Hallbergmoos

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Hallbergmoos
Hallbergmoos
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Hallbergmoos hervorgehoben

Koordinaten: 48° 19′ N, 11° 45′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Freising
Höhe: 460 m ü. NHN
Fläche: 35,07 km2
Einwohner: 11.094 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 316 Einwohner je km2
Postleitzahlen: 85399, 85737
Vorwahlen: 0811, 089, früher 08169Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: FS
Gemeindeschlüssel: 09 1 78 130
Gemeindegliederung: 8 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausplatz 1
85399 Hallbergmoos
Website: hallbergmoos.de
Bürgermeister: komm.: 2. Bgm Helmut Ecker[2] (Einigkeit)
Lage der Gemeinde Hallbergmoos im Landkreis Freising
Landkreis DachauLandkreis ErdingLandkreis KelheimLandshutLandkreis LandshutLandkreis MünchenLandkreis Pfaffenhofen an der IlmAllershausenAttenkirchenAu in der HallertauEching (Landkreis Freising)FahrenzhausenFreisingGammelsdorfHaag an der AmperHallbergmoosHörgertshausenHohenkammerKirchdorf an der AmperKranzbergLangenbach (Oberbayern)MarzlingMauernMoosburg an der IsarNandlstadtNeufahrn bei FreisingRudelzhausenWang (Oberbayern)WolfersdorfPaunzhausenZollingKarte
Über dieses Bild
Luftbild von Hallbergmoos

Hallbergmoos ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Freising. Sie liegt etwa 25 km nördlich von München in unmittelbarer Nähe des 1992 eröffneten Flughafen München. Ein Teil des Flughafengeländes liegt auf ihrer Gemarkung.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet liegt im Bereich des Erdinger Mooses. Im Westen verläuft die Isar. Von Süden nach Norden durchquert die Goldach das Gemeindegebiet. Der größte Teil der nicht bebauten Flächen wird als Äcker und Wiesen landwirtschaftlich genutzt. Nur entlang der Isar gibt es größere Waldgebiete.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt acht amtliche Ortsteile:[3]

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgenden Gemeinden grenzen an Hallbergmoos: Im Norden Freising, im Osten die Ortsteile Schwaig, Oberding und Notzing, die zur Verwaltungsgemeinschaft Oberding gehören, im Süden die Moosinninger Ortsteile Eichenried und Zengermoos, der Ismaninger Ortsteil Fischerhäuser und im Westen die Gemeinden Eching und Neufahrn bei Freising.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet Hallbergmoos war bis zur Säkularisation 1803 Territorium des Hochstifts Freising. Aus dieser Zeit sind von den Freisinger Fürstbischöfen noch Schloss Birkeneck und Schloss Erching erhalten. Reichsfreiherr Theodor von Hallberg-Broich aus dem Adelsgeschlecht Hallberg kaufte 1825 Schloss Birkeneck mit 921 Tagwerk Grund (entsprechend 3,138 km²). Seinem Unternehmungsgeist ist die Entwässerung der Umgebung und die Ortsgründung zu verdanken. 1831 wurde die Siedlung eine selbständige Gemeinde.

19. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um 1833 errichtete der Architekt Joseph Daniel Ohlmüller die Theresienkirche in italienischem Stil.

Südlich von Hallbergmoos waren ab 1865 etwa 20 Häuser erbaut worden. Die neue Ansiedlung wurde dem Namen des Baches entsprechend Goldach genannt.

20. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach 1945 wuchs die Einwohnerzahl von Hallbergmoos und Goldach durch den Zuzug vieler Heimatvertriebener auf rund 2600 an und blieb bis 1970 fast unverändert. 1953 nahm der Sender Stimme Amerikas in Erching einen 1000 Kilowatt starken Langwellensender in Betrieb. Als Sendemast nutzte er einen 256 Meter hohen, gegen Erde isolierten abgespannten Stahlfachwerkmast. 1973 wurde diese Anlage, über die auch der RIAS zeitweise sendete, im Zuge der Entspannungspolitik stillgelegt. Die Reaktivierung erfolgte 1979 für eine Nutzung durch den Deutschlandfunk. Am 1. Januar 1989 wurde der Sender Erching nach Fertigstellung des Senders Aholming stillgelegt und kurz darauf wurden die Sendeeinrichtungen demontiert.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste Eingemeindung erfolgte zum 1. April 1934 mit dem Gemeindeteil Mariabrunn mit 75 Einwohnern. Im Zuge der Gebietsreform erfolgte am 1. Mai 1978 die Eingliederung des Gemeindeteils Goldach der aufgelösten Gemeinde Notzing und der Brandau aus der Stadt Freising.[4]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit der Eröffnung des Flughafens in direkter Nachbarschaft entwickelte sich die Gemeinde rasant und wurde zur am schnellsten wachsenden Gemeinde im Landkreis Freising. Von 1988 bis 2008 wuchs die Gemeinde um 107 % auf über 9.000 Einwohner an. Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 4.367 auf 10.953 Einwohner bzw. um 150,8 % – der zweithöchste prozentuale Zuwachs aller bayerischen Gemeinden.

Einwohnerzahlen am 31. Dezember
Jahr 1960 1970 1980 1990 1995 2000 2005 2010 2015
Einwohner 2.771 2.903 3.534 4.822 6.141 7.287 8.341 9.266 10.524

Im Jahr 2005 lebten weitere 759 Einwohner, im Jahr 2010 674 Einwohner in Nebenwohnsitzen.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahlen 2002, 2008, 2014 und 2020 führten zu den folgenden Ergebnissen:

Gemeinderatswahl 2020[5]
Wahlbeteiligung: 57,5 %
 %
40
30
20
10
0
38,0 %
14,8 %
7,9 %
24,2 %
15,1 %
Einigkeit
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2014
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
+5,3 %p
+5,5 %p
−7,4 %p
−0,1 %p
−3,3 %p
Einigkeit
Sitzverteilung
Partei / Wählergruppe 2002 2008 2014 2020
CSU 4 6 6 9
SPD 2 3 3 2
Grüne 1 2 3
Freie Wähler 11 7 5 6
Einigkeit Hallbergmoos/Goldach 3 3 4 4
Gesamt 20 20 20 24
Stimmenanteile
Partei / Wählergruppe 2002 2008 2014 2020
CSU 28,7 % 32,7 % 38,0 %
SPD 15,8 % 15,3 % 07,9 %
Grüne 05,7 % 09,3 % 14,8 %
Freie Wähler 35,4 % 24,3 % 24,2 %
Einigkeit Hallbergmoos/Goldach 14,4 % 18,4 % 15,1 %
Gesamt 100 % 100 % 100 %

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Stichwahl am 30. März 2014 wurde Harald Reents von der CSU mit 60 % der Stimmen zum neuen Ersten Bürgermeister gewählt. Bei der Kommunalwahl 2020 wurde er mit 56,1 % der gültigen Stimmen im Amt bestätigt. Am 14. Dezember 2020 wurde er tot in der Wohnung aufgefunden.[6] 2. Bürgermeister ist Helmut Ecker (Wählergruppe Einigkeit).

NordAllianz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hallbergmoos ist Mitglied in der NordAllianz – Metropolregion München Nord.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Hallbergmoos
Blasonierung: „In Silber auf grünem Boden ein grüner Eichbaum, beseitet von je einem schwebenden grünen Rohrstängel mit schwarzem Kolben“[7]

Die Eiche ist das Familienwappen der Ortsgründer, der Freiherren von Hallberg-Broich. Die Rohrkolben, eine typische Sumpfpflanze, stehen für die Lage des Ortes im Erdinger Moos. Das Wappen wurde im Januar 1965 erteilt.

Partnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • ItalienItalien Hallbergmoos unterhält seit dem Jahr 1994 eine Partnerschaft mit der norditalienischen Gemeinde Predazzo im Val di Fiemme in der autonomen Provinz Trient.

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bodendenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hallbergmoos ist die erste Gemeinde in Deutschland, die im Jahr 2002 ihre kommunale Haushaltsführung von der Kameralistik auf die kaufmännische Buchhaltung (Doppik) umgestellt hat.

Gemeindesteuern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 2017 rund 41,9 Millionen €, davon waren 29,9 Millionen € (netto) Gewerbesteuereinnahmen. Hallbergmoos liegt in der Steuerkraft weit über dem Landesdurchschnitt, die Gemeinde ist schuldenfrei (2017).

Arbeitsplätze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gemeinde gab es 2017 11.517 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze und damit mehr als Einwohner. Von diesen waren 41 in der Land- und Forstwirtschaft, 1.990 im produzierenden Gewerbe, 4.425 im Bereich Handel, Verkehr und Gastgewerbe, 4.274 bei den Unternehmensdienstleistern und 787 bei öffentlichen und privaten Dienstleistern. Der Pendlersaldo (Einpendler abzüglich Auspendler) betrug 5.813.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das ursprünglich bäuerlich geprägte Dorf mit 900 Einwohnern ist heute, bedingt durch die Nähe des Flughafens, ein Hochtechnologie-Standort mit dem großen Gewerbegebiet Munich Airport Business Park.

Luftbild von CISCO Systems GmbH im Munich Airport Business Park

Ehemals ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Hallbergmoos gibt es

  • die Grundschule Hallbergmoos mit 23 Lehrkräften und 456 Schülern (Schuljahr 2019/2020)[8]
  • die Mittelschule Hallbergmoos (seit dem Schuljahr 2008/2009) mit 17 Lehrkräften und 210 Schülern (Schuljahr 2019/2020)[9]
  • die Private Heimschule, Förderzentrum des Jugendwerks Birkeneck mit zwölf Lehrkräften und 39 Schülern (Schuljahr 2019/2020)[10]
  • die Private Berufsschule zur sonderpädagogischen Förderung des Jugendwerks Birkeneck mit vier Lehrkräften und 41 Schülern (Schuljahr 2019/2020)[11]
  • elf Kindertageseinrichtungen (Krippen, Kindergärten und Horte) mit zusammen 910 Plätzen und 800 betreuten Kindern (Stand: 1. März 2019)
  • eine Musikschule (zusammen mit Neufarn; Eröffnung im September 2019)[12]

Die Volkshochschulen der Gemeinden Hallbergmoos, Neufahrn bei Freising, Eching und Allershausen veröffentlichen zweimal im Jahr ein gemeinsames Kursprogramm.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die Gemeinde oder in unmittelbarer Nähe verlaufen die Bundesstraßen B301, B388 und B11 sowie die A92. Teilweise auf dem Gemeindegebiet liegt der Flughafen München.

S-Bahnhof von Hallbergmoos

Hallbergmoos ist durch die S-Bahn-Linie S8 des Münchner Verkehrs- und Tarifverbundes (MVV) mit Herrsching, der Landeshauptstadt München und dem Münchner Flughafen verbunden. Die S8 benötigt vom Münchner Hauptbahnhof (Richtung Flughafen) zum Bahnhof Hallbergmoos etwa 30 Minuten und verkehrt zwischen München und dem Münchner Flughafen im 20-Minuten-Takt.

Da der Haltepunkt Hallbergmoos der S8 an der Bahnstrecke München Ost–München Flughafen über einen Kilometer von der Ortschaft Hallbergmoos entfernt liegt, besteht eine Verbindung durch die Bus-Ringlinie 698 (MVV-Tarif, Betreiber DB Busverkehr Bayern), deren Abfahrtszeiten auf die S-Bahn abgestimmt ist. Die MVV-Buslinie 691 verkehrt von Freising über Hallbergmoos nach Neufahrn (jeweils S-Bahn-Anschluss). Die MVV-Buslinie 515 führt vom S-Bahnhof Hallbergmoos (S8) über Hallbergmoos (Südwest) und Goldach zum S-Bahnhof Erding (S2).

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2001 ringen die Ringer des SV Siegfried Hallbergmoos in der 1. Bundesliga. In der Bundesligasaison 2005/2006 wurden sie Vizemeister. Das ortsansässige Baseballteam trägt den Namen Hallbergmoos Red Sharks. Im Jahr 2014 feierte der Budo-Sportverein Hallbergmoos e. V. sein 20-jähriges Bestehen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Reichsfreiherr Theodor von Hallberg-Broich war der Gründer von Hallbergmoos in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts.
  • Der exilrussische Journalist und Kirchenhistoriker Gleb Rahr (1922–2006) lebte von 1991 bis 2000 im Ortsteil Goldach und von 2000 bis zu seinem Tode in Hallbergmoos.[13]
  • Der Popsänger Joey Heindle (* 1993) wuchs in Hallbergmoos auf.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Hallbergmoos – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Tabellenblatt "Daten 2", Statistischer Bericht A1200C 202041 Einwohnerzahlen der Gemeinden, Kreise und Regierungsbezirke 1. Vierteljahr 2020 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. 2. Bürgermeister auf www.hallbergmoos.de, abgerufen am 14. Dezember 2020
  3. Gemeinde Hallbergmoos in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 11. September 2019.
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 573.
  5. Gemeinde Hallbergmoos, Ergebnis der Gemeinderatswahl 2020, abgerufen am 23. Juni 2020
  6. Trauer in Hallbergmoos, idowa online, abgerufen am 14. Dezember 2020
  7. Eintrag zum Wappen von Hallbergmoos in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  8. Grundschule Hallbergmoos in der Schuldatenbank des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus, abgerufen am 14. Dezember 2020.
  9. Mittelschule Hallbergmoos in der Schuldatenbank des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus, abgerufen am 14. Dezember 2020.
  10. Private Heimschule Hallbergmoos in der Schuldatenbank des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus, abgerufen am 14. Dezember 2020.
  11. Private Berufsschule Hallbergmoos in der Schuldatenbank des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus, abgerufen am 14. Dezember 2020.
  12. Musikschule Hallbergmoos-Neufarn. Abgerufen am 2. Juli 2019: „Der Unterricht startet im September 2019.“
  13. Das russische München. Verlag Mir e. V., München 2010. ISBN 978-3-98-05300-9-5