Haltepunkt Stuttgart-Heslach

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Stuttgart-Heslach
Haltepunkt Heslach &Bahn Sommer '73.JPG
1973: Ansicht des aufgelassenen Haltepunkts Heslach, damals noch mit Formhaupt,- und Vorsignal
Daten
Lage im Netz Haltepunkt
Bahnsteiggleise 2
Eröffnung 1. September 1879
Auflassung 29. Mai 1960
Lage
Ort/Ortsteil Heslach
Land Baden-Württemberg
Staat Deutschland
Koordinaten 48° 45′ 43,2″ N, 9° 8′ 43,1″ OKoordinaten: 48° 45′ 43,2″ N, 9° 8′ 43,1″ O
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe in Baden-Württemberg
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Der Haltepunkt Stuttgart-Heslach ist eine ehemalige Bahnstation beim Streckenkilometer 9,4 der Gäubahn. Er lag am Rande des Stuttgarter Stadtteils Heslach, weit oberhalb der eigentlichen Siedlung.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Haltepunkt ging mit Eröffnung der Gäubahn am 1. September 1879 in Betrieb[2] und wurde am 29. Mai 1960 wieder aufgelassen. Die nächsten Stationen waren der Bahnhof Stuttgart West – ehemals Station Hasenberg benannt – in 800 Metern Entfernung Richtung Stuttgart und der Haltepunkt Wildpark in 1,7 Kilometern Entfernung Richtung Böblingen.

Der Haltepunkt Heslach wurde ab 1954 vom damals eröffneten Stellwerk Stuttgart West (Swf) aus gesteuert. So befand sich beispielsweise am anderen Ende des Hasenbergtunnels, unmittelbar vor dem Haltepunkt Stuttgart-Heslach, ein Formsignal in Form eins blau-grauen „W“. Es zeigte das Ende der zulässigen Rangiertätigkeiten des Bahnhofs Stuttgart West an. Das Signal war nötig, weil die Rangierarbeiten zeitweise vom Westbahnhof durch den gesamten Hasenbergtunnel hindurch bis zum Haltepunkt Heslach durchgeführt wurden. Dies war immer dann der Fall, wenn längere Züge umgesetzt werden mussten.

Ferner wurde bei Rangierarbeiten am „Stuttgarter Gleis“ in den Hasenbergtunnel hinein, welches für Lokführer im unbeleuchteten Tunnel schlecht sichtbar war, das Einfahrsignal unmittelbar vor dem Haltepunkt Stuttgart-Heslach auf „Halt“ gestellt. Dadurch wurde die Blockstelle unmittelbar dahinter, die in den Westbahnhof hineinreicht, signaltechnisch vor dem einlaufenden Verkehr aus Richtung Böblingen abgesichert. Das Vorsignal unmittelbar vor dem Hauptsignal am Haltepunkt Heslach bezog sich hingegen auf das zugehörige Ausfahrsignal am Bahnhof Stuttgart West des Stuttgarter Durchgangsgleises. Dieses stand am Ende der angrenzenden Blockstelle, das heißt an der Ausfahrt aus dem Bahnhof Stuttgart West (Gleis 1) in Richtung Stuttgart Hbf.

Die spärlichen Bahnanlagen des Haltepunktes Stuttgart-Heslach blieben nach der Aufgabe der Station noch bis Mitte der 1970er Jahre erhalten. Hierbei handelte es sich im Wesentlichen um zwei Außenbahnsteige mit jeweils einem einfachen Holzunterstand. Als Bahnsteigzugang diente die bis heute vorhandene Fußgängerbrücke in Betonbauweise, eine Bogenbrücke mit schmiedeeisernen Geländern.

Im Jahre 1930 aufgenommenen Bilder zeigen den Haltepunkt Heslach in seiner "Blütezeit" Anfang der 1930er Jahre, als er noch mit einem Kiosk unterhalb des talseitigen überdachten Bahnsteiges in Richtung Stuttgart, und einer Unterführung neben dem massiv gemauerten Karten-Verkaufs-Kiosk hinüber auf den anderen Bahnsteig (Richtung Vaihingen und Böblingen), ausgestattet war. Die Bahnsteigkanten erstreckten bis zur zweiten Brücke in Fahrtrichtung Wildpark, sie ist ebenfalls noch vorhanden und dient als Zufahrt zum Gebiet Heslacher Wand. Sie ist ebenfalls aus Beton, jedoch deutlich breiter als die Fußgängerbrücke direkt beim Haltepunkt, sie kann daher auch mit Kraftfahrzeugen überquert werden.

Umgebung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weiter oberhalb am Hasenberg ist zudem das bis in die 80er Jahre des letzten Jahrhunderts sehr populäre Restaurant Waldhaus zu erkennen, dieses liegt über Heslach am Hang, ist heute verwahrlost und bot seinen Besuchern eine Küche und Aussicht über den Talkessel hinüber nach Degerloch, am gegenüber liegenden Rand des Talkessels. Außerdem lagen das Café-Restaurant „Waldhaus“ und der Haltepunkt direkt unterhalb des im Zweiten Weltkrieg geschleiften Hasenbergturmes, welcher seinerzeit zusammen mit dem dort angesiedelten Jägerhaus ein ausgesprochen populäres Ausflugsziel war.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.heslacher-geschichte.de/jahreszahlen.html