Halle Berry

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Halle Berry 2013 bei der Comic Con
2011 bei der Oscarverleihung

Halle Maria Berry [ˈhælɪ ˈbɛɹɪ] (* 14. August 1966 in Cleveland, Ohio) ist eine US-amerikanische Schauspielerin. Bekannt wurde sie vor allem durch das Filmdrama Monster’s Ball, für das sie 2002 als erste afroamerikanische Schauspielerin mit dem Oscar als beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet wurde.[1]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2004 auf der Catwoman-Premierenparty in Hamburg

Halle Berry, das Kind einer weißen Mutter und eines schwarzen Vaters, wurde von ihrer Mutter Judith nach dem beliebten Kaufhaus Halle’s Department Store in Cleveland benannt. Die Eltern trennten sich, als sie vier Jahre alt war. Die Mutter zog mit Halle und ihrer älteren Schwester in einen vorwiegend von Weißen besiedelten Vorort. Die Schwestern waren dort immer wieder rassistischen Anfeindungen ausgesetzt, sodass sich Halle sehr zurückzog.

Anfangs nahm sie an zahlreichen Schönheitswettbewerben teil, von denen sie einige gewann; unter anderem wurde sie „Miss Ohio USA“.[2] Als erste Afroamerikanerin nahm sie 1986 an der „Miss-World“-Wahl teil. Dort erreichte sie den sechsten Platz.[3] Im Alter von 18 Jahren entschied sie sich für ein Journalistik-Studium, das sie aber nach einem Praktikum abbrach. Danach versuchte sie es mit der Schauspielerei.

Ihren ersten Fernsehauftritt hatte sie 1991 in der TV-Comedyserie Living Dolls, kurz darauf bekam sie eine Rolle in der Fernsehserie Unter der Sonne Kaliforniens. Bei ihrem Filmdebüt hatte sie sich einer besonderen schauspielerischen Herausforderung zu stellen. In Spike Lees Jungle Fever (1991) spielte sie an der Seite von Wesley Snipes die drogensüchtige Vivian. Danach hatte sie Achtungserfolge mit dem Film Boomerang und der Fernsehminiserie Queen (1993). Internationale Aufmerksamkeit bescherte ihr 1994 der Film Flintstones – Die Familie Feuerstein. Darauf folgten einige weniger bedeutende Filme und erst 1999 konnte sich Berry in der TV-Produktion Rising Star wieder als Charakterdarstellerin zeigen.

Nach Rollen in Filmen wie X-Men und Passwort: Swordfish schaffte sie 2001 mit Monster’s Ball ihren Durchbruch. 2002 übernahm sie in James Bond – Stirb an einem anderen Tag an der Seite von Pierce Brosnan die Rolle einer Geheimagentin der NSA. 2004 erwies sich Catwoman als kommerzieller Misserfolg. Für ihre Darstellung wurde Berry 2005 mit der Goldenen Himbeere ausgezeichnet.

2010 kam das kanadische Drama Frankie and Alice in die Kinos, in dem sie die weibliche Hauptrolle spielte und das sie mitproduziert hatte.[4] 2012 wurde sie von Brad Anderson für den Thriller The Call – Leg nicht auf! gecasted, in dem Berry eine Mitarbeiterin der LAPD-Notrufzentrale spielt.[5] Der Film erschien 2013.[6]

Berry hält die Rechte an der Verfilmung des Lebens der afroamerikanischen Pianistin und Autorin Philippa Schuyler.[7] Halle Berrys deutsche Synchronsprecherin ist Melanie Pukaß. Als Berry 1989 während der Dreharbeiten zur Fernsehserie Living Dolls das Bewusstsein verloren hatte, wurde bei ihr Diabetes mellitus Typ 1 diagnostiziert.[8] Ehrenamtlich engagiert sie sich seitdem in der „Juvenile Diabetes Association“. Berry verfügt nur noch über 20 Prozent Hörfähigkeit auf dem rechten Ohr, nachdem sie Anfang der 1990er Jahre von einem gewalttätigen Freund geschlagen worden war.[9]

1991 war sie mit Spike Lee liiert. Von 1992 bis 1996 war sie mit dem Baseballspieler David Justice und von 2001 bis 2005 in zweiter Ehe mit dem R&B-Sänger Eric Benét verheiratet. Am 16. März 2008 wurde ihre Tochter geboren. Vater des Kindes ist Gabriel Aubry, mit dem sie ab Mitte Mai 2008 verlobt war.[10] Im April 2010 wurde die Trennung des Paares bekannt. Im März 2012 gab Berry die Verlobung mit dem französischen Schauspielkollegen Olivier Martinez bekannt, an dessen Seite sie 2012 in dem Actionfilm Dark Tide mitgewirkt hatte. Ein Sorgerechtsstreit mit Aubry verhinderte im November 2012 ihre Pläne, mit Martinez und ihrer Tochter nach Paris umzuziehen.[9] Am 13. Juli 2013 heiratete sie in Frankreich Olivier Martinez,[11] am 5. Oktober 2013 wurde ihr Sohn geboren.[12] Die Ende Oktober 2015 von beiden beantragte Scheidung erfolgte ein Jahr später.[13]

Filmografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Film Preis Kategorie
2000 Jungle Fever Golden Globe
2000 Rising Star (Die Geschichte der Dorothy Dandridge) Golden Globe
2000 Rising Star (Die Geschichte der Dorothy Dandridge) Emmy Award
2002 Bambi
2002 Monster’s Ball Silberner Bär (Berlinale 2002)
2002 Monster’s Ball Oscar Beste Hauptdarstellerin
2002 Passwort: Swordfish Image Award Beste Hauptdarstellerin
2005 Catwoman Goldene Himbeere Schlechteste Darstellerin

Außerdem war sie 2005 für ihre Rolle in Catwoman in der Kategorie Schlechtestes Leinwandpaar für eine Goldene Himbeere nominiert. 2014 erhielt sie weitere Nominierungen (jeweils als schlechteste Darstellerin) für The Call – Leg nicht auf! und für Movie 43.

Am 3. April 2007 erhielt sie den Stern Nummer 2333 auf dem Hollywood Walk of Fame.[14]

2002 wurde sie von der Zeitschrift Maxim als „Woman of the Year“ ausgezeichnet.[15] 2003, im Alter von 36, belegte sie bei der Wahl zur „100 Sexiest“ von der Zeitschrift FHM Platz 1. Sie war zu diesem Zeitpunkt die älteste Frau, die diesen Schönheitswettbewerb hatte gewinnen können.[16] 2008 ernannte sie die Zeitschrift Esquire gar zur Sexiest Woman Alive.[17]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Halle Berry – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Yang Jie: Halle Berry, „Black Pearl“ to win Oscar’s Best Actress. CCTV.com, 03-31-2008, abgerufen am 24. März 2017 (englisch).
    Hale Berry Biography. People.com, archiviert vom Original am 29. August 2016, abgerufen am 27. April 2015 (englisch).
  2. Halle Berry – Bilder, Infos & Biografie. star-datenbank auf ProSieben, 10. Juli 2014, abgerufen am 24. März 2017.
  3. Halle Berry & Co.:Karriere-Sprungbrett: Schönheitswettbewerbe! Schweizer Illustrierte, 7. März 2014, abgerufen am 24. März 2017.
    Karrierestart als Schönheitskönigin. Bunte, 8. Januar 2011, abgerufen am 24. März 2017.
  4. Frankie and Alice (2010) in der Internet Movie Database (englisch)
  5. Halle Berry Signs on for The Hive. Dread Central, 15. März 2012, archiviert vom Original am 29. Juli 2012, abgerufen am 24. März 2017 (englisch).
  6. The Call – Leg nicht auf! (II) (2013) Release Info. IMDb, abgerufen am 24. März 2017.
  7. Matt Munday: Sweet soul superstar Singer – and now actress – Alicia Keys has moved up to a new level. The Daily Telegraph, 19. Juni 2004, S. 7, abgerufen am 24. März 2017 (englisch).
  8. Halle Berry – Leben mit Diabetes in Hollywood. Diabetes Austria, abgerufen am 24. März 2017.
  9. a b Halle Berry. In: Internationales Biographisches Archiv 04/2013 vom 22. Januar 2013, ergänzt um Nachrichten durch MA-Journal bis KW 05/2013 (abgerufen via Munzinger Online).
  10. Nachwuchs: Halle Berry ist Mutter. Spiegel Online, 17. März 2008, abgerufen am 24. März 2017.
  11. Halle Berry und Olivier Martinez haben geheiratet. Spiegel Online, 14. Juli 2013, abgerufen am 24. März 2017.
  12. Mama mit 47 Jahren: Halle Berry bekommt ihr zweites Kind. Stern.de, 6. Oktober 2013, abgerufen am 24. März 2017.
  13. Scheidung durch! Doch was wird jetzt aus Maceo (3)? bunte.de, 31. Dezember 2016, abgerufen am 6. Mai 2017.
  14. Walk of Fame: Stern Nr. 2333 für Halle Berry. Focus Online, 4. April 2007, abgerufen am 24. März 2017.
  15. Sexiest Black Woman: Halle Berry – Sexy as Halle. FEM, 16. März 2009, abgerufen am 24. März 2017: „2002 wurde sie von der Zeitschrift Maxim zur „Woman of the Year“ gewählt.“
    Jean Lüdeke: Halle Berry von Daniel O’Brien. Buchbesprechung auf Digitalvd.de, 21. Juni 2008, archiviert vom Original am 5. März 2016, abgerufen am 24. März 2017: „2002 wurde sie von der Zeitschrift Maxim zum „Woman of the Year“ ausgezeichnet“
    Volker Bergmeister: Halle Berry: Stirb an einem anderen Tag (2002). zehn.de, 18. November 2011, archiviert vom Original am 29. Januar 2015, abgerufen am 24. März 2017: „Ob es diese Pose war, die ihr im gleichen Jahr den Titel „Woman of the year“ der Zeitschrift Maxim einbrachte?“
  16. Ally Sinyard: 100 Sexiest Hall of Fame: Halle Berry. FHM, 29. Mai 2014, archiviert vom Original am 27. Januar 2015, abgerufen am 24. März 2017 (englisch).
  17. Halle Berry Is the Sexiest Woman Alive, 2008. Esquire, 10. Oktober 2008, abgerufen am 24. März 2017 (englisch).
    Halle Berry ist die schönste Frau der Welt: „Sexiest Woman Alive“. topnews.de, 8. Oktober 2008, abgerufen am 24. März 2017.
Vorgängerinnen Amt Nachfolgerinnen
Charlize Theron Sexiest Woman Alive
2008
Kate Beckinsale
Denise Richards Bond-Girl
2002
Eva Green