Haller von Hallerstein

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Stammwappen der Haller

Die Haller von Hallerstein sind eine der ältesten Patrizierfamilien der Reichsstadt Nürnberg, erstmals urkundlich erwähnt im Jahr 1205. Familiensitz ist bis heute das 1766 von den Pfinzing übernommene Schloss Großgründlach. Die Haller waren als einzige Familie ab 1314 ununterbrochen bis zum Ende der reichsstädtischen Zeit im Jahre 1806 im Inneren Rat vertreten. Sie gehörten nach dem Tanzstatut zu den zwanzig alten ratsfähigen Geschlechtern. Seit dem 15. Jahrhundert gehören sie zum Reichsadel.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Abstammung der Haller ist nicht völlig geklärt. Es wird angenommen, dass ihre Wurzeln in Tirol, wo der Name besonders im Burggrafenamt häufig vorkommt, liegen. Familiengeschichtliche Forschungen wurden allerdings von den Angehörigen schon sehr früh unternommen, was der Nürnberger Patrizier Ulman Stromer in seinem in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts verfassten Püchel von meinem Geschlecht auch ausdrücklich erwähnte. Hans Haller legte 1488 das älteste Hallerbuch an und diesem ließ Konrad Haller 1526 ein weiteres, ausführlicheres folgen. Den Inhalt hatte er auf speziellen Reisen und nach alten Urkunden gewonnen.

Das Geschlecht erscheint zuerst mit Heinricus Hallare seit 1205 urkundlich im Gefolge der Herzöge von Andechs-Meranien, mit Ulricus Hallar, Richter zu Innsbruck, seit 1230 urkundlich im Gefolge des Grafen Albert von Tirol. Seit seiner Übersiedlung nach Franken urkundet das Geschlecht dort zuerst 1304 mit dominus Heinricus Haller de Prosperch. Ulrich Haller, seit 1297 Consul zu Nürnberg, war Vertrauter Kaiser Ludwigs des Bayern und wurde 1316 mit dem Hochgericht zu Großhabersdorf belehnt.[1]

Bereits im 14. Jahrhundert gehörte das Geschlecht zu den bedeutendsten im Nürnberger Stadtadel. Familienmitglieder saßen im Rat der Stadt und waren in der Stadt, aber auch außerhalb, so unter anderem in Kalchreuth, reich begütert. 1360 stiftete Berthold Haller das Pilgrimspital zum Heiligen Kreuz.

Die Haller gewannen ihr beträchtliches Vermögen im Fernhandel mit Köln, Lyon, Bologna und Venedig, aber auch mit Österreich und Ungarn, sowie im Bergbau und durch umfangreiche Geldgeschäfte. Sie vermehrten es durch Erbschaften, die einer geschickten Heiratspolitik folgten.

Haller Madonna, 1498 von Albrecht Dürer; links unten ist das Familienwappen zu sehen

Mit Ruprecht I. († 1489), Martin III. († 1617) und Johann Siegmund († 1805) stellte das Geschlecht drei Vorderste Losunger und Reichsschultheiße in der freien Reichsstadt. Ein Mitglied der Familie, der Oberst Johann Georg Haller von Hallerstein, rettete im August 1796 die Reichskleinodien, indem er sie vor den heranrückenden Franzosen aus Nürnberg, über Prag nach Regensburg brachte, von wo sie dann 1800 nach Wien gelangten. Verbunden ist der Name der Haller auch mit einem berühmten Gemälde Albrecht Dürers, das unter dem Namen Haller-Madonna bekannt wurde.

Ein Zweig des Geschlechts, der in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts in Siebenbürgen und Ungarn siedelte, wurde in den österreichischen Grafenstand erhoben. Eine kaiserliche Wappenbesserung durch Verleihung einer goldenen Krone erlangten die Nürnberger Haller schon 1433. Eine Wappenbestätigung 1463 und eine Reichsadelsbestätigung 1478 durch Kaiser Friedrich III. folgten. Eine weitere Wappenbesserung erfolgte 1521 durch Kaiser Karl V.

Der Zusatz „von Hallerstein“ samt Wappenvereinigung mit dem ausgestorbenen bayerischen Adelsgeschlecht von Hallerstein, ermöglicht durch ihre Einflussmöglichkeiten bei Hof, stammt von 1528 und wurde 1790, mit dem Reichsfreiherrentitel verbunden, als Adelsprädikat anerkannt. 1813 wurden sie als solche dem bayerischen Adel immatrikuliert. Die siebenbürgisch-ungarische Linie wurde 1699 in den Freiherrenstand und 1713 in den Grafenstand erhoben. Im 17. Jahrhundert zählten die Haller von Hallerstein zur Reichsritterschaft im Kanton Steigerwald des fränkischen Ritterkreises. Nach 1753 gehörten sie als Administratoren des Rietererbes für die Freie Reichsstadt Nürnberg zum Ritterkanton Altmühl.

Die meisten Besitzungen der Haller sowie die reichen Bibliotheken und Kunstsammlungen gingen durch Ablösungsgesetze von 1848 sowie durch Inflationen und Zerstörungen der beiden Weltkriege verloren. Seit 1945 ist das 1766 aus dem Erbe der Pfinzing übernommene Hallerschloss in Großgründlach Familiensitz und einziger Mittelpunkt der Familientradition. In Nürnberg selbst erinnern die Hallerstraße, das Hallertor, die Hallertorbrücke, die Hallerwiese, die Hallerhüttenstraße in Forsthof und die Hallerweiherstraße im Stadtteil Fischbach an die Familie und deren frühere Besitztümer.

Geschichte der adelichen Geschlechter in der freyen Reichs-Stadt Augsburg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hallerschloss in Großgründlach
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Abschrift aus „Geschichte der adelichen Geschlechter in der freyen Reichs-Stadt Augsburg“, 1752

§. 30. Haller. Wappen T. VII. n. 30. A. Das uralte Hallerische Wappen. B. Das Wappen, welches diese Familie A. 1521. von Kaiser Carl V. nach Absterben des Geschlechts der von Hallerstein erhalten hat, und welches heut zu Tag von allen Hallern geführet wird. So wenig unter den Augsburgischen Geschlechtern von dieser Familie zu sagen ist, so merkwürdig ist sie unter dem Nürnbergischen Patriciat, und daher auch würdig daß ihre Geschichte eingerücket werde. Ihr Herkommen soll nach einigen von Hall in Schwaben gewesen seyn, und daselbst sollen sie das vornehmste Schloß die Hall genannt besessen, und davon den Namen bekommen, auch St. Michaelis=Kirche erbaut haben (Braun, p. 44.). Andern Nachrichten zu Folge aber, soll der älteste Aufenthalt der Haller zu Prag in Böhmen gewesen seyn, woher sich einige mit Kaiser Heinrich II. nach Bamberg begeben haben, wo sie Münzmeister gewesen seyn sollen. Im 12. Sæc sollen sich schon viele nach Nürnberg gesetzten haben und zu Rath gegangen seyn. Doch war Ulrich Haller genannt Obulus noch A. 1280. Münzmeister zu Bamberg. Dieser Ulrich wird für den Stammvater des ganzen Geschlechts gehalten. Seine Söhne Ulrich und Friederich stifteten an verschiedenen Orten zwey Haupt-Linien. Friederich zog sich nach Coburg, wo seine Nachkommen um das Jahr 1400. ausgestorben sind. Ulrich setzte sich A. 1293. von Bamberg nach Nürnberg, wo er A. 1314. in den Rath erwählet worden ist. Seine Nachkommen haben sich in vier Haupt=Linien zertheilt, von welchen seiner Söhne Ulrichs, Berchtolds und Franzens Linien ausgestorben, Jacobs aber noch im Flor ist. Diese noch blühende Linie hat sich wiederum in vier Neben=Linien ausgebreitet, von diesen ist die Paulinische und Georgische wiederum erloschen, die Petrinische aber und Jacobische noch im Flor. Die erstere hat sich in die Ludwig=Wolf=Ruprecht= und Wilhelmische Linien zertheilet. Die erstere ist ausgestorben. Die zweyte hat sich nach den Niederlanden gesetzet, und ein gleiches Schicksal gehabt. Der Stifter der dritten hat sich nach Ungarn gesetzt, wo seine Nachkommen in den Frey=Herren und Grafen=Stand erhoben worden sind, von der Wilhelmischen hat sich Wolf Dieterich in die Niederlande gesetzet, wo aber seine Nachkommen ausgestorben sind. Die übrige von der Wilhelmischen Linie sind noch in Nürnberg im Flor. Aus der zweyten noch florierenden Jacob Hallerschen Linie sind anfangs gleichfalls drey Neben=Linien entstanden. Davon ist die Jobstische bereits erloschen. Von der Wolfischen hat sich Hans Andreas in die Obere Pfalz auf seine Güter gesetztet, die übrige aber befinden sich noch in Nürnberg. Die Hieronymus Hallerische befindet sich ebenfalls daselbst in blühendem Zustand. (Bidermanns Geschlechts=Register des Patriciats zu Nürnberg[2]. T. XCIV-CXV.) Aus dieser Erzählung ist nun leicht abzunehmen, daß sich sehr wenige dieser Familie in Augsburg befunden haben. Es kam aber niemand dahin, als Christoph Haller, welcher aus der von der Petrinischen Linie entsprossenen Wolf=Hallerschen oder Niederländischen Neben=Linie gewesen ist. Er erheurathete A. 1536 das Bürger-Recht mit Anna, Simon Imhofs von Augsburg Tochter. (Hochzeit=B. ad h.a.) Allein er gab es A. 1555 wiederum auf, (Raths=Prot. ad h.a.) und starb A. 1581 zu Lucern in der Schweiz ohne männliche Erben. Die Verdienste welche sich diese Familie um die Stadt Nürnberg gemacht hat sind nicht geringe. Ich finde, daß bereits über fünfzig im Rath gewesen, und daß von diesen Martin A. 1400. Ruprecht A. 1478. Joachim A. 1570. Sebald A. 1595. Martin A. 1617. und Hans Willibald A. 1709. zu der höchsten Würde der Losunger gestiegen sind. (Biedermann[3] 1.c.) Auch ist Hans Bartolme A. 1549. zum Reichs-Schultheisen zu Frankfurt am Mayn ernennet worden, (Braun. p. 45.) nicht zu gedenken, wie viele davon im Nürnbergischen zu den verschiedenen Gerichten, ingleichen zu den Pflegen auf dem Lande u. gekommen sind. Eben so verdient machte sich auch diese Familie durch Errichtung milder Stiftungen. Davon ist die vornemste das Pilgram Spital zu Nürnberg, welches A. 1364. Berchtold Haller gestiftet, und zugleich verordnet hat, daß es zu allen Zeiten den ältesten von der Hallerischen Familie zum Verwalter haben solle. (Bidermann[4]. L c. Braun. 1.c, 104-217. H h) Georg Haller hat A. 1450 eine Stiftung zu Kleidern für die Arme errichtet. Ulrich hat ungefähr um das Jahr 1358, den St. Erhards=Altar bey St. Sebald, nebst einer Pfrund und Seel=Geräth darauf gestiftet. Im geistlichen Stand ist Reichart von der Niederländischen Linie berühmt. Er war in der Gesellschaft JEsu und A. 1622. Königl. Spanischer Beicht=Vater. An Höfen haben sich viele aufgehalten und empor gebracht. Alexius Haller war Kaiser Maximilians I. Rath, des Herzog Albrechts von Sachsen Ober=Renth=Meister und Feld=Hauptmann in Friesland. In eben diesen Würden folgte ihm sein Sohn gleiches Namens, welcher zuletzt Bambergischer Amtmann zu Marlofstetten worden ist. Conrad Haller J.U.D. und Ritter war Kaiser Carls V. und König Ferdinands I. wie auch Bischöflich=Bambergischer Rath und Oestterreichischer Cammer=Gerichts Assessor. Sebald Haller war Kaiser Carls V. Geheimer Secretarius. Wolfgang Haller Ritter war eben dieses Kaisers Rath, Regiments=Rath und Cammerer zu Inspruck. Ein anderer, Wolfgang, war auch gedachten Kaisers Rath, Syndicus in Spanien und Obrist=Schatzmeister zu Brüssel. Christoph der Augsburgische Geschlechter, war auch gedachten Kaisers Rath und wurde von ihm an viel Königl. und Fürstliche Höfe als Gesandter geschickt. Er war auch Herzogl. Savoyischer Rath und Hofmeister. Wolfgang, war Kaiser Carls V., Ferdinands I. und Maximilians des II. Rath und Reichs=Pfennigmeister. Ruprecht der Stifter der Ungarischen Linie war König Ludwigs in Ungarn Obrister Richter und Rath. Peter Haller war Kaiser Ferdinands II. Obrister Gouverneur in Ungarn und Siebenbürgen, General-Schatzmeister und Cammer=Graf zu Hermannstadt. Gabriel Haller war Gouverneur in Siebenbürgen und wurde A. 1609. in den Frey=Herren=Stand erhoben. Einer seiner Nachkommen ist A. 1713. von Kaiser Carl V. in den Reichs=Grafen=Stand versetzet worden. Von denselben war auch Stephan Haller Kaiserl. Großbottschafter an der Ottomannischen Pforte, welche Würde auch sein Sohn bekleidet hat. Es hat auch viele Gelehrte unter dieser Familie gegeben. Denn es wird von einem Hans Haller, welcher A. 1493. gestorben ist angerühmet, daß er ein Buch vom Ursprung und Herkommen seiner Familie geschrieben. Von einem Wilhelm Haller wird gemeldet, daß er ein grosser Liebhaber der Astronomie und Music gewesen seye. Auch haben sich einige durch Vertheidigung Academischer Abhandlungen bekannt gemacht, von welchen Philipp Jacob der A. 1684. unter Ach. Chr. Ranger zu Königsberg die bekannte Diss. De Patriciis vertheidigt hat, hier zu bemerken ist. Im Krieg, Ritter= und Soldaten=Stand haben sich folgende bekannt und berühmt gemacht. Wilhelm Friederich, Hildebrand und Georg, sollen bey dem A. 1197. in Nürnberg gehaltenen Turnier gewesen seyn, und letzterer den Kaiser Heinrich den VI. mit 19. Pferden nach Donauwerth begleitet, und dafür nebst seiner Familie, und den übrigen Begleitern, die Bestättigung des adelichen Herkommens erhalten haben. Es soll auch letzterer neben Sigmund Tucher und Hans Holzschuher den Preiß davon getragen, und gleich nach den Fürsten einen Tanz erhalten haben, und Friederich soll dabey Turnier=Vogt gewesen seyn. Conrad Haller hat in dem A. 1451. zu Nürnberg angestellten Gesellen=Stechen den besten Dank erhalten. Heinrich Haller war Ritter des deutschen Ordens und zog mit dem Deutschmeister Poppo von Osternow (welchen einige gar mit diesem Haller verwechseln – Braun. 1. c. 217.) A. 1252. In das gelobte Land. Eberhard war der Stadt Nürnberg Hauptmann im Hußiten=Krieg. (Braun. 1.c. 109) Ich übergehe viele welche sich nicht so berühmt gemachet haben, gleichwie es oben geschehen, bey denen, welche sich an Höfen aufgehalten haben, und füge nur noch hinzu, Gabriel Hallern von der Ungarischen Linie, welcher Kaiserl. Königl. Ungarischer General und Inhaber eines Infanterie=Regiments gewesen und Johann Sebastian Hallern, welcher A. 1745. des Fränkischen Kreises General-Feld=Marschall=Lieutenant worden ist. Es hat auch diese Familie sehr schöne Güter besessen. Ulrich, der Stamm=Vater der Nürnbergischen Linie kaufte A. 1307. von Graf Gottfried von Schlüsselberg, das Dorf Lauf mit aller Obrigkeit, welches nunmehr ein Nürnbergisches Pfleg=Städtlein ist. (Del. Topo-Geogr. Nor. p. 68.) Sein Sohn Ulrich kaufte A. 1324. von den Burggrafen das Dorf Kalchreuth, welches der Familie noch zustehet. (ibid. p. 32.) Einige seiner Nachkommen gleiches Namens besassen das nunmehr auch Nürnbergische Pfleg-Städtlein Gräfenberg, (ibid. p. 76.) wie auch Dachsbach, die Helfte von Herzog=Aurach Georg besaß das Schloß und Markt Osternow, verkaufte es aber nachgehends an die Burggrafen, daher es dermalen ein Bareuthisches Ober=Amt ist. Martin Haller besaß A. 1638. Verschiedene Gerechtigkeiten in dem nunmehr auch Nürnbergische Pfleg=Städtlein Herspruck. Andreas und Hieronymus hatten Antheil an Eschenau. Petern gehörte A. 1400. Ziegenstein, welche jetzo Imhofisch ist. Conrad besaß A. 1526. Caschau in Ungarn. Die Georg Hallerische Linie besaß lange Zeit das Schloß Bruckberg, welche aber um das Jahr 1500, von Georg Hallern gegen das Schloß und Gut Buckenhof an Christoph Rothhan verkauft worden ist, dieses Buckenhof aber besitzet die Hallerische Familie noch dermalen, als ein Stamm=Gut und Majorat. (ibid. p. 28.) Christoph Haller der Augspurg. Geschlechter, besaß neben Ziegelstein auch Warneck, Waldstein und den Sitz Stockerode nebst 22. dazu gehörigen Orten als Böhmische Lehen. Wolf Hallern gehörte Rohrbruck unweit Speyr. Philipp Jacob Haller und seine Nachkommen besassen Weyherhauß. (ibid. p. 87) Jobst Haller besaß Haußeck und Ober=Hirschbach, sein Sohn aber brachte Malmesbach an die Familie, (ibid. p. 35) Ernst gehörte Helmstädt, Carl Hallern aber Alt=und Grünen Linden, und endlich Hans Conrad brachte Pfaffenhofen in der Obern=Pfalz an sein Geschlecht. Die Ungarische Linie aber dieses Geschlechts besitzet die Grafschaften Kuküllo und Tord. Uebrigens pranger auch diese Familie mit besondern Kaiserlichen Freyheiten. Kaiser Friederich der IV. gab ihnen A. 1433. das Privilegium auf ihrem Wappen einen goldenen Helm mit einer Crone zu führen A. 1478. bestätigte er denselben ihr adeliches Herkommen, und in eben diesem Jahr ertheilte er ihnen eine Freyheit von Veräusserung der Reichs=Lehen. (dd. Grätz 4. Octobr. 1478) Kaiser Carl der V. aber beehrte sie mit dem Privilegio, sich, weilen das Geschlecht von Hallerstein ausgestorben, Haller von Hallerstein zu schreiben und ein quadriertes Wappen mit 2. Turnier=Helmen zu führen, sich von ihren Gütern zu schreiben und mit rothen Wachs zu sigeln. (dd. Worms 1. April 1521. Ef. ad omnia Bidermann[5] 1.c.)
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Besitzungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemalige Besitzungen (Auszug)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Nürnberger Stammhaus der Haller (vor 1517–1611), in der Karlstraße, beherbergt heute das Spielzeugmuseum. Weiterhin besaßen sie:

  • 1337–1500 (?) Grundherrschaft Gräfenberg
  • 1354–1945 das Herrenhaus, „Pflegerhaus des Heilig-Kreuz-Spitals“ in St. Johannis (Nürnberg)
  • 1365–1540 die Wasserburg Malmsbach bei Schwaig bei Nürnberg
  • 1370–1647 Ziegelstein und Burg Ziegelstein
  • 1374–1379 die Burg Schöneberg in Lauf an der Pegnitz
  • 1379–1503 die Burg Eschenau, Von-Muffel-Platz 1, 2 (50 % – der andere Teil gehörte den Muffel von Eschenau)
  • 1379–1417 die Burg Spiesmühle in Gräfenberg
  • 1381–1465 der Herrensitz Weiherhaus bei Feucht
  • 1394–1848 (mit Unterbrechungen) Hausen bei Forchheim
  • 1395–1463 die Burg Tennenlohe
  • 1395–1850 den Herrensitz Kalchreuth, Schlossplatz 4
  • 1450–1581 das Nassauer Haus in Nürnberg
  • 1462–1487 / 1501–1848 das Hallerschloss in Buckenhof
  • 1469–???? das Schloss in Gräfenberg, Kirchplatz 8
  • 1477–1496 die Burg in Gräfenberg, Bahnhofstraße 11–21 (50 % – der andere Teil gehörte den Tetzel von Kirchensittenbach)
  • 1482–1540 den Herrensitz Walkersbrunn bei Gräfenberg
  • 1491–1538 Glockenhof (früher: Galgenhof) in Nürnberg
  • 1491–1529 den Herrensitz Hammerschloss in Hirschbach
  • 1492–1507 die Burg Hauseck bei Etzelwang
  • 1492–1813 das Hallerweiherhaus in Gleißhammer (Grundherrschaft)
  • 1500–???? den Herrensitz Weigelshof in Nürnberg (?)
  • 1501–1525 das Grundherrnhaus (Haus zum goldenen Schild) in Nürnberg
  • 1523–1535 den Herrensitz Dormitz, Kirchenstraße 7
  • 1550–1571 das Cnopfsche Schloss in Mögeldorf
  • 1555–1652 das Hallerschloss in Mögeldorf
  • 1570–1590 den Herrensitz Brand in Eckental, Brander Hauptstraße
  • 1578–1651 das Welserschloss in Rasch bei Altdorf bei Nürnberg
  • 1579–1672 / 1730–1766 das Schloss Grünsberg bei Altdorf bei Nürnberg
  • 1579–1823 die Burg Prackenfels bei Altdorf
  • 1582–1686 / 1747–1788 den Herrensitz in Altenfurt, Oelser Straße 13
  • 1592–1609 das Drachenschloss in Kalchreuth, Weißgasse 14
  • 1620–1678 das Schlüsselfeldersche Schloss (Kugelhammer) in Röthenbach bei Sankt Wolfgang
  •  ????–???? Raitenbuch
  • 1660–???? das Wasserschloss Adlitz bei Marloffstein – Linie Haller von Raitenbuch
  • 1673–1790 das Rittergut Oberndorf bei Möhrendorf – Linie Haller von Raitenbuch[7]
  • 1726–1750 Schloss Holnstein (Lkr. Amberg-Sulzbach) [8]
  • 1750–1820 das Tucherschloss in Rückersdorf
  • 1750–1811 das Tucherschloss in Happurg
  • 1753–1807 das Rieterschloss in Kornburg (Administratoren)
  • 1753–1776 den Herrensitz Steinach in Fürth
  • 1764–1817 das Pfinzingschloss in Henfenfeld
  • 1766–1815 der Herrensitz Hallerschlösschen in Nuschelberg, Lauf an der Pegnitz
  • 1774–1814 das Nützelschlösschen in Sünderbühl, Rothenburger Straße 119
  • 1784–1825 die Burg Arch in Slowenien
  • 1785–1859 den Herrensitz Bislohe
  • 1793–1810 den Herrensitz Artelshofen
  •  ????–1664 das Schloss Rohensaas südlich von Höchstadt an der Aisch in Uehlfeld-Peppenhöchstädt[9]

Stiftungen (Auszug)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heilig-Kreuz-Pilgerspital durch Berthold Haller
  • Stiftung bedeutender Kunstwerke für St. Sebald und St. Lorenz sowie viele andere Kirchen in und um Nürnberg
  • Hallersche Familienstiftungen
  • Hallersche Forschungsstiftung

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das Stammwappen zeigt in Rot ein silbernen, schwarz gefüllten schrägrechten Sparren. Auf dem Helm mit rot-silbernen Decken der Rumpf einer nackten Jungfrau (Maurin) mit langem schwarzen Zopf, fliegender silberner Stirnbinde und goldenen Ohrringen. (Auf späteren Wappen die Jungfrau zwischen zwei, in den Mündungen mit natürlichen Pfauenfedern bestückten, roten Büffelhörnern)
  • Das Wappen von 1528 ist geviert, Felder 1 und 4 zeigen das Stammwappen, 2 und 3 geteilt, oben in Rot eine gestürzte, eingebogene goldene Spitze, unten in Silber ein rechtshin schreitender zweischwänziger schwarzer Löwe (Hallerstein). Zwei Helme mit rechts rot-silbernen, links rot-goldenen Decken; auf dem rechten der Rumpf einer nackten Jungfrau (Maurin) mit langem schwarzen Zopf, fliegender silberner Stirnbinde und goldenen Ohrringen, zwischen zwei in den Mündungen mit natürlichen Pfauenfedern besteckten roten Büffelhörnern (=Stammhelm) auf dem linken mit schwarz-silbernem Wulst eine fünfendige naturfarbene Hirschgeweihstange und ein von Rot und Silber geteilter Flügel, in dessen oberer Hälfte die gestürzte goldene Spitze.
  • Das Wappen von 1790 ist geviert und belegt mit goldenem Herzschild, darin ein schwarzer Doppeladler mit über ihm schwebender Reichskrone. Felder 1 und 4 das Stammwappen, 2 und 3 geteilt, oben in Rot eine gestürzte, eingebogene goldene Spitze, unten in Silber ein rechtshin schreitender zweischwänziger schwarzer Löwe (Hallerstein). 3 Helme mit rechts dem Stammhelm, auf dem mittleren der Adler mit der Reichskrone des Herzschildes, auf dem linken mit schwarz-silbernem Wulst eine fünfendige naturfarbene Hirschgeweihstange und ein von Rot und Silber geteilter Flügel, in dessen oberer Hälfte die gestürzte goldene Spitze. Schildhalter: Zwei widersehende goldene Löwen.

Historische Wappenbilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bekannte Familienmitglieder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Haller von Hallerstein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Genealogisches Handbuch des Adels, Adelslexikon Band IV, Band 67 der Gesamtreihe, C. A. Starke Verlag Limburg a. d. Lahn 1978, S. 406.
  2. Geschlechtsregister des Hochadelichen Patriciats zu Nürnberg: welches aus denen bewährtesten Urkunden, Kauf=Lehen=und Heyrathsbriefen, gesammleten Grabschriften und eingeholten genauen Nachrichten von innen beschriebenen Gräflich=Freyherrlich= und Edlen Häusern in gegenwärtige Ordnung verfasst und richtig zusammen getragen worden von Johann Gottfried Biedermann P.A. Beyreuth gedruckt bey dem hochfürstlich=Brandenburg=Culmbachisch priviligirten Hof=Canzley=und des Collegii illustri Christian Ernestii Buchdruckern Friederich Elias Dietzel, Anno 1748
  3. Geschlechtsregister des Hochadelichen Patriciats zu Nürnberg: welches aus denen bewährtesten Urkunden, Kauf=Lehen=und Heyrathsbriefen, gesammleten Grabschriften und eingeholten genauen Nachrichten von innen beschriebenen Gräflich=Freyherrlich= und Edlen Häusern in gegenwärtige Ordnung verfasst und richtig zusammen getragen worden von Johann Gottfried Biedermann P.A. Beyreuth gedruckt bey dem hochfürstlich=Brandenburg=Culmbachisch priviligirten Hof=Canzley=und des Collegii illustri Christian Ernestii Buchdruckern Friederich Elias Dietzel, Anno 1748
  4. Geschlechtsregister des Hochadelichen Patriciats zu Nürnberg: welches aus denen bewährtesten Urkunden, Kauf=Lehen=und Heyrathsbriefen, gesammleten Grabschriften und eingeholten genauen Nachrichten von innen beschriebenen Gräflich=Freyherrlich= und Edlen Häusern in gegenwärtige Ordnung verfasst und richtig zusammen getragen worden von Johann Gottfried Biedermann P.A. Beyreuth gedruckt bey dem hochfürstlich=Brandenburg=Culmbachisch priviligirten Hof=Canzley=und des Collegii illustri Christian Ernestii Buchdruckern Friederich Elias Dietzel, Anno 1748
  5. Geschlechtsregister des Hochadelichen Patriciats zu Nürnberg: welches aus denen bewährtesten Urkunden, Kauf=Lehen=und Heyrathsbriefen, gesammleten Grabschriften und eingeholten genauen Nachrichten von innen beschriebenen Gräflich=Freyherrlich= und Edlen Häusern in gegenwärtige Ordnung verfasst und richtig zusammen getragen worden von Johann Gottfried Biedermann P.A. Beyreuth gedruckt bey dem hochfürstlich=Brandenburg=Culmbachisch priviligirten Hof=Canzley=und des Collegii illustri Christian Ernestii Buchdruckern Friederich Elias Dietzel, Anno 1748
  6. Geschichte der adelichen Geschlechter in der freyen Reichs-Stadt Augsburg, sowohl in Ansehung ihres besondern Standes als auch in Ansehung einer jeden einzlen Familie beschrieben und aus bewährten Geschicht-Schreibern und Urkunden gezogen durch von Paul von Stetten, jünger. Augsburg, auf Kosten Johann Jacob Haid, Malern und Kunstverlegers, 1762. Seiten 240-243.
  7. Geschichte von Oberndorf
  8. Schloss Holnstein
  9. Schloss Rohensaas
  10. Genealogisches Handbuch des Adels, Band F A V, C.A. Starke-Verlag, 1963, Seite 119.
  11. Genealogisches Handbuch des Adels, Band F A V, C.A. Starke-Verlag, 1963, Seite 127.