Hagenbach

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Hagenbach (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Hagenbach
Hagenbach
Deutschlandkarte, Position der Stadt Hagenbach hervorgehoben
Koordinaten: 49° 1′ N, 8° 15′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Germersheim
Verbandsgemeinde: Hagenbach
Höhe: 104 m ü. NHN
Fläche: 15,85 km²
Einwohner: 5359 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 338 Einwohner je km²
Postleitzahl: 76767
Vorwahl: 07273
Kfz-Kennzeichen: GER
Gemeindeschlüssel: 07 3 34 008
Adresse der Verbandsverwaltung: Ludwigstraße 20
76767 Hagenbach
Webpräsenz: www.hagenbach.de
Stadtbürgermeister: Franz Xaver Scherrer (CDU)
Lage der Stadt Hagenbach im Landkreis Germersheim
Wörth am Rhein Germersheim Zeiskam Ottersheim bei Landau Knittelsheim Bellheim Scheibenhardt Berg (Pfalz) Hagenbach Neuburg am Rhein Jockgrim Neupotz Hatzenbühl Rheinzabern Steinweiler Erlenbach bei Kandel Kandel (Pfalz) Winden (Pfalz) Vollmersweiler Freckenfeld Minfeld Leimersheim Kuhardt Rülzheim Hördt Schwegenheim Lingenfeld Freisbach Weingarten (Pfalz) Westheim (Pfalz) Lustadt Baden-Württemberg Frankreich Speyer Rhein-Pfalz-Kreis Neustadt an der Weinstraße Landkreis Südliche Weinstraße Landau in der PfalzKarte
Über dieses Bild
Hagenbach mit alter Überfahrt über den Rhein (Ausschnitt der Rheinstromkarte von Wilhelm Besserer) ca. 1590

Hagenbach ist eine Stadt im Landkreis Germersheim im Südosten von Rheinland-Pfalz. Sie ist Verwaltungssitz der Verbandsgemeinde Hagenbach und gemäß Landesplanung als Grundzentrum ausgewiesen.[2]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hagenbach liegt in der Oberrheinischen Tiefebene östlich des Bienwaldes. Das Stadtgebiet breitet sich etwa 3,5 km westlich des Rheins aus – stromabwärts betrachtet zwischen Neuburg am Rhein im Süden und dem Wörther Stadtteil Maximiliansau im Nordosten. Im Südosten reicht das Stadtgebiet an zwei Stellen bis an das Rheinufer; zwischen beiden liegt eine Exklave von Neuburg am Rhein. Vom Grenzgebiet Neuburgs in Richtung Norden zieht sich der bei Hagenbach eine u-förmige Schleife bildende und vom Heßbach durchflossene Hagenbacher Altrhein; östlich davon liegt im Wörther Stadtgebiet der Insel Nauas Altrhein.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbargemeinden von Hagenbach sind im Westen und Norden die Stadt Wörth am Rhein, im Osten jenseits des Rheins die Großstadt Karlsruhe, im Süden die Ortsgemeinde Neuburg am Rhein und im Südwesten die Ortsgemeinde Berg. Neuburg und Berg gehören zur Verbandsgemeinde Hagenbach.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Urgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Teil des Hortfundes von Hagenbach, Historisches Museum der Pfalz

Schon zur Römerzeit war das Gebiet besiedelt. Der vorwiegend aus Silberschmuck bestehende „Hortfund von Hagenbach“ enthält Beute eines germanischen Kriegszugs aus dem 3. Jahrhundert, die vermutlich aus einem römischen Tempelbezirks Aquitaniens stammt. Der Fund wird heute im Historischen Museum der Pfalz in Speyer aufbewahrt.

Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es folgten die Burgunden und im 6. Jahrhundert auf die Franken. Die älteste erhaltene Erwähnung von Hagenbach stammt aus einer Schenkungsurkunde König Ludwigs des Deutschen von 848. 1281 verlieh der römisch-deutsche König Rudolf von Habsburg Hagenbach das Stadtrecht. Teile der Stadtmauer sind noch heute erhalten.

Hagenbach war der führende Ort der Büttelei Hagenbach.[3] Bei den beiden Landesteilungen der Herrschaft Lichtenberg, die um 1330 und im Jahr 1335 stattfanden, wird die Hälfte des Dorfes Hagenbach als Bestandteil dieser Herrschaft genannt. Diese wird dabei dem Landesteil der „mittleren Linie“, den Nachkommen Ludwigs III. von Lichtenberg, zugeordnet.[4] 1396 wurde die Lichtenberger Hälfte des Dorfes – unter Ausnahme der kleinen örtlichen Burg – dann als Pfand für die Mitgift anlässlich der Heirat von Adelheid von Lichtenberg, Tochter von Johann IV. von Lichtenberg, mit Johann von Finstingen den Herren von Finstingen überlassen.[5] Dieses Pfand gelangte später an Nassau-Saarbrücken.

Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Bauernkrieg wurde die örtliche Burg 1525 zerstört. Das Pfand Hagenbach wurde erst unter den Nachfolgern der Lichtenberger, den Grafen von Hanau-Lichtenberg, 1544 wieder ausgelöst.[6]

Seit dem 22. Januar 2006 besitzt Hagenbach wieder Stadtrechte.[7]

Einwohnerentwicklung[2][1][Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1815 1.284
1835 1.644
1871[8] 1.819
1905 1.741
1939 2.338
1950 2.336
Jahr Einwohner
1961 2.729
1970 4.234
1987 4.556
1997 5.493
2005 5.429
2014 5.359

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2012 waren 48,3 Prozent der Einwohner katholisch und 20,4 Prozent evangelisch. Die übrigen gehörten einer anderen Religion an oder waren konfessionslos.[9]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Stadtrat in Hagenbach besteht aus 22 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Stadtbürgermeister als Vorsitzenden.

Die Sitzverteilung im Stadtrat:[10]

Wahl SPD CDU FWH Gesamt
2014 8 11 3 22 Sitze
2009 7 12 3 22 Sitze
2004 6 13 3 22 Sitze

Orts- bzw. Stadtbürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1945–1960: Hermann Meyer
  • 1960–1987: Karl August Vogel (CDU)
  • 1987–1994: Hermann Dreizehnter (CDU)
  • seit 1994: Franz Xaver Scherrer (CDU)

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung lautet: „In Silber eine bewurzelte grüne Buche“. Das Wappen wurde 1911 von Prinzregent Luitpold von Bayern genehmigt und geht zurück auf ein Siegel aus dem Jahr 1297.[11]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kreuzigungsgruppe Hagenbach

Im Ortskern finden sich gepflegte Fachwerkhäuser. Die Kirche St. Michael von 1752 hat eine reichhaltige Rokokoausstattung. Hinter der Kirche ist noch ein Rest der alten Ortsbefestigung zu sehen und auf dem alten Friedhof das Denkmal „Kreuzigungsgruppe“ von 1835. Die Lourdesgrotte am Hochufer ist alljährlich das Ziel von Gläubigen.

Nahe Hagenbach (an der Straße nach Langenberg) befinden sich die Reste einer Römerstraße sowie die Kopien zweier römischer Meilensteine. Die Römerstraße lässt sich bis nach Wörth verfolgen.

Zwischen Hagenbach und Scheibenhardt verläuft der Skulpturenweg Hagenbach – Lauterburg.

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Hagenbach

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hagenbach liegt etwas abseits der A 65. Die Stadt hat einen Haltepunkt an der Bahnstrecke Wörth–Strasbourg.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mehrere Automobilzulieferer haben sich in den vergangenen Jahren in der Gemeinde angesiedelt. Größter Arbeitgeber ist das Entwicklungszentrum von Faurecia Innenraumsysteme. Dort werden Instrumententafeln und Cockpits für die Automobilindustrie entwickelt. 2003 hatte der Standort 550 Mitarbeiter. Das Werk ist 18.000 m² groß.[12]

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Sitz der Verbandsgemeinde beherbergt Hagenbach deren Verwaltung. Neben der Hainbuchenschule befindet sich das Jugendzentrum, das alle Jugendlichen willkommen heißt.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hagenbach – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2014 (Hilfe dazu).
  2. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Eyer, S. 55, 240.
  4. Eyer, S. 79.
  5. Eyer, S. 103.
  6. Eyer, S. 103.
  7. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006, S. 204 (PDF; 2,1 MB)
  8. Die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen.
  9. Ewois, Stand: 31. Juli 2012
  10. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  11. Karl Heinz Debus: Das große Wappenbuch der Pfalz. Gräber, Neustadt an der Weinstraße 1988, ISBN 3-9801574-2-3.
  12. Faurecia-Pressemitteilung vom 19. September 2003 (PDF; 31 kB), abgerufen am 8. September 2013.