Halbe

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Halbe
Halbe
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Halbe hervorgehoben
Koordinaten: 52° 7′ N, 13° 42′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Dahme-Spreewald
Amt: Schenkenländchen
Höhe: 35 m ü. NHN
Fläche: 78,09 km2
Einwohner: 2457 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 31 Einwohner je km2
Postleitzahl: 15757
Vorwahl: 033765
Kfz-Kennzeichen: LDS, KW, LC, LN
Gemeindeschlüssel: 12 0 61 216
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile und 4 Gemeindeteile
Adresse der Amtsverwaltung: Markt 9
15755 Teupitz
Webpräsenz: gemeinde-halbe.de
Bürgermeister: Ralf Kunze (Bürger Bündnis freier Wähler)
Lage der Gemeinde Halbe im Landkreis Dahme-Spreewald
Alt Zauche-WußwerkBerstelandBestenseeByhleguhre-ByhlenDrahnsdorfEichwaldeGolßenGroß KörisHalbeHeideblickHeideseeJamlitzKasel-GolzigKönigs WusterhausenKrausnick-Groß WasserburgLieberoseLübbenLuckauMärkisch BuchholzMärkische HeideMittenwaldeMünchehofeNeu ZaucheRietzneuendorf-StaakowSchlepzigSchönefeldSchönwaldSchulzendorfSchwerinSchwielochseeSpreewaldheideSteinreichStraupitz (Spreewald)TeupitzUnterspreewaldWildauZeuthenBrandenburgKarte
Über dieses Bild

Halbe (niedersorbisch Łobje) ist eine Gemeinde im Landkreis Dahme-Spreewald in Brandenburg. Sie wird vom Amt Schenkenländchen verwaltet.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort liegt im weiteren Einzugsbereich der Dahme.

Nachbargemeinden

Halbe grenzt an die Städte Teupitz, Märkisch Buchholz und Baruth/Mark sowie die Gemeinden Groß Köris, Krausnick-Groß Wasserburg und Rietzneuendorf-Staakow.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Halbe hat folgende Ortsteile, bewohnten Gemeindeteile und Wohnplätze:[2]

Ortsteile

Gemeindeteile

  • Brand
  • Massow
  • Staakmühle
  • Teurow

Wohnplätze

  • Forsthaus Hammelstall
  • Forsthaus Semmelei

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Halbe wurde erstmals am 22. Juli 1546 in einem Lehnsbrief des Kurfürsten an derer von Landsberg erwähnt. Diese märkische und Lausitzer Adelsfamilie hatte ihren Sitz in einer Burg im benachbarten Teupitz und betrieb von dort aus die Christianisierung des Umlandes.[3] 1749 wurde der heutige Ortsteil Briesen, der sich bis dahin im Besitz derer von Stutterheim befand, an Joachim Seyfried von Schlieben aus dem Adelsgeschlecht derer von Schlieben auf Oderin verkauft. Um 1750 errichtete Hans Ernst von Schlieben in Briesen ein Herrenhaus. 1822 wurde in Briesen eine Freischule eingerichtet, die sich aus einer 1817 erfolgten Stiftung der Dichterin Wilhelmine von Schlieben finanzierte. Um 1850 wurde in Brand eine unvollständig erhaltene Bronzefibel aus dem 3. Jahrhundert n. Chr. gefunden. 1866 erhielt Brand eine Bahnstation an der Berlin-Görlitzer Bahn, in den Folgejahren auch die Orte Halbe und Oderin. In der Region entstanden in der Mitte des 19. Jahrhunderts mehrere Ziegeleien und Holz verarbeitende Betriebe, die Baumaterial unter anderem über die neue Bahnstrecke ins stark wachsende Berlin lieferten. Innerhalb von 35 Jahren verdreifachte sich die Bevölkerung in Halbe: Wohnten 1875 nur 426 Einwohner in dem Ort, waren es 1910 bereits 1221. Hinzu kamen bis zu 800 Saisonarbeiter. In dieser Zeit errichteten die Einwohner eine Vielzahl neuer Gebäude, darunter auch Geschäfte in der Lindenstraße, beispielsweise das Kaufhaus von Moritz Paul und Karl Richter, die Bier-Großhandlung und Mineralwasserfabrik von Gustav Bährens oder die Möbel-Manufaktor Fritz Breitenbach. 1910 übernahm Fritz Paul Jentz, Inhaber des Metropol-Theaters in Berlin, das Rittergut Briesen. 1910 bis 1913 wurde in Briesen das neue Schloss errichtet und der Park von der Gartenbaufirma Späth aus Berlin angelegt. Mit Hilfe von russischen Kriegsgefangenen aus dem Ersten Weltkrieg entstand eine befestigte Straße von Halbe nach Teurow, die zu einem späteren Zeitpunkt in Kirchstraße umbenannt wurde. Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges florierte der Ausflugsverkehr auch nach Halbe; es entstanden Kleingärten und Siedlungsgrundstücke. 1924 wurde in Briesen die große Remise mit einer den dorischen Tempeln nachempfundenen Fassade erbaut.

1945 im letzten Kriegsjahr des Zweiten Weltkrieges erlitt die Wehrmacht im Raum von Halbe und Märkisch-Buchholz eine ihrer letzten großen Niederlagen. Bei der unter Kessel von Halbe bekanntgewordenen Schlacht kamen gegen Kriegsende geschätzte 60.000 Menschen ums Leben. Ein großer Teil davon wurde auf dem Waldfriedhof Halbe begraben.

Von 1945 bis 1948 war das Schloss Sitz der sowjetischen Kommandantur, von 1948 bis 1951 Kreisparteischule der SED und dann bis 1991 Schule. Nach Jahren des Leerstands begann 1996 die Rekonstruktion von Schloss und Schlossparkanlage.

Am 1. Januar 1974 wurde Teurow eingemeindet.[4] Bei der brandenburgischen Gemeindereform 2003 wurden Briesen, Freidorf und Oderin am 26. Oktober 2003 eingemeindet.[5]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1875 426
1890 596
1910 1 221
1925 1 105
1933 1 122
1939 1 229
1946 1 202
1950 1 273
Jahr Einwohner
1964 1 208
1971 1 207
1981 1 350
1985 1 348
1989 1 319
1990 1 291
1991 1 305
1992 1 301
1993 1 269
1994 1 290
Jahr Einwohner
1995 1 309
1996 1 334
1997 1 416
1998 1 472
1999 1 482
2000 1 508
2001 1 510
2002 1 476
2003 2 225
2004 2 360
Jahr Einwohner
2005 2 232
2006 2 219
2007 2 194
2008 2 167
2009 2 169
2010 2 141
2011 2 194
2012 2 208
2013 2 150
2014 2 176
Jahr Einwohner
2015 2 615
2016 2 457

Gebietsstand des jeweiligen Jahres,[6][7] ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindevertretung Halbe besteht neben dem ehrenamtlichen Bürgermeister aus 12 Gemeindevertretern.

  • Die Linke 5 Sitze
  • Bürger Bündnis freier Wähler e.V (BBfW) 4 Sitze
  • FDP 1 Sitz
  • Bürger pro Oderin 1 Sitz
  • NPD 1 Sitz

(Stand: Kommunalwahl am 25. Mai 2014)[8]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • seit 1998: Ralf Kunze (Bürger Bündnis freier Wähler)[9]

Kunze wurde in der Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014 ohne Gegenkandidat mit 78,0 % der gültigen Stimmen für eine weitere Amtszeit von fünf Jahren[10] gewählt.[11]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen wurde am 26. August 2003 genehmigt.

Blasonierung: „In Gold ein schräglinker blauer Wellenbalken, begleitet oben von einem schwarz-bordierten silbernen Kreuz und unten von fünf grünen Lindenblättern (3:2).“[12]

Sehenswürdigkeiten und regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Glockenplastik auf dem Waldfriedhof

Siehe Liste der Baudenkmale in Halbe und Liste der Bodendenkmale in Halbe mit den in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Kulturdenkmalen.

Seit 1989 finden am Volkstrauertag und seit geraumer Zeit auch am Jahresanfang neonazistische Trauermärsche zum „Heldengedenken“ in Halbe statt. Als Gegendemonstration hat ein von der Landesregierung unterstütztes Aktionsbündnis gegen Gewalt, Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit 2006 einen „Tag der Demokraten“ ins Leben gerufen.[16]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Halbe liegt an der Landesstraße L 74 zwischen Teupitz und Märkisch Buchholz. Die Anschlussstelle Teupitz der A 13 ist etwa 4 km entfernt.

Die Stationen Halbe, Oderin und Brand Tropical Islands an der Bahnstrecke Berlin–Görlitz werden durch die Regionalbahnlinie RB 24 (Eberswalde–Berlin–Senftenberg) bedient, Brand Tropical Islands zusätzlich durch die Regional-Expresslinie RE 2 (Wismar–Berlin–Cottbus).

Quellenangaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2016 (XLS-Datei; 83 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Dienstleistungsportal der Landesverwaltung Brandenburg. Gemeinde Halbe
  3. Gemeindekirchenrat der evangelischen Kirchengemeinde Halbe und Förderverein Dankeskirche Halbe e.V. 100 Jahre Dankeskirche Halbe – Festschrift, 1914–2014, S. 58
  4. Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 1. Januar 1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
  5. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2003
  6. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Dahme-Spreewald, S. 14–17
  7. Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2015 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7
  8. Ergebnisse der Wahlen der Vertretungen in den Städten und Gemeinden 2014
  9. Ergebnisse der Kommunalwahlen 1998 (Bürgermeisterwahlen) für den Landkreis Dahme-Spreewald
  10. Brandenburgisches Kommunalwahlgesetz, § 73 (1)
  11. Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014
  12. Wappenangaben auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg
  13. Deutsche Kriegsgräberstätte:Halbe Deutschland:Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, 7. Mai 2010
  14. Turm ist wieder ein Hingucker. In: Märkische Allgemeine, 22. Dezember 2015
  15. Heiraten in kaiserlichem Prunk. In: Märkische Allgemeine, 2. August 2016
  16. „Tag der Demokraten“ (Memento des Originals vom 21. April 2016 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.landtag.brandenburg.de

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Halbe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien