Haimendorf

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Haimendorf
Koordinaten: 49° 28′ 16″ N, 11° 17′ 45″ O
Höhe: 401–435 m ü. NN
Einwohner: 630 (2014)[1]
Eingemeindung: 1. Juli 1972
Postleitzahl: 90552
Vorwahl: 09120
Nordansicht von Schloss Haimendorf
Nordansicht von Schloss Haimendorf

Das Dorf Haimendorf ist ein Stadtteil von Röthenbach an der Pegnitz im Landkreis Nürnberger Land, Mittelfranken.

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Eingangstor zum Schloss

Das Dorf liegt am Fuße des Moritzberges.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Fürerschloss in einer historischen Darstellung

Haimendorf war Stammsitz der Nürnberger Patrizierfamilie Fürer von Haimendorf. In Urkunden von 1300 bis 1311 wird „Friedrich von Haimendorf“ genannt. Seit 1476 gehört der Herrensitz[2] der Familie Fürer von Haimendorf. Im Zweiten Markgrafenkrieg 1552 wurde das Schloss zerstört. 1565 wurde es wieder aufgebaut. Über dem Eingang befindet sich das Wappen derer von Fürer mit der Jahreszahl der Wiedererrichtung. Ende der 1990er Jahre nahm sich Marie-Luise Fürer von Haimendorf-Edle von Oetinger der Restaurierung des Schlosses an. Nach ihrem Tod 2005 führte ihr Mann, Bolko von Oetinger, mit Unterstützung der drei Töchter die Arbeiten in ihrem Sinne fort. 2011 wurde die Restaurierung in München mit dem Denkmalpreis der Hypo-Kulturstiftung prämiert. Schloss Haimendorf gilt als einer der bedeutendsten und besterhaltenen Adelssitze der Renaissance in Franken. Es ist im Wesentlichen so erhalten, wie es 1565 erbaut wurde.[3]

An der Straße von Schwaig nach Diepersdorf steht der Fürerstein.

Christoph Fürer von Haimendorf war Anfang des 18. Jahrhunderts Präses des Pegnesischen Blumenordens, einer 1644 gegründeten Sprach- und Literaturgesellschaft aus der Barockzeit, die den Moritzberg zu ihrem Parnass erklärte.[4] Auf dem Moritzberg befindet sich die Kapelle St. Mauritius der Fürer von Haimendorf.[5]

Mit dem Gemeindeedikt (1808) wurde Haimendorf eine politisch eigenständige Gemeinde, zu der die Orte Grüne Au, Moritzberg, Renzenhof und Rockenbrunn gehörten. Am 1. Juli 1972 wurde sie im Rahmen der bayerischen Gebietsreform nach Röthenbach an der Pegnitz eingemeindet.[6]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe: Baudenkmäler in Haimendorf

Einwohnerentwicklung der Gemeinde Haimendorf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1910[7] 1933[8] 1939[8] 1987[9] 2014[1]
Einwohnerzahl 341 327 334 328 (nur H.) 630

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Naturdenkmal Klingender Wasserfall liegt in der Hüttenbachschlucht bei Haimendorf. Ebenfalls in der Nähe befindet sich die sehenswerte Quelle Sprosselbrunnen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Michaela Moritz, Stefanie Buchner, Leonhard Herbst, Reinhard Knodt und andere: 50 Jahre Stadt Röthenbach an der Pegnitz – Eine junge Stadt zeigt ihr Profil. Hrsg.: Pegnitz-Zeitung, Fahner-Druck in Zusammenarbeit mit der Stadt Röthenbach an der Pegnitz. Lauf an der Pegnitz, 2003, Seite 41.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Haimendorf (Röthenbach an der Pegnitz) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Webseite Röttenbach
  2. Herrensitz Haimendorf
  3. Hersbrucker Zeitung vom 7. September 2011, Lokalteil Seite 6, Artikel „Schloss am Fuße des Moritzbergs“.
  4. Adelige im Pegnesischen Blumenorden
  5. Zur Kapelle St. Mauritius der Fürer von Haimendorf
  6. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7. Seite 509
  7. Gemeindeverzeichnis, Bezirksamt Nürnberg
  8. a b Verwaltungsgeschichte.de, Stadt und Landkreis Nürnberg
  9. Verein für Computergenealogie e. V., Haimendorf