Halit Yozgat

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Halit Yozgat (* 1985 in Kassel; † 6. April 2006 ebenda) war das neunte und damit mutmaßlich letzte und jüngste Todesopfer der Mordserie, die in den Jahren 2000 bis 2006 in deutschen Großstädten mutmaßlich durch die rechtsextreme Terrorgruppe Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) verübt wurde. Halit Yozgat wurde in seinem Internetcafé im Kasseler Stadtteil Nord-Holland durch zwei gezielte Pistolenschüsse in den Kopf ermordet. Zur Tatzeit war Andreas Temme, ein Mitarbeiter des Landesamtes für Verfassungsschutz Hessen, anwesend, der zeitweise als Mordverdächtiger galt und festgenommen wurde, und dessen Telefon daher von der Polizei überwacht wurde.[1] Trotz der Ermittlungen gegen Temme, mehrfacher Vernehmungen von ihm als Zeugen im Münchener NSU-Prozess und in verschiedenen parlamentarischen Untersuchungsausschüssen, dem Eintreffen von Yozgats Vater kurz nach der Tat und der sekundengenauen Rekonstruktion des Tathergangs durch die Polizei ist der Anschlag bis heute nicht geklärt.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Halit Yozgat war Sohn von İsmail Yozgat, der aus der Türkei zugewandert war. Kurz vor seiner Ermordung hatte Halit in der Holländischen Straße 82 ein Internetcafé eröffnet, in dem er erschossen wurde. Zuvor wurden ab dem Jahr 2000 ein griechischstämmiger und sieben türkisch- bzw. kurdischstämmige Männer, die schon lange in Deutschland lebten, mit der gleichen tschechischen Pistole der Marke Česká erschossen (Ceska-Mordserie). Zur Tatzeit befand sich Yozgat nur zufällig noch im Internetcafé, das zu dieser Zeit sein Vater beaufsichtigen sollte. Dieser hatte sich allerdings verspätet. Halit Yozgat wurde 21 Jahre alt.

Ermittlungen und Ereignisse unmittelbar nach dem Mord[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Mitarbeiter des Landesamtes für Verfassungsschutz Hessen (LfV), Andreas Temme, der in seinem Heimatdorf als Jugendlicher den Spitznamen „Klein Adolf“ getragen hatte,[2] war zur Tatzeit anwesend und zunächst selbst als mutmaßlicher Täter in den Fokus der Ermittlungen geraten, da er sich als einziger Zeuge nicht bei der Polizei meldete und das Internetcafé nur wenige Sekunden nach dem Mord verließ. Dabei sah Temme angeblich beim Verlassen des Internetcafés den verblutenden Halit Yozgat nicht hinter dem Tresen liegen und sah auch die Blutstropfen darauf nicht, als er Münzgeld darauf legte. Temme wurde in der Folge aus dem LfV Hessen entlassen. Er ist jetzt im Innendienst und bezieht weiter seinen Beamtensold. Ein gegen ihn eingeleitetes Ermittlungsverfahren wurde eingestellt.[3]

Mehrere Mitarbeiter des LfV Hessen führten kurz nach der Tat Telefonate mit Temme, die im NSU-Prozess und dem Untersuchungsausschuss im Landtag von Hessen thematisiert wurden. Als Vorbereitung auf die Verhöre durch die Polizei riet der Geheimdienstbeauftragte Gerald-Hasso Hess demnach Temme: „So nah wie möglich an der Wahrheit bleiben.“ und „Ich sag ja jedem: Wenn er weiß, dass irgendwo so etwas passiert, bitte nicht vorbeifahren.“ Temme sagte zu einem anderen Kollegen: „Wenn der ganze Spaß ’rum ist, dann kann ich dir das mal erzählen, das ist am Telefon ein bisschen schlecht. Auch wegen dem ganzen anderen Drumrum, von wegen, dass ja auch niemand außerhalb auch nur irgendwas darüber erfahren darf.“[4] Im hessischen NSU-Untersuchungsausschuss sagte der ehemalige Außendienststellenleiter des hessischen LfV Frank-Ulrich Fehling am 21. Dezember 2015 aus, dass Temme damals eine Vielzahl dienstrechtlicher Fehler begangen und ihn belogen habe.[5]

Am 20. Februar 2015 wurde der Originalmitschnitt eines am 9. Mai 2006 abgehörten Telefonats öffentlich bekannt, das Temme mit dem damaligen LfV-Geheimschutzbeauftragten Hess führte und das ihn massiv belastet: Temme war demnach 2006 vorab über den Mord an Halit Yozgat informiert. Temme sei nicht nur wie bekannt am 6. April 2006 im Internetcafé gewesen, als der Mord geschah, sondern habe schon vorher konkrete Kenntnisse von der geplanten Tat, der Tatzeit, dem Opfer und den Tätern erhalten. Diese Kenntnisse seien der Grund für seine Anwesenheit in dem Internetcafé gewesen. In dem Telefonat hatte der LfV-Geheimschutzbeauftragte Hess seinen Kollegen Temme auf die Vernehmung durch die Polizei vorbereitet. Dann sagte er einen Satz, der in der ursprünglichen Polizeiabschrift des Telefonats nicht zu finden war, sich wohl aber noch auf den originalen Abhörbändern befand: „Ich sage ja jedem: Wenn er weiß, dass irgendwo so etwas passiert, dann bitte nicht vorbeifahren.“

Inwieweit Temme direkt an der Tat beteiligt war, ob Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt überhaupt am Tatort waren ist unklar – nicht zuletzt, weil seine Vorgesetzten und die gesamte Geheimdienstbehörde Temme schützen. Als sich die Polizei an das hessische Innenministerium wandte, um die V-Männer Temmes direkt zu befragen, lehnte der damalige Innenminister und heutige Ministerpräsident des Landes Volker Bouffier dies ab.

Wie in anderen Fällen der Mordserie geriet neben dem Inlandsgeheimdienstler ein Mann „südländischen Typs“ ins Visier der ermittelnden Behörden.[6] Halit Yozgats Vater betonte gegenüber einem türkischstämmigen Polizisten, dass es einen ausländerfeindlichen Hintergrund geben müsse und die eigene Familie unschuldig sei. Er hielt am 6. Mai in Kassel und am 11. Juni 2006 in Dortmund kurze Ansprachen auf Demonstrationen, die unter der Forderung „Kein 10. Opfer“ standen und an der sich Angehörige weiterer Mordopfer der Ceska-Serie, Semiya Simsek und Familie Kubasik, beteiligten.

Allerdings kam es nach dem Mord an Halit Yozgat erstmals zu einer eingehenden Prüfung eines möglichen rechtsextremen Tathintergrunds. Der Profiler Alexander Horn erstellte für die BAO Bosporus, die mit der gesamten Ceska-Serie betraut war, eine operative Fallanalyse, in der er als Motiv der angenommenen zwei Täter Türkenhass vermutete. Diese Analyse blieb jedoch nicht ohne Widerspruch und führte zu keinen greifbaren Ergebnissen (siehe Nationalsozialistischer Untergrund#Ceska-Mordserie, Ceska-Mordserie#SoKo Bosporus von Juni 2005 bis Februar 2008).

Ermittlungen und Ereignisse nach Aufdeckung des NSU[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ermittlungen der Bundesanwaltschaft, Nebenklageanwälte und Gerichtsverfahren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem die beiden mutmaßlichen Haupttäter der rechtsextremen Anschläge und Morde der Terrorgruppe Nationalsozialistischer Untergrund, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt, am 4. November 2011 Suizid begangen und ihre mutmaßliche Mittäterin Beate Zschäpe die gemeinsame Zwickauer Wohnung in Brand gesetzt und ein Bekennervideo der Taten an verschiedene öffentliche Einrichtungen und Medien verschickt hatte, wurde auch der Mord an Yozgat dem NSU zugeordnet. Im Bekennervideo wird auf den Mord Bezug genommen. Außerdem fanden die behördlichen Ermittler im Zwickauer Brandschutt verschiedene auf Kassel bezogene Aufzeichnungen. Deshalb erhob die Bundesanwaltschaft im November 2012 Anklage gegen Zschäpe als mutmaßlich letzte Überlebende der Terrorzelle und vier Gehilfen unter anderem wegen des Mordes an Yozgat. Das Strafverfahren vor dem Oberlandesgericht München begann im Mai 2013 und befindet sich im Herbst 2017 in der Schlussphase (siehe NSU-Prozess). Die Bundesanwaltschaft hat in ihrem Schlussvortrag die Verantwortlichkeit des NSU für den Mord bekräftigt und eine lebenslange Freiheitsstrafe für Zschäpe und hohe Haftstrafen insbesondere für Ralf Wohlleben gefordert, der als mutmaßlicher Gehilfe die Ceska-Pistole mit Schalldämpfer beschafft haben soll, mit der auch der Mord an Yozgat begangen worden ist.

In dem Gerichtsverfahren tritt die Familie Yozgat als Nebenkläger auf und wird von mehreren Anwälten vertreten, die diese offizielle Version der Ereignisse nicht als überzeugend betrachten und insbesondere die Rolle der hessischen Landesbehörden im Zusammenhang mit dem am Tatort anwesenden Verfassungsschützer Andreas Temme als nicht aufgeklärt betrachten. So erstritten diese Anwälte Zugang zu Akten des hessischen Innenministeriums, durch die sich die Abläufe des Tattags und die anschließenden Kontakte Temmes minutengetreu rekonstruieren lassen. Zahlreiche von der Kriminalpolizei im Jahr 2006 abgehörten Telefonate aus dem LfV, insbesondere mit Temme, die deshalb erst dadurch ausgewertet werden konnten, lassen die Tatumstände für die Anwälte völlig anders aussehen, als es die Landesregierung bisher dargestellt und durchgesetzt hatte, unter anderem mit Aussagebeschränkungen im Prozess. Insbesondere eine mögliche Nähe Temmes zu Rechtsextremen und die schonende Behandlung Temmes durch die Behörden nach dem Mord werfen aus Sicht der Opfervertreter Fragen auf.[7]

Temme musste mehrfach im NSU-Prozess aussagen und hat sich – unter anderem im Vergleich zu seinen Aussagen in den NSU-Untersuchungsausschüssen des Bundestages und des hessischen Landtages – mehrfach widersprochen. Auch nach seinen weiteren Aussagen sind Zweifel geblieben, das Oberlandesgericht München hat jedoch im Juli 2016 erklärt, Temmes Darstellung Glauben zu schenken.[8]

Ein interner Bericht des Landesamts für Verfassungsschutz zu den Vorgängen um Andreas Temme unterliegt einer Sperrfrist mit der ungewöhnlichen Länge von 120 Jahren.[9] Eine Initiative von Landesbeamten forderte im Herbst 2017 die Suspendierung Temmes, der weiterhin als Beamter des Landes beschäftigt ist.[10]

Weitergehende Aufarbeitung der Rolle hessischer Landesbehörden und Tathintergründe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ungereimtheiten und offenen Fragen bei diesem Mord beschäftigen verschiedene NSU-Untersuchungsausschüsse, neben den beiden des Deutschen Bundestages insbesondere den NSU-Untersuchungsausschuss des hessischen Landtags.[11]

Das Bundeskriminalamt und das Bundesamt für Verfassungsschutz veröffentlichten im März 2013 eine Liste mit den Namen von 129 möglichen Unterstützern des NSU. Darunter befindet sich auch der Neonazi Benjamin G. aus der Umgebung von Kassel, der als V-Mann für den hessischen Verfassungsschutz arbeitete und dessen V-Mann-Führer Andreas Temme war. Beide hatten kurz vor und nach der Mordtat miteinander telefoniert.[12] Immer wieder kamen Vermutungen über einen Zusammenhang der Anwesenheit Temmes beim Mord mit Benjamin G.s V-Mann-Tätigkeit auf. G. soll nach Behördenangaben dafür zuständig gewesen sein, Informationen über die rechtsgerichtete Splitterpartei Deutsche Partei zu übermitteln, war dort aber offenbar kein Mitglied, wie im hessischen NSU-Untersuchungsausschuss im November 2016 Thema wurde. Experten wie Andrea Röpke vermuten, dass G. vielmehr wegen seiner Verbindungen zur rechtsextremen und gewaltbereiten Szene (Blood and Honour Nordhessen und Combat 18 Dortmund) V-Mann war, die möglicherweise im Kontakt zum NSU stand.[13]

Im Dezember 2016 wurde im Rahmen des zweiten NSU-Untersuchungsausschusses des Bundestages bekannt, dass Andreas Temme möglicherweise zwei weitere V-Personen aus der rechtsextremen Szene – zeitweilig und vertretungsweise – führte, was weitere Fragen aufwirft, ob Temmes Anwesenheit beim Mord mit diesen Kontakten zusammenhängen könnte.[14] Im März 2017 stellte die hessische Landtagsfraktion der Linkspartei Strafanzeige wegen uneidlicher Falschaussage gegen Temme. Im Dezember 2016 war eine schriftliche Dienstanweisung vom März 2006 aufgetaucht, die V-Mann-Führer aufforderte, ihre V-Leute zur Mordserie zu befragen und die Temme offenbar unterschrieben hatte, während er im ersten Bundestags-Untersuchungsassschuss 2012 behauptet hatte, dienstlich keine vorherige Kenntnis der Mordserie gehabt zu haben.[15]

Im September 2017 wurde im hessischen Untersuchungsausschuss als Zeugin Corryna G. vernommen, die jahrelang enge Kontakte zur rechtsextremen Szene pflegte und aussagte, in den Monaten vor dem Mord an Yozgat mehrfach dessen Internetcafé besucht zu haben. Die Generalbundesanwaltschaft hat dazu Ermittlungen aufgenommen, insbesondere zu einer Zellengenossin G.s im offenen Vollzug, die ihr das Internetcafé empfohlen haben soll. Die Mitglieder des Untersuchungsausschusses erhoffen sich von dieser Spur Aufklärung über mögliche lokale Helfer des NSU und über die Opferauswahl.[16]

Entwendetes Handy[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgrund von Ermittlungen, die im Zuge der Aufklärung des Falls ab 2011 eingeleitet wurden, wurde zudem bekannt, dass ein Sektionsassistent des pathologischen Institutes des Klinikums Kassel ein Handy aus der Hosentasche des getöteten Yozgat entwendete. Der Mitarbeiter räumte den Diebstahl ein. Er habe „aus Neugier“ das Kühlfach in der Gerichtsmedizin geöffnet und dem noch halb bekleideten Toten das Mobiltelefon aus der Hosentasche genommen. Er habe mit dem Telefon „rumgespielt“ und auch die SIM-Karte des Toten ausgetauscht. Barbara John, die Ombudsfrau für die Hinterbliebenen der Opfer der Mordserie nannte den Vorgang „skandalös und unfassbar“. Sie frage sich, warum die Polizeibeamten das Handy nicht sofort am Tatort sicherstellten. Das deute auf eine weitere Ermittlungspanne hin.[17]

Gedenken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Halit Yozgats Vater Ismail Yozgat sprach im Namen der Angehörigen der Mordserie im Februar 2012 bei der zentralen Gedenkveranstaltung der deutschen Bundesregierung im Berliner Schauspielhaus am Gendarmenmarkt. Er bat darum, die Holländische Straße, in der sein Sohn geboren und ermordet worden war, in Halit-Straße umzubenennen. Außerdem regte er an, dass im Namen der Opfer der Mordserie eine Stiftung für Krebskranke gegründet werden solle und alle angebotenen finanziellen Hilfen für die Hinterbliebenen in diese Stiftung fließen sollten.[18] Der Vorschlag zur Umbenennung der Straße löste in Kassel eine kontroverse Debatte aus, in deren Verlauf sie schließlich abgelehnt wurde.[19] Stattdessen wurde beschlossen, dass ein Platz sowie eine Straßenbahnhaltestelle in Kassel zum Gedenken an Yozgat seinen Namen tragen sollen.[20] Hiergegen gab es Proteste, da diese Entscheidung nicht als angemessen gesehen wurde.[21] Der Vater des Opfers bezeichnete die Umbenennung später als einen wichtigen Schritt und forderte ein regelmäßiges Gedenken zum Todestag seines Sohnes.[22]

Im April 2012, zum sechsten Todestag, dem ersten Todestag nach Bekanntwerden der Täter, fand eine Gedenkveranstaltung statt, bei der der Kasseler Oberbürgermeister Bertram Hilgen Blumen am Tatort niederlegte. Zu der Veranstaltung, an der neben der Familie auch der türkische Generalkonsul Ilhan Saygili teilnahm, waren 400 Menschen erschienen.

Am 1. Oktober 2012 wurde zum Gedenken an Halit Yozgat in Kassel der Halitplatz eingeweiht. Die Benennung des zuvor namenlosen[23] Platzes durch den Kasseler Oberbürgermeister Bertram Hilgen fand im Beisein des türkischen Botschafters Hüseyin Avni Karslıoğlu, des hessischen Justizministers Jörg-Uwe Hahn sowie der Eltern des Opfers statt. Bei der Gedenkfeier wurde ein Grußwort von Bundespräsident Joachim Gauck verlesen.[24]

Der Halitplatz (Lage) umfasst eine etwa 500 m2 große, zum Teil begrünte Freifläche vor dem südöstlichen Nebeneingang zum Kasseler Hauptfriedhof, an der Kreuzung Holländische Straße, Mombachstraße und befindet sich etwa 100 m vom Haus in der Holländischen Straße 82, in dem Halit Yozgat ermordet wurde. Auf dem Platz wurden ein Straßenschild und eine Stele mit einer Gedenktafel aufgestellt.[22] In einer gemeinsamen Erklärung hatte sich Kassels Oberbürgermeister mit den Städten Nürnberg, Hamburg, München, Rostock, Dortmund und Heilbronn zuvor darauf verständigt, dass an allen Orten, an denen Menschen zu Opfern der Rechtsterroristen geworden waren, Gedenktafeln in ähnlicher Form mit einer einheitlichen Botschaft und der namentlichen Nennung aller zehn Opfer aufgestellt werden sollten.

Das Mahnmal wurde im März 2013 mit schwarzer Farbe beschmiert und in der Nacht zum 7. April 2014, nach der Gedenkveranstaltung zum achten Todestag des Opfers, von unbekannten Tätern mit einer schwarz-braunen Substanz übergossen. Die von der Stadt veranlasste Reinigung erfolgte noch am gleichen Tag.[25]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Stefan Aust, Dirk Laabs: Heimatschutz. Der Staat und die Mordserie des NSU. Pantheon, München 2014, insbesondere S. 636–664, 670–675.
  • Hajo Funke: Staatsaffäre NSU. Eine offene Untersuchung. Kontur, Münster, Berlin 2015, ISBN 978-3-944998-06-0, Kapitel „Kassel: Strafvereitelung für das ‚Staatswohl‘, die acht Jahre ohne Begründung bleibt. Ein verfassungspolitischer Skandal“, S. 96–106.
  • Thomas Moser: Der Schattenmann. Als Halit Yozgat 2006 in seinem Internetcafé in Kassel erschossen wurde, war ein Verfassungsschützer am Tatort. In: Andreas Förster (Hrsg.): Geheimsache NSU. Zehn Morde, von Aufklärung keine Spur. Klöpfer & Meyer, Tübingen 2014, ISBN 978-3-86351-086-2, S. 119–129.
  • Maximilian Pichl: Der NSU-Mord in Kassel – eine Geschichte deutscher Staatsapparate und ihrer Skandale. In: Kritische Justiz. Jg. 48, 2015, Heft 3, S. 275–287.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ralf Euler: NSU-Ausschuss: Früherer Verfassungsschützer im Kreuzverhör. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 9. Mai 2015.
  2. Gerd Elendt, Kerstin Herrnkind: Neues von „Klein Adolf“. In: stern.de. 14. April 2012, abgerufen am 28. Mai 2012.
  3. Katharina Iskandar: Kasseler Mord in neuem Licht. Verdächtiger Verfassungsschützer. In: FAZ.net. 14. November 2011, abgerufen am 27. Mai 2012.
  4. Verfassungsschutz unter Druck. In: Frankfurter Rundschau, 22. Februar 2015.
  5. Kollege hält Ex-Verfassungsschützer für Lügner. In: Hessenschau.de, 21. Dezember 2015, abgerufen am 22. März 2016.
  6. Andrea Kinzinger: Neun tote Männer und ein mysteriöser Verfassungsschützer. In: Spiegel Online. 14. Juli 2007, abgerufen am 28. Mai 2012.
  7. Stefan Aust, Per Hinrichs, Dirk Laabs: NSU-Mord in Kassel: Hinweise auf Verstrickung des Verfassungsschutzes. In: Welt Online, 22. Februar 2015.
  8. Tom Sundermann: Rehabilitation für Verfassungsschützer Andreas T. In: Zeit Online, NSU-Prozess-Blog, 13. Juli 2016.
  9. Susanne Höll: Leise rieselt der Staub. Eine Akte soll für 120 Jahre unter Verschluss. In: Süddeutsche_Zeitung, 2. Juli 2017.
  10. Nicole Schippers: Wegen Fall Halit Yozgat: Suspendierung von Temme beim RP Kassel gefordert. In: HNA.de, 20. September 2017.
  11. Siehe etwa Stenografisches Protokoll vom Dienstag, den 11. September 2012 des ersten Bundestags-Untersuchungsausschusses zum NSU mit den Aussagen von Andreas Temme und Lutz Irrgang.
  12. Andreas Förster: NSU. Der eigentliche Untergrund. In: berliner-zeitung.de. 26. März 2013.
  13. Martín Steinhagen: Deutsche Partei: Neue Fragen für den NSU-Ausschuss. In: Frankfurter Rundschau, 27. November 2016; Andrea Röpke: Der Nazi-V-Mann und der NSU. In: Zeit Online, Störungsmelder, 23. Februar 2015.
  14. Pitt von Bebenburg, Martín Steinhagen: NSU: Temme führte mehr V-Leute als bekannt. In: Frankfurter Rundschau, 17. Dezember 2016.
  15. Pitt von Bebenburg: NSU: Linksfraktion zeigt Temme wegen Falschaussage an. In: Frankfurter Rundschau, 22. März 2017.
  16. Pitt von Bebenburg: Neue Spur zum NSU? In: Frankfurter Rundschau, 21. September 2017.
  17. Jens Bauszus: Leichenfledderei im Klinikum Kassel. Mitarbeiter der Pathologie beklaute NSU-Mordopfer. In: focus.de. 25. Mai 2012, abgerufen am 28. Mai 2012.
  18. Mely Kiyak: Lieber Ismail Yozgat! In: Frankfurter Rundschau. 25. Februar 2012, abgerufen am 28. Mai 2012.
  19. Uwe Gerritz, jaar: Gedenken an Neonazi-Opfer. Diskussion um „Halit-Straße“. In: hr-online.de. 25. Februar 2012, abgerufen am 28. Mai 2012.
  20. Gedenken an Opfer der Zwickauer Terrorzelle. Ein Platz für Halit Yozgat. In: Sueddeutsche.de. 3. April 2012, abgerufen am 28. Mai 2012.
  21. Ulrike Pflüger-Scherb: Straßenschilder überklebt: Sticker mit Halit Yozgat als Protest. In: HNA-online. 8. Mai 2012, abgerufen am 12. April 2016.
  22. a b Große Anteilnahme am Jahrestag der Ermordung von Halit Yozgat. In: Stadt-Kassel.de. 6. April 2012, abgerufen am 28. Mai 2012.
  23. Joachim F. Tornau: Kassel erhält Halit-Platz. In: Frankfurter Rundschau. 1. Oktober 2012.
  24. Karsten Hufer, Patrick Abele: Halitplatz erinnert an NSU-Opfer. In: hr-online.de. 1. Oktober 2012.
  25. Halitplatz: Unbekannte schänden Gedenkstein für NSU-Opfer In: HNA.de. 7. April 2014, abgerufen am 12. April 2016.