Hamburg-Iserbrook

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Wappen von Hamburg
Iserbrook
Stadtteil von Hamburg
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Koordinaten 53° 34′ 35″ N, 9° 49′ 24″ OKoordinaten: 53° 34′ 35″ N, 9° 49′ 24″ O
Fläche 2,7 km²
Einwohner 11.324 (31. Dez. 2016)
Bevölkerungsdichte 4194 Einwohner/km²
Postleitzahl 22589
Vorwahl 040
Bezirk Bezirk Altona
Verkehrsanbindung
Bundesstraße B431
S-Bahn Hamburg S1Hamburg S1.svg
VHH-Bus im HVV 1 285 601 621
Quelle: Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein

Iserbrook ist ein Stadtteil Hamburgs im Bezirk Altona und wird zu den Elbvororten gezählt.

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name Iserbrook ist niederdeutsch und steht für hochdeutsch Eisen und Bruch. Hier wurde aus den oberen Erdschichten Raseneisenerz gewonnen, das sich im „feuchten, sumpfigen Bruchland“ abgesetzt hatte. Die früheste bekannte Erwähnung des Flurnamens datiert auf das Jahr 1588, als Daniel Freese das Gebiet Iserenbrock auf seiner Landtafel verzeichnete. Auf der Verkoppelungskarte Dockenhudens von 1789 wird das Gebiet nördlich der heutigen Sülldorfer Landstraße Iserbrock genannt. 1855 wurde Isenbrook als Teil der Ländereien des Ortes Dockenhuden erwähnt.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geologisch ist Iserbrook Geest-Gebiet. Als landwirtschaftlich genutzter Raum zwischen den umliegenden Ortschaften wurde es auch als deren Feldmark bezeichnet.

Iserbrook grenzt im Westen an Hamburg-Sülldorf, im Norden an Schenefeld (Kreis Pinneberg), im Südwesten an Hamburg-Blankenese, im Südosten an Hamburg-Nienstedten und im Osten an Hamburg-Osdorf. Die Ostgrenze bildet streckenweise das Flüsschen Düpenau.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Iserbrook war nie ein eigenständiges Dorf, sondern Hinterland der Landgemeinde Dockenhuden, die 1919 durch Zusammenlegung ein Teil von Blankenese wurde. Aus diesem Grunde wird Iserbrook auch den Elbvororten zugerechnet. Im Gegensatz zum Nachbarstadtteil Sülldorf, einem ehemaligen Bauerndorf, gab es hier aber keine ausgeprägte Landwirtschaft.

Johan Cesar Godeffroy forstete das Heide- und Feuchtgebiet mit 25.000 Fichten auf. Es hieß, er habe die dortige Landschaft sehr geliebt - immerhin ließ er 1853 ein Schiff nach ihr benennen: Die Brigg Iserbrook segelte in 13 großen Reisen u.a. bis nach Australien und Südamerika.

Mittelpunkt Iserbrooks war die Gabelung der Chaussee nach Hamburg und der Chaussee nach Blankenese – heute Kreuzung der Ost-West-Verbindung Bundesstraße 431 und der Nord-Süd-Verbindung zwischen Schenefeld und Blankenese. An dieser Stelle, wo heute Schule, Kirche und Kindergarten stehen, bauten die Godeffroys einen großen Reiterhof. Südlich davon, auf der anderen Seite der „Chaussee nach Hamburg“ (heute Osdorfer Landstraße), entstand 1892 das Waldhotel Iserbrook – mit seinem Tanzsaal ein beliebtes Ausflugsziel –, in dessen Umkreis sich so etwas wie ein Ortskern bildete. Seit 2010 befindet sich in dem Gebäude eine große Filiale der Konditorei Junge.

1906 wurde östlich der Schenefelder Chaussee (heute Schenefelder Landstraße) das Landrat-Scheiff-Krankenhaus, ab 1920 Krankenhaus der Elbgemeinden, eröffnet. Die Pläne für die gesamte Anlage stammten von den Architekten Raabe & Wöhlecke. Es war für 40 bis 50 Patienten gedacht, nahm aber teilweise bis zu 100 auf, auch aus den umliegenden Orten bis nach Wedel. 1936 musste das Krankenhaus wegen des Neubaus der benachbarten Kaserne (heute Reichspräsident-Ebert-Kaserne), zu deren Gebäudebestand es bis heute gehört, schließen.

1918 bis 1945[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch Eingemeindung in die Großstadt Altona/Elbe im Jahr 1927 (Groß-Altona-Gesetz) wurde Iserbrook, das mit Dockenhuden 1919 zu Blankenese gekommen war, Erweiterungsgebiet für die städtische Besiedelung, da dort ein erheblicher Bedarf an Wohnraum bestand.

Mit Mitteln der städtischen Siedlungs-Aktiengesellschaft Altona (SAGA) entstand eine Häuserzeile an der Sülldorfer Landstraße: Das erste Haus wurde 1924 in Rotklinker in Eigenleistung für 20.000 Reichsmark errichtet. Dahinter entstand nördlich in sehr lockerer Anordnung ein Siedlungsgebiet, dessen Parzellen mit einer Größe von 1.000 m² auf die Selbstversorgung der Bewohner durch Land- und Gartenwirtschaft angelegt war.

Auf der gegenüberliegenden Seite der Schenefelder Landstraße wurde in der Zeit des Nationalsozialismus ab 1936 durch die Wohlfahrtseinrichtung NSKOV eine Siedlung aus kleinen Doppelhäusern auf kleinen Grundstücken errichtet, die seinerzeit gezielt an Schwerkriegsbeschädigte und Frontsoldaten des Ersten Weltkriegs vergeben wurden. Diese Siedlung am Wisserweg (ehemals Frontkämpferweg) ist auch unter dem Namen „Frontkämpfer-Siedlung“ bekannt.[1]

Durch das Groß-Hamburg-Gesetz kam Iserbrook mit Altona 1938 zu Hamburg.

Nach 1945[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1951 wurde aus Iserbrook erstmals ein eigener Stadtteil, der nun den Nordteil der vormaligen Dockenhudener Ländereien sowie einige Flurstücke des Sülldorfer und des Osdorfer Gebietes umfasste. 1949 wurde die erste Schule, 1954 die Martin-Luther-Kirche erbaut.

Durch den gestiegenen Wohnraumbedarf infolge des Zweiten Weltkrieges setzte sich die Siedlungsbildung fort. In den 1960er Jahren wurde am Wientapperweg eine Reihenhaussiedlung gebaut. Am Schenefelder Holt entstand schließlich in den 1970er Jahren eine zeittypische Großwohnsiedlung mit Blick über die Osdorfer Feldmark auf die Siedlung Osdorfer Born. Anders als häufig angenommen gehört hingegen die markante Hochhaussiedlung des Bauvereins der Elbgemeinden am Iserbrooker Bahnhof, die im Wesentlichen Ende der 1960er und in den 1970er Jahren entstand, zum Stadtteil Sülldorf – die Bahnstrecke bildet hier die Stadtteilgrenze. Während Iserbrook zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch weniger als 1.000 Einwohner hatte, liegt es heute mit über 10.000 Einwohnern im Mittelfeld der 104 Stadtteile Hamburgs.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1939 lebten im Iserbrooker Gebiet 4.698 Einwohner. Der Anstieg nach dem Krieg ist mit der Aufnahme von Ausgebombten und Flüchtlingen bei Verwandten, in Gartenlauben und Behelfsheimen zu erklären.[2] Um 1970 erfolgte der Großsiedlungsbau. Von 1983 bis heute blieb die Bevölkerungsgröße in etwa konstant zwischen 10.500 und 11.000. Seit 2000 ist wieder ein leichter Anstieg um 2,4 % zu verzeichnen, dies aber im Wesentlichen erst seit 2005.[3][4]

Die Zahlen der Einwohner in Iserbrook für die Jahre 1939, 1946, 1960, 1970 und 1983:

1939 1946 1960 1970 1983
4.698 7.076 7.715 11.648 10.633

Die Entwicklung der Bevölkerung in Iserbrook ab 1987:[5] [6]

1987 1988 1989 1990 1991 1992 1993 1994 1995 1996
10.488 10.612 11.059 10.953 10.889 10.953 10.767 10.724 10.719 10.674
1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006
10.612 10.589 10.499 10.513 10.586 10.537 10.525 10.531 10.576 10.558
2007 2008 2009 2010 2011 2012
10.660 10.753 10.862 10.854 10.890 11.026

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wahlen zur Hamburgischen Bürgerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die Wahlen zur Hamburgischen Bürgerschaft gehört Iserbrook zum Wahlkreis Blankenese.

Wahlergebnisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bürgerschaftswahlen seit 1966 führten in Iserbrook zu folgenden Ergebnissen:

SPD CDU Grüne1) FDP Linke2) AfD Übrige
Bürgerschaftswahl 2015 53,5 % 12,1 % 11,1 % 07,8 % 06,8 % 05,4 % 03,3 %
Bürgerschaftswahl 2011 52,1 % 19,6 % 09,0 % 09,1 % 04,7 % 05,5 %
Bürgerschaftswahl 2008 35,8 % 43,7 % 07,5 % 05,4 % 05,1 % 02,5 %
Bürgerschaftswahl 2004 31,5 % 48,4 % 10,2 % 03,6 % 06,3 %
Bürgerschaftswahl 2001 39,1 % 27,0 % 06,6 % 06,3 % 00,4 % 20,6 %3)
Bürgerschaftswahl 1997 39,4 % 32,1 % 10,2 % 03,6 % 00,2 % 14,5 %4)
Bürgerschaftswahl 1993 41,9 % 26,3 % 11,1 % 04,8 % 15,9 %5)
Bürgerschaftswahl 1991 50,1 % 35,9 % 05,2 % 06,0 % 00,2 % 02,6 %
Bürgerschaftswahl 1987 48,3 % 38,8 % 05,0 % 07,1 % 00,8 %
Bürgerschaftswahl 1986 44,3 % 40,9 % 08,0 % 05,8 % 01,0 %
Bürgerschaftswahl Dez. 1982 52,2 % 38,4 % 05,9 % 03,0 % 00,5 %
Bürgerschaftswahl Juni 1982 44,3 % 42,8 % 06,1 % 05,6 % 01,2 %
Bürgerschaftswahl 1978 51,1 % 37,3 % 03,0 % 05,8 % 02,8 %
Bürgerschaftswahl 1974 45,5 % 39,0 % 12,2 % 03,3 %
Bürgerschaftswahl 1970 57,4 % 30,7 % 07,3 % 04,6 %
Bürgerschaftswahl 1966 61,7 % 27,2 % 06,3 % 04,8 %
1) 1978 als Bunte Liste - Wehrt Euch, 1982 bis 2011 als Grüne/GAL
2) 1991 und 1997 als PDS/Linke Liste, 2001 als PDS
3) darunter 17,5 % für die Schill-Partei
4) darunter 5,1 % für die Statt Partei
5) darunter 6,9 % für die Statt Partei

Bau- und Wohnungspolitik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schon seit den 1990er Jahren spielt die Frage, wie man dem „schleichenden Niedergang“ des kleinen Quartierszentrums in der Siedlung am Botterbarg/Schenefelder Holt entgegenwirken könne, eine wichtige Rolle in der kommunalpolitischen Diskussion. Das Thema konnte bisher keiner Lösung zugeführt werden.

Seit 2007 flammte auch ein Streit über die Zukunft des Buchenhofwaldes, eines seit mehr als 200 Jahren unveränderten, kleinen Waldstücks mit seltenen Tierarten an der Osdorfer Landstraße, auf. In dessen nördlichen Abschnitt beabsichtigte der Bauverein der Elbgemeinden, kreisrunde Gebäude mit Genossenschaftswohnungen zu errichten. CDU und GAL hatten dem Vorhaben in der Bezirksversammlung bereits zugestimmt.[7] Dem Vorhaben liegt ein Fluchtlinienplan von 1938 zugrunde.[8] Eine Bürgerinitiative[9] wehrte sich dagegen und hatte einen Bürgerentscheid erwirkt, an dem sich bis zum 5. November 2009 etwa 48.500 Wahlberechtigte beteiligten. Etwa 41.000 (rund 85 Prozent) votierten gegen das Bauvorhaben, 7.500 (rund 15 Prozent) dafür.[10] Am 9. Februar 2010 zog der Hamburger Senat das Verfahren durch Evokation an sich und wies den Bezirk Altona an, eine Fällgenehmigung zu erteilen und den sofortigen Vollzug anzuordnen. Daraufhin begann der Bauverein der Elbgemeinden am selben Tag mit der Fällung der Bäume im Nordteil des Buchenhofwaldes (insgesamt etwa 160 Bäume).[11] Die Bürgerinitiative hatte auch mit gerichtlichen Eilanträgen keinen Erfolg.[12]

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Kino Lichtburg Iserbrook an der Sülldorfer Landstraße 3 war von 1937 bis 1966 in Betrieb. Es besaß 405 Plätze. Das Gebäude mit Walmdach und vorgebautem Eingangsbereich wurde nach Schließung des Kinos zu einer Supermarktfiliale der Spar, jetzt Edeka, umgebaut.[13] Im Jahr 2006 bezog der integrative Kinder- und Jugendzirkus Mignon die ehemalige Villa des Fabrikdirektors Heinrich Otto Traun („Traunsche Villa“)[14] an der Osdorfer Landstraße und hat auf dem Grundstück einen festen Standort für seine Aufführungen und Veranstaltungen im Zirkuszelt.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im äußersten Süden des Stadtteils liegen das Hallenbad Simrockstraße und die Dockenhudener Sportplätze des Sportvereins FTSV Komet Blankenese. Außerdem ist in Iserbrook noch die Dockenhudener Turnerschaft von 1896 beheimatet.

Soziales[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das ehemalige Waschhaus im Heerbrook 8 beherbergt heute als soziale Einrichtung unter anderem die Mütterberatungsstelle, Pfadfinder aus der Arbeitsgemeinschaft Hamburger Pfadfinderverbände (PB Nordlicht) und den Deutschen Kinderschutzbund.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der S-Bahnhof in Iserbrook, Blick in Fahrtrichtung Sülldorf / Wedel
S-Bahnhof, Blick in Fahrtrichtung Blankenese/Innenstadt, im Hintergrund Hochhaus mit der Zentrale des Bauvereins der Elbgemeinden (auf Sülldorfer Gebiet gelegen)

Durch Iserbrook verläuft in ost-westlicher Richtung die Bundesstraße 431, die seit Ende des Zweiten Weltkrieges den Verkehr und das Wirtschaftsleben dieses Stadtteils bestimmt. Durch den Ausbau der B 431 von einer zweispurigen Dorfstraße zu einer vierspurigen Schnellstraße hat sich das Leben erheblich verändert. Die B 431 ist als Haupt-Ausfallstraße im Hamburger Westen eine der meistbefahrenen Ost-West-Verbindungen in Norddeutschland.

Die Eisenbahnstrecke von Blankenese nach Wedel, heute Teil der Linie S1 der Hamburger S-Bahn, ist seit dem 1. Dezember 1883 in Betrieb. Elektrifiziert wurde sie aber erst 1950; bis dahin fuhren die elektrischen Triebzüge nur bis Blankenese, und Dampfzüge über den weiten Bogen durch Iserbrook nach Wedel. Der zuerst auf normaler Geländehöhe liegende Bahnhof Iserbrook wurde am 31. Oktober 1950 eröffnet, einige Monate nach Freigabe der Strecke bis Sülldorf.

Die S-Bahn-Haltestelle wurde im Rahmen des vierstreifigen Ausbaus der B 431 Ende der 1970er Jahre neu errichtet: Die Strecke wurde auf einen sieben Meter hohen Damm verlegt, um die beschrankten Bahnübergänge über die Straßen Hasenhöhe und Sülldorfer Landstraße durch Brücken ersetzen zu können. Am 18. Mai 1978 wurden die Züge erstmals über die Brücken geleitet. Aus Kostengründen wurde der Streckenabschnitt zwischen Blankenese und Sülldorf eingleisig gelassen. So muss jeder von Blankenese kommende Zug immer erst bis Sülldorf fahren, damit dort ein Zug der Gegenrichtung nach Blankenese und weiter in die Innenstadt abfahren kann. Da sich die Züge am Iserbrooker Bahnhof nicht kreuzen können, ist er fachsprachlich kein „Bahnhof“, sondern nur ein „Haltepunkt“. Er liegt im Dreieck zwischen Sülldorfer Landstraße, Hasenhöhe und Heidrehmen und wurde durch den Neubau ein wenig nach Nordwesten verlegt. Gleichzeitig entstand ein kleiner Busbahnhof mit Parkplätzen an der Sülldorfer Landstraße.

Die S-Bahn-Züge fahren während der Hauptverkehrszeiten alle 10 Minuten, sonst im 20-Minuten-Takt, die Busse der Linie 285 nach Schenefeld (– Pinneberg) ebenfalls. Die Züge in die Innenstadt fahren seit Jahrzehnten immer zu den Minuten 13, 33 und 53 ab, die Züge Richtung Wedel immer vier Minuten vorher. Kommt der Zug nach Wedel zu spät, fährt auch der Zug Richtung Innenstadt später. Diese Verspätung bleibt dann meist auf seinem weiteren Laufweg erhalten.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Reichspräsident-Ebert-Kaserne, 1935–1937 erbaut und bis 1965 Iserbrook-Kaserne, zu der auch das ehemalige Krankenhaus gehört, wurde am 1. April 1958 von der Bundeswehr übernommen. Das ehemalige Krankenhausgebäude ist Sitz des Landeskommandos Hamburg. Helmut Schmidt, 1958 selbst zu einer Wehrübung dort stationiert, hielt als Innensenator am 28. Februar 1965, dem 40. Todestag Eberts, die Festrede zur Umbenennung. Noch während der Übung war Schmidt 1958 nach Militarismus-Vorwürfen aus dem Vorstand der SPD-Bundestagsfraktion abgewählt worden.[15] Bis 1999 war die Logistikschule der Bundeswehr Hauptnutzer der Kaserne, seitdem nutzt die Führungsakademie der Bundeswehr die Gebäude. Zudem sind dort Feldjäger stationiert.[16] Die Benennung nach Friedrich Ebert hat in Iserbrook Tradition: Um 1930 hieß die heutige Simrockstraße Friedrich-Ebert-Straße.

Die Freiwillige Feuerwehr Sülldorf-Iserbrook wurde mit Wirkung vom 9. Juni 1969 gegründet. Das Feuerwehrhaus befindet sich in Sülldorf am Sülldorfer Kirchenweg. Am 1. Juni 1970 wurde die Jugendfeuerwehr Sülldorf-Iserbrook gegründet.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der alte Ortskern und die gesamte Infrastruktur im Kreuzungsbereich der Schenefelder Landstraße haben sich seit dem Beginn der Besiedlung erheblich verändert. Bis in die 1970er Jahre gab es hier mehrere Gasthöfe, ein Postamt (heute: private Partnerfiliale der Deutschen Post), das Kino, einen Schlachter, einen Fischhändler, ein Eisenwarengeschäft und eine Filiale der Konsumgenossenschaft Produktion (später: Pro/coop). Von diesen Einrichtungen ist nichts mehr geblieben. Anstelle der Pro-Filiale steht heute ein Neubau mit einem Matratzengeschäft.

2011 gab es in Iserbrook 65 Handwerksbetriebe.[5]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Iserbrook gab es im Jahr 2007 zwei Schulen mit 393 Schülern, außerdem zwölf Kindergärten.[4]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hartmut Effenberger: Beiträge zur Geschichte von Iserbrook, Wosikowski, Hamburg 1980.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hamburger Adreßbuch 1940. Hamburger Adreßbuchverlag Dumrath & Fassnacht, Hamburg 1940, S. IV/1300; Frontkämpferweg
  2. Das alte Sülldorf. Geschichtliches von seinen Bewohnern und Höfen, Bd. 2, Schröder 1986, S. 61; Darin auch die Einwohnerzahlen bis 1983.
  3. Statistik Nord: Sonderinformation Einwohnerentwicklung in den Hamburger Stadtteilen, abgerufen 15. Oktober 2009. (PDF; 261 kB)
  4. a b Website Statistik Nord, abgerufen 15. Oktober 2009.
  5. a b Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein: Stadtteildatenbank
  6. Bevölkerung in Hamburg am 31.12.2012. In: Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein (Hrsg.): Statistische Berichte. A I/S 1 - j/12 HH. Hamburg 2013 (online [PDF; abgerufen am 17. Dezember 2013]).
  7. Der lange Kampf um ein Waldstück, in: Die Welt vom 14. Februar 2009.
  8. Alter Plan gefährdet alten Wald, in: TAZ vom 9. September 2009.
  9. Website der Bürgerinitiative Rettet den Buchenhof-Wald
  10. Axel Tiedemann: Der Bürgerentscheid lässt die Politiker kalt, in: Hamburger Abendblatt vom 10. November 2009.
  11. Hinrichs/Hanauer: Senat macht Weg für Bauvorhaben am Buchenhof frei, in: Die Welt vom 10. Februar 2010.
  12. Christoph Zeuch: Kettensägen sorg(t)en für Fakten im Buchenhofwald, in: Altona Info, Webzeitung für Hamburg-Altona vom 10. Februar 2010.
  13. Website des Filmmuseums Hamburg, abgerufen 13. Oktober 2009.
  14. Nick Jentsch: Die Zirkusvilla und ihre Geschichte
  15. Biografie auf www.cosmopolis.ch, abgerufen 19. Oktober 2009.
  16. www.streitkräftebasis.de: 50 Jahre in der Reichspräsident-Ebert-Kaserne, abgerufen 16. Februar 2012.