Haider al-Abadi

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Haider al-Abadi (2017)

Haider al-Abadi (arabisch حيدر العبادي, DMG Ḥaidar al-ʿIbādī; * 25. April 1952 in Bagdad) ist ein irakischer Politiker und amtierender Premierminister.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Al-Abadi wurde 1952 als Sohn eines renommierten irakischen Mediziner, der als Krankenhausdirektor und Generalinspektor im Gesundheitsministerium tätig war, in Bagdad geboren. 1967 trat er der Islamischen Dawa-Partei bei. Er studierte Elektrotechnik an der Technischen Universität Bagdad und absolvierte 1975 seinen Abschluss als Bachelor of Arts.

Danach ging al-Abadi nach London, wo er 1980 an der Universität Manchester zum Doctor of Philosophy promovierte. Nachdem Saddam Hussein 1979 an die Macht kam, blieb er mit seinem Vater im Exil in Großbritannien. Zwei Brüder von ihm wurden Anfang der 80er vom Saddam-Regime hingerichtet und ein dritter zehn Jahre inhaftiert. Außerdem wurde sein irakischer Ausweis, wegen angeblicher Verschwörung gegen die Baath-Partei, beschlagnahmt. Während seiner Zeit im Exil arbeitete er u. a. als Forschungsleiter, Berater für Transportangelegenheiten und Generaldirektor eines Design- und Technologieunternehmens. 1998 erhielt er ein Stipendium für technologische Innovation vom britischen Department of Trade and Industry.

Nach dem Irakkrieg und dem Verbot der Baath-Partei kehrte al-Abadi 2003 in den Irak zurück. Wenig später protestierte er mit den Mitgliedern des Irakischen Regierungsrates gegen die Privatisierungspläne der Übergangsverwaltung der Koalition. Vom 1. September 2003 bis zum 1. Juni 2004 war er Kommunikationsminister, wobei er sich vor allem mit der Lizenzierung von Telekommunikationsunternehmen befasste. Von Januar bis Dezember war er ein Berater von Premierminister Iyad Allawi und seinem Nachfolger Ibrahim al-Dschafari. In der darauf folgenden Wahl zum Repräsentantenrat wurde er in den Repräsentantenrat gewählt und zum Vorsitzenden des Ausschuss für Wirtschaft, Investitionen und Wiederaufbau ernannt. 2010 wurde Haider in diesem Amt bestätigt und 2013 leitete er den Finanzausschuss.

Al-Abadi wurde am 11. August 2014 von Staatspräsident Fuad Masum vor dem Hintergrund der schweren innenpolitischen Krise als Nachfolger von Nuri al-Maliki für das Amt des Premierminister des Irak nominiert.[1]Nachdem Maliki widerwillig am 14. August 2014 zurücktrat, wurde al-Abadi am 8. September 2014 vereidigt und das Kabinett al-Abadi bestätigt. Vorausgegangen war die Wahl zum Repräsentantenrat vom 30. April, bei dem die Rechtsstaat-Koalition mit Abstand die meisten Stimmen errang.[2] Nachdem er ab dem 15. Januar 2007 bereits Stell­vertretender Vorsitzender der Dawa-Partei war, ist er seit der Verteidigung auch Parteivorsitzender. Bis zu seinem Amtsantritt besaß er neben der irakischen auch die britische Staatsangehörigkeit, die er nach seiner Ernennung zum Premierminister aufgab.[3][4] Im Dezember 2014 gestand er der kurdischen Regionalregierung in einem Vertrag die Hälfte des gesamten Einkommens aus von Kurden kontrollierten Ölfeldern zu. Außerdem kämpft er gegen die Korruption in der irakischen Armee und engagiert sich für mehr Sunniten in der Regierung.

Al-Abadi ist verheiratet und Vater von drei Kindern.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblink[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Nuri al-Maliki will al-Abadi als Premier unterstützen. In: Spiegel Online. 14. August 2014, abgerufen am 3. Februar 2015.
  2. Inga Rogg: Maliki gewinnt die Wahl im Irak. In: Neue Zürcher Zeitung. 19. Mai 2014, abgerufen am 3. Februar 2015.
  3. http://english.alarabiya.net/en/News/middle-east/2014/09/14/Iraqi-PM-Abadi-renounces-British-citizenship.html
  4. Iraqi PM renounces British citizenship. In: USA TODAY. (usatoday.com [abgerufen am 6. Juli 2017]).