in Brand stehenden Gibbenhof der „Schnapskeller“ explodierte, sprangen Funken auf nahe gelegene Gebäude über und setzten auch diese in Brand. Ein weiteres Ausbreiten der Flammen konnte auch durch die Absendung von Hagener Arbeitern aus der nahe gelegenen Eisenhütte Georgs-Marien-Bergwerks- und Hüttenverein in Georgsmarienhütte und der Unterstützung von umliegenden Feuerwehren nicht verhindert werden, so dass 18 Häuser einschließlich ihrer Nebengebäude niederbrannten. Doch im Gegensatz zum Brand von 1723 hatte dieser Brand weitaus geringere Folgen, da öffentliche Gebäude wie Kirche und Schule verschont blieben und die betroffenen Hausbesitzer allesamt in einer Brandschutzversicherung waren. Auswirkungen hatte der Brand auf das Erscheinungsbild des Ortskernes, der nun mit modernen Gebäuden bebaut wurde. Außerdem wurde Hagen eine neue, moderne Feuerspritze zugesichert, welche noch heute existiert. An den Gibbenhof erinnert die Straßenbezeichnung Gibbenhoff mit einem Hinweisschild auf den ehemaligen Hof Gibben.

Herkunft des Ortsnamens[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alte Bezeichnungen des Ortes sind um 1088 Hage, 1097 in Hagen, 1200 Hage/Hagen, 1223 Hagen, 1305 Haghen und 1359 in Haghene. Das Namenselement „hagen“ leitet sich aus dem alten Sprachgebrauch ab und bedeutet „Umzäunung, umzäuntes Grundstück, Weideplatz, Hecke“. Hagen bezeichnet in Orts- und Flurnamen den eingezäunten Raum, Bezirk oder ein eingezäuntes Waldstück.[2]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Hagen am Teutoburger Wald hieß bis 1954 Hagen-Beckerode.[3] Am 1. Juli 1968 wurden Altenhagen und Mentrup eingemeindet.[4]

Die heutige Gemeinde Hagen am Teutoburger Wald wurde durch die Gebietsreform, die am 1. Juli 1972 in Kraft trat, aus den damaligen Gemeinden Hagen am Teutoburger Wald und Niedermark gebildet.[5] Die Gemeinde Niedermark war erst am 1. Januar 1971 durch den Zusammenschluss der Gemeinden Gellenbeck, Natrup-Hagen und Sudenfeld neu gebildet worden.[5]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung seit 1987

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen von Hagen im jeweiligen Gebietsstand und jeweils zum 31. Dezember.

Bei den Zahlen handelt es sich um Fortschreibungen des Landesbetriebs für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen[6] auf der Basis der Volkszählung vom 9. Mai 2011.

Jahr Einwohner
1987 11.954
1990 12.581
1995 13.958
2000 14.219
2005 14.265
2010 14.001
2011 13.847
2014 13.445

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat hat gegenwärtig 30 Mitglieder aus vier Parteien oder Gruppen. Hinzu kommt der Bürgermeister als stimmberechtigter Vorsitzender des Rates.

Die folgende Tabelle zeigt die Kommunalwahlergebnisse seit 1996.

Rat der Gemeinde Hagen am Teutoburger Wald: Wahlergebnisse und Gemeinderäte
CDU SPD GRÜNE FDP Gesamt Wahl-
beteiligung
Wahlperiode  % Mandate  % Mandate  % Mandate  % Mandate  % Gesamtanzahl der Sitze im Rat  %
1996–2001 58,8 19 35,4 11 5,7 1 100 31 73,6
2001–2006 56,9 18 37,9 12 2,4 0 2,8 0 100 30 66,0
2006–2011 53,4 16 40,3 12 3,5 1 2,8 1 100 30 66,0
2011–2016 57,56 17 33,57 10 5,87 2 3,00 1 100 30 67,8
2016–2021 59,71 18 29,34 9 7,05 2 3,90 1 100 30 64,59
Prozentanteile gerundet.
Quellen: Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen,[7] Landkreis Osnabrück.[8][9]
Bei unterschiedlichen Angaben in den genannten Quellen wurden die Daten des Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie verwendet,
da diese eine insgesamt höhere Plausibilität aufweisen.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen Hagens besteht zum einen aus dem sechslappigen Eichenblatt, das an die sechs Ursprungsgemeinden erinnern soll, und dem halben Rad, das die Zugehörigkeit zum Osnabrücker Land ausdrückt.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wustrow, Landkreis Mecklenburgische Seenplatte, Mecklenburg-Vorpommern
  • Barczewo (Wartenburg in Ostpreußen), Powiat Olsztyński, Woiwodschaft Ermland-Masuren, Polen

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nahe der westlichen Gemeindegrenze befindet sich der Bahnhof Natrup-Hagen an der Bahnstrecke Wanne-Eickel–Hamburg. Hier halten planmäßig mindestens stündlich die Züge der Westfalenbahn in Richtung Münster oder Osnabrück.

Bus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ferner gibt es im regelmäßigen Taktverkehr Buslinien der Verkehrsgemeinschaft Osnabrück von Hagen nach Osnabrück auf drei Routen: über Holzhausen, Alt-Georgsmarienhütte bzw. Hasbergen.

Flugzeug[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hagen liegt etwa 30 Kilometer vom Flughafen Münster-Osnabrück (FMO) in Greven entfernt.

Straße[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem Auto ist Hagen über die Bundesautobahn 1, Anschlussstelle Lengerich, oder über die A 30, Anschlussstelle Sutthausen, zu erreichen. Weiter liegt Hagen im Bereich der Bundesstraße 51.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alte Kirche St. Martinus, als Konzert- und Ausstellungsraum genutzt
Fachwerkhaus in der Dorfstraße mit den Jahreszahlangaben 1723 und 1887 im Giebel
Marktauftrommler, Plastik des Bildhauers Werner Klenk aus Oelde, 1999 von Hagener Bürgern gestiftet
Sudenfelder Grützemühle
Kirschblüte im Forellental
Landschaft am Butterberg

Das Wahrzeichen Hagens ist die ehemalige St.-Martinus-Kirche. Sie wurde als Nachfolgerin einer vermutlich romanischen Kirche 1492 bis 1523 errichtet. In den 1970er Jahren wurde in der Nähe die neue römisch-katholische St.-Martinus-Kirche errichtet. Seither wird die alte Kirche für Konzerte und Ausstellungen genutzt.[10]

Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hagener Kirmes ist jedes Jahr im Herbst im gesamten Ortskern der Gemeinde. Dabei findet der traditionelle Viehmarkt („Ferkelmarkt“) immer an dem Montag nach Michaelis (29. September) statt. Im Jahr 2014 fand dieser zum 400. Mal statt und aus diesem Anlass verlieh der Osnabrücker Bischof Bode der Gemeinde formal die Marktrechte für weitere 100 Jahre.[11]

Während die Freiwillige Feuerwehr Niedermark seit über 40 Jahren im Ortsteil Gellenbeck jährlich am 30. April einen „Tanz in den Mai“ als große Zeltfete veranstaltet[12] organisiert die Freiwillige Feuerwehr Hagen seit 2009 in Anlehnung an bayrische Zeltfeste die jährlich Anfang September stattfindende „Hagener Wiesn“.[13] Von den 2.000 Besuchern kommen nahezu 95 % in typisch alpenländischen Trachten.

Zudem veranstaltet alle zwei Jahre der Musikzug im Musikverein Wiesental im Frühjahr ein dreitäges internationales Musikfest, an dem bis zu 2.000 Musikanten teilnehmen.

Ebenfalls alle zwei Jahre fand mehrere Jahre im Zentrum der Gemeinde ein Open-Air-Festival statt. Das Festival hatte im Sommer 2007 etwa 6000 Besucher. Veranstalter war der Touristikverein Hagen a. T. W. Im Jahr 2009 stand die Veranstaltung unter dem Motto „Neue Deutsche Welle-Revival“, bei dem namhafte NDW-Künstler wie Markus und Hubert Kah auftraten. Aufgrund einer neuen touristischen Marketing-Strategie („Kirsch-Gemeinde“, „Kirschhagen“) wurde das Festival 2010 neu ausgerichtet, und findet seitdem jährlich als zweitägiges „Kirschfest“ statt. Alle zwei Jahre wird als Höhepunkt des Kirschfestes am Sonntagnachmittag die Hagener Kirschkönigin proklamiert (siehe hierzu auch separates Kapitel).

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Hagen gibt es zwei größere Sportvereine, den Hagener Sportverein (HSV) und die Spielvereinigung Niedermark.

In der Fußballabteilung des Hagener SV spielte in ihrer Jugend die ehemalige Fußballnationalspielerin Nicole Brandebusemeyer, die insgesamt acht Länderspiele bestritt und u. a. dem Kader der deutschen Nationalmannschaft für die WM 1999 in den USA und für die Olympischen Spiele von Sydney (2000) angehörte.

Die Basketball-Damenmannschaft der Hagen Huskies spielte von 2003 bis 2009 in der zweiten Basketball-Bundesliga. In der Saison 2006/2007 ging es in den Playoffs um den Aufstieg in die 1. Bundesliga. Erst im Halbfinale musste man sich dem Herner TC geschlagen geben. Mit Beginn der Saison 2009/2010 zog sich die Mannschaft freiwillig aus der zweiten Liga zurück und spielt nun in der 2. Regionalliga West (4. Liga).

In den 1980er Jahren feierte die Tischtennis-Herrenmannschaft der Spvg. Niedermark in der Zweiten Bundesliga Erfolge.[14] Internationale Titel erreichte der im Verein spielende Bad Iburger Dieter Lippelt, der u. a. Tischtennisseniorenweltmeister im Einzelwettbewerb (2008; Altersklasse Ü70) und im Herren-Doppel (2006; Altersklasse Ü65) wurde. Lippelt nahm bis 2010 an allen bis dahin ausgetragenen fünfzehn Seniorenweltmeisterschaften teil.

Hagen hat sechs Schützenvereine sowie einen Bogenclub. Bekanntestes Mitglied ist der Recurve-Bogenschütze Michael Frankenberg, der an den Olympischen Spielen 2004 teilnahm.

Die erfolgreichste Sportlerin des Ortes ist Nicole Hehemann. Die gelernte Judoka errang u. a. bereits eine Goldmedaille (2004) mit der Mannschaft sowie je eine Silber- (2007) und eine Bronzemedaille (2008) bei den Weltmeisterschaften im Sumōringen der Frauen. 2007 errang sie den zweiten Platz und 2010 den dritten Platz im Einzel- und Mannschaftswettkampf der Europameisterschaft. Im März 2013 gewann Nicole Hehemann bei der EM der Sumo-Ringer im holsteinischen Ort Pönitz im Einzel- und Mannschaftswettbewerb die Goldmedaille.

Der Hagener Reitverein „St. Martinus Hagen“ richtet alle zwei Jahre ein Reitturnier aus.

Koppel mit Borgberg

Internationale Reitturniere (u. a. „Horses & Dreams“) und Pferdesportwettkämpfe gibt es regelmäßig auf dem Gelände des „Hofs Kasselmann“, dessen Besitzer Ulrich Kasselmann gemeinsam mit der deutschen Springreiterlegende Paul Schockemöhle in der Gemeinde Ankum einmal jährlich die größte internationale Pferdeauktion („P.S.I.-Auktion“) veranstaltet. Im August 2005 wurde die Europameisterschaft der Dressurreiter auf dem „Hof Kasselmann“ ausgetragen, bei der die Deutsche Mannschaft die Goldmedaille gewann.

Bekannte und gleichermaßen erfolgreiche Pferdesportler des Ortes sind Vater und Sohn Jürgen und Christoph Koschel, die seit 2006 in Hagen a. T. W. leben und direkt neben dem „Hof Kasselmann“ den „Hof Beckerode“ führen. Christoph Koschel ist aktuell einer der erfolgreichsten deutschen Dressurreiter.

Nachdem Nachwuchsreiter Max Haunhorst bereits mehrere bedeutsame regionale und überregionale Jugend- und Junioren-Titel im Springreiten gewonnen hatte, wurde er im September 2017 Deutscher Junioren-Meister im Springreiten.[15]

Obstbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits für das 16. Jahrhundert ist belegt, dass in der Gemeinde Hagen Süßkirschen in großem Umfang angebaut wurden. Um 1900 war Hagen eines der bedeutendsten Kirschanbaugebiete Deutschlands.[16] Die wirtschaftliche Bedeutung des Kirschenanbaus, der auf großkronigen Obstbäumen betrieben wurde, ging jedoch stetig zurück, da sich in Deutschland zunehmend der intensive Plantagenobstbau entwickelte und durchsetzte.

Die Gemeinde Hagen setzt sich jedoch für den Erhalt der noch vorhandenen und zum Teil schon sehr alten Bäume ein und fördert den Neuanbau hochstämmiger Kirschbäume. Heute stehen auf dem Gebiet der Gemeinde Hagen noch etwa 2000 Süßkirschenbäume.

Die Gemeinde Hagen war Teilnehmer eines BLE-Modellvorhabens zum Thema Süßkirschenvielfalt, dass 2010 abgeschlossen wurde.[17] Im Rahmen dieses Projektes wurden im Altbestand 41 Kirschsorten pomologisch identifiziert, von denen zuvor 7 Sorten verschollen waren. Hagen ist Sammlungspartner der Deutschen Genbank Obst.

Hagener Kirschkönigin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Unterstützung der touristischen Ausrichtung als Gemeinde in einem traditionellen Anbaugebiet für Kirschen wird seit 2003 alle zwei Jahre eine ehrenamtliche Kirschkönigin proklamiert[18], die als Botschafterin der Gemeinde repräsentative Aufgaben im Gemeindeleben, aber auch bei überregionalen Veranstaltungen (z. B. Tourismusmessen, „Grüne Woche“, Veranstaltungen der Arbeitsgemeinschaft Deutsche Königinnen e.V.) wahrnimmt.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Menschen, Bilder und Geschichten. Alltägliches aus Hagen, Hasbergen und Georgsmarienhütte; Doris Schoenhoff (Hrsg.), Selbstverlag, Hagen a.T.W. 2003.
  • Hagen am Teutoburger Wald – Ortschronik. Rottmann, Rainer; Gemeinde Hagen a.T.W. (Hrsg.), Steinbacher Druck GmbH, Osnabrück 1997.
  • Hagen am Teutoburger Wald – Bilder, die erzählen, Band I. Beermann, Werner und Görbing, Dieter; Georgsmarienhütte 1981.
  • Hagen am Teutoburger Wald – Bilder, die erzählen, Band II. Beermann, Werner und Görbing, Dieter; Georgsmarienhütte 1986.
  • Hagen a.T.W. – Chronik und Heimatbuch. Aus der Vergangenheit in die Gegenwart. Herkenhoff, Hermann; Selbstverlag der Gemeinde, Osnabrück 1976.
  • Hagen a.T.W. – im Laufe der Zeit... : eine Gemeinde verändert ihr Gesicht; Bilder von gestern und vorgestern. Werner Beermann und Dieter Görbing, Selbstverlag, Georgsmarienhütte 2007.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 100 Bevölkerungsfortschreibung – Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. Der Ortsnamenforscher auf NDR 1 Niedersachsen, Recherche Jürgen Udolph
  3. Deutsches Ortsnamenbuch, Walter de Gruyter GmbH & Co KG, 2012
  4. Gesetz über den Zusammenschluß der Gemeinden Hagen am Teutoburger Wald, Mentrup und Altenhagen vom 27. Juni 1968
  5. a b Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 258.
  6. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, Bevölkerungsfortschreibung
  7. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, Tabelle 5000311
  8. Landkreis Osnabrück, Amtliche Endergebnisse der Kreiswahl am 9. September 2001 (Memento vom 25. Mai 2005 im Internet Archive) (PDF; 528 kB)
  9. Die Kommunalwahl Landkreis Osnabrück vom 11. September 2011 (enthält auch Ergebnisse 2006). Landkreis Osnabrück; abgerufen am (PDF 8,0MB S. 61 Spalte "Gemeindewahlen").
  10. Ursprüngliche und neue St.-Martinus-Kirche
  11. Artikel der Neuen Osnabrücker Zeitung zum 400. Ferkelmarkt abgerufen am 12. Oktober 2015
  12. [1] Artikel auf Homepage der Freiwilligen Feuerwehr Niedermark
  13. [2] Info zu Hagener Wiesn
  14. Zeitschrift DTS, 1988/8 S. 30–31.
  15. https://www.djm2017.de/news/ | Siegerliste auf offizieller Turnierseite
  16. http://www.hagen-atw.de/staticsite/staticsite.php?menuid=480&topmenu=3
  17. Abschlussbericht Erhaltung der Süßkirchensortenbestände in Hagen a.T.W. und Witzenhausen von W. Dierend, Dr. H. Schacht, A. Oetmann-Mennen, H.-J. Bannier und E. Klinger, 2010, abrufbar unter: http://download.ble.de/05BM008_3.pdf
  18. http://www.hagen-atw.de/freizeit-kultur-tourismus/die-kirsche-in-hagen-a.t.w/monster-und-koenigin/kirschkoenigin.html

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hagen am Teutoburger Wald – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien