Haier

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Haier Smart Home Co., Ltd.

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Rechtsform Ltd.
ISIN CNE1000031C1
Gründung 1984
Sitz Qingdao, China VolksrepublikVolksrepublik China Volksrepublik China
Leitung Zhang Ruimin[1]
Mitarbeiterzahl 70.000 (2011)[2]
Umsatz 159 Mrd. RMB.¥ (2017)[1]
Branche Unterhaltungselektronik, Haushaltsgeräte
Website www.haier.net

Haier (chinesisch 海尔, Pinyin Hǎiěr [˨˩˦ xai ˧˥ ɤɻ]; englische Eigenbezeichnung Haier Group;[3] handelsrechtlich Haier Smart Home Co., Ltd.) ist ein chinesischer Industriekonzern und seit 2009 mit 5,1 % Marktanteil weltweit Marktführer im Bereich Haushaltsgroßgeräte (big appliances)[4]; bis 2011 stieg der weltweite Marktanteil auf 7,8 %[5][6]. Der Name leitet sich von der zweiten Silbe des deutschen Unternehmens Liebherr ab (chinesisch 青岛—利勃海尔, Pinyin qīngdǎo—lìbóhǎiěr). Haier gelang innerhalb von 20 Jahren der Aufstieg von einer einfachen Kühlschrankfabrik zum multinationalen Konzern.

Die Haier Smart Home Co. ist ebenso wie ihre Tochtergesellschaft Haier Electronics Group börsennotiert.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Altes Haier-Logo vor dem Werk in Qingdao

Als Qingdao Refrigerator Co. wurde Haier 1984 im chinesischen Qingdao gegründet.[7] Das Unternehmen hatte in den frühen Jahren eine Kooperation mit Liebherr-Hausgeräte.[8] Das Logo stammt aus der Zeit der Kooperation und sollte mit einem asiatischen Jungen und einem europäischen Jungen das gemeinsame Wachsen verdeutlichen. 1991 erfolgte eine Umbenennung in „Qingdao Haier“ und 1992 in den Namen „Haier“ bzw. „Haier Group“.[9] Seit Juni 2019 firmiert das Unternehmen unter Haier Smart Home.[10]

Die geplante Übernahme des US-Hausgeräteherstellers Maytag 2005 scheiterte an Bedenken auf chinesischer Seite, woraufhin der Haier-Konkurrent Whirlpool für Maytag 2 Milliarden Euro zahlte[9]. Weltweit arbeiteten 2006 mehr als 50.000 Menschen für Haier und erwirtschaften einen Umsatz von 16 Milliarden Dollar.[2] 2011 stieg der Umsatz auf 151 Milliarden Yuan (24,2 Milliarden US-Dollar)[5], die mit 70.000 Mitarbeitern[9] erzielt wurden. Ebenfalls 2011 übernahm Haier den Haushaltsgeräte-Bereich von Sanyo[9]. Im November 2012 kaufte Haier für 760 Millionen US-Dollar rund 70 % des neuseeländischen Fisher & Paykel-Konzerns, nachdem davor schon etwa 20 % im Besitz von Haier waren.[5]

Im Januar 2016 gab Haier die Übernahme der Hausgerätesparte GE Appliance vom amerikanischen Mischkonzern General Electric bekannt. Der Kaufpreis beträgt 5,4 Mrd. US-Dollar. Abgewickelt wird die Übernahme über das börsennotierte Unternehmen Qingdao Haier, das sich zu 41 % im Besitz der Haier Group befindet.[11][12] Im Oktober 2018 erwarb Haier für EUR 475 Mio den italienischen Haushaltsgerätehersteller Candy, der insbesondere für seine Waschmaschinen bekannt ist und in Südeuropa, der Türkei und Russland gute Marktpositionen innehat.[13]

Im D-A-CH-Raum ist die Gruppe seit dem Jahr 2006 durch die Haier Deutschland GmbH mit Sitz in Bad Homburg vertreten.[14] In Nürnberg wird ein Forschungs- und Entwicklungszentrum betrieben.

Markenname[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptgebäude der Haier Group in Qingdao

Eine von McKinsey im August 2005 durchgeführte Umfrage unter den Lesern der Financial Times ermittelte Haier als das chinesische Unternehmen mit dem stärksten Markennamen.[15] Inzwischen reicht die Produktpalette vom Kühlschrank über den Fernseher bis zum Handy. Firmen wie Haier oder FAW-Volkswagen werden oft als Musterbeispiele für den Aufstieg der chinesischen Wirtschaft zitiert.

Forschung und Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1995 erhöhte Haier seine Investitionen in Forschung und Entwicklung deutlich. 1995 wurden noch keine Patente angemeldet, 2007 waren es ca. 200 Patent- sowie 200 Gebrauchsmusteranmeldungen.[16]

Produktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2014 beschäftigte Haier 70.000 Mitarbeiter und besaß 29 Fabriken weltweit, davon 13 in China. In Europa werden im italienischen Campodoro Kühlschränke montiert. 50 % der Teile werden dazu aus Asien importiert. Haier besitzt Fertigungsstätten in fünf afrikanischen Ländern: Tunesien, Nigeria, Ägypten, Algerien und Südafrika. In den Vereinigten Staaten gibt es zwei Werke in Camden und in South Carolina, auf dem Haier Boulevard. Haier produziert eine Produktpalette für die Ausstattung von privaten Haushalten, nämlich Durchlauferhitzer, Waschmaschinen, Gasherde, Mikrowellenherde bis hin zu kompletten Küchen. Bei der sogenannten weißen Ware belegte Haier 2014 weltweit den ersten Platz mit 9,7 % Marktanteil. Die Vorzeigeprodukte sind dabei Kühl- und Gefriergeräte, Klimageräte, Waschmaschinen und Staubsauger. Weiterhin versucht sich das Unternehmen mit AV- und ITK-Produkten zu diversifizieren. Außerdem gibt es eine Sparte für Pharmazieprodukte und Dienstleistungen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Haier – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Qingdao Haier Co., Ltd. 2017 Annual Report, 24. April 2018 (PDF)
  2. a b hitec.elektrofach.de: China-Spezial: Neue Einsichten. (Memento vom 11. Januar 2012 im Internet Archive) (PDF; 4,1 MB) Sonderausgabe von Elektrofach, Nr. 2589, Dezember 2008, S. 29.
  3. Haier.net: About Haier (englisch); abgerufen am 21. Oktober 2018
  4. hitec.elektrofach.de: Haier: Nummer Eins nach Marktanteil bei Haushaltsgeräten.@1@2Vorlage:Toter Link/www.hitec-elektrofach.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. Meldung vom 10. Dezember 2009
  5. a b c He Chunmei: China’s Haier riding a New Zealand buyout. Meldung bei MarketWatch.com vom 25. November 2012.
  6. Haier Ranked The #1 Global Major Appliances Brand For 3rd Consecutive Year -Euromonitor. (Memento vom 25. Februar 2012 im Internet Archive) Beitrag bei MarketWatch.com vom 16. Dezember 2011 (Version aus archive.org vom 25. Februar 2012).
  7. http://www.fundinguniverse.com/company-histories/haier-group-corporation-history/
  8. Michael Gassmann: Haier: Chinas weißer Riese drängt in deutsche Küchen. In: welt.de. 13. Juli 2016, abgerufen am 7. Oktober 2018.
  9. a b c d Chinese Champions: Patente made in China (PDF; 1,6 MB). (Memento des Originals vom 7. Dezember 2013 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.chinese-champions.de Technische Universität München, Munich Innovation Group, März 2012, S. 19–23, abgerufen am 13. September 2013.
  10. Qingdao Haier Co., Ltd. Announcement on Changing the Company Name to Complete the Industrial and Commercial Registration, 21. Juni 2019 (PDF)
  11. Chinesen kaufen GE-Hausgeräte. Meldung im Handelsblatt vom 15. Januar 2016.
  12. Milliardenübernahme: Haier deckt sich mit Hausgeräten von GE ein. Meldung in Der Spiegel vom 15. Januar 2016.
  13. Les Echos: Ca se passe en Italie : les machines à laver Candy sous pavillon chinois, 1. Oktober 2018; abgerufen am selben Tag (französisch)
  14. Über Haier Deutschland; abgerufen am 22. Oktober 2018
  15. Dirk Holtbrügge, Jonas F. Puck: Geschäftserfolg in China: Strategien für den größten Markt der Welt. 2. Auflage, Springer, Erlangen/Nürnberg 2008, ISBN 978-3-540-79431-8, S. 62.
  16. Haier bei Chinese Champions (Memento des Originals vom 15. Januar 2013 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.chinese-champions.de, Studie der Technischen Universität München und der Munich Innovation Group, 2012. In: Handelsblatt, Nummer 47, 6. März 2012, S. 24, abgerufen am 26. November 2012.