Halla

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Halla (Begriffsklärung) aufgeführt.
Halla
Rasse: Hesse
Vater: Oberst
Mutter: Helene
Mutter-Vater:
Geschlecht: Stute
Geburtsjahr: 1945
Sterbejahr: 1979
Land: Deutschland
Farbe: braun
Stockmaß: 171 cm
Züchter: Gustav Vierling
Besitzer: Gustav Vierling
Reiter: Hans Günter Winkler

Halla (* 16. Mai 1945; † 19. Mai 1979) war eine Hessenstute, die zusammen mit Hans Günter Winkler mehrmals Gold bei den Olympischen Sommerspielen gewann.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Halla wurde auf der von Gustav Vierling bewirtschafteten Staatsdomäne Oberfeld in Darmstadt geboren. Ihre Eltern waren Helene, ein französisches Beutepferd unbekannter Abstammung, und der Traberhengst Oberst. Mit Hans Günter Winkler im Sattel wurde Halla 1954 und 1955 Weltmeisterin, 1956 Doppelolympiasiegerin sowie 1960 nochmals Olympiasiegerin mit der Mannschaft.

Halla war zunächst Rennpferd. Aufgrund ihres großen Springvermögens wurde sie zum Hindernisrennpferd umtrainiert und schließlich vom Deutschen Olympia Komitee für Reiterei entdeckt. Sie sollte in der Military eingesetzt werden, galt aber als sehr schwierig und wechselte mehrfach den Reiter. Trotz großen Talents blieb sie erfolglos. 1951 übernahm dann der aufstrebende Springreiter Hans Günter Winkler die Stute. Mit ihm gewann Halla dreimal Olympiagold und insgesamt 125 Springen. Nach ihrer Verabschiedung aus dem Sport am 25. Oktober 1960 ging sie in die Zucht und brachte acht Fohlen zur Welt, die jedoch nicht so erfolgreich waren wie sie.

Zum Mythos wurde sie am 17. Juni 1956, als sie den schwer verletzten Hans Günter Winkler im entscheidenden Umlauf fehlerlos über den Olympiaparcours von Stockholm trug. Um die deutsche Mannschaft nicht aus der Wertung fallen zu lassen, ging er trotz großer Schmerzen mit Halla in den zweiten Umlauf. Infolge schmerzstillender und betäubender Spritzen und Zäpfchen – zahlreiche Quellen nennen Morphin – war Winkler derart benommen, dass er vor dem Start mit starkem Kaffee und durch Schütteln vor dem Einschlafen bewahrt werden musste. In diesem Zustand konnte Winkler Halla nur noch an die Hindernisse heranführen, ihr aber nicht mehr die üblichen Signale mittels Schenkeldrucks übermitteln. Winkler, der sich kaum im Sattel halten konnte, schrie über den Hindernissen vor Schmerzen auf – und blieb als einziger Reiter fehlerfrei. Beim letzten Hindernis rief der Reporter Hans-Heinrich Isenbart begeistert den legendär gewordenen Satz: „Und Halla lacht, als wüsste sie, um was es geht.“[1] Damit hatten die deutschen Springreiter Gold in der Mannschaftswertung gewonnen, und Winkler wurde Olympiasieger in der Einzelwertung trotz Verletzung.

Halla starb am 19. Mai 1979 im hohen Alter von 34 Jahren.

Erfolge mit Reiter Hans Günter Winkler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Weltmeisterschaft
    • 1954 in Madrid: Goldmedaille Einzel
  • Europameisterschaft
    • 1958 in Aachen: Bronzemedaille Einzel
  • Deutsche Meisterschaften
    • 1959 in Berlin: Deutscher Meister

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Warendorf, dem Sitz der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN), wurde eine Straße nach ihr benannt und eine lebensgroße Bronze-Plastik vor dem DOKR aufgestellt, welche an die „Wunderstute“ erinnern soll.

Zu Ehren der Stute wurde der Name Halla von der FN (Fédération Équestre Nationale) gesperrt, d. h. kein Turnierpferd darf auf den Namen Halla eingetragen werden.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans Günter Winkler: Halla, meine Pferde und ich. FN-Verlag der Deutschen Reiterlichen Vereinigung, Warendorf 2007, ISBN 978-3-88542-430-7 (erstmals 1958 als Meine Pferde und ich veröffentlicht).
    • 1960: Halla. Die Geschichte ihrer Laufbahn. Kornett, Verden/Aller

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. SMS-Pferdenews über Halla. Aufgerufen am 29. Januar 2016.