Hahnheide

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Naturschutzgebiet „Hahnheide“
Mittelteich

Mittelteich

Lage Nordöstlich Trittau Kreis Stormarn, Schleswig-Holstein
Fläche 1.450 ha
Kennung NSG Nr. 23
Geographische Lage 53° 37′ N, 10° 27′ OKoordinaten: 53° 37′ 0″ N, 10° 27′ 0″ O
Hahnheide (Schleswig-Holstein)
Hahnheide
Einrichtungsdatum 2. März 1938
Verwaltung LLUR
f6
Straße durch die Hahnheide
Hahnheider Turm 27 m hoch

Die Hahnheide ist eine leicht hügelige Waldlandschaft im Osten der Gemeinde Trittau (Kreis Stormarn) in Schleswig-Holstein und liegt im Naturraum Stormarner Endmoräne.

Im Mittelalter war die Hahnheide, der Name bedeutet „Hohe Heide“, noch mit dem Sachsenwald verbunden. Durch die wirtschaftliche Nutzung bis 1821 schrumpfte der Waldbestand immer mehr. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde mit der Wiederaufforstung begonnen, so dass heute wieder 95 % der Fläche bewaldet sind. Das Gebiet wurde 1938 unter Naturschutz gestellt.[1]

Die Gebietsgröße wurde 1938 mit 1.450 ha angegeben, moderne digitale Flächenberechnungen führten 2018 zu einer Korrektur auf 1401 ha.[2] In dem Waldgebiet befindet sich der Große Hahnheider Berg (99 m ü. NN). Dort wurde 1974 ein nach dem ehemaligen Bürgermeister Otto Hergenhan „Langer Otto“ genannter, hölzerner Aussichtsturm erbaut und 2001 mit einer Höhe von 27 m neu errichtet. Höchste Erhebung ist allerdings der Kleine Hahnheider Berg, der kurioserweise mit 100,1 m ü. NN ein wenig höher ist als sein direkt gegenüber gelegenes Pendant.

Die im 18. Jahrhundert angelegte Straße durch die Hahnheide von Trittau nach Hohenfelde besteht aus einem gepflasterten Teil auf der einen Seite und einem unbefestigten sogenannten Sommerweg auf der anderen Seite. Sie steht heute unter Denkmalschutz.[3]

2018 wurde durch den damaligen schleswig-holsteinischen Umweltminister Robert Habeck die Naturschutzgebietsverordnung novelliert.[4] Durch die Novellierung sind mehrere Teilflächen des Waldnaturschutzgebietes als Naturwaldzelle ausgewiesen. Insgesamt 275 Hektar, die verschiedene Lebensraumtypen umfassen, werden der natürlichen Entwicklung überlassen, nur noch die nicht standortheimischen Nadelbäume werden entnommen. In den neuen Naturwaldreservaten enthalten ist das 25 ha große Gebiet, das seit 1982 als Naturwaldzelle ausgewiesen ist.[5]

Das Naturschutzgebiet Hahnheide gehört zum europäischen Schutzgebietsnetzwerk Natura 2000, seit 1999 als Vogelschutzgebiet und seit 2008 als FFH-Gebiet.[6] Nach FFH-Richtlinie und Vogelschutz-Richtlinie sind die Länder verpflichtet, mit Erhaltungsmaßnahmen in den Schutzgebieten des Netzes Natura 2000 eine Verschlechterung der natürlichen Lebensräume zu vermeiden. Die Erhaltungsmaßnahmen hat Schleswig-Holstein 2012 in einem Managementplan dargelegt.[7]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ulrike Graeber: Naturschutzgebiet Hahnheide. In: Stormarn, die grüne Brücke zwischen Hamburg und Lübeck. Bad Oldesloe 1998, S. 159–161.
  • Bernd Friz: Das Naturschutzgebiet „Hahnheide“. In: Naturschutz und Landschaftspflege im Kreis Stormarn. Neumünster 1991, S. 34–48.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Hahnheide – Sammlung von Bildern und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Verordnung über das "Naturschutzgebiet Hahnheide" im Forstamt Trittau, Kreis Stormarn. Kreis Stormarn, 2. März 1938, abgerufen am 28. März 2020.
  2. Novelle der Verordnung zum Naturschutzgebiet Hahnheide erlassen. Landesregierung, 15. Juni 2018, abgerufen am 28. März 2021.
  3. Denkmalliste Stormarn. (PDF) Kreis Stormarn, 6. Januar 2020, S. 64–66, abgerufen am 28. März 2020.
  4. Novelle der Verordnung zum Naturschutzgebiet Hahnheide erlassen. Landesregierung, 15. Juni 2018, abgerufen am 28. März 2021.
  5. Steckbrief der Naturwaldzelle Hahnheide (Memento vom 4. März 2016 im Internet Archive)
  6. Beschreibung des Gebietes NSG Hahnheide. Abgerufen am 28. März 2021.
  7. Managementplan für das Fauna-Flora-Habitat-Gebiet DE-2328-354 und das Europäische Vogelschutzgebiet DE-2328-401 „NSG Hahnheide“. (PDF) 11. Juli 2016, abgerufen am 28. März 2021.