Halber Schlag

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Halber Schlag
Halber Schlag
Typ Grundform
Anwendung Befestigen des Tampen
Ashley-Nr. 48, 50
Englisch Half Hitch

Ein halber Schlag oder Halbschlag ist eine Grundform in der Knotenkunde. Er entsteht, wenn mit der losen Part ein Törn um die eigene stehende Part geschlagen wird.

Abgrenzung[Bearbeiten]

Der halbe Schlag ist eine Grundform und wird häufig mit anderen ähnlichen Formen verwechselt. Streng genommen handelt es sich beim halben Schlag um den einfachen Törn, der um die stehende Part geschlagen wird. Dabei ist das Seil häufig um ein anderes Objekt gelegt. Legt man einen Törn um ein anderes Objekt, heißt er nur Schlag oder einfacher Schlag.[1] Diese strenge Unterscheidung wird allerdings häufig nicht gemacht. Meistens spricht man dann bei beiden Formen vom halben Schlag.

Dagegen heißt es beim Verbinden eines Segels halbe Schläge, auch wenn dabei tatsächlich einfache Schläge gemacht werden.[1]

Werden zwei halbe Schläge geknüpft, entsprechen sie zwar der Form des Webeleinensteks, allerdings nicht dem Begriff, da sie um die eigene stehende Part geschlagen werden.

Zur Abgrenzung des halben Schlags zu Überhandknoten und halben Knoten siehe Überhandknoten#Abgrenzung.

In der Knotenkunde[Bearbeiten]

Als Grundform ist der halbe Schlag Bestandteil vieler Knoten, wie z. B. dem Rundtörn mit zwei halben Schlägen. Außerdem kann er zur Sicherung eines freien Seilendes eingesetzt werden.

Anwendung[Bearbeiten]

Feuerwehr[Bearbeiten]

Die Feuerwehren legen einen Schlag um Balken oder andere lange Gegenstände, die hochgezogen oder abgelassen werden müssen, um diese besser führen zu können und sie am unkontrollierten Umherschlagen zu hindern.

In der Regel wird er zusammen mit einem Mastwurf oder einer Doppelschlinge benutzt, die der eigentlichen Befestigung des Gerätes dienen.

Bauhandwerk[Bearbeiten]

zum Sichern langer Balken

Auf dem Bau und von Zimmerleuten werden Balken unten mit dem Zimmermannsknoten befestigt, und oben mit einem halben Schlag gesichert, und können so mit einem Seil senkrecht hochgezogen werden.

Segeln[Bearbeiten]

Eine Leine kann auch auf der Winsch mit einem halben Schlag belegt werden. Dazu wird das lose Ende unter dem festen Ende als Bucht durchgezogen und diese als halber Schlag über die Winsch gestülpt. Es entsteht dann eine Art „Stopperstek“. Dasselbe geht auch mit einer Ankerkette am Kettenpoller.

Mit der Großschot oder einer Hilfsleine kann das aufgetuchte Segel am Großbaum festgezurrt werden. Dazu knüpft man mehrere halbe Schläge um Segel und Baum, bei denen die Leine jeweils als Bucht durchgezogen wird. Das Ganze sieht dann wie eine verschnürte Wurst aus und lässt sich durch Zug am losen Ende auf die ganze Länge wieder aufziehen.

Im Gegensatz zum selbst öffnenden halben Schlag gibt es auch den Marlschlag um ein Segel an einer Spiere anzuschlagen.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b  Clifford Ashley: Ashley-Buch der Knoten. Nummer 49, 50, 3114.