Halde Oberscholven

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Blick auf die Halde Oberscholven von der Halde Rungenberg aus.
Die 2010 neu errichteten Windräder, vorne Raffinerie, Schornsteine hinten vom Kraftwerk Scholven.

Die Halde Oberscholven ist eine Bergehalde in Gelsenkirchen-Scholven. Sie nahm in den Jahren 1966 bis 1987 das Bergematerial aus dem Betrieb der Zechen Scholven, Bergmannsglück und Emscher-Lippe auf.[1] Die Halde überragt die Umgebung um 140 m und ist damit die höchste künstliche Erhebung im Ruhrgebiet.

Sie gehört zur zweiten Generation von Halden, den abgestuften Tafelberghalden. Den höchsten Punkt auf 201,8 m Höhe über Normalnull markiert seit 1994 ein im Winter nachts beleuchtetes und inzwischen bereits einmal ersetztes acht Meter hohes Gipfelkreuz. Neben diesem befindet sich eine zur Hälfte versenkte Seilscheibe. Etwas tiefer steht ein Sendemast für Mobilfunk von Vodafone und terrestrisches Fernsehen DVB-T mit 60 m Länge.

Der Funkmast wurde ursprünglich 2003 von Vodafone unter der Bezeichnung 5125 WXR 897 (RMSV 42+14 m Windzone 2) errichtet.[2]

Die Halde wird von der RAG Montan Immobilien im Auftrag der RAG AG betreut. Auf der Halde wachsen 212.000 Bäume, darunter Erlen, Linden, Rotweiden, Eschen und Scheinakazien, ferner Sträucher und Kräuter.

Im Inneren der Halde befindet sich ein Trinkwasserbehälter von Gelsenwasser, gespeist aus dem Wasserwerk Haltern. Es handelt sich um 15 Röhren mit 66 Metern Länge, einem Durchmesser von zehn Metern und 36.000 Kubikmetern Speicherkapazität in 130 m Höhe NN. Der Behälter erzeugt durch die Höhendifferenz für das umgebende Wassernetz einen Wasserdruck von sechs Bar.

Die Halde ist der Öffentlichkeit gewöhnlich nicht zugänglich. Ausnahmen bilden ein Tag der offenen Tür von Gelsenwasser, Wanderungen, die durch die Volkshochschule organisiert werden, und die traditionelle Mai-Andacht der Gemeinde St. Josef in Scholven. Diese Andacht findet vor dem Gipfelkreuz statt. Für Besucher, die den etwa einstündigen Aufstieg nicht bewältigen, werden gewöhnlich Pendelbusse eingesetzt.

In unmittelbarer Nähe liegt das Kraftwerk Scholven mit seinen teils über 300 m hohen Schornsteinen und fünf Kühltürmen sowie eine Raffinerie von BP.

Nach einer Grundsteinlegung am 7. Juli 2010 wurde auf der Halde der Windpark Halde Oberscholven mit zwei Windkraftanlagen von je 2,3 Megawatt Leistung errichtet. Die von der ELE Scholven Wind GmbH für rund sechs Millionen Euro errichteten Anlagen haben eine Nabenhöhe von knapp 100 m und einen Rotordurchmesser von 82 m, die Gesamthöhe von 140 m überragen Halde und Funkmast deutlich.[3]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Christian Duyf: So weit das Auge reicht. In: WAZ, Lokalteil Gelsenkirchen, 7. September 2007, (online (Memento vom 14. Juli 2008 im Internet Archive))
  2. Bautechnische Prüfung, Bauüberwachung. Funkmast 5125 WXR 897. In: karvanek-ebenau.de. 2011, abgerufen am 31. Oktober 2014.
  3. Wolfgang Laufs: Gelsenkirchens neues Wahrzeichen in Blau-Weiß. In: DERWESTEN. 8. Juli 2010, abgerufen am 3. November 2011.

Koordinaten: 51° 36′ 15″ N, 7° 0′ 52″ O

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]