Kola

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Kola
Lage der Halbinsel Kola zwischen der Barentssee und dem Weißen Meer
Lage der Halbinsel Kola zwischen der Barentssee und dem Weißen Meer
Gewässer 1 Barentssee
Gewässer 2 Weißes Meer
Geographische Lage 67° 41′ N, 35° 57′ OKoordinaten: 67° 41′ N, 35° 57′ O
Kola (Föderationskreis Nordwestrussland)
Kola
Länge 370 km
Breite 244 km
Fläche 100.000 km²
Karte (1635) von Willem Janszoon Blaeu
Karte (1635) von Willem Janszoon Blaeu

Kola (russisch Кольский полуостров, kildinsamisch, Куэлнэгк нёаррк, finnisch Kuolan niemimaa, nordsamisch Guoládatnjárga) ist eine Halbinsel in Fennoskandinavien. Der nördliche Küstenstreifen der Halbinsel trägt den Namen Murmanküste. Politisch gesehen gehört sie zu Russland in der Oblast Murmansk (nördlicher Rand des europäischen Landesteils). Die Halbinsel am Nordrand des Weißen Meeres wird von Russen und von Samen bewohnt. Als Grenze zum restlichen Festland wird die Linie zwischen dem Ende der Kandalakscha-Bucht, dem Imandra-See und der Kola-Bucht betrachtet. Die Gebirge der Chibinen, der Lowosero-Tundra und des Keiwy-Hochlands liegen zentral auf der Halbinsel.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Halbinsel liegt im äußersten Nordwesten Russlands und ist Teil der Oblast Murmansk. Da sie auf dem Nördlichen Polarkreis liegt, gehört die Halbinsel zum sogenannten Arktischen Kreis. Sie grenzt im Norden und im Nordosten an die Barentssee sowie im Osten und im Süden an das Weiße Meer und die Kandalakscha-Bucht. Geologisch betrachtet gehört die Halbinsel zum Baltischen Schild. Die nördliche Küste fällt zum Wasser hin steil ab; das Relief der Südküste ist hingegen überwiegend flach. Der Westen der Halbinsel ist von den Gebirgsketten der Chibinen und der Lowosero-Tundra geprägt. Der höchste Punkt der Halbinsel ist der 1120 m hohe Berg Angwundastschorr in der Lowosero-Tundra. Das Gebirgsrelief der Murmanischen Küste und der der Khandalakschanischen Küste erstreckt sich vom Südwesten bis nach Nordwesten.

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Klima der Halbinsel ist heterogen: im Norden ist es aufgrund der Erwärmung durch warme Meeresströmungen subarktisch, zur Mitte der Halbinsel hin zunehmend kontinental, gemäßigt kalt. Die mittleren Januar-Februar-Temperaturen reichen von −11 bis −8 °C im Norden und von −15 bis −13 °C im Zentrum, im Juli liegen sie bei +8 bis +11 °C und +12 bis +14 °C. Das Land ist zwischen Oktober und Mai, im Gebirge auch im Monat Juni, schneebedeckt.

Wasserwelt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Umbosero-See

Die Halbinsel Kola wird von mehreren – teils sehr schnellströmenden – Flüssen durchflossen; der längste Fluss ist der Ponoi, der wasserreichste ist der Tuloma. Weitere Flüsse, die durch das Land fließen, sind: Warsuga, Kola, Iokanga, Teriberka, Woronja, Umba. Ebenso reich ist die Halbinsel an Seen; die größten sind Imandra, Umbosero und Lowosero. Die Mehrzahl der Flüsse auf der Halbinsel entwässern in die Barentssee, einige wenige im Süden in das Weiße Meer. Die Gewässer besitzen eine große Anzahl an Fischen, z. B. Äschen, Forelle, Hecht, Lachs, Maränen und anderen. In den angrenzenden Meeren gibt es Heilbutt, Hering, Kabeljau, Kombu, Krabben, Lodde und Scholle.

Bodenschätze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Halbinsel Kola besitzt eine große Anzahl an Bodenschätzen. In den Orten Nikel und Montschegorsk wird der Abbau von Nickel betrieben, in anderen Orten Eisenerz sowie weitere Schwermetalle, Apatit- und Nephelin-Erze und auch Schmuck- und Edelsteine.

Dieses hat dazu geführt, dass auf der Halbinsel nahezu alle Stufen von Umweltverschmutzung, von intakter arktischer Tundra bis hin zu schwermetallvergifteten postindustriellen Abraumlandschaften, zu finden sind. Die Erze werden größtenteils in Kombinaten unmittelbar vor Ort verhüttet, was mitunter zu erheblicher Luftverschmutzung führt. Die Energie, die für das Verhütten benötigt wird, liefert das Kernkraftwerk Kola. Es wurde zur Zeit der Sowjetunion errichtet und besitzt vier Druckwasserreaktoren vom Typ WWER-440.

Ab 1970 wurde hier die sogenannte Kola-Bohrung durchgeführt, die 1994 eine Tiefe von 12.262 Metern erreichte und damit bis heute den Weltrekord als tiefste Bohrung hält.

Militärische Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Halbinsel beherbergt zahlreiche Militäreinrichtungen der Nordflotte, insbesondere Basen für Atom-U-Boote und auch den ELF-Sender ZEVS.

In der Andrejewa-Bucht wurde Anfang der 1980er-Jahre ein Atommülllager für schwach radioaktiven Nuklearabfall als Provisorium (gedachter Zeitraum: 5 Jahre) eingerichtet. 2007 lagerten dort etwa 21.000 ausgebrannte Brennstäbe von Reaktoren sowjetischer U-Boote. Norwegen, das bereits 12,5 Millionen Euro zur Sicherung der baufälligen Hallen aufbrachte, fordert eine umfassende Sanierung der Hallen und das Verbringen der Brennstäbe in ein sicheres Endlager. Die Reaktoren selbst (mehr als 30) stehen in einem Lager in der Sajda-Bucht.

Administration[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

→ siehe Hauptartikel: Verwaltungsgliederung der Oblast Murmansk

Die Halbinsel Kola ist in fünf Rajons sowie in zwölf städtische Kreise gegliedert. Die Rajons sind zusätzlich in insgesamt 13 städtische und 10 ländliche Gemeinden aufgeteilt. Der flächenmäßig größte Rajon ist der Rajon Lowosero, gefolgt vom Rajon Kola, Terski, Kandalakscha und Petschenga.

Rajons

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kola – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien