Haldenwang (Landkreis Oberallgäu)

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Wappen Deutschlandkarte
Haldenwang (Landkreis Oberallgäu)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Haldenwang hervorgehoben

Koordinaten: 47° 48′ N, 10° 21′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Oberallgäu
Höhe: 757 m ü. NHN
Fläche: 26,69 km2
Einwohner: 3850 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 144 Einwohner je km2
Postleitzahl: 87490
Vorwahl: 08374
Kfz-Kennzeichen: OA
Gemeindeschlüssel: 09 7 80 122
Gemeindegliederung: 36 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Römerstr. 3
87490 Haldenwang
Website: www.haldenwang.de
Erster Bürgermeister: Josef Wölfle (CSU / Freie Wähler)
Lage der Gemeinde Haldenwang im Landkreis Oberallgäu
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Über dieses Bild
Haldenwang von Osten
Haldenwang von Norden mit Gaishorn

Haldenwang ist eine Gemeinde im schwäbischen Landkreis Oberallgäu.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt in der Region Allgäu am östlichen Rande des Illertales. Die Pfarrkirche liegt 752 m ü. NHN. Noch 150 Höhenmeter höher erhebt sich ein Höhenzug im Osten. Die Iller und der Illergletscher haben im Laufe der Erdgeschichte die Landschaft gestaltet.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt 36 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[2][3]

Das Gemeindegebiet besteht nur aus der Gemarkung Haldenwang.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsname leitet sich aus den althochdeutschen Wörtern halda (Abhang) und wang (Gefilde) ab. Das Illertal war schon zur Römerzeit dicht besiedelt. Wahrscheinlich bestanden damals schon Siedlungen am Ostrand des Tales, zudem war es zur Stadt Cambodunum nicht weit. Im frühen Mittelalter saßen auf der Burg Wagegg Lehensmänner des Klosters Ottobeuren, in späterer Zeit waren es Ministeriale des Fürststiftes Kempten. 1180 ist ein Ritter Walther von Wagegg verzeichnet, 1374 ein Ritter von Schellenberg und Wagegg und 1468 ein Ritter Caspar von Laubenberg und Wagegg. Vor 1800 war Haldenwang Sitz eines Oberen und Unteren Gerichts der gleichnamigen Herrschaft und gehörte dem Freiherrn von Freyberg-Eisenberg. Mit der Rheinbundakte 1806 kam der Ort zu Bayern. Im Jahr 1818 wurde die Gemeinde gegründet.

Bis zur Gebietsreform gehörte Haldenwang zum Landkreis Kempten. Dieser wurde am 1. Juli 1972 aufgelöst.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1961: 1746 Einwohner
  • 1970: 2086 Einwohner
  • 1987: 2726 Einwohner
  • 1991: 2845 Einwohner
  • 1995: 3107 Einwohner
  • 2000: 3474 Einwohner
  • 2005: 3698 Einwohner
  • 2010: 3684 Einwohner
  • 2015: 3755 Einwohner

Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 2731 auf 3780 um 1049 Einwohner bzw. um 38,4 %.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erster Bürgermeister ist seit dem 1. Mai 2014 Josef Wölfle (CSU); er wurde am 15. März 2020 mit 86,04 % der Stimmen für weitere sechs Jahre gewählt.

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wahl am 15. März 2020 hatte folgendes Ergebnis:

Die Wahlbeteiligung betrug 63,95 %.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Haldenwang (Landkreis Oberallgäu)
Blasonierung:Gespalten; vorne in Schwarz eine goldene Rosette, hinten geschacht von Silber und Rot.“[4]

Dieses Wappen wird seit 1972 geführt.

Wappenbegründung: Die goldene Rosette ist dem Wappen des Klosters Ottobeuren entnommen und weist auf die bis in karolingische Zeit zurückreichenden Beziehungen des Klosters zur Gemeinde Haldenwang hin. Das Kloster hatte das Kirchenpatronat inne, 1034 wurde die Pfarrei inkorporiert. Das Silber-Rot-Schach stammt aus dem Wappen der Herren von Wagegg, die um 1170 erstmals erwähnt werden und Ministerialen des Fürststifts Kempten waren. Die Herrschaft Wagegg zählte zu den umfangreichsten und wichtigsten Herrschaften. Zur ihr gehörten unter anderem die Burg sowie die Gerichte in Haldenwang und Börwang. Nach dem Aussterben der Adelsfamilie 1374 kam es zu mehrfachem Besitzwechsel der Herrschaft Wagegg, bis sie 1581 wieder an das Fürststift Kempten kam.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1998 gab es im Bereich der Land- und Forstwirtschaft neun, im produzierenden Gewerbe 666 und im Bereich Handel und Verkehr 58 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 122 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 1182. Im verarbeitenden Gewerbe gab es acht, im Bauhauptgewerbe neun Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 67 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1695 ha. Mit Abstand wichtigster Arbeitgeber im nördlichen Oberallgäu ist die Firma MAHA Maschinenbau Haldenwang, sie stellt Anlagen zur Prüf- und Sicherheitstechnik von Kraftfahrzeugen her.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 1999):

  • Kindergärten: 125 Kindergartenplätze mit 113 Kindern
  • Volksschulen: eine mit zwölf Lehrern und 213 Schülern

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Haldenwang (Oberallgäu) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Genesis Online-Datenbank des Bayerischen Landesamtes für Statistik Tabelle 12411-001 Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Haldenwang in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 15. August 2019.
  3. Gemeinde Haldenwang, Liste der amtlichen Gemeindeteile/Ortsteile im BayernPortal des Bayerischen Staatsministerium für Digitales, abgerufen am 21. Dezember 2021.
  4. Eintrag zum Wappen von Haldenwang (Landkreis Oberallgäu) in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte