Hamburg-Neuwerk

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Dieser Artikel beschreibt den Hamburger Stadtteil Neuwerk; für die Hauptinsel des Stadtteils siehe Neuwerk (Insel); zu anderen Bedeutungen dieses Begriffes siehe Neuwerk (Begriffsklärung).
Wappen von Hamburg
Neuwerk
Stadtteil von Hamburg
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Koordinaten 53° 55′ 16″ N, 8° 30′ 2″ OKoordinaten: 53° 55′ 16″ N, 8° 30′ 2″ O
Höhe m ü. NHN
Fläche 7,6 km²
Einwohner 32 (31. Dez. 2016)
Bevölkerungsdichte 4 Einwohner/km²
Postleitzahl 27499
Vorwahl 04721
Bezirk Bezirk Hamburg-Mitte
Quelle: Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein[1]
Neuwerk (Schleswig-Holstein)
Neuwerk
Neuwerk

Neuwerk ist ein Stadtteil im Bezirk Hamburg-Mitte der Freien und Hansestadt Hamburg. Neuwerk bildet eine Exklave des rund 100 Kilometer entfernten Hamburger Staatsgebietes. Zum Stadtteil gehören die Insel Neuwerk und die im Gegensatz zur Hauptinsel unbewohnten Inseln Nigehörn und Scharhörn sowie weitere nur temporär trockenfallende Sandbänke im Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die drei Inseln Neuwerk, Nigehörn und Scharhörn liegen im südöstlichen Teil der Nordsee bzw. im südwestlichsten Teil der Elbmündung. Die nächste größere Stadt auf dem Festland ist das rund 15 Kilometer südlich gelegene niedersächsische Cuxhaven. Das Hamburger Zentrum liegt rund 100 Kilometer elbaufwärts. Neuwerk ist eine Exklave des Hamburger Staatsgebietes, da Land- und Wasserweg vom hamburgischen Kernland nach Neuwerk nur durch niedersächsisches und schleswig-holsteinisches Gebiet verläuft.

Die Fläche von 7,6 km² verteilt sich mit 3,6 km² auf Neuwerk und 4,1 km² auf die Scharhörnplate. Die Fläche des Stadtteils Neuwerk ist identisch mit der des Nationalparks Hamburgisches Wattenmeer.

Verwaltungsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen des Amtes Ritzebüttel. (Es zeigt nicht den Neuwerker Turm, sondern die Große oder Ross Bake im Vorland der Cuxhavener Hafeneinfahrt)

Seit über 700 Jahren gehört Neuwerk – mit kurzer Unterbrechung – zu Hamburg. Ab 1394 kam Neuwerk nach einer Fehde mit den Lappes unter die Verwaltung des neugegründeten hamburgischen Amtes Ritzebüttel, welches 1864 zur Landherrenschaft Ritzebüttel wurde. Am 19. November 1926 ging die Landherrenschaft Ritzebüttel in die Landherrenschaft Hamburg über. Nach der Stadtwerdung Cuxhavens 1907 wurde auch Neuwerk am 1. März 1935 Stadtteil von Cuxhaven. Infolge des Groß-Hamburg-Gesetzes kamen Cuxhaven und Neuwerk am 1. April 1937 an Preußen und in der Folge an Niedersachsen. Mit dem Cuxhaven-Vertrag wurden die Inseln Neuwerk und Scharhörn 1969 wieder ins Hamburger Staatsgebiet eingegliedert. Hintergrund dieses Vertrages war die Sicherung eines Standortes für einen Tiefwasserhafen für Hamburg, der jedoch bis jetzt nicht realisiert wurde.

Hauptleute und Vögte auf Neuwerk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Amtszeit hamburgische Hauptleute (Ratsherren) auf Neuwerk[2][3][4]
Ostern 1310–1314 Ratsherr Gerhard von Köln[5]
1314–1319 Ratsherr Nicolaus (Claus) von Lüneburg[6]
1336 Ratsherr Conrad von Holdenstede
1354 Ratsherr Meynekin von der Heyde (Meineckinus von Heyn)
1354 Ratsherr Diderik Wrak
1356 Ratsherr Nycolaus (Klaus) Gultzow
1358–1362? Ratsherr Albert von Gheldersen
1362?–1369? Ratsherr Hinrik Krowel
1372–1375[7] Ratsherr Hinrik Witzekendorp
1377–1380 Bürgermeister Bertram Horborch
1381–1386 Ratsherr Hinrik (Heyno) Vorrad
1386–1387[7] Ratsherr Albert Bretling (Albrecht Butling)
1390–1394 Ratsherr Ludolf (Ludekin) Wulfhagen[8]
Amtszeit hamburgische Vögte auf Neuwerk[9]
1414–1416[7] Peter Mildehoved
1419 Nicolaus Oppmann?
1423 Johann Brokehoved
1431–1444 Hans (Johannes) Vritze
1449–1459 Ludekin Potecouwe
1459–1474 Ludekin van Rode[10]
1475–1477 Ludekin Soltzenhusen
1478–1492 Hermann Weteborn
1492–1504 Arnd Bruns
1505–1525 Johann (Hans) Bruns[11]
1525–1534 Cord Koning (Köning)
1535–1536 Bernard (Bernd) Beseke
1536–1539 Ratsherr Willehad (Wilhard) Wise[12]
1539–1549 Hinrik Schouwenborg
1550–1559 Joachim Schroder
1560[13] Jorch Fochs[14]
1566–1572 Jorch Fochs[15]
1572–1585 Bastian Rulle (Sebastian Rolle)
1586–1590? Jürgen Feddeler
1601 Wolder von Duhnen
1602 Jacob Kock
1602–1608 Claus Witte
1608–1628 Peter Tesdorp (Tesdorff)
1628–1655? Evert Tesdorp (Tesdorff)[11]
1655–1667 Jochim Cords (Cordes)
1667–1686 Carsten Wittcke (Witting/Witcke)
1686–1701 Peter Thode[16]
1702–1719 Peter Thode[15]
1719–1726 Johann Hinrich (Heinrich) Voß
1727–1729 Otto Heinsohn
1729–1737 Seba Heinsohn[17]
1737–1788 Johann Heinsohn[11]
1788–1. Mai 1790 Johann Hinrich Heinsohn[11]
1790–1809 Lorenz Wittke[18]
1808–1836 Claus Heynsohn (Heinsohn)[19]
1836[20]–1867 Peter Christian Follmer
1867–31. Dezember 1886, Amandus Butt
1887–1. Januar 1901 Wilhelm Heinrich Conrad Breun
1. November 1901–1915 Heinrich Adolph Richard Herrmann

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohner
1810[21] 81
1813[3] 33
1816[3] 42
1826[22] 42 (8 Häuser)
1831[3] 68
1836[3] 59
1847[23] 59
1856[24] 75
1860[25] 65
3. Dezember 1866[26] 62
1867[3] 55
1. Dezember 1871[27] 49
1875[3] 54
1880[3] 69
1908[28] 49
1. Dezember 1910[29] 53
2007[30] 36

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf Neuwerk existiert die 1827 gegründete Insel-Schule. Sie hatte im Schuljahr 2012/2013 nur eine Schülerin und eine Lehrerin.[31] Mit Beginn des Schuljahres 2013/14 ist die Schülerin auf ein Internat gewechselt, die Schule wurde dadurch vorübergehend geschlossen. Im Schuljahr 2015/16 findet kein Schulangebot statt, da es keine schulpflichtigen Kinder gibt.[32]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hamburg-Neuwerk – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Neuwerk – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Jahrbuch Hamburg 2011/2012 S.241, Fläche des Stadtteils Neuwerk (pdf-Datei; 241 kB)Einbezogen wurde die gesamte als Landfläche eingezeichnete Scharhörnplate – mit den darauf liegenden Inseln Scharhörn und Nigehörn – und Neuwerk. Die Landfläche des Stadtteils schwankt mit der Veränderung der Küstenlinie. Zusätzlich entstehen im Gebiet Sandbänke, die temporär oder auch für längere Zeit trocken fallen. Diese Flächen sind nicht einberechnet.
  2. Ferdinand Dannmeyer: Ein Turm und seine Insel – Monographie der Nordseeinsel Neuwerk. 1952, S. 49f.
  3. a b c d e f g h Arthur Obst: Die Insel Neuwerk: geschichtliche Darstellung. Rauschenplat, Cuxhaven 1888 (Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg, Digitalisat).
  4. Johann Grandauer, Arthur Obst: Grandauer's Gedenkbuch des Hamburgischen Amtes Ritzebüttel. Cuxhaven 1892 (Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg, Digitalisat).
  5. Hans Nirrnheim: Hamburgisches Urkundenbuch. Band 2, Nr. 222, 258. Perthes, Besser & Mauke, 1939, S. 142–143, 168–169 (Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg, Digitalisat). Bis 1312 mit seinem Schwiegersohn Johann von Stade
  6. Hans Nirrnheim: Hamburgisches Urkundenbuch. Band 2, Nr. 300. Perthes, Besser & Mauke, 1939, S. 142–143, 210 (Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg, Digitalisat). Später Bürgermeister
  7. a b c vielleicht länger
  8. anschließend hamburgischer Amtmann in Ritzebüttel (bis 1406)
  9. der Vogt unterstand nun dem Amtmann von Ritzebüttel, mit einer Ausnahme nach der Plünderung 1535.
  10. wird 1466 in Abwesenheit vertreten durch Johann Appel und Nicolaus Wilde; für ihn verbürgen sich 1459 Johann Ellinckhaus und Eggard Bokelmann
  11. a b c d Sohn des Vorgängers
  12. Letzter Amtmann auf Neuwerk, dort gestorben am 31. März 1539
  13. etwa ab
  14. Vater
  15. a b Sohn
  16. Vater, gestorben 2. September 1701
  17. Bruder des Vorgängers
  18. seine Bürgen waren Joh. Hinr. Heinsohn und Georg Wilhelm Ayecke
  19. Schwiegersohn des Vorgängers
  20. Vertreter
  21. Albrecht Friedrich Ludolph Lasius: Der Französische Kayser-Staat unter der Regierung des Kaysers Napoleon des Großen im Jahre 1812. Kißling, Osnabrück 1813, S. 67 (Digitalisat).
  22. Neue allgemeine geographische und statistische Ephemeriden, Band 19. 1826, S. 368.
  23. Franz Heinrich Neddermeyer: Zur Statistik und Topographie der Freien und Hansestadt Hamburg und deren Gebietes. 1847, S. 193.
  24. Herders Conversations-Lexikon. Freiburg im Breisgau 1856, Band 4, S. 328.
  25. Pierer's Universal-Lexikon, Band 11. Altenburg 1860, S. 848.
  26. des Statistik Hamburgisches Staats. Ergebnisse der Volkszählung vom 3ten December 1866. S. 44.
  27. Statistik des Hamburgisches Staats. Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1871. S. 78.
  28. Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 14. Leipzig 1908, S. 586.
  29. Gemeindeverzeichnis Deutschland 1900 – Freie und Hansestadt Hamburg – Landherrenschaft Ritzebüttel 1. Dezember 1910.
  30. Axel Tiedemann: 36 Einwohner - und jedes Jahr kommen 100 000 zu Besuch. Hamburger Abendblatt, 2007, abgerufen am 13. April 2015.
  31. Inselschule Neuwerk − eine Schule für Kaya allein von Irena Güttel auf Die Welt Online vom 18. September 2012
  32. Behörde für Schule und Berufsbildung: Schülerzahlen vom 25. August 2015