Haidmühle

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Haidmühle
Haidmühle
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Haidmühle hervorgehoben
Koordinaten: 48° 50′ N, 13° 47′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Freyung-Grafenau
Höhe: 831 m ü. NHN
Fläche: 21,03 km2
Einwohner: 1353 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 64 Einwohner je km2
Postleitzahl: 94145
Vorwahl: 08556
Kfz-Kennzeichen: FRG, GRA, WOS
Gemeindeschlüssel: 09 2 72 122
Gemeindegliederung: 13 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Dreisesselstr. 12
94145 Haidmühle
Webpräsenz: www.gde-haidmuehle.de
Bürgermeisterin: Margot Fenzl (Wählergemeinschaft Haidmühle/Bischofsreut/Frauenberg)
Lage der Gemeinde Haidmühle im Landkreis Freyung-Grafenau
Landkreis RegenLandkreis DeggendorfLandkreis PassauSchöfwegWaldhäuserwaldSchönbrunner WaldSchlichtenberger WaldSankt OswaldPleckensteiner WaldPhilippsreuter WaldMauther ForstSpiegelauGraineter WaldAnnathaler WaldZentingWaldkirchenThurmansbangSpiegelauSchönberg (Niederbayern)NeuschönauSankt Oswald-RiedlhütteSaldenburgRöhrnbachRingelaiPhilippsreutPerlesreutNeureichenauMauthJandelsbrunnInnernzellHohenau (Niederbayern)HinterschmidingGrainetGrafenau (Niederbayern)FürsteneckFreyungEppenschlagSchöfwegLeopoldsreuter WaldFrauenberger und Duschlberger WaldHaidmühleÖsterreichTschechienKarte
Über dieses Bild

Haidmühle ist eine Gemeinde im niederbayerischen Landkreis Freyung-Grafenau und ein staatlich anerkannter Erholungsort.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick vom Haidel auf Haidmühle

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt in der Region Donau-Wald an der Kalten Moldau im Bayerischen Wald, direkt an der Grenze zu Tschechien an der Glasstraße. Haidmühle befindet sich 25 km von Freyung, 24 km von Waldkirchen und 20 km von der Grenze zu Österreich entfernt.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die politische Gemeinde besteht aus folgenden Ortsteilen:

Es existieren folgende Gemarkungen: Bischofsreut, Philippsreut, Frauenberg.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der heute namensgebende Ortsteil Haidmühle wurde 1770 gegründet und ist daher eine der jüngsten Siedlungen im Landkreis Freyung-Grafenau – entstanden durch die Errichtung einer Mühle. Bereits seit dem 15. Jahrhundert führte ein Weg, der sogenannte Haidweg von Fürholz her zur „großen Haid“ und weiter durch das Tal der Kalten Moldau nach Wallern und Krummau in Böhmen.[2] Der Ortsteil Frauenberg ist eine dicht am Berg Dreisessel gelegene Streusiedlung und bereits im Jahr 1724 entstanden. Das kleine Dorf gehörte bis 1765 zur österreichischen Herrschaft Rannariedl und wurde dann vom Passauer Fürstbischof Firmian mit den sieben künischen Dörfern zurückgekauft.[3] Durch den ältesten, 1705 zur Grenzsicherung gegründeten Ortsteil Bischofreut führt der alte Handelsweg Goldener Steig.

Haidmühle, im ehemaligen Hochstift Passau gelegen, wurde 1803 mit dem größten Teil des hochstiftlichen Gebietes zugunsten Ferdinands von Toskana säkularisiert und fiel erst 1805 mit den Friedensverträgen von Brünn und Preßburg an Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

19. und 20. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bau eines Eisenhammerwerkes 1840 und die Eröffnung der Bahnlinie Waldkirchen – Frauenberg – Haidmühle – Prachatitz 1910 führten zu einem wirtschaftlichen Aufschwung.

Um 1912 begann der Tourismus, wodurch Haidmühle einer der ältesten Tourismusorte im unteren Bayerischen Wald wurde[4]. Seit 1946 gehörte die ehemalige Glashüttensiedlung Schwarzenthal zur Gemeinde Bischofsreut, die 1978 zu Haidmühle kam.

Am 27. April 1951 wurde der Gemeindename Frauenberg amtlich in Haidmühle geändert.[5]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Mai 1978 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Bischofsreut (ab dem 27. April 1951, vorher Leopoldsreut) eingegliedert.[6]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1961: 1954 Einwohner
  • 1970: 1778 Einwohner
  • 1987: 1526 Einwohner
  • 1991: 1574 Einwohner
  • 1995: 1544 Einwohner
  • 2000: 1512 Einwohner
  • 2005: 1506 Einwohner
  • 2010: 1404 Einwohner
  • 2015: 1341 Einwohner

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Rathaus von Haidmühle

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat setzt sich seit der Kommunalwahl am 16. März 2014 wie folgt zusammen:

Bürgermeisterin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeisterin ist Margot Fenzl (Wählergemeinschaft Haidmühle/Bischofsreut/Frauenberg).

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die katholische Pfarrkirche St. Maximilian

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das Kulturlandschaftsmuseum KuLaMu in der Schulstraße 39 bietet bayer- und böhmerwaldtypische Relikte der traditionellen Kulturlandschaft an.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • In Haidmühle finden jährlich internationale Schlittenhunderennen statt.
  • Im Ortsteil Bischofsreut findet alle 2–3 Jahre das historische Festspiel Leopoldsreut statt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gab 1998 im Bereich der Land- und Forstwirtschaft keine, im produzierenden Gewerbe 67 und im Bereich Handel und Verkehr keine sozialversicherungspflichtig Beschäftigten am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 83 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 449. Im verarbeitenden Gewerbe gab es zwei Betriebe, im Bauhauptgewerbe keine Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 74 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 522 ha. Davon waren 3 ha Ackerfläche und 520 ha Dauergrünfläche.

Schild an der Grenze zu Nové Údolí

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof von Haidmühle war vor dem Ersten Weltkrieg an die Eisenbahn von Passau nach Budweis (Österreich-Ungarn) angebunden. Von Passau fuhr die Königlich Bayerische Staatseisenbahn über Waldkirchen nach Haidmühle (Bahnstrecke Passau–Freyung und Bahnstrecke Waldkirchen–Haidmühle); ab Haidmühle ging es weiter mit den kaiserlich-königlichen österreichischen Staatseisenbahnen über Neuthal und Wallern in Richtung Budweis (Bahnstrecke Číčenice–Haidmühle). 1945 endete der grenzüberschreitende Verkehr. Bis 1963 fuhren noch Personenzüge nach Waldkirchen; der Güterverkehr wurde schließlich 1975 oberhalb Jandelsbrunn stillgelegt. Heute ist die Strecke abgebaut. Auf einem Teil der Trasse befindet sich das Klärwerk von Haidmühle. Wenige Meter vom Ort entfernt ist der Grenzübergang Nové Údolí (Neuthal) nach Stožec (Tusset), der für Fußgänger und Radfahrer geöffnet ist. Hier endet direkt am Grenzübergang auf tschechischer Seite die ehemalige Bahnstrecke Passau–Prachatice (Prachatitz), die heute von Regionalzügen nach Volary (Wallern) befahren wird. Ein Teil der Strecke ist als Museumsbahn (Pošumavská jižní dráha) in Betrieb.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 2012):

  • Kindergarten: 50 Kindergartenplätze bei 32 betreuten Kindern, davon 2 unter drei Jahren
  • Grundschule: 4 Lehrer und 57 Schüler in 3 Klassen[7]

Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit Juli 2014 gibt es das unabhängige Nachrichten-, Kultur- und Kommunikationsportal www.haibischl.de, welches ehrenamtlich von Haidmühler Bürgen betrieben wird.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 4. Januar 2018 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Touristinfo Haidmuehle: Haidmühle. In: www.haidmuehle.eu. Abgerufen am 7. Oktober 2016.
  3. ebd.
  4. Touristinfo Haidmuehle: Haidmühle. In: www.haidmuehle.eu. Abgerufen am 7. Oktober 2016.
  5. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 596.
  6. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 628.
  7. Bay. Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung: Statistik Kommunal 2012

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Haidmühle – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien