Halde Haniel

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Das Amphitheater unterhalb der höchsten Kante der Halde Haniel – Standort bis 2007

Die Halde Haniel in Bottrop (an der Grenze zu Oberhausen-Sterkrade) ist mit 159 m Höhe (184,9 m über Normalnull) eine der höchsten Halden des Ruhrgebiets. Aufgetürmt wurde sie in Form zweier Spiralen durch Abraum der Steinkohlezeche Prosper-Haniel. Im Norden schließt sich die Halde Schöttelheide an.

Kultivierung und Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Plateau der südlichen Spirale wurde 1992 das Gipfelkreuz aufgestellt, das anlässlich des Besuches von Papst Johannes Paul II. am 2. Mai 1987 von Auszubildenden des Bergwerkes aus Spurlatten angefertigt und durch Bischof Franz Hengsbach am Karfreitag desselben Jahres gesegnet wurde. Es ist Teil eines Kreuzwegs mit 15 Stationen, der am Kleekamp beginnt, und markierte eine Zeitlang zugleich die Haldenspitze als Landmarke. Durch weitere Anschüttungen in der Folgezeit nördlich des Kreuzes ist das Plateau heute nicht mehr der höchste Punkt. Der von Tisa von der Schulenburg und Adolf Radecki gestaltete Kreuzweg wurde 1995 durch Bischof Hubert Luthe eingeweiht. Hier finden karfreitags regelmäßig Prozessionen statt. Kombiniert ist der Kreuzweg mit einem Bergbaulehrpfad mit typischen Maschinen und Geräten aus dem Bergbau.

Neben dem Holzkreuz – in einer Höhe von 126 Metern – befindet sich ein im Vollkreis angelegtes Amphitheater mit 800 Plätzen, die Bergarena. Hier finden regelmäßig Kultur- und Theaterveranstaltungen statt, unter anderem wurden die Stücke Jedermann (1999), Ein Sommernachtstraum (2001), Die Dreigroschenoper (2002) und Cabaret (2003) aufgeführt. Anlässlich des Kulturhauptstadtjahres „Ruhr.2010“ fand hier eine Neuinszenierung von Giuseppe Verdis Oper Aida unter der künstlerischen Leitung des Bottroper Regisseurs Thomas Grandoch statt.[1]

2002 wurde die Installation Totems vom baskischen Maler und Bildhauer Agustín Ibarrola aus über einhundert Eisenbahnschwellen geschaffen. Die Arbeit verbindet die „scheinbaren Gegensätze von Industrieraum und Natur“ (Aussage des Künstlers). 2007 wurde die auch als Windkamm bezeichnete Installation aufgearbeitet und umgesetzt. Heute stehen die Schwellen am Rande einer sichelförmigen Anhöhe, die auch den höchsten Punkt der Halde und den Windschutz für die Bergarena darstellt.

Installation Totems auf der Halde Haniel

Die Halde ist ein Panorama der Route der Industriekultur und bietet die Aussicht über das nahegelegene Bergwerk und das nordwestliche Ruhrgebiet.

Flora und Fauna[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die Stilllegung und Renaturierung der Halde konnten sich viele Tier- und Pflanzenarten auf dem brachfallenden Gebiet ansiedeln. Am Fuß der Halde findet sich ein dichter Laubwald, der auch in der umgebenden Region typisch ist. Darin findet man neben Brombeeren und unterschiedlichen Farnen auch Bereiche mit Wildrosen, die sich mit zunehmender Höhe mit Nadelhölzern mischen. Die höchsten Ebenen der Halde werden von Gras und vereinzelten Pionierpflanzen wie Kamillen bewachsen.

Neben der Flora hat sich eine bemerkenswerte Faunengemeinschaft gebildet. Dazu gehören neben unterschiedlichen Hautflüglern auch Turmfalken, Erdkröten, Zauneidechsen und Wildkaninchen. Einige der dort anzutreffenden Tierarten sind in Nordrhein-Westfalen mittlerweile in ihren Beständen gefährdet.

Fossilien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der auf der Halde Haniel abgeladene Abraum aus dem Steinkohle-Bergbau stammt aus den Schichten des Karbon und enthält daher teilweise fossile Abdrücke von Pflanzen aus jenem Zeitalter.

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Der Westen: Keine Produktion zweiter Klasse. Abgerufen am 21. Oktober 2011.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Halde Haniel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 51° 33′ 1″ N, 6° 52′ 33″ O