Hamburg-Dulsberg

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Wappen von Hamburg
Dulsberg
Stadtteil von Hamburg
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Koordinaten 53° 34′ 54″ N, 10° 3′ 48″ OKoordinaten: 53° 34′ 54″ N, 10° 3′ 48″ O
Fläche 1,2 km²
Einwohner 17.231 (31. Dez. 2015)
Bevölkerungsdichte 14.359 Einwohner/km²
Postleitzahl 22049, 22081
Vorwahl 040
Bezirk Hamburg-Nord
Verkehrsanbindung
U-Bahn U1Hamburg U1.svg
S-Bahn S1Hamburg S1.svg S11Hamburg S11.svg
Bus Metrobus 23, Stadtbusse 171 und 271, Nachtbus 600, Schnellbusse 36 und 39
Quelle: Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein

Dulsberg ist ein Stadtteil im Bezirk Hamburg-Nord der Freien und Hansestadt Hamburg. Dulsberg ist flächenmäßig einer der kleinsten Stadtteile Hamburgs. Bis 1951 bildete er zusammen mit Barmbek-Nord und Barmbek-Süd den Stadtteil Barmbek.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dulsberg liegt im Osten der inneren Stadt Hamburgs, die durch verdichtete Stadtstruktur mit zentralen Funktionen geprägt ist. Die Bevölkerungsdichte von 14.400 Einwohnern pro Quadratkilometer ist im Vergleich der Hamburger Stadtteile sehr hoch, sie liegt etwa auf dem Niveau von Ottensen (12.400 Einwohner/km²) oder der Sternschanze (15.500). Dulsberg wird abgrenzt zu den Nachbarstadtteilen: nach Barmbek-Süd durch den Verlauf der S-Bahn-Strecke, nach Barmbek-Nord durch den Osterbek sowie nach Wandsbek durch den Wartenburger Weg, Kiefhörn, den Eulenkamp und die Stormarner Straße. Im äußersten Südwesten, am S-Bahnhof Friedrichsberg, hat Dulsberg eine wenige Meter lange gemeinsame Grenze mit Eilbek.

Während die Grenzen zu den beiden Barmbeker Stadtteilen mit der Aufteilung des alten Stadtteils Barmbek 1951 festgelegt wurden, wurde der Kiefhörn als Grenze zum damaligen Dorf Hinschenfelde bereits 1365 in einem Vergleich der jeweiligen Grundherren vereinbart (s.a. Abschnitt Geschichte).

Grünanlagen und Plätze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zentral durch den Stadtteil zieht sich der „Grünzug Dulsberg“, eine etwa 50 Meter breite und als Park gestaltete Anlage. Eine weitere Grünfläche liegt im Norden des Stadtteils beidseits der Osterbek. Unmittelbar hinter der südwestlichen Stadtteilgrenze befindet sich bereits in Barmbek-Süd der Friedrichsberger Park.

Entlang der S-Bahn und an der Osterbek liegen jeweils mehrere Kleingartenparzellen.

Zentraler Platz des Stadtteils ist der Straßburger Platz.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Barmbek
Auf dem Stadtplan von 1910 findet der Dulsberg noch keine Erwähnung. In Bildmitte deutlich erkennbar: Der Alte Teichweg und die Straßburger Straße

Der Name ist zurückzuführen auf eine Anhöhe, die Tollsberg (Teufelsberg oder Zollberg) genannt wurde, und in etwa im heutigen Kreuzungsbereich Krausestraße und Lauenburger Straße lag. Dulsberger Gemarkungen wurde 1365 erstmals urkundlich erwähnt, die Grenzstreitigkeiten zwischen den Eigentümern Barmbeks, dem Hospital zum Heiligen Geist, und den Eigentümern Hinschenfeldes, den Brüdern Henneke und Emeke von Strutz, in einem Vergleich beigelegt wurden, wonach unter Anderem das Gehölz „Kyfhorn“ (dort, wo sich heute die Straße Kiefhörn befindet) „scholen bliefen ewiglick by dem Dorpe Barnebeke und by dem Huse des hilligen Geistes tho Hamborch“.[1] Jahrhundertelang blieb der Dulsberg Ackerland der Barmbeker Bauern, ab Anfang des 20. Jahrhunderts bezog die Stadt Hamburg ihn in die Pläne zur Stadterweiterung ein. Mit dem Bau der Stadtbahn nach Hamburg-Ohlsdorf wurde die Osterbek kanalisiert, da auch die Erdmassen zum Bau der Bahndämme verwandt wurden. 1910 entstand hier an der späteren Grenze zu Barmbek-Nord erste Industrie. Am Südwestzipfel des Dulsbergs wurde am 5. Dezember 1906 der Bahnhof Friedrichsberg zur Anbindung der Staatskrankenanstalt Friedrichsberg eröffnet. Hier entstand auch der erste Wohnungsbau des Gebiets in der Dithmarscher Straße und an der Stormarner Straße, an der Grenze zu Wandsbek, damals noch preußisches Gebiet.

Für die weitere Besiedlung wurde eine Planung erstellt. Durch den Ersten Weltkrieg kam es jedoch nicht zur Ausführung. Erst in den 1920er-Jahren wurde die Planung durch den Baudirektor Fritz Schumacher wieder aufgegriffen. Statt eingeschossiger Putzbauten wurden nun drei- und viergeschossige Klinkerbauten erstellt. Nach dem Ende der Inflation begannen die Bauarbeiten, die 1931 aufgrund der Weltwirtschaftskrise abgebrochen wurden.

Industrie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1910 nahm am Osterbekkanal Hamburgs zweite Müllverbrennungsanlage ihren Betrieb auf. Sie stellte ihn jedoch, unter anderem wegen der extremen Geruchsbelästigung, bereits 1939 wieder ein. Nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wurde die Anlage nicht wieder in Betrieb genommen. Die beiden 50 Meter hohen Schornsteine blieben noch bis in die 1960er-Jahre stehen, da eine Sprengung wegen der umliegenden Wohngebäude erst nicht möglich schien. Zum gezielten Einsturz der Reste wurde dann schließlich auch eine Kerbe in das Mauerwerk gemeißelt. Nach dem Abriss wurden auf dem Gelände viele Gewerbebetriebe angesiedelt.

Ein weiterer Industriebetrieb auf dem Dulsberg war die benachbarte Fischkonservenfabrik „Walckhoff“, die ebenfalls 1910 ihren Betrieb aufnahm. Die Firma existierte bis 1972.

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frohbotschaftskirche auf dem Straßburger Platz (→ Ostansicht)

Auf dem Dulsberg gibt es zwei evangelisch-lutherische Kirchen. Während die Frohbotschaftskirche bereits beim Bau des Stadtteils eingeplant und Anfang der 1930er-Jahre erbaut wurde, kam die Bonhoeffer-Kirche in den 1960er-Jahren hinzu. Die Gemeinde war zu dem Zeitpunkt mit 13.500 Gläubigen und vier Pfarrstellen die personmäßig größte in der ehemaligen Hamburgischen Landeskirche. Man entschloss sich daher zur Teilung der Gemeinde. Ende der 1990er-Jahre fusionierten die beiden Gemeinden aufgrund des Rückgangs der Kirchenmitgliederzahl wieder.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Äußere Fassade der Siedlung von Fritz Schumacher aus den 1920er Jahren mit den typischen Backsteinen[2]

Das heutige Dulsberg wurde in den späten 1920er-Jahren von dem Oberbaudirektor Fritz Schumacher als Neubausiedlung in einem größeren Ausmaß als die Jarrestadt konzipiert. Das Plangebiet umfasste den gesamten Bereich des Stadtteils zwischen Krausestraße (damals Ahrensburger Straße), dem Osterbekkanal und Tondernstraße. Die Planungen veränderten einen Bebauungsplan von 1918/1919 grundlegend. Die Grünflächen wurden vergrößert, die Geschossanzahl von fünf bis sechs Stockwerken auf eine durchweg vierstöckige – in der Nähe der langen Grünzüge dreistöckige – Zeilenbauweise reduziert. Die Umplanungen wurden durch den umfangreichen städtischen Grundbesitz möglich.[3]

Parallel zum Osterbekkanal teilt ein Grünzug das Gebiet von West nach Ost.

Schumacher selbst zeichnete als Architekt für die Schulen Alter Teichweg,[4] Adlerstraße[5] und Krausestraße verantwortlich. Weitere Architekten waren Hans und Oskar Gerson, Karl Schneider, die Gebrüder Paul und Hermann Frank und die Architektengemeinschaft Rudolf Klophaus, August Schoch und Erich zu Putlitz. Der damals wegweisende Baustil des Reformwohnungsbaus ist heute noch Besuchsziel zahlreicher in- und ausländischer Architekten und Stadtplaner.

in den Innenhöfen der Frank’schen Laubengänge

Eulenkamp und Stormarner Straße bildeten die Grenze zum preußischen Wandsbek.

Lediglich im südlichen Teil der Dithmarscher Straße gab es eine Bebauung aus der Zeit der Jahrhundertwende.

Während des Zweiten Weltkrieges wurde Dulsberg durch die Operation Gomorrha fast vollständig zerstört. Auf dem Dulsberg soll das „Mahnmal zur Erinnerung an die Bombenopfer“ Ecke Alter Teichweg/Lothringer Straße daran erinnern[6] Vielfach waren allerdings durch die Zerstörung mit Brandbomben noch die Außenmauern erhalten. Daher baute man nach alten Plänen wieder auf. Bei den 1927 bis 1931 von den Gebrüdern Frank erbauten Laubengängen waren nur die obersten Stockwerke betroffen, da für die Decken und Treppenhäuser Beton verwandt wurde.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die Wahl zur Hamburgischen Bürgerschaft gehört Dulsberg zum Wahlkreis Barmbek-Uhlenhorst-Dulsberg. Die Bürgerschaftswahl 2015 führte zu folgendem Ergebnis:[7]

  • SPD: 47,5 % (–4,7)
  • Linke: 13,7 % (+2,5)
  • Grüne: 12,0 % (+0,5)
  • CDU: 9,4 % (−3,5)
  • AfD: 6,3 % (+6,3)
  • FDP: 3,6 % (+0,1)
  • Übrige: 7,5 % (–1,2)

Bei Bundestagswahlen gehört der Stadtteil zum Wahlkreis Hamburg-Mitte.

Bei der Wahl zur Bezirksversammlung Hamburg-Nord zählt Dulsberg zum Wahlkreis 5 "Barmbek-Süd/Dulsberg".


Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Beach-Center Hamburg wurde 2010 errichtet.

In Dulsberg liegt der Olympiastützpunkt Hamburg. Das Dulsberg-Bad im Osten des Stadtteils, das zum Olympiastützpunkt gehört, ist gleichzeitig auch Landesleistungszentrum des Hamburger Schwimmverbandes. Vorgesehen sind der Bau der Landes-Leistungszentren für Handball und Judo auf dem gleichen Gelände.

Die Gesamtschule Alter Teichweg ist wegen ihrer Nähe zum Olympiastützpunkt zur Eliteschule des Sports ausgebaut worden. Derzeit gibt es sportbetonte Klassen, die mit Mitgliedern der Nachwuchskader des Hamburger Fußball-Verbandes und des Hamburger Schwimmverbandes bestückt werden. Der Schulalltag wird so gestaltet, dass ein leistungsorientiertes Training in den Tagesablauf eingepasst werden kann. Außerdem wird bei der zeitlichen Planung von Klassenarbeiten und Abschlussprüfungen auf die Wettkampftermine der Schüler Rücksicht genommen.

Mit dem Beach-Center Hamburg wurde am Rande des Freibades 2010 eine weitere Sportanlage auf dem Dulsberg geschaffen. Neben Außenplätzen gibt es auch zwei Hallen für Beachvolleyball.


Wirtschafts- und Sozialstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dulsberg ist einer der ärmeren Stadtteile Hamburgs. Das Durchschnittseinkommen je Steuerpflichtigem war 2014 mit 19.453 € deutlich niedriger als der Hamburger Durchschnitt von etwa 35.500 €. 18,6 % der Bevölkerung bezogen Leistungen nach Hartz IV, verglichen mit 9,9 % der gesamten Hamburger Bevölkerung. Die Arbeitslosenquote lag 2014 bei 8,8 Prozent. Vergleichsweise wenig Dulsberger sind im Rentenalter: lediglich 12,2 % der Einwohner sind 65 Jahre und älter, in ganz Hamburg sind etwa 18,8 Prozent der Menschen bereits so alt.[8]

Dulsberg wurde im Rahmen eines Programms der sozialen Stadtteilentwicklung in den Jahren 1995 bis 2002 massiv saniert und umgestaltet. Eine teilweise Zusammenlegung von Kleinwohnungen schaffte größere und familiengerechtere Wohnungen.

Inzwischen ist Dulsberg auch Ziel von wohnungssuchenden Studenten. Zwar ist die Gastronomie-Szene eher bodenständig, aber die gute Verkehrsanbindung und das Angebot von vergleichsweise günstigen Wohnungen in einem ruhigen und auch grünen Quartier sind verlockend.

In den letzten Jahren mussten viele kleine Einzelhändler ihr Geschäft aufgeben. Dies liegt nicht nur an der geringen Kaufkraft, sondern auch an der Nähe zum Bezirkszentrum Wandsbek Markt mit einem stark ausgeprägten Einzelhandelsangebot, das viele Kunden aus dem Quartier abschöpft. Insbesondere in der Dithmarscher Straße, einer Ladenstraße im Stil der 1950er-Jahre, haben viele kleine Einzelhändler schließen müssen. Einige ehemalige Ladengeschäfte wurden dort inzwischen zu Wohnungen umgewidmet. Kleinere Geschäfte und Gastronomie finden sich heute vorwiegend in der Dithmarscher Straße und entlang der Straßburger Straße um den Straßburger Platz, auf dem auch ein Wochenmarkt stattfindet. Am Alten Teichweg finden sich drei Supermärkte und in den Hinterhöfen am Osterbekkanal auch Flächen für Kleingewerbe und Handwerker. Davon abgesehen ist die Infrastruktur in Dulsberg beeinflusst von der Lage zwischen den beiden dicht benachbarten, gut ausgebauten und schnell erreichbaren Bezirkszentren (B1-Zentren) in Wandsbek (Wandsbek Markt) und Barmbek (Fuhlsbüttler Straße).

Von den 2004 im Stadtteil vorhandenen etwa 10.500 Wohneinheiten waren in der Summe knapp 4.900 Einheiten im Besitz der städtischen Wohnungsgesellschaft SAGA GWG oder von Genossenschaften.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

S-Bahn-Station Friedrichsberg
Der 1963 eröffnete U-Bahnhof Alter Teichweg

Dulsberg ist gut an das Schnellbahnnetz im Hamburger Verkehrsverbund angebunden. Im Stadtteil liegen die U-Bahnhöfe Straßburger Straße und Alter Teichweg der Linie U1 sowie der Bahnhof Friedrichsberg der S-Bahn-Linien S1 und S11. Die Fahrtzeit in die Hamburger Innenstadt beträgt etwas weniger als eine Viertelstunde, die U-Bahn verkehrt tagsüber im Regelfall alle fünf Minuten. Daneben verkehren die Metrobuslinie M23 (Niendorf Markt - Barmbek - Dulsberg - Wandsbek Markt - Billstedt) und mehrere Stadt-, Schnell- und Nachtbuslinien.

Stadtrad Hamburg verfügt über zwei Stationen im Stadtteil. Eine weitere Station, am U-Bahnhof Straßburger Straße, soll 2016 eingerichtet werden.

Die Nordschleswiger Straße, vierspurig als Teil des Ring 2 ausgebaut und in Nord-Süd-Richtung verlaufend, teilt durch ihr hohes Verkehrsaufkommen das Viertel. Am Meßpegel Habichtstraße/Nordschleswiger Straße wurden 2013 im Schnitt 47.000 Fahrzeuge pro Werktag gezählt, davon etwa 2.000 Fahrzeuge des Schwerverkehrs. Auch die Krausestraße sowie die Straßburger Straße sind durch jeweils etwa 20.000 Fahrzeuge pro Werktag belastete Hauptstraßen im Stadtteil. Die rechnerische Lärmbelastung gemäß der Hamburger Lärmkarte entlang des Ring 2 beträgt in Dulsberg gemittelt während des Tagesstunden "über 75 dBA". Nachts (22-6 Uhr) liegt die mittlere Lärmbelastung durch den Straßenverkehr entlang der Nordschleswiger Straße bei über 65 dBA, stellenweise werden über 70 dBA erreicht.

Die Dulsberger selbst besitzen dabei vergleichsweise wenig eigene Autos. 2014 gab es 225 Privatwagen je 1.000 Einwohner und damit deutlich weniger als im Durchschnitt der Hamburger Bevölkerung (341 Privat-Pkw je 1.000 Einwohner).

Verkehrsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gleisüberreste der Straßenbahn an der Straßburger Straße

Nachdem der Bau der U-Bahn zum Wandsbeker Markt erheblich mehr Geld kostete als geplant, wich man von dem Plan ab, die Strecke südlich des Eulenkamp über den Friedrich-Ebert-Damm zum Bahnhof Farmsen zu führen. Stattdessen wählte man den kürzeren Weg nach Wandsbek Gartenstadt. Es reichte so aber noch für zwei Haltestellen. So beträgt der Haltestellenabstand zwischen den beiden Dulsberger U-Bahnhöfen Alter Teichweg und Straßburger Straße nur 550 Meter, was sonst eher in den Zentren von Großstädten üblich ist.

Durch Dulsberg führte die damalige Straßenbahnlinie 8 (Dehnhaide über Straßburger Straße und Friedrich-Ebert-Damm zur Trabrennbahn). Ab 1960 fuhr die Straßenbahn als Linie 16 von der Trabrennbahn über Dehnhaide bis Hagenbecks Tierpark. Der Straßenbahnverkehr in Dulsberg wurde Ende April 1963, zwei Monate nach Eröffnung der U-Bahn-Haltestelle Straßburger Straße, eingestellt. Auf dem Mittelstreifen der Straßburger Straße ist heute nur noch ein einziges, etwa sieben Meter langes Schienenfragment zu finden (zwischen Elsässer Straße und Nordschleswiger Straße), der Mittelstreifen dient nun als Parkplatzfläche. Der Betrieb aller Straßenbahnlinien in Hamburg wurde 1978 endgültig eingestellt.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Stadtteil gibt es acht Kindergärten, eine Grundschule, zwei weiterführende Schulen, 62 Handwerksbetriebe, 24 niedergelassene Ärzte, 8 Zahnärzte und drei Apotheken.

Weitere Einrichtungen sind ein Haus der Jugend, ein Spielhaus, ein Stadtteilbüro.

Der 2009 erschienene Roman Pussykiller des Autors Pavo Pejić, Jahrgang 1984, spielt im Stadtteil Dulsberg, beispielsweise am Naumannplatz, an der Tiroler Straße und an der Straßenkreuzung bei der U-Bahn-Haltestelle Straßburger Straße. Der Autor ist selbst in Dulsberg aufgewachsen.

Der Filmregisseur Özgür Yıldırım, Jahrgang 1979, bekannt für seinen Spielfilm Chico, stammt ebenfalls aus Dulsberg.

Dulsberg gehörte von 1990 bis 2003 zu den Stadtteilen mit der höchsten Kriminalitätsrate. Seither gab es einen deutlichen Rückgang der Zahlen zu verzeichnen, die heute in einigen Deliktgruppen wie Gewaltverbrechen oder Körperverletzungen sogar unter dem gesamtstädtischen Durchschnitt liegen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fritz Schumacher: Das Werden einer Wohnstadt. Westermann, Hamburg 1932. (Nachdruck: Christians, Hamburg 1984, ISBN 3-7672-0866-0)
  • Pavo Pejic: Pussykiller. Roman. Rogner & Bernhard, Berlin 2009, ISBN 978-3-8077-1055-6.
  • Geschichtsgruppe Dulsberg e.V. Dulsberg - Kiek mol - Stadtteilrundgänge S. 131-140, Hamburg 1998, Dölling und Galitz Verlag, ISBN 3-930802-78-3

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hans Dreckmann, Die Urkunde vom 14. Juli 1365, in: Hans Dreckmann / Henny Wiepking / Walter Lüdemann: Barmbek.Vom Dorf zur Großstadt. Ein Heimatbuch. Dammtor-Verlag, Hamburg 1965, Seite 15 f.
  2. Denkmalgeschütztes Ensemble (Liste der Kulturdenkmäler im Hamburger Bezirk Hamburg-Nord Nr. 773), auch die Siedlungsbauten (Nr.809,810), die Frank’schen Laubengänge (Nr. 802) und die Schule Krausestraße (Nr. 1760) (heute: Emil-Krause-Oberstufe).
  3. Alicia Kowalik: Fritz Schumacher: Zur Stadtentwicklung in den 1920er Jahren. In: Dorothea Roos, Friedmar Voormann (Hrsg.): Hamburger Backstein- und Klinkerbauten - Gestalt - Konstruktion - Material. KIT publishing Karlsruhe 2011, ISBN 978-3-86644-657-1.
  4. Liste der Kulturdenkmäler im Hamburger Bezirk Hamburg-Nord Nr. 1761.
  5. Gemeint ist die Schule Amalie-Dietrich-Weg, heute Lämmersieth (erbaut 1929-31). Sie liegt zwar in Barmbek-Nord, ist aber für Dulsberger Kinder zuständig.
  6. Liste der Kulturdenkmäler im Hamburger Bezirk Hamburg-Nord Nr. 773
  7. www.wahlen-hamburg.de
  8. Statisches Amt Nord (Hrsg.): Hamburger Stadtteil-Profile 2015. Abgerufen am 24. April 2016

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hamburg-Dulsberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien