Hallo Ü-Wagen

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Letzte Sendung von Hallo Ü-Wagen am 18. Dezember 2010 in Köln

Hallo Ü-Wagen ist eine Radiosendung des Westdeutschen Rundfunks (WDR), die 1974 ins Programm genommen wurde und im wöchentlichen Turnus zuletzt samstags von 11:05 bis 13:00 Uhr auf WDR 5 gesendet wurde. Ende 2010 wurde die traditionsreiche Sendung im bis dato verwendeten Rhythmus eingestellt.[1] Seitdem wird sie nur noch in Form von Extra-Ausgaben anlässlich besonderer Ereignisse ausgestrahlt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Julitta Münch

Erstmals ausgestrahlt wurde die Sendung am 5. Dezember 1974 und lief seitdem jeden Donnerstag zwischen 9:20 und 12:00 Uhr auf WDR 2. Seit Januar 1995 lief sie auf WDR 5, erst donnerstags zur gleichen Sendezeit, dann samstags von 11:05 bis 13:00 Uhr. Moderiert wurde Hallo Ü-Wagen bis Ende Dezember 1994 von Carmen Thomas. Darauf folgten Jan Seemann und im September 1997 Julitta Münch.

Die Sendung startete in der Zeit bis 1995 mit einer gekürzten Fassung des Musiktitels „Picasso summer“ von Michel Legrand (Schallplatte bell 2308 029) und endete mit dem als Backtimer genutzten Stück „Pelican dance“ von The Baronet (Schallplatte Bellaphon BF 18209).

Am 15. April 2010 bestätigte der WDR Gerüchte, dass die traditionsreiche Sendung zum Jahresende eingestellt werde. Der Kölner Sender teilte mit, dass Hallo Ü-Wagen nicht mehr zeitgemäß sei und die Hörerzahlen rückläufig seien.[1] Die Produktionskosten seien im Vergleich zu ähnlichen Sendungen zu hoch. Die letzte Sendung fand am 18. Dezember 2010 statt.[2] Am 17. März 2011 gab es anlässlich der japanischen Nuklearunfälle zum Thema Kernkraft erstmals eine als Extra-Sendung titulierte Ausgabe von Hallo Ü-Wagen.

Konzept der Sendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gästerunde in der letzten Sendung

Ein Übertragungswagen (kurz Ü-Wagen mit Spitzname Violetta aufgrund seiner Farbe[3]) des WDR fuhr an einen Platz in Nordrhein-Westfalen, meistens eine Stadt, und von dort wurde eine Sendung zu einem bestimmten Thema live ausgestrahlt. Die Themen wurden von der Redaktion nach Wünschen der Hörer ausgewählt. Es kam aber auch durchaus vor, dass ein Thema auf Grund aktueller Ereignisse kurzfristig geändert wurde. Zu den Themen wurden Experten und betroffene Menschen eingeladen, die sich zum Teil selbst meldeten. Redaktionell wurden hier Pro- und Contra-Fraktionen gebildet, um eine Diskussion in der Sendung zu fördern. Je nach Thema gehörten durchaus auch bekannte Personen des öffentlichen Lebens wie Schauspieler, Politiker oder Sportler dazu.

Eröffnet wurde die Sendung früher mit dem Verlesen von Leserpost zu vorangegangenen Sendungen. Danach startete sie, indem die Moderatorin mit dem vor dem Ü-Wagen vorhandenen Publikum über das aktuelle Thema in das Gespräch kam. Später wurden die eingeladenen Experten und Bürger vorgestellt und befragt. Das vor dem Ü-Wagen vorhandene Publikum wurde immer wieder in die Gespräche der Experten einbezogen und in einigen Sendungen war eine Beteiligung über Telefon möglich. Häufig wurden auch E-Mails von Hörern zum Thema verlesen.

Live-Musik war gelegentlich ein Bestandteil von Hallo Ü-Wagen. Unterbrochen wurde die Sendung von 12 bis 12:05 Uhr durch die Nachrichten.

Der WDR-Moderator Jürgen Domian nannte Carmen Thomas' journalistische Arbeit in Hallo Ü-Wagen als ein Vorbild für seine Live-Interviewsendung Domian.[4]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Carmen Thomas, Juli 1982

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b „WDR streicht Kultsendung ‚Hallo Ü-Wagen‘“ (dpa-Meldung), in: Berliner Zeitung, 16. April 2010.
  2. „Von Aufzucht und Pflege - Die Pflanze Demokratie“ (WDR 5), abgerufen am 18. Dezember 2010
  3. 5. Dezember 1974 - Start der WDR-Sendung Hallo Ü-Wagen - Zeitgeschichtliches Archiv - WDR.de. Abgerufen am 16. Dezember 2014.
  4. Tim Farin: WDR-Kult-Interviewer Domian über Handwerk und Verantwortung. ABZV, 14. Dezember 2015; abgerufen am 28. November 2016.