Haiterbach

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Haiterbach
Haiterbach
Deutschlandkarte, Position der Stadt Haiterbach hervorgehoben
Koordinaten: 48° 31′ N, 8° 39′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Karlsruhe
Landkreis: Calw
Höhe: 506 m ü. NHN
Fläche: 28,92 km²
Einwohner: 5765 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 199 Einwohner je km²
Postleitzahl: 72221
Vorwahl: 07456
Kfz-Kennzeichen: CW
Gemeindeschlüssel: 08 2 35 032
Stadtgliederung: 4 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Marktplatz 1
72221 Haiterbach
Webpräsenz: www.haiterbach.de
Bürgermeister: Andreas Hölzlberger
Lage der Stadt Haiterbach im Landkreis Calw
Ostelsheim Enzkreis Landkreis Karlsruhe Landkreis Karlsruhe Landkreis Böblingen Landkreis Tübingen Landkreis Rastatt Landkreis Freudenstadt Pforzheim Bad Herrenalb Dobel Höfen an der Enz Unterreichenbach Schömberg (Landkreis Calw) Oberreichenbach (Schwarzwald) Bad Liebenzell Althengstett Calw Bad Teinach-Zavelstein Bad Wildbad Enzklösterle Neuweiler Simmersfeld Altensteig Rohrdorf (Landkreis Calw) Egenhausen Haiterbach Nagold (Stadt) Wildberg (Schwarzwald) Ebhausen Neubulach Gechingen Ostelsheim Simmozheim SimmozheimKarte
Über dieses Bild

Haiterbach ist eine Kleinstadt im Landkreis Calw in Baden-Württemberg.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Markung von Haiterbach liegt am Westrand des Heckengäus zum Nordschwarzwald und wird vom Tal der Waldach durchzogen, der aus dem namengebenden Hauptort von rechts der Heiterbach zufließt.

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Stadt Haiterbach gehören die ehemaligen, bis in die 1970er Jahre selbständigen Gemeinden Beihingen, Oberschwandorf und Unterschwandorf. Das Dorf Beihingen und das Gehöft Gründelhof bildeten früher die Gemeinde Beihingen. Zur Stadt Haiterbach in den Grenzen von 1971 gehört neben der Stadt der Weiler Altnuifra. Die ehemalige Gemeinde Oberschwandorf bestand einzig aus dem gleichnamigen Dorf, zur ehemaligen Gemeinde Unterschwandorf gehörte neben dem Dorf auch das Schloss Unterschwandorf.
In der Stadt Haiterbach im Gebietsstand von 1971 liegt die Wüstung Utenweiler.[2]

In den ehemaligen Gemeinden Beihingen, Oberschwandorf und Unterschwandorf sind Ortschaften im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung mit jeweils eigenem Ortschaftsrat und Ortsvorsteher als dessen Vorsitzendem eingerichtet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Haiterbach wurde 1099 erstmals urkundlich erwähnt. Im 13. Jahrhundert gehörte es zur Pfalzgrafschaft Tübingen, die es gegen Ende des Jahrhunderts an die Grafen von Hohenberg verlor. Die Stadtrechte wurden Haiterbach 1349 verliehen. 1363 verkaufte Otto II. von Hohenberg seine gesamte Herrschaft Nagold mitsamt Haiterbach an Graf Eberhard den Greiner von Württemberg. Verwaltungstechnisch gehörte die Stadt nun zum württembergischen Amt Nagold, das 1758 zum Oberamt Nagold wurde und 1938 schließlich in den Landkreis Calw eingegliedert wurde.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1936 Altnuifra
  • Wappen Beihingenss 1. Januar 1972 - Beihingen
  • Unterschwandorf 1. Dezember - 1972 Unterschwandorf
  • Oberschwandorf 1. Januar 1975 - Oberschwandorf

Einwohner[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerzahlen, Stand: 1. Januar 2015

Gesamt 5709
Haiterbach 3351
Altnuifra 43
Beihingen 874
Unterschwandorf 273
Oberschwandorf 1168

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Evangelische Kirchengemeinde Haiterbach-Talheim[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Evangelische Kirchengemeinde Haiterbach hat 2.000 Mitglieder innerhalb der Kernstadt und dem Ortsteil Altnuifra. Die Gemeinde gehört zum Kirchenbezirk Nagold. Die Laurentiuskirche wurde im 13. Jahrhundert erbaut.

Evangelische Kirchengemeinde Beihingen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Evangelische Kirchengemeinde Beihingen zählt ca. 500 Mitglieder, sie gehört zum Kirchenbezirk Nagold. Die Beihinger Kirche mit romanischem Turm und einem Kirchenschiff aus den Nachkriegsjahren steht im Ortskern neben dem evangelischen Gemeindehaus und dem Backhaus.

Katholische Kirchengemeinde Haiterbach[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Katholische Kirchengemeinde mit ihrer Peter Julian-Eymard Kirche in Haiterbach ist eine Teilgemeinde der Pfarrei Heilig Geist in Altensteig. Vor 1963 gehörten die Haiterbacher Katholiken zur Pfarrei Gündringen. Als 1963 die Stadtpfarrei Heilig Geist errichtet wurde, kamen Haiterbach und Unterschwandorf nach einer Anhörung der politischen Gemeinden zur Pfarrei Heilig Geist Altensteig. Da die Haiterbacher Katholiken noch keine Kirche hatten, stellte die evangelische Gemeinde ihren Pfarrsaal für Gottesdienste zur Verfügung, was nicht selbstverständlich war.

Bereits 1964 wurde mit den Planungen begonnen. Schließlich entstand eine Kirche mit freistehendem Turm, die am 16. Oktober 1966 durch den Bischof Carl Joseph Leiprecht eingeweiht wurde und den Namen des im 19. Jahrhundert in Frankreich lebenden Peter Julian-Eymard erhielt, der 1962 von Papst Johannes XXIII. heiliggesprochen wurde.

1967 erhielt der Turm zwei Glocken und die Haiterbacher Partnergemeinde Metnitz aus Österreich überreichte der katholischen Gemeinde eine Marienstatue. 1975 konnte eine dritte, gestiftete Glocke aufgehängt werden.

Der katholische Frauenkreis finanzierte das Kreuz über dem Altar sowie den Kreuzweg über Spenden, die durch Feste und Tombolas zusammenkamen.

Liebenzeller Gemeinschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Liebenzeller Gemeinschaft ist Teil der evangelischen Kirchengemeinde. Viele Mitglieder arbeiten ehrenamtlich; ihre Aufgabe sieht die Liebenzeller Gemeinschaft insbesondere in der Unterstützung der Liebenzeller Mission, einem Werk innerhalb der Landeskirche.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 13. Juni 2004 ergab die folgende Sitzverteilung:

FWG 71,2 % +1,1 18 Sitze ±0
CDU 28,8 % –1,1 7 Sitze ±0

Die unter dem Begriff Freie Wählervereinigungen (FWG) zusammengefassten Listen sind die Unabhängige Bürgerliste (UBL), die mit 10 Stadträten die größte Fraktion im Stadtrat stellt, sowie die Demokratische Bürgerliste Haiterbach (DBH, 4 Stadträte) und die Soziale Demokratische Liste (SDL, 4 Stadträte).

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Blasonierung des Wappens lautet: „In geteiltem Schild oben in Silber ein roter Adlerfuß, unten von Rot und Silber gerautet.“

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1967 besteht eine Partnerschaft mit der Marktgemeinde Metnitz in Kärnten, Österreich.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Burgschule verfügt Haiterbach über eine Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule. In Oberschwandorf befindet sich eine weitere Grundschule.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Laurentiuskirche wurde 1150 erstmals erwähnt und in ihrer heutigen Gestalt nach dem Stadtbrand von 1554 errichtet.

Die Beihinger Kirche, eine Amandus- oder Marienkirche, wurde 1954 teilweise abgerissen; das Kirchenschiff verlegte man zugunsten der neugebauten Straße nach Süden. Im Kirchturm, der noch im Original erhalten ist, finden sich die ältesten Zeugen der Ortsgeschichte. Seine Glocken sind bis zu 700 Jahre alt. Die größere der beiden ältesten ist 40 cm hoch, hat eine Mündungsweite von 52 cm und ist den vier Evangelisten geweiht. Sie weist vier Kruzifix-Ornamente auf. Wahrscheinlich wurde sie in Rottweil bei dem Glockengießer Hainrich der Glogner hergestellt, der im 14. Jahrhundert tätig war. Sie ist in "Fis" gestimmt. Nicht viel jünger dürfte die zweite Glocke sein, die kaum kleiner ist (Durchmesser 47 cm, Höhe 40 cm). Der Inschrift "AVE MARIA GRACIA PLENA DOMINUS" zufolge dürfte sie der heiligen Maria geweiht sein. Gestimmt ist sie auf "A", auf der Vorderseite ist sie mit zwei Stegen mit Flechtmuster verziert.[3] Woher diese Glocken stammen, lässt sich leider nicht mehr nachvollziehen. Ihr hohes Alter hat die Glocken in den Kriegen immer vor dem Einschmelzen bewahrt, da die beim Guss einst verwendete Legierung nicht für Munition taugte. Als die Glocken Risse bekommen hatten, wurden sie im Juli 1961 durch eine weitere, auf "E" gestimmte Glocke ergänzt, später reparierte man sie nach modernen Methoden.[4] Etwa einen Kilometer westlich des Ortes Unterschwandorf findet sich auch der Jüdische Friedhof Unterschwandorf als Zeugnis einer kleinen jüdischen Gemeinde, die im 19. Jahrhundert bestand.

Heimatmuseum Beihingen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Schmuckstück ist das Heimatmuseum Beihingen: ein Bauernhaus, das 1994 vom damaligen Ortsvorsteher Heinz Urbschat für die Bevölkerung zugänglich gemacht wurde. Unzählige Leihgaben vermitteln Einblicke in das frühere bäuerliche Leben.[5]

Heimat- und Geschichtsverein Beihingen e. V.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verein unterhält das Heimatmuseum und lässt mit vielen Aktionen alte Gebräuche und Handwerke wieder lebendig werden.[6]

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

TSV Haiterbach[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Turn- und Sportverein Haiterbach sind derzeit über 1.000 Mitglieder gemeldet. Von ehrenamtlichen Übungsleitern und Teilnehmern werden rund 500 Jugendliche in Turnen, Fußball und Leichtathletik trainiert sowie bei Spielen und Wettkämpfen betreut. Neu ins Programm aufgenommen wurde unter der Leitung der Turnabteilung auch Gymnastik für ältere Teilnehmer unter dem Motto „Fit und Gesund“.

Im Sommer 2000 stand die Einweihung des neuen Sportgeländes auf dem „Bus“ an. Mit diesem Gelände, bestehend aus zwei Rasenspielfeldern, einem Kunstrasen-Trainingsplatz (40m x 20m), Leichtathletik-Laufbahnen sowie Einrichtungen für alle Wurf- und Laufdisziplinen, eröffneten sich für viele Turn- und Sportfreunde neue und bessere Möglichkeiten.

Das internationale U14-Turnier, das alljährlich im Frühjahr stattfindet, ist einer der Höhepunkte im Vereinsleben des TSV Haiterbach.

HC Haiterbach[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Hobby Club Haiterbach hat sich auf Walking und Lauftreff, Fitnessgymnastik und eine Theaterabteilung spezialisiert. Letztere veranstaltet jährlich an zwei Terminen eine Aufführung. Seit Sommer 2006 ist die Abteilung Badminton neu hinzugekommen.

Fun Skater[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Fun Skater sind Haiterbachs jüngster Verein. Mit 50 Mitgliedern bieten sie einen wöchentlichen Inlinerlauftreff an und veranstalten mehrmals im Jahr Inliner Nights mit bis zu 400 Teilnehmern. Das Fun-Skater-Sport-Team und das Fun-Skater-Hockey-Team konnten bereits nationale Erfolge erzielen. Vier ausgebildete Instruktoren bieten in den Frühlingsmonaten Inlinerkurse an.

TC Haiterbach[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Tennisclub Haiterbach besteht seit 1980 und zählt über 180 Mitglieder. Seine vier Kunstrasenplätze befinden sich auf dem Sportareal der Stadt auf dem Bus. Das privat geführte Vereinsheim bietet für Feierlichkeiten ca. 50 Sitzplätze.

SpVgg Oberschwandorf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Spielvereinigung Oberschwandorf bietet mit Fahrradausflügen, Grillfesten, Tennis, Wanderungen, Kinderturnen, Schwimmbadbesuche und Fußball ein breites Programm. Der Verein besitzt zwei Fußballplätze mit einem Sportheim und eine Tennisanlage mit drei Sandplätzen.

VfR Beihingen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verein für Rasenspiele Beihingen hat derzeit etwas mehr als 300 Mitglieder, wobei ein Großteil der Mitglieder der Abteilung Fußball angehört. Weitere Angebote bieten die Damengymnastik- und die Mädchenturnabteilung. Darüber hinaus verfügt der Verein über eine Theatergruppe, die ihr Können bereits seit 1963 in der Weihnachtszeit auf der Bühne darstellt.

Kroatischer KSV Komušina Haiterbach[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der kroatische Kultur- und Sportverein Komušina Haiterbach ist ein im Zuge der Arbeitsmigration in den 1960er Jahren gegründeter Sportverein, der vornehmlich aus Gastarbeitern aus der Gemeinde Komušina (heute Bosnien-Herzegowina) bestand. Neben der Erweiterung auf kulturelle Aktivitäten spielt heute eine aus fünf Nationalitäten bestehende Mannschaft erfolgreich Basketball in der Regionalliga Südwest.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Haiterbach hat das 1970 gegründete Unternehmen MEVA Schalungs-Systeme seinen Sitz.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Christian Gottlob Pregizer (auch: Pregitzer; * 18. März 1751 in Stuttgart; † 30. Oktober 1824 in Haiterbach), Theologe, hatte großen Einfluss auf den Pietismus in Württemberg; nach ihm wurde das Gemeindehaus der evangelischen Kirchengemeinde Haiterbach benannt, das Pregizerhaus
  • Karl Schübel (* 26. November 1904 in Haiterbach; † 4. Dezember 2000 in Aalen), Bürgermeister (NSDAP) bzw. Oberbürgermeister von Aalen 1935–1945 und 1950–1975 und Ehrenbürger der Stadt Aalen

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Haiterbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Karl Kempf mit Beiträgen von Heinz Urbschat, Hermann Graf, Thomas Burkhardt: Beihingen im Waldachtal. 1292-1992. Geschichte und Geschichten aus siebenhundert Jahren. Geiger-Verlag, Horb am Neckar 1992, ISBN 3-89264-667-8.
  • Burkhart Oertel: Ortssippenbuch der Stadt Haiterbach samt Stadtteil Altnuifra, Kreis Calw in Württemberg 1565-1925. Neubiberg: Selbstverlag des Verfassers 1996 (= Württembergische Ortssippenbücher 30)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden Baden-Württembergs 2014 (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band V: Regierungsbezirk Karlsruhe Kohlhammer, Stuttgart 1976, ISBN 3-17-002542-2. S. 507–508
  3. http://www.glockenatlas.de/index.html
  4. Karl Kempf, Beihingen im Waldachtal. 1992
  5. http://www.heimatverein-beihingen.de/
  6. http://www.heimatverein-beihingen.de/