Halbblut (Karl May)

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Erstveröffentlichung als Buch unter dem Titel Der schwarze Mustang, 1899

Halbblut, ursprünglich Der Schwarze Mustang, ist der letzte und kürzeste Jugendroman Karl Mays aus dem Jahr 1896/97, heute im Band 38 der Gesammelten Werke.

Entstehungsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausgabe des Karl-May-Verlages unter dem Titel Halbblut, 1916

1896/1897 erschien die Titel-Erzählung in der Zeitschrift Der Gute Kamerad (zum Hintergrund für Mays Mitarbeit an der Zeitschrift siehe hier), 1899 als Buch in der Kamerad-Bibliothek. Der Leiter des Karl-May-Verlages, Dr. Euchar Albrecht Schmid, beschloss, da der Umfang für einen Band der Gesammelten Werke zu gering war, einen Sammelband zu gestalten. Dieser Band 38 enthielt ursprünglich folgende Erzählungen:

  • Halbblut (Der schwarze Mustang), aus Kamerad-Bibliothek Band 1 (1899)
  • Joe Burkers, das Einaug (Ein Oelbrand, 1. Kapitel und Die Both Shatters), aus Für alle Welt! (1882)
  • Der Gitano, aus Der Beobachter an der Elbe (1875)
  • An den Ufern der Dwina (Nach Sibirien), aus Frohe Stunden (1878)
  • Von Mursuk bis Kaïrwan (Eine Befreiung), Die Rose von Kaïrwan, 3. Abteilung aus Deutscher Hausschatz (1894)
  • Der Kaperkapitän (Robert Surcouf), Die Rose von Kaïrwan, 1. Abteilung aus Deutscher Hausschatz (1882)

Seit 1997 ist die Erzählung „Joe Burkers, das Einaug“ unter dem Titel „Ein Ölbrand“ in der ursprünglichen Version im Band 80, seit 2000 Der „Gitano“ und „An den Ufern der Dwina“ im neugestalteten Band 48 zu finden. Dafür wurden in Band 38 alle drei Abteilungen der „Rose von Kaïrwan“ wieder zusammengeführt:[1]

  • Halbblut (Der schwarze Mustang)
  • Der Kaperkapitän (Die Rose von Kaïrwan, 1. Abteilung)
  • Der Pfahlmann (Die Rose von Kaïrwan, 2. Abteilung)
  • Von Mursuk bis Kaïrwan (Die Rose von Kaïrwan, 3. Abteilung)

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Halbblut spielt im Wilden Westen und handelt von der Bedrohung eines Eisenbahnercamps durch Comanchen unter der Führung des Häuptlings Tokvi-kava („Schwarzer Mustang“) und dem Enkel Tokvi-kavas, Ik Senanda („Böse Schlange“), dem titelgebenden „Halbblut“. Winnetou und Old Shatterhand müssen eingreifen um das Schlimmste zu verhindern, doch zu allem Unglück werden ihnen ihre berühmten Gewehre Henrystutzen, Bärentöter und Silberbüchse gestohlen. Gemeinsam mit den beiden Vettern Hasael „Has“ und Kasimir „Kas“ Timpe müssen die Helden erst ihre Gewehre zurückholen und danach den Überfall verhindern. Dabei werden sie von Hobble Frank und Tante Droll unterstützt, die zufällig in der Nähe sind. Sie stellen den Indianern mit Hilfe der Bahnarbeiter eine Falle und besiegen diese. Entehrt werden Tokvi-kava, Ik Senanda und ihre Gefährten aus dem Stamm ausgestoßen. Bei dem Versuch, unglaublich naiven, goldgierigen Weißen Waffen und Pferde abzunehmen, werden sie erneut von Old Shatterhand und Winnetou gestellt, verprügelt und anschließend in Freiheit entlassen.

Die Erzählung wurde von May vorzeitig abgebrochen, denn sie sollte ursprünglich rund um den „Schwarzen Mustang“, nämlich das berühmte Pferd Tokvi Kavas weitergeführt werden. In der ursprünglichen Erzählung werden die Schurken deshalb zwar bestraft, aber fortgejagt und kommen nicht zu Tode. In der vom Karl-May-Verlag bearbeiteten Fassung sterben beide.[1]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1966 waren als Nachfolger des Karl-May-FilmsOld Surehand 1. Teil“ mehrere Romanstoffe Karl Mays im Gespräch. Es wurden sowohl der zweite Teil der Old-Surehand-Abenteuer, als auch die Romane „Old Firehand“ und „Halbblut“ in Erwägung gezogen. Der Surehand-Film wurde bald aufgegeben und weil der Name immer noch zog, wurde in die Titelplanungen für die neuen Filme der Name „Winnetou“ mit einbezogen. So entstanden die Filmtitel „Winnetou und sein Freund Old Firehand“ und „Winnetou und das Halbblut Apanatschi“. Die dann jeweils verfilmte Handlung war jedoch eine freie Erfindung der Drehbuchschreiber.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Lothar und Bernhard Schmid (Herausgeber): Der geschliffene Diamant. Die Gesammelten Werke Karl Mays. Karl-May-Verlag, Bamberg/Radebeul 2003, ISBN 3-7802-0160-7.
  • Karl May: Halbblut und andere Erzählungen, Gesammelte Werke, Band 38, Karl-May-Verlag, Bamberg 1949.
  • Karl May: Halbblut und andere Erzählungen, Gesammelte Werke, Band 38, Karl-May-Verlag, Bamberg/Radebeul 1997, ISBN 3-7802-0038-4.
  • Karl May: Halbblut und andere Erzählungen, Verlag Ueberreuter, Wien 2002, ISBN 3-8000-4038-7.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Wolfgang Hermesmeier/Stefan Schmatz: Entstehung und Ausbau der Gesammelten Werke. Eine Erfolgsgeschichte seit 110 Jahren. In: Lothar und Bernhard Schmid (Herausgeber): Der geschliffene Diamant. Die Gesammelten Werke Karl Mays. Karl-May-Verlag, Bamberg/Radebeul 2003, ISBN 3-7802-0160-7, S. 401–405.