Hamnet

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HAMNET (Highspeed Amateurradio Multimedia NETwork. eigenschreibweise HAMNET) ist ein von Funkamateuren konzipiertes funk- und kabelbasierendes IP-Netzwerk, das als leistungsfähiges Backbone für die bereits verfügbare Infrastruktur des Amateurfunkdienstes verwendet wird und IP-Anwendungen damit ermöglicht. Es war als sukzessive Substitution des bestehenden Packet Radio-Netzes intendiert. Heute ist das HAMNET bereits fester Bestandteil des Amateurfunks.

Ziele[Bearbeiten]

HAMNET stellt ein Netzwerk zwischen automatisch arbeitenden Amateurfunkstationen dar. Dabei geht der Verbund über lokale Linkstrecken einer Region oder eines Landes als Autonomes System hinaus; es wird transnational verlinkt, damit eine internationale Basis für Anwendungen und Nutzer entstehen kann.

Gemein sind allen Netzen folgende Ziele:

  • Die Kommunikation von Funkamateuren untereinander und den Selbstbau zu fördern und so die Begeisterung für die Technik der Datenübertragung mittels Funkstrecken erwecken bzw. aufrechterhalten.
  • Funkamateure zu motivieren, kostengünstige Hard- und freie Software für hocheffiziente Modulationsarten mit hohen Bitraten zu entwickeln, ggf. in Zusammenarbeit mit Hochschulen in technisch-wissenschaftlichen Untersuchungen.
  • Überregionale Projekte zu ermöglichen, welche den Teilnehmern Wissen bzw. Erfahrung in IT-Grundlagen, Wellenausbreitung, Antennentechnik und Filtertechnik vermitteln.
  • Synergien zwischen Alt und Jung zu schaffen (Wissenstransfer, Standortzugang, Statik).
  • Das bisherige, schmalbandige FSK-Packetradio-Netz sukzessive zu substituieren bzw. zu ergänzen.
  • Den Funkamateuren im Endausbau einen HAMNET-Zugang mit hohen Bitraten zu ermöglichen.
  • Im Falle von Notfällen: die Bereitstellung von Notfunk mit einer hohen Datenübertragungskapazität für die Einsatzkräfte als Backup zu kommerziellen Netzen durch USV

Technik[Bearbeiten]

HAMNET arbeitet auf Basis der Internetprotokollfamilie[1] Die Daten sollen hauptsächlich per Funktechnik übertragen werden und hierfür können bestimmte handelsübliche WLAN-Router genutzt werden können. Die Datenübertragungsrate kann bis zu 65 MBit/s betragen. Als Frequenzbereich für die HAMNET-Link Verbindungen wird hauptsächlich das 6-Zentimeter-Band bzw. das ISM-Band bei 5,7 GHz verwendet. Die User-Zugänge liegen hauptsächlich im 13-Zentimeter-Band zwischen 2,3 und 2,4 GHz.[2][3].

HAMNET in Deutschland[Bearbeiten]

Insbesondere Packet-Radio-Digipeater, Sprachmailboxen, FM-Relaisstationen, ATV-Umsetzer, D-STAR-Relais und Funkrufsender werden in der derzeitigen Probe- und Aufbauphase eingebunden. Der offizielle Start und die Vorstellung des deutschen Projektes erfolgten auf der Amateurfunkmesse und -tagung INTERRADIO am 31. Oktober 2009 in Hannover unter dem Namen HAMNET 2.0, begleitet von entsprechenden Vorträgen. In einer weiteren Phase sollen Club- und Schulstationen sowie auch Userzugänge ermöglicht werden.

Im südbayerischen Raum gibt es erste HAMNET-Digipeater, die sich an den Gegebenheiten in Österreich orientieren.[4]

Im westdeutschen Raum wird der Aufbau am Niederrhein und in den Ballungsräumen Ruhrgebiet[5], Düsseldorf, Köln-Aachen[6] vorangetrieben.

Die meisten deutschen Teilnetze sind bereits über VPN-Tunnel oder über Richtfunkstrecken miteinander verbunden. Über mehrere Übergänge erfolgte ebenfalls der Zusammenschluss mit dem HAMNET in Österreich, Italien und der Schweiz. Die Koordination und Vergabe der für den technischen Betrieb erforderlichen AS-Nummern und IP-Netze erfolgt durch die „DL IP-Koordination im AMPR-Net“.[7]

Eine aktuelle Übersicht bestehender Funk- und Kabelverbindungen in Deutschland (und Umgebung) ist über die Datenbank hamnetdb.net abrufbar.[8]

HAMNET in Österreich[Bearbeiten]

Das Projekt wird seit 2005 durch Mitglieder des ÖVSV betrieben und hatte ursprünglich den Namen ALAN. Nach einigen lokalen Tests, und der Erkenntnis der globalen Bedeutung wurde dieses neuartige Netzwerk 2008 in Wien erstmals als HAMNET vorgestellt. Der Name für dieses Projekt hat seinen Ursprung in Salzburg.

Heute existieren ein funktionierendes Netz mit Linkstrecken, welche alle Bundesländer miteinander verbinden, und zahlreiche Benutzerzugänge.[9] Als Knotenrechner kommen Routerboards des Herstellers Mikrotik zum Einsatz. Viele Packet-Radio-Links sind über das HAMNET geschaltet. Darüber hinaus gibt es andere Anwendungen, zum Beispiel Webcams, Wetterstationen, Webserver und Ausbreitungsvorhersagen.

Trivia[Bearbeiten]

Hamnet war auch der Name des Sohnes des Dramatikers William Shakespeare.[10]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Startseite des Webauftritts der DL IP-Koordination für Funkamateure. Abgerufen am 27. November 2011.
  2. Frequenzübersicht im Wiki der Amateurfunk-Station DB0FHN. Abgerufen am 29. August 2012.
  3. Frequenzübersicht im amateurfunk-wiki.de. Abgerufen am 15. Juni 2015.
  4. Übersicht im Amateurfunk-Wiki von DARC e.V. und ADACOM e.V.. Abgerufen am 29. Mai 2012.
  5. Übersicht im Wiki für den Distrikt Ruhrgebiet. Abgerufen am 26. Juli 2010.
  6. Forum der Arbeitsgemeinschaft HAMNET-West. Abgerufen am 26. Juli 2010.
  7. Wiki der DL IP-Koordination für Funkamateure. Abgerufen am 26. Juli 2010.
  8. Hamnet IP-Database. Abgerufen am 15. Juni 2015.
  9. Wiki des ÖVSV. Abgerufen am 10. April 2010.
  10. Details inkl. Auflistung zahlreicher Originalquellen siehe en:Hamnet Shakespeare (englisch)