Halligbahn Dagebüll–Oland–Langeneß

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Dagebüll–Oland–Langeneß
Karte Dagebüll–Oland–Langeneß
Karte Dagebüll–Oland–Langeneß
Streckenlänge: 9 km
Spurweite: 900 mm (Schmalspur)
Dienst-/Güterbahnhof – Streckenanfang
Dagebüll-WSA [1]
Bahnhof ohne Personenverkehr
Ausweichstelle, Deichquerung
Bahnhof ohne Personenverkehr
Ausweichstelle „1500“
Strecke – geradeaus
Damm nach Oland
Bahnhof ohne Personenverkehr
Ausweichstelle
Bahnhof ohne Personenverkehr
Oland
Strecke – geradeaus
Damm nach Langeneß
Dienst-/Güterbahnhof – Streckenende
Langeneß
Luftaufnahme Dagebüll–Oland–Langeneß mit der Halligbahn
Lorenbahn bei Überfahrt über den Deich

Die Halligbahn Dagebüll–Oland–Langeneß ist eine durch das nordfriesische Wattenmeer von Dagebüll zu den Halligen Oland und Langeneß führende Feldbahn des Landesamtes für Küstenschutz, Naturpark und Meeresschutz (LKN SH).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1925 bis 1928 wurde die Feldbahn mit Spurweite 900 mm auf einem Pfahldamm gebaut. Die Gleise wurden nach Inbetriebnahme des Hindenburgdamms von der bei seinem Bau eingesetzten Feldbahn übernommen. Die Lorenbahn ging ab 1927 in Betrieb. Die weitere Verbindung von Oland nach Langeneß wurde wohl erst 1928 fertig, erkennbar an einem Stein, der am Beginn des Langenesser Dammes unmittelbar an der Olander Westkante mit entsprechender Jahreszahl eingelassen ist. Die Bahn wurde für den Transport von Baumaterial zur Befestigung der Halligen und Lahnungen gebaut.

Magda Matthiesen, genannt Kapitän Magda, war eine Lorenführerin, die von 1945 bis 1968 mit einer ererbten Segellore Post, Kaufmannswaren und Feriengäste nach Oland und Langeneß brachte.[2] Anfangs wurden die Loren per Segel durch Wind vorangetrieben, ab Mitte der 60er Jahre wurden sie mit Benzin- oder Dieselmotoren bestückt.

Zwischen 2005 und 2009 wurde die Strecke nach Oland neu erbaut. Der neue Damm wurde etwa 65 cm höher verlegt, sodass er auch bei höherem Wasserstand befahrbar ist. Es ist geplant, den Damm zwischen Oland und Langeneß ebenfalls höher neu zu errichten.

Der Damm ist das wichtigste Bauwerk der Strecke. In seiner Mitte ist eine Teilstrecke so aufgeständert, dass Füchse nicht auf dem Damm nach Oland gelangen können, um die Vogelwelt auf den Halligen vor ihnen zu schützen.

Betrieb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Strecke führt aus dem Bauhof des Amtes in Dagebüll über den Seedeich, von dort über einen Damm mit Pfahlgründungen und seeseitiger Steinkante nach Oland, über die Hallig und einen anschließenden Steindamm mit eingebauten Pfahljochen zur Hallig Langeneß. Es gibt zwischen Dagebüll und Oland vier Ausweichen, die ein Begegnen auf der eingleisigen Strecke möglich machen: ein Stumpfgleis am Seedeich in Dagebüll, die durchfahrbare Ausweiche „1500“-Fünfzehnhundert, weil sie 1,5 km nach Streckenbeginn auf dem Damm zwischen Dagebüll und Oland eingebaut ist, ein Stumpfgleis am Olander Sommerdeich und eine durchfahrbare Ausweiche unterhalb der Olander Warft. Eine weitere durchfahrbare Ausweiche zwischen Oland und Langeneß wurde nach dem Zweiten Weltkrieg wieder aufgegeben, war aber anhand verbliebener Gründungspfähle im Watt noch zu lokalisieren, bis durch Aufschüttung des neuen Dammes neben der bestehenden Strecke auch sie verschwanden. Gefahren wird permissiv – „auf Sicht“ – bei jedem Wetter. Die privaten Loren sind teils einfache Flachwagen, die mit Bänken oder Sesseln bestückt sein können, oder allseits geschlossene Loren. Diese werden typischerweise mit kleinen Industriemotoren von 4,5 bis 9,5 PS bewegt. Nur die Baufahrzeuge, hier ausschließlich Schöma-Loks von 25 bis 65 PS, sind schwerer und können größere Lasten wie Lorenzüge mit Basaltsteinen oder größeren Baumaschinen befördern.

Halligbewohner dürfen mit eigenen Loren den Damm nutzen, um Besorgungen auf dem Festland zu erledigen. Diese private Nutzung ist nur geduldet und unterliegt strengen Regeln seitens LKN und der Versicherung. So ist eine Personenbeförderung nur den Olandern für Angehörige und Feriengäste und den Langenessern nur für Angehörige gestattet, spontane Mitfahrten sind strikt untersagt. Lorenführern, die spontan Leute mitnehmen, kann die Fahrerlaubnis seitens der genehmigenden Behörde Amt Pellworm entzogen werden.

Die Bahn wird, wenn Wind und Wetter die Nutzung des Postbootes unmöglich machen, auch zur Zustellung der Post auf die Halligen benutzt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hanne-Ruth Rüsen, Johann Petersen: Halligbahn Dagebüll – Oland – Langeneß. Herdam, Gernrode 2011, ISBN 978-3-933178-25-1
  • Hans Wolfgang Rogl: Die Nordsee-Inselbahnen. 6. Auflage, alba, Düsseldorf 1996, ISBN 3-87094-230-4

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Halligbahn Dagebüll–Oland–Langeneß – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. nahe Kleinbahn Niebüll–Dagebüll
    Bf. Dagebüll Hafen
  2. http://www.karstenhansen.de/geschichte1.htm

Koordinaten: 54° 40′ 30″ N, 8° 41′ 32″ O