Haiyti

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Haiyti bei Rock im Park 2017 in Nürnberg

Haiyti (* 1993[1] in Hamburg, bürgerlicher Name: Ronja Zschoche)[2] ist eine deutsche Rapperin aus Hamburg. Vorher trat sie unter den wechselnden Pseudonymen Miami, Robbery und Ovadoze auf.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ronja Zschoche wuchs in prekären Verhältnissen in den Hamburger Stadtteilen Langenhorn und St. Pauli auf. Ihre Mutter war alleinerziehend und arbeitete zunächst als Taxifahrerin, später als Lehrerin an einer Musikschule. Ihr Großvater ist der Drehbuchautor und Filmregisseur Herrmann Zschoche, ihr Vater stammt aus Kroatien. Nach Konflikten mit der Mutter meldete diese ihre Tochter für eine Ein-Euro-Maßnahme der Bundesagentur für Arbeit an, in der Zschoche ein Talent für Malerei bescheinigt wurde. Daraufhin begann Zschoche trotz fehlenden Abiturs ein Studium an einer Kunsthochschule, an der die Dozenten ihr eine Karriere als Künstlerin prophezeiten.[3] Außerdem entdeckte sie durch Gedichte von Theodor Fontane ihr Interesse für Reime.

Als Jugendliche kam sie mit der Hip-Hop-Szene in Berührung und machte erste Versuche als Rapperin. Zu ihren ersten Einflüssen zählten die Underground-Rapper GPC, 4.9.0 Friedhof Chiller sowie One Take One Hit. Dazu kommen Einflüsse aus dem Southern Rap wie Three 6 Mafia und Gucci Mane. Zunächst war sie unter dem Namen Miami aktiv, wechselte in kurzer Folge zu unter anderem Rendezvous, Ovadoze und Robbery und nannte sich dann Haiyti. 2015 erschien ihr erstes Album Havarie im Eigenvertrieb, das jedoch floppte. Mit dem YouTube-Video Szeneviertel gelang ihr ein Achtungserfolg.[4][5]

Anfang 2016 erschien das kostenlose Mixtape City Tarif. Es folgten Features auf den Alben und Mixtapes von YSL Know Plug, The Coup (Xatar und Haftbefehl), LGoony, Juicy Gay sowie Frauenarzt. Es folgte die EP Toxic zusammen mit dem Kollektiv KitschKrieg. Ende 2016 erschien das Mixtape Nightliner, das sie schnell auch in Mainstream-Medien bekannt machte.[4][2][6]

Die Hip-Hop-Zeitschrift Juice wählte die Single Ein Messer auf Platz 5 und das Mixtape City Tarif auf Platz 4 ihrer Jahrescharts 2016.[7]

Im Oktober 2017 unterzeichneten Haiyti und die Universal Music Group einen Vertrag.[8] Ihr Album Montenegro Zero erschien am 12. Januar 2018 und erreichte Platz 25 der deutschen Charts, was Haiytis erste Chartplatzierung darstellt.[9]

Am 7. Juni 2019 veröffentlichte sie ihr drittes Studioalbum Perroquet.[10] Am 16. Juni 2019 erschien ihr Video zum Track Coco Chanel. Drehort war u. a. die Ibiza-Villa, in der 2017 heimlich das Video mit dem früheren FPÖ-Chef und Vizekanzler Heinz-Christian Strache aufgenommen wurde, das zur österreichischen Staatskrise führte. Regie führten der Künstler Paul Spengemann und der Filmemacher Steffen Goldkamp, die wie Haiyti an der Hochschule für bildende Kunst Hamburg studierten.[11]

Im April 2020 veröffentlichte Haiyti die Single Photoshoot, deren von Project X produzierten Beat der Web-Radiosender ByteFM mit Trap-Musik aus Atlanta verglich.[12] Das Video produzierte die Rapperin selbst.[13] Das zugehörige vierte Studioalbum Sui Sui erschien am 3. Juli 2020 und erreichte Platz 34 der deutschen Charts.

Musikstil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Haiyti bei Rock im Park 2017 in Nürnberg

Haiyti verbindet die häufig von AsadJohn und Lex Lugner produzierten Beats mit an Gangsta-Rap erinnernden Texten. Dabei hat sie jedoch wenig Berührungsängste mit anderen Genres. So veröffentlichte sie mit Kitschkrieg zusammen eine EP, die nach Eigenaussage an „Emo Rap“ erinnert. Ihre Musik macht sie unter anderem über Social-Media-Kanäle wie YouTube, Twitter, Facebook und Snapchat populär.[4][5] Dabei arbeitet sie oft sehr schnell und legt wenig Wert auf Feinheiten. So veröffentlicht sie verwackelte Smartphone-Videos und Audioschnipsel und schreibt ihre Lieder teils innerhalb weniger Minuten. Als kennzeichnendes Adlib verwendet sie mit „Uaargh!“ häufig eine Art Würgegeräusch.[2]

Daniel Haas (Zeit online) verglich ihren Rapstil und ihre Stimme mit einer Mischung aus Nina Hagen, Falco und Haftbefehl, ihr Auftreten mit einem Mix aus einem französischen Filmstar aus den 1970ern und einem Luden vom Kiez.[2] Johann Voigt schrieb über „die derzeit produktivste und beste deutsche Rapperin“ im Magazin jetzt: „Haiyti singt, krächzt, schreit und erreicht mit ihrer von Effekten manipulierten Stimme Frequenzbereiche, die es in Songs so bisher selten gab. Ihre Songs zeichnen Bilder der Gosse, von ranzigen Kneipen, weißen Pulverbergen, auf die Brust tätowierten Messern. Aber sie erzählt in ihren Liedern auch von Glamour, Strand und artsy Partys. Sie beschreibt damit die Leben, Ängste und Utopien junger Menschen aus sehr unterschiedlichen Milieus.“[14]

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Studioalben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel
Musiklabel
Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartsChartplatzierungen[15]
(Jahr, Titel, Musiklabel, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmerkungen
DE DE
2015 Havarie
Selbstveröffentlichung
Erstveröffentlichung: 13. Februar 2015
2018 Montenegro Zero
Universal / Vertigo Records
DE25
(1 Wo.)DE
Erstveröffentlichung: 12. Januar 2018
2019 Perroquet
Universal / Vertigo Records
Erstveröffentlichung: 7. Juni 2019
2020 Sui Sui
Warner
DE34
(1 Wo.)DE
Erstveröffentlichung: 3. Juli 2020

Mixtapes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel
Musiklabel
Anmerkungen
2016 City Tarif
Selbstveröffentlichung
Erstveröffentlichung: 17. Februar 2016
Nightliner
Katamaran Music
Erstveröffentlichung: 22. November 2016
2017 Follow mich nicht
Hayati Records
Erstveröffentlichung: 24. März 2017
2018 ATM
Vertigo Records
Erstveröffentlichung: 31. August 2018

EPs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel
Musiklabel
Anmerkungen
2015 Drop in Musik
Knochengang
Erstveröffentlichung: 23. April 2015
mit 2Malle
2016 Toxic
SoulForce Records
Erstveröffentlichung: 13. Juli 2016
mit KitschKrieg
2017 Jango EP
Kabul Fire Records
Erstveröffentlichung: 27. Januar 2017
mit Die Achse
White Girl mit Luger
Hayati Records
Erstveröffentlichung: 12. März 2017
2018 Montenegro Zero – EP
Universal / Vertigo Records
Erstveröffentlichung: 12. Januar 2018
2019 Sansibar
Universal / Vertigo Records
Erstveröffentlichung: 26. Juli 2019

Singles[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel
Album
Anmerkungen
2016 Webcamgirl
Nightliner
Erstveröffentlichung: 18. März 2016
2017 Moscow Mule
Follow mich nicht
Erstveröffentlichung: 16. März 2017
Plus One
Single-Track
Erstveröffentlichung: 28. Juli 2017
100.000 Fans
Montenegro Zero
Erstveröffentlichung: 13. Oktober 2017
Sunny Driveby
Montenegro Zero
Erstveröffentlichung: 27. Oktober 2017
Mafioso
Montenegro Zero
Erstveröffentlichung: 24. November 2017
Gold
Montenegro Zero
Erstveröffentlichung: 8. Dezember 2017
2018 Homezone
ATM
Erstveröffentlichung: 26. August 2018
2019 Chatboy
Perroquet
Erstveröffentlichung: 5. April 2019
Barkash
Perroquet
Erstveröffentlichung: 12. April 2019
Alles Gucci
Perroquet
Erstveröffentlichung: 10. Mai 2019
Es kostet
Perroquet
Erstveröffentlichung: 24. Mai 2019
Mann aus Eis
Sansibar
Erstveröffentlichung: 28. Juni 2019
Blind vor Geld
Sansibar
Erstveröffentlichung: 12. Juli 2019
Giveaway
Single-Track
Erstveröffentlichung: 22. November 2019
2020 Toulouse
Sui Sui
Erstveröffentlichung: 29. Februar 2020
feat. Albi X
SR&Q
Sui Sui
Erstveröffentlichung: 19. März 2020
Photoshoot
Sui Sui
Erstveröffentlichung: 2. April 2020
Paname
Sui Sui
Erstveröffentlichung: 1. Mai 2020
Was hast du damit zu tun?
Sui Sui
Erstveröffentlichung: 21. Mai 2020
La La Land
Sui Sui
Erstveröffentlichung: 18. Juni 2020
Sweet
Single-Track
Erstveröffentlichung: 18. September 2020
Tak Tak
Single-Track
Erstveröffentlichung: 16. Oktober 2020
Comeback
Single-Track
Erstveröffentlichung: 31. Oktober 2020
Burr
Single-Track
Erstveröffentlichung: 13. November 2020
Zu real
Single-Track
Erstveröffentlichung: 27. November 2020

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Haiyti – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Pressebericht LikeMag
  2. a b c d Daniel Haas: Haiyti: Die Dezibelle. Zeit online, 24. September 2016, abgerufen am 25. Dezember 2016.
  3. ttt – titel, thesen, temperamente. TV-Kultursendung, Beitrag: Das wahre Gewicht der Goldketten – Die Gangsterrapperin Haiyti und ihr neues Album „Influencer“ von Jella Mehringer, 15. November 2020, 32 Min. Moderation: Max Moor. Eine Produktion von Das Erste / Hessischer Rundfunk.
  4. a b c Wenzel Burmeier: Haiyti. In: Juice. 178 (Januar/Februar 2017), S. 37 f.
  5. a b Haiyti bei laut.de
  6. Malcolm Ohanwe: Ende der Männerdomäne: Diese 5 Deutsch-Rapperinnen solltet ihr kennen. In: PULS. Bayerischer Rundfunk, 26. Juli 2016, abgerufen am 3. Dezember 2016.
  7. Jahrescharts 2016. In: Juice. 178 (Januar/Februar 2017), S. 48.
  8. Neuzugang bei Universal: Haiyti veröffentlicht ihre Single “100.000 Fans” samt Musikvideo. 16. Oktober 2017, abgerufen am 20. Oktober 2017.
  9. Chartverfolgung Montenegro Zero auf offiziellecharts.de
  10. Hör dir Haiytis neues Album „Perroquet“ an // Stream. 7. Juni 2019, abgerufen am 7. Juni 2019.
  11. Daniel Völzke: Rapperin Haiyti dreht Video in Strache-Villa auf Ibiza. In: Monopol. 16. Juni 2019, abgerufen am 17. Juni 2019.
  12. Nur Augenblicke: Haiytis neue Single „Photoshoot“ – ByteFM. In: ByteFM Blog – News und Rezensionen aus unserer Redaktion. 8. April 2020, abgerufen am 11. April 2020 (deutsch).
  13. Haiyti - Photoshoot. In: https://www.youtube.com. 2. April 2020, abgerufen am 11. April 2020 (In der Video-Information angegeben.).
  14. Das ist... Haiyti, die derzeit produktivste und beste deutsche Rapperin. 8. Dezember 2017, abgerufen am 10. Dezember 2018.
  15. Chartquellen: DeutschlandÖsterreichSchweiz