Haim Omer

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Haim Omer 2015

Haim Omer (hebr. חיים עומר) (geb. 20. Juni 1949 in Brasilien) ist ein israelischer Psychologe und Autor.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Haim Omer studierte Psychologie an der Hebräischen Universität Jerusalem in Israel und schloss das Studium 1977 mit dem Master of Arts ab. 1986 promovierte er mit dem Thema Psychological Factors in Preterm Labor (Psychologische Faktoren der Arbeit mit Frühgeborenen). Es folgten Postdoc Studien im Fachbereich Psychologie an der Harvard University in Cambridge (Massachusetts) und praktische psychologische Tätigkeiten an Schulen und Kliniken. Von 1988 bis 1998 war er zunächst Senior Lecturer, seit 1998 Lehrstuhlinhaber für Klinische Psychologie an der Universität Tel Aviv.[1]

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Haim Omer ist auch im deutschsprachigen Raum bekannt durch seine Schriften aus dem Bereich der Erziehung. Als Antwort auf Autoritätsprobleme in der heutigen Erziehung entwickelte er, gemeinsam mit Arist von Schlippe, ein Konzept elterlicher Autorität durch Beziehung und ohne Gewalt. Er legt dar, dass es durch eine Autorität, die auf Distanz, Furcht und Bestrafung setze, zu einem Verlust an Bezogenheit komme. Als Alternative zeigt er eine Autorität durch Beziehung auf, die charakterisiert ist durch elterliche Präsenz, durch Selbstkontrolle, aber auch die Nutzung von Unterstützungssystemen. Wichtig sind ihm Transparenz des Verhaltens der Erziehungspersonen, eine Grenzsetzung durch Entschlossenheit ohne Gewalt sowie das Aufzeigen von Möglichkeiten der Versöhnung und der Wiedergutmachung.[2][3]

Omer entwickelte sein Konzept einer Neuen Autorität vor dem Hintergrund der Systemischen Therapie und der Humanistischen Psychologie, bezieht aber ebenso verhaltenstherapeutische Vorgehensweisen mit ein.

Seine Schriften setzen sich mit aktuellen gesellschaftlichen Hintergründen der Erziehung auseinander und sind zugleich pragmatisch konzipiert. Damit richten sie sich sowohl an professionelle Erzieher und Berater als auch an Eltern.[4][5] Die von ihm aufgezeigten Prinzipien werden auch im Umfeld der Diskussion um den Umgang mit gewaltbereiten Kindern und Jugendlichen rezipiert.[6] Er referiert auch in deutscher Sprache.[7]

„Und bist du nicht willig... so brauch ich Geduld“

Haim Omer: Vortrag Neue Autorität[7]

Publikationen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wachsame Sorge. Wie Eltern ihren Kindern ein guter Anker sind. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2016, ISBN 978-3-525-40251-1
  • Neue Autorität: Das Geheimnis starker Eltern. Mit Philip Streit. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2016, ISBN 978-3-525-49158-4
  • Ängstliche Kinder unterstützen. Die elterliche Ankerfunktion. Mt Eli Lebowitz (Übersetzung aus dem Hebräischen von Miriam Fritz Ami-Ad).
  • Stärke statt Macht. mit Arist von Schlippe. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2012. ISBN 978-3-525-40203-0.
  • (Hrsg.) Feindbilder - Psychologie der Dämonisierung. Mit Arist von Schlippe und Nahi Alon. Mit einem Vorwort des Dalai Lama. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2007. ISBN 3-525-49100-X.
  • Autorität durch Beziehung. Mit Arist von Schlippe 6. Auflage, Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2012. ISBN 3-525-49077-1.
  • Autorität ohne Gewalt. Mit Arist von Schlippe. 8. Auflage, Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2011. ISBN 978-3-525-01470-7.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Lebenslauf Website Haim Omer. Abgerufen am 23. Dezember 2017
  2. Haim Omer, Arist von Schlippe: Autorität ohne Gewalt. 2011
  3. Haim Omer, Arist von Schlippe Autorität durch Beziehung. 2012
  4. Rezension Autorität ohne Gewalt von Peter Schröder auf socialnet. Abgerufen am 23. Dezember 2017
  5. Rezension Autorität durch Beziehung Detlef Rüsch auf socialnet. Abgerufen am 23. Dezember 2017
  6. Die sieben Säulen der Autorität Gewaltinfo Österreich. Abgerufen am 23. Dezember 2017
  7. a b Vortrag Haim Omer: Neue Autorität bei Youtube. Abgerufen am 23. Dezember 2017