Haltestelle Wien Matzleinsdorfer Platz

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Wien Matzleinsdorfer Platz
Bahnsteige der ÖBB
Bahnsteige der ÖBB
Daten
Lage im Netz Durchgangsbahnhof
Bahnsteiggleise 2, je 145 m lang
Abkürzung Wbf H1S (ÖBB), MP (VOR)
IBNR 8101227
Eröffnung 1969
Lage
Stadt/Gemeinde Wien
Bundesland Wien
Staat Österreich
Koordinaten 48° 10′ 48,7″ N, 16° 21′ 31,4″ OKoordinaten: 48° 10′ 48,7″ N, 16° 21′ 31,4″ O
Eisenbahnstrecken
Liste der Bahnhöfe in Österreich
i16i16i18

Die Haltestelle Wien Matzleinsdorfer Platz der ÖBB liegt im 10. Wiener Gemeindebezirk, Favoriten; die unterirdischen Straßenbahnhaltestellen der Wiener Linien liegen im 5. Bezirk, Margareten. Die Station wurde 1969 eröffnet, ist Teil der S-Bahn-Stammstrecke und ein wichtiger Verkehrsknoten im Wiener Nahverkehr. Direkt neben der Haltestelle befindet sich das betriebliche Zentrum des Hauptbahnhofs und ein Servicebetrieb der ÖBB-TS GmbH.

Bis 2023 soll die Linie U2 hier ihre neue, vorläufige Endstation erhalten.

Anlage & Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alle Bahnsteige sowie die unter der Bahnbrücke zwischen den Fahrbahnen gelegene Bushaltestelle sind barrierefrei erreichbar.

ÖBB Haltestelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beim Matzleinsdorfer Platz befand sich ursprünglich eine Haltestelle, die dem Ausbau des Frachtenbahnhofs zum Opfer fiel. 1903 wurden Verhandlungen zur Wiedererrichtung aufgenommen, doch führten diese zu keinem Ergebnis.

Zur Entflechtung des Schnellbahnverkehrs vom Güterverkehr wurde zwischen Meidling und dem Schnellbahntunnel eine neue Trasse am Nordrand des Frachtenbahnhofes gebaut und ab 27. Juni 1969 befahren. Dort befindet sich seitdem auch die in Hochlage errichtete Haltestelle Matzleinsdorfer Platz, die drei Monate später, am 28. September 1969, in Betrieb genommen wurde.

Um den stetig zunehmenden Autoverkehr von damals 24.000 Fahrzeugen täglich am Verkehrsknotenpunkt Matzleinsdorfer Platz / Margaretengürtel, dem stadtseitigen Ende der Triester Straße, zu entflechten, wurde am 22. Dezember 1951 die zweispurige Unterfahrung im Zuge des Gürtels als erste ihre Art in Wien für den Verkehr freigegeben.

Seit Dezember 2009 halten auch Regionalzüge in dieser Haltestelle. Die Station besitzt einen überdachten Mittelbahnsteig mit zwei Gleisen, welcher von der ehemaligen Kassenhalle auf Straßenniveau mittels einer Fahrtreppe und eines Aufzugs erreichbar ist. Dieser wurde im Dezember 2010 nachgerüstet, im Zuge der Arbeiten wurde auch der Bahnsteigzugang neu gestaltet.

Nach Abriss des ehemaligen Südbahnhofs wurden am Bahnhofsareal auch Autoreisezüge interimistisch abgefertigt. Mit Juni 2014 übernahm diese Funktion nun die neu geschaffene Autoreisezuganlage am Hauptbahnhof; die Anlage am Matzleinsdorfer Platz wurde aufgelassen.[1]

Unterirdische Straßenbahnstation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

U-Straßenbahnstation

Der weiterhin steigende Individualverkehr veranlasste die Stadtplaner zur Errichtung einer Unterpflasterstraßenbahn, kurz Ustrab genannt. Die Anlage am Südgürtel samt dem Verkehrsbauwerk Matzleinsdorfer Platz wurde am 11. Jänner 1969 eröffnet.[2] Im Zuge dessen wurde auch Wiens erster „rollender Teppich“, ein Fahrsteig zur Beschleunigung des unterirdischen Fußgängerverkehrs und zur Erleichterung der langen Fußwege für ältere Personen errichtet.

Die gesamte Anlage (ohne Bahnhaltestelle) umfasste neun Zugänge, sechs Fahrtreppen und elf Stiegen. In den Jahren 2002 bis 2009 wurde die Ustrab-Anlage mit Aufzügen nachgerüstet, im Gegenzug der nördliche Zugang zur Reinprechtsdorfer Straße und Wiedner Hauptstraße geschlossen. Der Fahrsteig wurde bereits in den 1990er Jahren stillgelegt und in Folge ausgebaut.

Die Ustrab-Station in Tieflage verfügt über ein Gleisdreieck sowie drei Bahnsteige mit Doppelhaltestellen. Diese unterirdische Kreuzungsanlage ist mit zwei voneinander unabhängigen Anlagen signaltechnisch gesichert. In den Jahren 2010 bis 2011 wurde die Station modernisiert und an den U-Bahn-Standard angeglichen.

U-Bahn-Station[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die U-Bahn-Station Matzleinsdorfer Platz soll 2023 mit der südlichen Verlängerung der U2 und der U5 eröffnet werden und der provisorische Endpunkt der Linie U2 werden, bis diese bis zur neuen Station Wienerberg verlängert wird.

Linien im Verkehrsverbund Ost-Region[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Linie Verlauf
Österreichische Bundesbahnen Regionalzüge nach Payerbach-Reichenau, Břeclav, Znojmo, Retz, Wiener Neustadt Hbf
S-Bahn Wien Wien Meidling – Wien Matzleinsdorfer Platz – Wien Hauptbahnhof 1-2 – Wien Quartier Belvedere – Wien Rennweg – Wien Mitte – Wien Praterstern – Wien Traisengasse – Wien Handelskai – Wien Floridsdorf – Gänserndorf
S-Bahn Wien Mödling – Wien Meidling – Wien Matzleinsdorfer Platz – Wien Hauptbahnhof 1-2 – Wien Quartier Belvedere – Wien Rennweg – Wien Mitte – Wien Praterstern – Wien Traisengasse – Wien Handelskai – Wien Floridsdorf – Wolkersdorf – Mistelbach (– Laa an der Thaya)
S-Bahn Wien Wiener Neustadt Hbf – Baden – Wien Meidling – Wien Matzleinsdorfer Platz – Wien Hauptbahnhof 1-2 – Wien Quartier Belvedere – Wien Rennweg – Wien Mitte – Wien Praterstern – Wien Traisengasse – Wien Handelskai – Wien Floridsdorf – Stockerau – Hollabrunn
S-Bahn Wien Wiener Neustadt Hbf – Baden – Wien Meidling – Wien Matzleinsdorfer Platz – Wien Hauptbahnhof 1-2 – Wien Quartier Belvedere – Wien Rennweg – Wien Mitte – Wien Praterstern – Wien Traisengasse – Wien Handelskai – Wien Floridsdorf – Stockerau – Absdorf-Hippersdorf (– Tulln Stadt – Tullnerfeld)
S-Bahn Wien (Unterpurkersdorf – Wien Weidlingau – Wien Hadersdorf – Wien Wolf in der Au –) Wien Hütteldorf – Wien Speising – Wien Meidling – Wien Matzleinsdorfer Platz – Wien Hauptbahnhof – Wien Simmering – Wien Stadlau – Wien Erzherzog-Karl-Straße
Logo Wiener Lokalbahn.svg (Badner Bahn) Kärntner Ring, Oper – Matzleinsdorfer Platz – Bahnhof Wien Meidling – Vösendorf – SCSWiener NeudorfGuntramsdorf LokalbahnTraiskirchen LokalbahnBaden Viadukt (ÖBB) – Baden Josefsplatz
U2 (ab 2023) Seestadt –Aspern Nord – Hausfeldstraße –An den alten Schanzen (Rohbau) –Aspernstraße –Donauspital –Hardeggasse –Stadlau –Donaustadtbrücke –Donaumarina –Stadion –Krieau –Messe-Prater –Praterstern –Taborstraße –Schottenring –Schottentor –Rathaus –NeubaugassePilgramgasse –Bacherplatz –Matzleinsdorfer Platz (–Gußriegelstraße –Wienerberg)
1 Prater HauptalleeSchwedenplatzSchottenringSchottentorDr.-Karl-Renner-Ring – Kärntner Ring, Oper – Matzleinsdorfer Platz – Stefan-Fadinger-Platz
6 Burggasse-StadthalleWestbahnhofGürtelMatzleinsdorfer Platz – Quellenplatz – GeiselbergstraßeEnkplatz, Grillgasse - SimmeringZentralfriedhofKaiserebersdorf
18 Burggasse-StadthalleWestbahnhofMatzleinsdorfer PlatzHauptbahnhofQuartier BelvedereSt. MarxSchlachthausgasse (Stadionbrücke)
62 Kärntner Ring, Oper – Matzleinsdorfer Platz – Bahnhof Wien Meidling – Hetzendorf – Hermesstraße – Lainz, Wolkersbergerstraße
14A NeubaugassePilgramgasseMatzleinsdorfer PlatzKeplerplatzReumannplatz
N6 WestbahnhofMatzleinsdorfer Platz – Quellenplatz – Geiselbergstraße – Enkplatz, Grillgasse
N62 Kärntner Ring, Oper – Matzleinsdorfer Platz – Wienerbergbrücke (- Bahnhof Meidling, Schedifkaplatz) – Schloss Hetzendorf – Hermesstraße
261 Wien HauptbahnhofMatzleinsdorfer PlatzIZ NÖ-Süd
360 OperMatzleinsdorfer PlatzBadenBad VöslauGainfarn
1155 HauptbahnhofMatzleinsdorfer PlatzWiener NeustadtMattersburgPiringsdorf
1158 HauptbahnhofMatzleinsdorfer PlatzEisenstadtOberpullendorfLockenhaus
7860 HauptbahnhofMatzleinsdorfer PlatzWiener NeustadtKirchschlag in der Buckligen WeltMarkt Neuhodis
7900/G1 WestbahnhofMatzleinsdorfer PlatzOberwart
7940 Secession/Friedrichstraße – Matzleinsdorfer PlatzWeppersdorfDeutschkreutz / Nikitsch
7941 HauptbahnhofMatzleinsdorfer PlatzMattersburgForchtensteinOberpullendorfKlostermarienbergLangental

Die S-Bahn-Linie S-Bahn Wien kann die Haltestelle Matzleinsdorfer Platz nicht bedienen, da sie die Strecke südlich der Haltestelle befährt.

ÖBB Stützpunkt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Areal des ehemaligen Frachtenbahnhofs Wien Matzleinsdorf entstand in den Jahren 2008 bis 2010 der sogenannte Hightech Stützpunkt Matzleinsdorf, welcher unter anderem einer der Wiener Standorte der ÖBB-Technische Services ist. Hier werden Instandhaltungsarbeiten von Lokomotiven und Reisezugwagen ebenso durchgeführt, wie auch die Reinigung und Versorgung (bspw. Catering, Ausstattung der Schlafwagen) der Zuggarnituren. Diese werden für den Hauptbahnhof zukünftig von hier aus bereitgestellt.

Das Areal ist rund 1,4 km lang, besteht aus einem Betriebsgebäude, einer 240 m langen Blockzughalle mit aufgeständerten Gleisen und Einzelarbeitsständen auf 15.000 m² Fläche, Werkstätten für ÖBB-Technische Services und ÖBB-Produktion, sieben 700 Meter langen Rüstgleisen und weiteren Abstellgleisen. In einer eigenen Halle befindet sich zudem Österreichs einzige Tandem-Unterflurradsatzdrehbank. Insgesamt bestehen etwa 10 ha Gleisanlagen, die Gesamtinvestitionskosten beliefen sich auf rund 177 Millionen Euro. Die Dachfläche der Blockzughalle ist in 29 Sheddächer aufgeteilt, das Tragwerk dabei statisch so ausgelegt, dass im Fall einer Zugsentgleisung die Mittelstützenreihe entfallen könnte ohne der gesamten Konstruktion zu schaden.[3] Beim Öffnen und Schließen der Hallen Tore wird die Deckenstromschiene zur Seite geklappt ohne die Energiezufuhr zu unterbrechen. Um Heizkosten zu sparen befinden sich an den Toren außerdem Torluftschleier.

Die Gesamtanlage ist auf einen Durchfahrbetrieb ausgelegt; die Zuggarnituren können somit beispielsweise aus südlicher Richtung in den Komplex einfahren, gereinigt und serviciert werden und diesen anschließend auf der Nordseite wieder verlassen. Durch diese Bauform und die Konzentration mehrerer Arbeitsfelder an einem Standort sollen Standzeiten minimiert und bereits in den ersten Betriebsjahren rund zehn Millionen Euro eingespart werden.[4][5][6]

Zukunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die U-Bahn-Linie U2 wird mit der 4. Ausbaustufe der Wiener U-Bahn vom Rathaus hierher verlängert. Geplanter Baubeginn ist 2018, Fertigstellung ist für 2023 vorgesehen.[7]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wolfgang Kaiser: Die Wiener Bahnhöfe. Geschichte, Gegenwart und Zukunft. GeraMond, München 2010, ISBN 978-3-86245-110-4.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wien Matzleinsdorfer Platz train station – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wien Hauptbahnhof Autoreisezug abgerufen am 26. Mai 2014
  2. Alois Brunnenthaler: Bei minus 5 Grad: Gürteltunnel war Festplatz. In: Arbeiter-Zeitung. Wien 12. Jänner 1969, S. 5.
  3. Wiehag GmbH abgerufen am 26. Mai 2014
  4. Die Serviceeinrichtungen Matzleinsdorf abgerufen am 26. Mai 2014
  5. Ein „Flugzeugträger“ für den Railjet vom 20. Januar 2010
  6. Sieben ÖBB-Stützpunkte an einem Standort vereint vom 20. Januar 2010
  7. Öffi-Paket mach Wien fit für die Zukunft, abgerufen am 23. Juni 2016
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